Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 432 (22.1.1935)
- Date
- 1935-01-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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mic 4 DIE NEUE WELT Nr. 431 HiscUaH-te-iicH, indem* det f^m^tcdukUoH Von -Jakob J o s e f s b c r s (Haifa) Zwischen Tel-Awiw und Rechoboth, umgeben von r:;-:i jüdischen Siedlunsren Naehlath-Jehuda, Ness-Zionah und «:<■;• Ackerbauschule Mikwch-Israel, liegt Rischon-le-Zion, Kutmit seinen fast. (3000 Einwohnern nächst Rechoboth die j;iö(öte jüdische Siedlungin Südjudäa. auch die schönste und vornehmste. Nach dem Nihilistenattentat auf den Zaren .Alexander 1S.51 und n;;ch den automatisch darauf aufgebrochenen Judenpogromen im jüdischen AnsiecUungsrayon. begann eine Massenflucht von Juden nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika: der kleinere, aber edlere Teil, ideologisch durch die Schriften von Moses ließ und Leo Pinsker vorbereitet, gingnach Erez Israel. -Im Jahre 1SS2 gründeten S. D. Levontin, Zwi Hakohen Levontin. Josef Feinberg. Rüben Judelowitz und Leo Abramowitz die Gesellschaft ..Chaluze Jessod- Hamaalah". Diese Gesellschaft, deren Vorsitzender S. D. Levontin war. erwarb im Juli 1882 auf dem Wege Jaffa- - Gaza einen Komplex von 3340 Dunam Boden. Dieser Komplei hieß ,,Ejn Hakore". Von hier aus begann nach dem Buche der „Richter" Simson seine Streifzüge gegen die Philister. Die Gesellschaft beschloß. ,,Ejn Hakore" in ,.Rischon-le-Zion" umzubenennen. Der Preis des Bodens betrug Fr. IL— per Dunam, aber die türkische Regierung verweigerte den russischen und rumänischen Juden die Herausgabe der Kuschans (Grundbuchsübertragung) — der Boden wurde auf den!Xamen Chaim Amzalag. der britischer Vizekonsul in Jaffa war, eingetragen. Die Hälfte des Bodens erwarb Zwi Levontin, die andere Hälfte erwarben J. Feinborg, Abramowitz, J. L. Chankin, A. M. Freyman und noch drei Chawerim. Am 15. Ab des Jahres 1SS2 siedelten sich die Gründer der Gesellschaft auf dem wüsten Boden an. Auf einem Hügel wurde das Zelt des Vorstandes der Siedlung aufgepflanzt, die ersten 17 Baracken für 17 Familien wurden erbaut. Das erste grundfeste Haus erbaute Chankin, dann begann man einen Brunnen zu graben, Ende 1882 lebten bereits 20 Familien in Rischon-le-Zion. Unter den Siedlern gab es sechs Familien, die sich nur mit der Unterstützung aus der Diaspora halten konnten, auch die übrigen 14 Familien konnten sich kaum selbst ernähren. Wasser wurde noch in 20 Meter Tiefe nicht gefunden, tiefere Bohrungen mußte man wegen Geldmangel einstellen. In den glühend heißen Tagen mußte man das Wasser in Fässern aus Mikweh-Israel heranschaffen, und mancher Kolonist löschte seinen Durst aus der versumpften Simson-Quelle. Die verzweifelten Kolonisten wandten sich an verschiedene Persönlichkeiten vergeblich um Hilfe. Durch die Vermittlung des Großrabbiners in Frankreich, Zadok Kahn, und durch Michael Erlanger kamen sie mit Baron Edmund Rothschild in Berührung. Der edle Baron erklärte sich sofort bereit, zu helfen. Die erste Spende von Fr. 25.000.