Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 431 (18.1.1935)
- Date
- 1935-01-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE NEUE IVEL! Seite Ein „spekulativer" Plan Zur Frage der Huleh-Konzesston Tn dorn Artikel ..Palästina •—- nur für reiche Leute" in unserer letzten Nummer wurde auch darauf hingewiesen, daß das durch die Huleh-Konzesf-ion zu gewinnende Neuland für jüdische Siedlung in Paliistina .sich im Preise so enorm hoch stellt, daß es für eine Arbeiter- oder Mittelstandssiedlungnicht in Frage kommt. Nunmehr liegt das neuerliche Gutachten ■eines speziell mit dem Huleh-Gebiete vertrauten Sachverständigen vor. Die J. T. A. meldet aus London: Ueber die Kosten und die technische Durchführung der Muleh-Assaniorting äußert sich einer der besten Uvr.i.- v :..S' (.)?-• :;■ ih'';\ ('v;'il t- £S '■ r, r; (} u c r, der schon im Jahre lf)25 von de«'" i^nistischen Organisation heaul tragt wurden war, olc ». hkeit einer Diiiinierung «l'-r. Il'.Uvh- -GntnVtrs in:1 des »» - »c'Trii'l-n SumpHr.ndes zu untersuchen und hicrUber einen Bericht vorzulegen, folgendertnüßen: Der See und die Sümpfe sind ein und dasselbe: Da, wo das Wasser etwa drei 1 uß tief ist, ist es mit einer dichten Ve getation von Papyrus bedeckt, vn dessen Stelle bei einer Tiefe von etwa sechs Fuß die Wasserlilie tritt; lie übrige Oberfläche ist frei; niigends geht die Tiefe «iber zwanzig Fuß hinaus. Kleine Wassarlüufe, von den auf den Hügeln liegenden Quellen herstammend, bilden Nebensümpf e im Osten und Westen des Sees und Brutstätten der A n o p h e 1 c s - F1 i e g e; sie sind eine größere Gefahr für die Gesundheit der dort lebenden Menschen, als die mit Pnpyrua bedeckte Wasserfläche. Somit wäre es n u tzlos, den See zu drainieren, ohne daß gleichseitig diese kleineren »Sümpf t; in die Assanierung mit einbezogen werden. Wenn einmal der Hauptkanal ausgehoben und der Grund des Sees freigelegt sein wird, wird sich vermutlich erweisen, daß auf diesem zahlreiche Quellen entspringen, die eingefaßt werden müssen. Aehnliche Verhältnisse haben bei dem Kabbara-Pla n an der palästinensischen Küste pro Dunam 10 Pfund Draln a gekosten verursacht, würden somit nach Freilegung des Seegrundes weitere 520.000 Pfund erfordern; demgemäß wäre es unrichtig, für die Kosten der technischen Assanierung wesentlich weniger als «ine Million Pfund anzusetzen. Es sei erwähnt, ürJi M)'h) und isVld rfie^ Ken-.......zum halben Preise angeboten wurde. Ferner sind für jeden drainierten Dunam der Regierung zwei türkische Pfund zu bezahlen; diese Gebühr ist zu erlegen, sobald das Land als kulturfähig auf den Namen des Konzessionärs re« gistriert wird. Von dem 63.000 Dunam umfassenden Gesamtgebiet der Konzession müssen 15.000 Dunam den arabischen E i v i? n«r u übevr-cb^ii werri-"; es bleiben somit 48.000 Dunam übrig. Ihr Preis stellt sich auf mindestens eine Million Pfund oder 20 Pfund pro Dunam. Hierzu kommen die eigentlichen A n s i e <f 1 u u g s k o s t e n. Unter dem Gesichtspunkt der Gesamtwirtschaft des Landes wird die Entwässerung des Huleh-Sees zweifellos sehr wertvoll sein, da durch sie ein großes Gebiet guten Bodens für Kulturzwecke gewonnen wird. Wenn aber nur tior n .•?>.