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Die neue Welt · 1935-01-22 · Heft 432 (22.1.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 432 (22.1.1935)
Date
1935-01-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 431 DIE NEUE WELT Seite 3 und aussauge bis aufs Blut? Jawohl, schauen wir hinaus über diesen Feiertag, hinein in die Zukunft, es muß der Tag der Erlösung kommen, der Tag der Befreiung aus der Fessel, die der Jude der Menschheit umlegte. Wir glauben an einen Weltfrieden, der Weltfrieden Wird aber erst daxin kommen, wenn die Macht des Weltfeindes gebrochen ist, der Weltfeind ist der ewige Jude. Wir oder unsere Kinder werden es noch einmal erleben, was wir vor vielen Jahren schon prophezeiten und immer wieder prophezeien werden: Der Tag der Erlösung vom ewigen Juden, er kommt." (Der Führer der Status-quo-Front an der Saar Max (genannt Matz) Braun ist, wie zweifelsfrei feststeht, weder Jude, noch stammt er von Juden ab.) Die unterbliebene Wiener Saarkundgebung Für 17. d. M. war eine große Kundgebung für die Kcchto der Saarjuden, als Veranstaltung des Jüdischen Volksbundes für Oesterreich und aller zionistischen Organisationen, angekündigt. Die Kundgebung mußte in letzter Stunde abgesagt werden, da das Wiener Polizeipräsidium ein generelles Verbot der Saarkundgebungen aller Parteien erlassen hatte. Die genannten, im Komitee zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses vereinigten Organisationen, richten nunmehr ihren Appell zur Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte der unglücklichen Saarjuden an den Völkerbund. Zur lleberfiihrung Herzls „Palkor r." meldet unter dem 19. d. aus Jerusalem: Die zionistische Exekutive hat beschlossen, die Gebeine Theodor Herzls bei der Ueberführung nach Palästina weder durch Polen noch durch Rumänien zu führen, wie die von einem Teil der jüdischen Presse gemeldet wurde. * Zu dieser, die ganze jüdische Welt bewegenden Frage hat die zionistische Exekutive, der die Pflicht der Ueberführung obliegt, nichts weiter zu sagen. Eine sehr karge Meldung! 10 Mal!Könen Pfund int Jahre 1934 Kapitalsanlage in Palästina Aus Jerusalem: Laut Bericht der J. T. A. sind nach Schätzungen Sachkundiger im Jahre 1934 in Palästina Neuinvestitionen in der Höhe von zehn Millionen Pfund vorgenommen worden. Am höchsten waren die Investitionen im Bauwesen. In Tel-Awiw wurden im Laufe des Jahres rund 37.000, in Jerusalem 7000 und in Haifa einschließlich der Vorstädte 20.000 Quadratmeter Wohnraum bebaut. Unter Berechnung der durchschnittlichen Baukosten mit sechs Pfund per Quadratmeter ergibt sich eine Gesamtinvestition von viereinhalb Millionen Pfund in Neubauten in diesen drei Städten. Die durchschnittlichen Baukosten in den Kolonien betragen fünf Pfund per Quadratmeter. Demgemäß werden die Gesamtkosten der Neubauten in den Kolonien auf 800.000, die Gesamtinvestitionen für Bauten in Stadt und Land auf 5,300.000 Pfund geschätzt. 1934 gab es 85.000 Dunam noch nicht fruchttragender Orangcnplantagen in jüdischem Besitz. 