— wurde zur Vollendung des Brunnens verwendet; außerdem sandte der Baron einen tüchtigen französischen Agronomen, um die Siedler landwirtschaftlich auszubilden. Damit begann der Baron sich aktiv am Aufbau von Erez Israel zu beteiligen. Zunächst wurde Getreide angebaut, einzelne pflanzten Weingärten. Der Getreidebau war nicht lohnend, der Baron veranlaßte, daß der ganze Komplex mit Weinreben bepflanzt werde. Inzwischen wuchs die Kolonie, weitere Familien siedelten sich an. Im Jahre 1883 kamen 17 „Biluim" (Beth Jaakow lecha w'neelchah, die ersten Pioniere, die Gedera gegründet haben), ihre Energie und ihr Enthusiasmus trugen zur Entwicklung der jungen Siedlung erheblich bei. Rischon-le-Zion wurde ein angesehenes und populäres Zentrum im Jischuw. Im Jahre 1884 entsandte der Baron seine stabilen Beamten zur Leitung der landwirtschaftlichen Arbeiten in der Siedlung, 1885 erwarb die Leitung weitere 3500 Dunam zum Preise von Fr. 7.— per Dunam. Dieser Boden wurde an Private verkauft, die sich dort niederließen. Die Weingärten nahmen an Umfang zu. Dieser Umstand flößte dem Baron im Jahre 1889 die Idee ein, Weinkellereien zu errichten. Die Weinkellereien in Rischon-le-Zion, nächst Bordeaux die zweitgrößten in der Welt, dienten auch den Weinplantagenbesitzern aus Petach-Tikwah, Ness-Zionah, Rechoboth und Gedera. Rischon-le-Zion selbst wurdedas Zentrumder Weinproduktion. Parallel mit dem Wachsen der Kolonie entv/ickelte sich ein kulturelles Leben. Eine große Synagoge wurde vom Baron erbaut, zwei Volksschulen für Mädchen und Knaben wurden errichtet (es waren die ersten Volksschulen in der Welt mit hebräischer Unterrichtssprache), der erste hebräische Kindergarten, eine Bibliothek, eine Musikkapelle wurden gegründet. Diese Gründungen hatten zur Folge, daß an jedem Sabbat von allen jüdischen Nachbarsiedlungen die Juden nach Rischon - le - Zion strömten. In Rischon erschien die erste hebräische Landwirtschaf tszeitung, ebendort die erste hebräische Kinder-, zeitung; es wurde dort das erste Krankenhaus für alle Siedlungen gegründet, der Kampf mit der Malaria wurde erfolgreich aufgenommen, neue Zweige, wie die Seidenjaupenzucht, die Ethrogpflanzung u. a. eingeführt. Der Absatz von Wein wurde immer größer. 1889 wurden der russische, deutsche und englische Markt gewonnen: der Weinstock wurde die Basis der Wirtschaft in Rischon-le- Zion. Da zwischen den Kolonisten und den Beamten des Barons dauernd Reibungen bestanden, die die Kolonisten sehr verbitterten, übergab der Baron die Verwaltung der Weingärten dem freigewählten Gemeinderat der Kolonie. Aueh gewannen die Kolonisten Einfluß auf die Verwaltung der Weinkellereien. 1903 wurde die Gesellschaft „Karmcl Misrachi" gegründet, die sich mit dem Verkauf des Weines befaßte. Die Kolonie erreichte 1907 13.000 Dunam und 910 Seelen. Von 1907 ab datiert die Blüteperiode. Die wirtschaftliche Lage war glänzend, die Weinkellereien ar beiteten mit Hochbetrieb, die Einnahmen aus den Wein- und Mandelplantagen waren sehr gut, die Kolonie wurde durch Ankauf von weiteren 4000 Dunam Boden durch die inzwischen gegründete „Pica" erweitert, nahm neue Einwanderer von der zweiten Alijah, darunter eine Anzahl von Jemeniten, auf, welche zwei eigene Sch'chuoth (Vorstädte) gründeten. Rischon-le-Zion wurde ein geistiges Zentrum. Die Zentrale des Siedlerverbandes hatte hier ihren Sitz. Das stärkste zionistische Leben im ganzen Jischuw pulsierte in Rischon, die Zentrale der zionistischen Organisation in Erez Israel hatte "nn Domizil