«' in fVr Mitto der Ebe n - dnvnier* wird, während die kleineren Sümpfe rund um ihn unberührt in privatem Eigentum verbleiben, dann wird kein Teil des Gebietes malariafrei und für die Ansledlung von Europäern geei-nst werd-n; man muß rinsef«»n, daß der Ent- .wässerungsplan die ganze Ebene umfassen muß, wenn er sein Ziel erreichen :~oll. Unter Berücksichtigung aller dieser Tatsachen muß der Plan auf Grund unserer gegenwärtigen Kenntnis der Verhältnisse als ein außerordentlich spekulativer bezeichnet werden. Vom privatwirtschaftlichen Standpunkt könnte er keine Anziehungskraft für finanzielle Interessen haben; boi der Behandlung von Fragen der jüdischen Ansiedlung in Palästina aber mögen andere Erwägungen maßgebender sein. Meine Aufgabe als Ingenieur ist es, der jüdischen Oeffentllchkelt vom technischen Standpunkt du .;' 'vc lind Kontra für nin' Projekt;?ii-:- in^nder5;ii^"tzen, das nunmehr für die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims eine außerordentliche Bedeutung annimmt. In unserem Artikel war der reine Bodenpreis pro Dunam (1000 Quadratmeter) mit ungefähr 30 Pfund angesetzt, wobei eine Fläche von 32.000 Dunam in Rechnung gestellt wurde. Ingenieur Henriquez nimmt warm gefuttert, grau und beige, unkurant mm nn alle Größen AlT4^?JliTR^§§| 48.000 Dunam an und errechnet einen Bodenpreis von 20 Pfund. Die Differenz im Preise ist darauf zurückzuführen, daß er die 200.000 Pfund, welche für die Konzession gezahlt wurden, nicht berücksichtigt, ferner auch nicht die 2 Pfund türkische Piaster, welche pro Dunam an die Regierung zu entrichten sind. Wenn man diese Posten in Rechnung stellt, ergibt sich ungefähr der gleiche Bodenpreis. Auch nach seinen Berechnunngen stellt sich die Invr.tf ition für eine K 1 c n tt i r t f> c h a f t (25 Dunam) auf ungefähr 1400 Pfund oder 40.000 Schilling, wie es in unserem Artikel errechnet wurde. BPffiilllllllllllllllllllM^ II, Taborstrado 12 § Tel. R-48-5-57 ffllimnnnlinnllMIIIIIIIIIIIIIH .........iiimiimnimmiii JUsteuuud Holet Stefrude t= Ausgiebige B rate n-Manus s i.sq »ifto'* 1 »12?-/ „ Geflügel. „ s a.ao lVtf J 1 Vorzügliche Zubereitung chwechaterBiere — Naturweine | ^^I^t;^^^r^i^^^J^^^lJ^lEgmf-M^f»»*^all^lll^^ll^ll^nmT^1MflFI^t""11.....luiiiiiiimiiHiiiiiiiiiiiuniiimmmiiiiiimuiE Rapides Ansteigen der Orangen wir Isdiaft Die Zeitschrift für Wirtschaftsentwicklung im Vorderen Orient „Palästina-Nachrichten" (Berlin) bringt folgende Angaben über die mit Orangen (zum geringen Teile mit Grapefruit und anderen Zitrusfrüchten) bebaute Fläche: Im Jahre 1924 umfaßte die jüdische Pflanzungsfläche im Lande 12.000 Dunam und bis zum Jahre 1928 wuchs die Fläche nur um weitere 5000 Dunam. Nach der Krise von 1926-27 stieg das Interesse für diesen Wirtschaftszweig, und schon im Jahre 1930 umfaßte die jüdische Pflanzungsfläche 60.000, im Jahre 1932 sogar 73.000 Dunam. Während der letzten zwei Jahre vergrößerte sich die jüdische Pflanzungsfläche immer mehr, so daß sie heute bereits ein Terrain von 1 4 0.0 0 0 Dunam, also das Doppelte der Fläche von 1933 und dos Achtfache von 1928, ausmacht. Auch die Pflanzungswirtschaft der Araber vergrößerte sich und umschließt jetzt eine Fläche vonmehr als 10 0.0 00 Dunam. Gleichzeitig mit der Vergrößerung der Pflanzungszahl vermehrte sich auch die Anzahl der f r u c h ttragenden Flächen und damit auch der Auslands- Export, von Orangen. In der Saison 1931-32 wurden exportiert 3,7 6 4.0 3 9 Kisten, hievon entstammten 40 Prozent jüdischen „Pardessim" (Plantagen), d. h. 1,5 Millionen Kisten. 