45.000 Dunam Orangenplantagen, die bereits fruchttragend waren, erfordern Investitionen nur noch von Zeit zu Zeit. Für die nichtfruchttragenden Plantagen entfiel per Dunam im Durchschnitt ein Investitionsbetrag von zehn Pfund, die Investitionen in diesem Wirtschaftszweig betrugen also 850.000 Pfund. Außerdem wurde ein Kapital von 750.000 Pfund für die Anlage von 30.000 Dunam neuer Plantagen aufgewendet. Die Gesamtinvestitionen des Jahres im Plantagenbetrieb betrugen somit 1,600.000 Pfund. In anderen Landwirtschaftszweigen wurden — durch den Keren Hajessod, die PICA, für Bewässerungsanlagen und durch die private Kolonisation — 250.000 Pfund investiert. Die Schwerindustrie allein (PalestineElectric Corporation, Palestine Potash Ltd., „Nasher") hat ihr Kapital um weitere 30 0.0 00 Pfund erhöht. Für die Erweiterung anderer bestehender Industriebetriebe wurde ein Kapital von 250.000 Pfund aufgewendet, in neuen Unternehmungen wurden 450.000 Pfund investiert. Die Gesamtinvestitionen in der Industrie betrugen somit eine Million Pfund. Im Jahre 1934 wurden von Juden 200 Personenautomobile, 150 Taxis und 250 Lastautos im Gesamtwerte von 340.000 Pfund gekauft. Die Gesamtinvestitionen im Transportwesen werden auf 50 0.0 00 Pfund geschätzt. Insgesamt wurden also in den erwähnten Wirtschaftszweigen 8,700.000 Pfund investiert. Nicht eingerechnet in diese Summe sind bei Arabern neuerworbene Terrains, öffentliche Arbeiten in den Städten (Arbeiten der Stadt Tel-Awiw und verschiedener jüdischer Vorstädte) und die Investitionen in kaufmännischen Betrieben. Dementsprechend rechnet man mit einer Gesamthöhe der Investitionen im Jahre 1934 von zehn Millionen Pfund. Aus diesen Ziffern ist zu entnehmen, daß die Investitionen im Jahre 1934 in der Industrie gegenüber dem Jahre 1932 um 185 Prozent, gegenüber dem Jahre 1933 um über 100 Prozent gestiegen sind; die Investitionen im Bauwesen waren um 246 Prozent höher als im Jahro 1932 und um 80 Prozent höher als im Jahre 1933. Man will sie nicht Aus Saarbrücken: In den Kreisen der Saarjuden, die aus dem Saarland fortziehen wollen, herrscht große Niedergeschlagenheit darüber, daß Frankreich, Belgien und Holland Maßnahmen gegen das Einströmen von Flüchtlingen aus der Saar ergriffen und l u. a. Visumzwang, eingeführt habe»,, Judenstaalspartei Oesterreichs Versammlungskalender Dienstag, den 22. d. M., 8 Uhr abends, Judenstaatsjugend, Sektion Prater, IL, Kleine Zufahrtsstraße 166, Plenarversammlung. Dienstag, den 22. d. M., 8 Uhr abends, Judenstaatsjugend, Sektion II. Bezirk, II., Taborstraße Nr. 21 a, Plenarversammlung. Dienstag, den 22. d. M., 8 Uhr abends, Judenstaatsjugend, Sektion WDL Bezirk, XX., Heinzelmanngasse 20, Plenarversammlung. Dienstag, den 22. d. M., y29 Uhr abends, Bezirksgruppe XIV, XIV., Schanzstraße 32, Versammlung. Thema: „Zionistische Probleme". Referent: Mendel Hager. Mittwoch, den 28. d. M., %9 Uhr abends, Judenstaatsheim, I., Werdertorgasse 14, Vortrag. Thema: „Moses". Referent: Frl. Sarah Schächter. Donnerstag, den 24. d. M., K>9 Uhr abends, Bezirksgruppe Briglttenau, XX., Heinzelmanngasse 20, Versammlung. Thema: „Zionistische Politik". Referent: Dr. Salonion Wolf. Donnerstag, den 24. d. M., Uhr abends, Prater, II., Kleine Zufahrtsstraße 166, Vortragsabend. „E rinner ungen an berühmte jüdische Dichte r". Referent: Komponist Henoch Kon (Warschau) : „Schöpfer der Musik zu ,Dybu k'", „G o 1 c m", „Herscheie Ostropole r", „D i e beiden Kuni Lerne 1" usw. Einleitende Worte: Dr. Oskar Rosenfeld. Donnerstag, den 24. d. M., 8 Uhr abends, im C a f 6 Patria, VI., Mariahilf erstraße 127, Mitgliederversammlung. Erscheinen Pflicht. Wittmals grofjes ©liitf bei Gdjetyammer! 