in Rischonle-Zion, die erste Arbeitergewerkschaft im Lande wurde dort gegründet, die Schulen in Rischon waren die besten im Lande und die be?ten Lehrer kamen dorthin. Der Gemeinderat der Kolonie befreite sich von der Vormundschaft der Beamten des Barons, leistete aus kulturellem und sozialem Gebiet Hervorragendes, eine Arbeiterküche eine Volksapotheke wurden errichtet. Der gute Ruf von Rischon-le-Zion drang bis zu den türkischen Zentralbehörden in Konstantinopel. Die führenden Persönlichkeiten der Kolonie wurden von den türkischen Zentralbehörden hochgeachtet und verhinderten manche schädliche Maßnahme. Die Anerkennung und Bewunderung" ging so weit, daß die türkische Regierung der Kolonie etwa 20.000 Dunam Sanddünen schenkte, welche in einer Entfernung von (5 Kilometer am Mittelmeer liegen, und ihr Stadtrechte zusprach. Die Entwicklung ging aufwärts bis August 1914, bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Damals zählte Rischon-le-Zion 1500 Seelen. Der Ausbruch des Weltkrieges warf die Kolonie zurück. Der Wein verlor seine Märkte, ebenso war für Trauben und Mandeln kein Absatz mehr vorhanden. Eine Heuschreckenplage brach herein, welche die Vegetation vernichtete. Djemal Pascha mit seinem Generalstab leitete von Rischon - le - Zion aus die Operationen gegen die vom Suez-Kanal herandrängenden Engländer, Kemal drohte den Juden dasselbe Schicksal wie das der Armenier an, wenn sie zionistische Ziele weiterverfolgen würden. Das Bestehen eines jüdischen Bataillons in der Armee des Engländers Allenby stachelte seine Wut aufs äußerste an. Hausdurchsuchungen. Verhaftungen, Deportierungen waren an der Tagesordnung. Rischon-le-Zion, das erste blühende jüdische Dorf, stand vor der vollständigen Vernichtung, als man in den ersten Novembertagen des Jahres 1917 aus der Richtung Rechoboth—Ness-Zionah Kanonendonner hörte. Flugzeuge kreisten über Rischon-le-Zion, die türkische Armee begann den Rückzug gegen Norden, am 14. November 1917 marschierten die englischen Truppen, von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt, in Rischon ein. Die Kolonie war gerettet. Von den Engländern erfuhren die Kolonisten, daß am 2. November 1917 die Balfour-Deklaration proklamiert worden sei. Der Jubel kannte keine Grenzen. Mit dem Einzüge der Engländer begann es wieder aufwärtszugehen. Die wirtschaftliche Lage besserte sich. Unter Leitung von Louis D. Brandeis und Miss Henriette S z o 1 d kam Unterstützung aus Amerika, und als die Kolonisten sich erholt hatten, begannen sie die 20.000 Dunam Sanddünen am Meer urbar zu machen und zu bepflanzen. Sie wurden aber gleich von den Arabern, die einen Teil des Bodens okkupierten, behindert. General Bols sistierte die Arbeiten: Hier begann der erste Konflikt mit den Arabern. Die vierte Alijah brachte neue Einwanderer mit Kapital und Unternehmungsgeist ins Land. Die ,,Pica" erwarb gemeinsam mit dem Bauernverband weitere 3200 Dunam, viele Häuser wurden erbaut und weiterer Boden urbar gemacht. Durch den Verlust des Marktes in Rußland und in den Vereinigten Staaten (Prohibition!) mußte die Weinproduktion erheblich eingeschränkt werden, in einem Teil der früheren Weingärten wurden Orangenplantagen angelegt. Das heutige Rischon-le-Zion, welches bald Stadt wird, ist die schönste jüdische Kolonie in Erez Israel, die Lieblingskolonie des verstorbenen Baron Edmund Rothschild. Es leben heute in Rischon-le-Zion etwa 6000 Einwohner, darunter 1300 Arbeiter. Der Ort umfaßt 17.000 Dunam, 20.000 Dunam Sanddünen sind noch um- - Kleider und DWndh ,he Tan«We,der Pesch«* »• chine. . - uus K..-ctop8 Kjgiaer ^■saSssii-, ***** S^U***"*' s - - . K^'fÄ'ro-Do^ •; s s-80 jf^U^<^n^!^— K-s-!l—-r-rrr^blisi Seidenstoffe: ««»fs «ssÄrSsr»--5' Äp-^^.s B<«prtm6, - —B6 IC. $. MOB»««' "reit. s ^^*S5^C holten K.Selden.TaW«*,n) . .8 oder Fw-onne, ___ £-Crepe-u£,^ lOOOe »^»ätfi .«-»«^/ .kau! M^rUhn*«**^ _— II W .1141 fcW^lWM stritten, man erhofft aber ein2 positive Entscheidung analogdem Streit wegen der FTulc-Sümpfr und des Berges KarwNh. Eine Industriestadt soll geschaffen werden. Außer den berühmten Weirikeilcroicn gibt in Rischonle-Zion ungefähr 1f> Fabriken, darunter eine nach der neuesten Technik eingerichtete G I a s f 1 b r i k mit. 130 Arbeitern der Sand für die Glasfabrik;'tion wild aus Gaza geholt ■-, eine erstklassige Schuhfabrik mit 10* Arbeitern (Ketheri. eine Fabrik für Koramik, die zwei junge Frauen aus Deutschland errichtet, haben, eine Fabrik für S t c i n f 1 i e s e n, eine c h 0 m i s r b 0 Fabrik, zwei Fabriken für Z c m e n t r ö h r c n, eine Eisfabrik und eine Möbelfabrik. Die Jahre 1033 3k brachten eine starke Einwanderung aus Deutschland; es kamen Juristen. Aerzte und Kaufleute mit erheblichem Kapital. Werkstätten, moderne Geschäfte wurden errichtet und eine Anzahl schöner Häuser in der ..SchVhuwa. Ole Germania" erbaut. Die Mehrzahl der Einwohner sind Juden aus osteuropäischen Ländern, den Rest, bilden Jemeniten, Sephardim und deutsche Juden. Rischon-le-Zion besitzt drei Kindergärten, eine achtklassige Volksschule, ein Privatgymnasium mit insgesamt 500 Schülern, eine Bibliothek (von Levontin gegründet) mit mehreren tausend Bänden, eine Lesehalle mit 40 Zeitungen in verschiedenen Sprachen des In- und Auslandes, ein Beth-Am für Vorträge und Versammlungen, ein Kino und das Caf6 „Rischon". Wie in anderen vom Baron gegründeten oder unterstützten Kolonien, gibt es auch in Rischon-le-Zion ein religiöses Leben. Dies ist daraus ersichtlich, daß es außer der vom Baron erbauten Hauptsynagoge neun kleine Synagogen, und zwar vier für Aschkenasim, vier für Sephardim und eine für Jemeniten, je eine Talmud-Thora- Schule für Aschkenasim, Sephardim und Jemeniten gibt. Im Jahre 1882 wurden in 17 Baracken auf 3340 Dunam 17 Familien angesiedelt, heute führen in ungefähr 500 Häusern fast 6000 Menschen ein ungestörtes, rein jüdisches Leben. Mit Stolz erzählt von dieser Entwicklung der einzige Ueberlebende von den Gründern der „Bilu", der 75jährige Greis Meyrowitsch. Sonderfahrt nach Haifa. Die Pressestelle des Oesterreichis c.h en Verkehrsbureaus teilt mit, daß dre Abfahrten der nächsten Sonderzüge über den kürzesten Landweg nach Palästina am 10. und 24. März d. J. stattfinden. Der Gegenzug ab Haifa, beziehungsweise Rayak wird am 8. April eingeleitet. Ausführliche gedruckte Prospekte mit Fahrplan, Preisangaben und sonstigen für die Interessenten wichtigen Bestimmungen sind in Vorbereitung und können demnächst von der Zentrale des Oesterreichischen Verkehrsbureaus, Wien, L, Friedrichstraße 7, sowie bei seinen Zweigstellen und Vertretungen