58et ber am 18. b. ÜDc. [tattgefunbeuett 3ie*)ung ber ftfaffenlotterte inurbe fotoofil ber erfte £auulireffer ooit 50.000 S mit £os 9?r. 38.333 als aurf) ber atüeiie S)aupt* treffer tum 20.000 S mit fios 9Tr. 5268 mit oom %anU fjalis 6d)eif}ammer & Sdjattera SBien, 1.5Bq„ Stcüljansplafc 9lt. 11, öctJauftcn Äloifctt* iofett gewonnen. WcBerbtcs mürbe am gtcitfjcn Sage ber §aupts treffer ber 1925er 58autofe tum 80.000 S, ruelcfier am 2. Jänner 1935 mit bem ßos 6er. 4634 9ir. 36 von einem Cosoerein mit Rieben SDIitglicbcm getDomtcrt roorbert mar, im oßgenannteu SBanfljaus esfomptiert urtb ausBejafilt. E Oe§terreidi§ PaIa§fina^Exporl bedroht In der Wiener „Neue Freie Presse" hat der Sekretär des Außenhandelsdienstes der österreichischen Handelskammern, Regierungsrat Dr. Sattler-Dornbacher, die Wirtschaftslage Deutschlands in Palästina besprochen und seinen Artikel mit dem selbstverständlichen Wunsche nach weiterer Hebung des österreichischen Exports nach Palästina geschlossen. Er schreibt: Wir (Oesterreicher) sollten aus dieser Entwicklung des deutschen Handels mit Palästina lernen und trachten, durch entsprechende Tarifvereinbarungen die Voraussetzung zu schaffen, daß die österreichischen Waren in Palästina konkurrenzfähig sind. Dann werden gewiß die österreichischen Waren ebenso gern, wenn nicht lieber, bezogen werden, wie die deutschen." Wir müssen feststellen, daß sich Herr Dr. Sattler täuscht, wenn er glaubt, daß man das Problem des öster- 25. Schuljahr Tel. U-46-4-37 NeuesWienerKonservatorium Musfkverelnsgebäude, I, Bökendorf er Straße 12 Unterricht in Gesang, Klavier und allen Orchesterinstrumenten von den ersten Anfängen bis zur künstlerischen Ausbildung. Eigene Kinderabteilung. Anmeldungen und Aufnahmsprüfungen täglich vor- und nachmittags ausschließlich im Musikvereinsgebäude. reichisch-palästinensischen Handels einseitig behandeln kann, so, als ob nur Oesterreich und nicht auch Palästina als exportierender Staat dastünde. Wenn er von der glücklichen Lage Deutschlands spricht, das viel mehr Waren in Palästina absetzt als Oesterreich, so sollte er doch auch nachdrücklich darauf verweisen, um wie viel mehr Waren Deutschland aus Palästina bezieht als Oesterreich. Einige Zahlen: Im Jahre 1933 hat Deutschland Waren im Werte von rund 1,200.000 Pfund nach Palästina geliefert und solche Im Werte von rund 400.000 Pfund von Palästina bezogen. Also ein Verhältnis S : 1. Dagegen hat Oesterreich im Jahre 1933 um rund 5 Millionen Schilling Ware nach Palästina geliefert und um rund 120.000 Schilling von Palästina bezogen, also ein Verhältnis von 42 :1. Im ersten Halbjahr 1934 hat Deutschland seinen großen Bedarf an Orangen zu 26,8 Prozent aus Palästina gedeckt. Oesterreich hat im gleichen Zeitraum Orangenfrüchte um insgesamt 7,500.000 Schilling bezogen, hievon aus Palästina um sage und schreibe 5 6.0 0 0 Schilling, d. h. kaum 075 Prozent seines Bedarfes. Ist dieses Verhältnis auf die Dauer tragbar? Man muß feststellen, daß Palästina sich handelspolitisch gegenüber Oesterreich günstiger verhalten hat als gegenüber irgend einem anderen Staat. Oesterreich hat im Jahre 1934 seinen palästinensischen Export 1933 fast verdoppelt, er ist von 4,800.000 Schilling auf rund 9 Millionen gestiegen* Der Metallwarenexport allein ist um mehr als 150 Prozenh gewachsen. Aber trotz dieser günstigen Einstellung aju Oesterreich ist die Sache nicht haltbar. Schon beginnen sich Bestrebungen nach Repressalien gegen Oesterreich, das fast nichts in Palästina kauft, bemerkbar zu machen. Wenn Oesterreich nicht ernstlich darangehen wird, den jetzigen Zustand zu ändern, dann wird es Palästina als Exportland verlieren. Die ganz glänzende Entwicklung des österreichischen Exportes wird abbrechen. Wir erhalten gerade jetzt die Nachricht aus Palästina, daß dort ernste