im In- und Ausland bezogen werden. Der holländische Justizminister gegen antisemitische Propaganda Aus Amsterdam: In Beantwortung schriftlicher Anfragen des Mitglieds der ersten Kammer des holländischen Parlaments Dr. Henri Polak hat der holländische Justizminister Dr. van Schalk erklärt, er halte die Erregung in jüdischen und anderen Kreisen über die Behauptung eines antisemitischen Blattes, es sei bei den Juden Brauch, Christen zu töten und die Juden seien hierzu nach den Bestimmungen des kabbalistischen Buches Sohar sogar gezwungen, für berechtigt. Dia heute geltenden Gesetzesbestimmungen böten jedoch keine Handhabe zur Verfolgung der Urheber solcher Veröffentlichungen. Der Minister beabsichtige, der Ausbreitung des Antisemitismus durch Erlaß neuer gesetzlicher Bestimrauuiigen Einhalt zu tun. Die katholischen Zeitungen — der JusUzmlnlstcr, ist Mitglied der katholischen Partei — fordern nachdrücklich die gerichtliche Verfolgung derjenigen Personen, die die erwähnten Behauptungen verbreiten. Juden willkommen — aber nur als Unternehmer Aus Athen: Die angesehene Athener wissenschaftliche Wochenschrift „E rgassi a", die vor kurzem in einem Artikel die Leistungen der jüdischen Kolonisation in Zypern lobend hervorgehoben hat, veröffentlicht einen zweiten Artikel über diese Frage, in dem auf die Gefahr einer Verdrängung des griechischen Elements auf der Insel hingewiesen wird. Den Juden, die nach Zypern einwandern, schreibt das Blatt, sagen wir: Ihr seid willkommen, wenn ihr euch darauf beschränkt, Geld zu bringen und Unternehmungen zu schaffen. Wenn ihr aber auch Menschen zur Ansiedlung bringt, werden die Zyprioten dagegen revoltieren. Der englischen Regierung wird in dem Artikel vorgeworfen, sie fördere jüdische un<r armenische Kolonisation, um die ethnographischen Verhältnisse auf der Insel zu ändern und ihre historische Verbindung mit dem griechischen Volkstum zu lösen, „Deutsch", nicht „christlich" Aus Berlin: Der Vorstand der Stadtverwaltung Nürnberg hat auf Grund verschiedener ministerieller Erlässe erneut darauf hingewiesen, daß bei der Unterscheidung von deutschen und nichtdeutschen Geschäften die Bezeichnung „christlich" als durchaus unangebracht grundsätzlich zu vermeiden sei. Es gebe keine ,.christlichen" Geschäfte, Aerzte, Viehhändler, Rechtsanwälte usw. im Gegensatz zu „jüdischen", sondern nur deutsche und jüdische Geschäfte, deutsche und jüdische Aerzte, deutsche und jüdische Viehhändler und; deutsche und jüdische Rechtsanwälte. Wiener Stadttheater wieder eröffnet. Unter der zugkräftigen Devise „Das billigste Theater Wiens" hat das Wiener Stadttheater mit Paul Abrahams „Viktoria und ihr Husar" seine Pforten wieder geöffnet. Es wurde eine sehr hübsch und sorgfältig einstudierte Vorstellung geboten. Der Kapellmeister Bruno Zilzer hat sein Orchester fest in der Hand und brachte die Schlager der Operette, die bereits die Reise um die Welt angetreten haben, zur besten Geltung. Die Mitwirkenden, durchwegs neue, junge Kräfte, taten ihr Bestes und konnten starken Beifall des ausverkauften Hauses ernten. e. kr. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortliche? Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck; IXt Universitätsstraße 6—8, Druckerei« und Vcrlaga-A.-G. Ignjaz Stcinmann, beide Wien,