Bestrebungen im Gange sind, diej Einfuhr nach Palästina zu regeln, und zwar in der Weise, daß jedes Land höchstens dreimal so viel (am Werte gemessen) Waren einführen darf, als es aus Palästina bezieht. Die Durchführung dieses Prinzips würde natürlich Oesterreich sehr hart treffen, wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen werden, um den Import von Orangen und sonstigen Palästina-Produkten wesentlich zu heben. Wir werden in einer der nächsten Nummern des Blattes über den Stand der Angelegenheit in Palästina berichten. Palästina-Orange in Polen Jerusalem, 18. Jänner. Das Pressebüro der Palästina-Regierung hat heute offiziell die Meldung bezüglich der Reduktion des Zolles auf Palästina- Orangen in Polen veröffentlicht. Die Reduktion beträgt 80 Prozent, da der Zollsatz von 220 Zloty für je 100 kg auf 44 Zloty herabgesetzt worden ist, und tritt mit Beginn des Jahres 1935 in Kraft. Auf diese Weise wird der Palästina-Orange ein neuer Absatzmarkt erschlossen. Verschleierte Judenfrauen ♦ ♦ ♦ Aus Jerusalem: Die hebräische Tageszeitung „Haarez" teilt aus Aman mit, daß die Regierung Transjordaniens in der letzten Zeit die Bewachung der Grenzen verstärkt hat, um die illegale Einwanderung von Irak und Syrien durch Transjordanien nach Palästina zu verhindern. Auf den Hauptwegen sind spezielle Wachtposten aufgestellt worden, außerdem wurde die Zahl der Beamten, welche die durchfahrenden Automobile' durchsuchen, verstärkt. Insbesondere werden die verschleierten muselmanischen Frauen kontrolliert werden, weil es sich herausgestellt hat, daß jüdische. Frauen sich als Araberinnen verkleiden und so die Grenze passieren. Die Regierung Transjordaniens hat die Maßnahmen wogen der illegalen Einwanderung auf eine nachdrückliche Forderung der Palästina-Regierung getroffen. (J. T. A.) Die neue Bodensfeuer Aus Jerusalem (18. Jänner): Heute wurde das neue Gesetz betreffs der Bodensteuer in Palästina veröffentlicht. Das Gesetz deckt sich in der Hauptsache mit der Regierungsvorlage, die beide bisherigen Bodensteuern abschafft und ein einheitliches Bodenbesteuerungssystem einführt. Als Grundlage wird die Ergiebigkeit des Bodens genommen. Die Besteuerung ist sehr differenziert und bewegt sich zwischen 10 Mills per Dunam gewöhnlichen Weidebodens und 825 Mills per Dunam Orangenboden». Emil Nimhäuser gestorben Am 18. d. M. ist ein verdienter, langjähriger Arbeiter für den österreichischen Zionismus, Emil Nim« häuser, nach kurzem, schwerem Leiden gestorben. Er war viele Jahre hindurch Leiter der Zionistischen Sektion Brigittenau und Vorsitzender der Bezirkskommission der Kultusgemeinde in diesem Bezirke. Auf allen Gebieten zionistischer und jüdischnationaler Arbeit war Emil Nimhäuser unermüdlich und opferwillig tätig. Mit ihm ist eine markante Erscheinung im jüdischen Leben Wiens dahingegangen. Das Begräbnis fand am 20. d. M. unter großer Beteiligung seiner Freunde und Mitarbeiter statt* Jüdisches im Radio Mittwoch, den 23. Jänner: Port Parisien (312,8 m): 19.30 bis 19.50: Aussendung aus der „Voix d'Israel". Bratislava (470,2 m): 19.55; Die Bibel in der Musik. Kopenhagen (255,1 m): 20.45: Die Schöpfungsgeschichte im Alten Testament. Freitag, den 25. Jänner: Radio Paris (1648 m): 13.00: Aussendung aus der „Voix d'Israel". Hilversum (1875 m): 18.10: Orchester, „An der Klagemauer Jerusalems" von Weininger. Samstag, den 26. Jänner: Prag (470,2 m): 19.20 bis 19.30: Die tschechisch* jüdische Frage (E. Ledererfc,

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