1933-34 wurden exportiert 5,414.000 Kisten, hievon kamen 55 Prozent aus jüdischen Pardessim, d. h. 3 Millionen Kisten; also fand ein Zuwachs von 100 Prozent gegenüber 1931-32 statt. Die laufende Saison 1934-35 wird einen Orangen-Export von schätzungsweise 6 Millionen Kisten erreichen, von denen 60 Prozent, also 3,6 Millionen aus jüdischen Pardessim kommen werden; das bedeutet eine Steigerung des Exports um 140 Prozent gegenüber 1 93 1 - 32. Protestresolution Jerusalem, den 15. Jänner. „Palcor" meldet: Auf der letzten Sitzung des Tel-Awiwer Stadtrates hat die Arbeiterfraktion den Antrag gestellt, eine Protastresolution gegen die willkürliche Maßnahme der Palästina- Regierung zu fasssen, wonach das Bürgerrecht den Führern der extremen Revisionisten. Achl Meir und Dr. Y e v i n abgenommen werden soll. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. A Orangen und Grape fruit B.C. P. London Saftig — Ohne Kerne — Ideales Aroma — Bei Handel undPu* blikumgleidieiv weise beliebt -FUN zeigt ANNABCLLA, CHARLES BOYER Conchita Montenegro in Die grandiose Operette mit der Millionen. Ausstattung Regie Krii: Cliareli. Musik: W'ernei Richard Hermann Elite-?, Opern- I, Sehoffenring- I, Lustspcelthectter- II, Flotten-Kino VI. Import und Produktion von Früehten T e l - A v/ i w fPa'mewrf». Uebri die Enr-icklung des palästinensischen Fruchtimports teilt Herr A. Kouris, Inhaber der größten Importfirma für Uberseeische Früchte, einem Vertreter der Falnews mit: Mit dem Anwachsen der jüdisch-europäischen Bevölkerung hat sich der palästinensische Fruehtmarkt außerordentlich stark entwickelt. Das Ansteigen des Imports wird durch folgende Ziffern illustriert (Wert in Pfund.); 1933 Rohe Aepfei..... 44.689 Andere frische Früchte . 28.740 Insgesamt . ~ '. '. 73.429' 1934 1. Halbjahr 43.058 30.725 ~~ 73.783 Im ersten Halbjahr 1934 hat der Import frischer Früchte die gesamte Vorjahrshöhe von pal. Pf. 73.000 also bereits erreicht, so daß für das Jahr 1934 mit einem Import frischer Früchte im Werte von ungefähr pal. Pfund 150.000 zu rechnen ist. In der Hauptsache werden Aepfei, dann Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen usw. importiert. Aepfei kommen vor allem aus den Vereinigten Staaten. Italien und der Türkei. Andere frische Früchte, aus Syrien und Zypern (Kirschen). Die importierten Früchte werden fast zur Gänze in den vier großen Städten des Landes (Tel-Awiw, Jerusalem, Haifa und Jaffa) konsumiert. Was die Versuche der Kultivierung von Früchten im Lande, die den Import ersetzen sollen, anbetrifft/werden in letzter Zeit große Anpflanzungen von Früchten mit jährlichem Blätterwechsel vor allem im Gebirge vorgenommen. Pflaumen und Pfirsiche werden bereits mit Erfolg kultiviert und es ist zu hoffen, daß es im Laufe der Zeit gelingen wird, den Import zu ersetzen. Mit Aepfeln und Birnen sind bis jetzt keine befriedigenden Resultate erreicht. Ein vor Jahren in Petach Tikwah unternommener Versuch der Anpflanzung von Aepfeln auf einer Fläche von 100 Dunam scheiterte, da die Bäume von Würmern zerfressen wurden. Es ist aber möglich, daß die jetzigen Versuche im Gebirge gelingen werden. Das Gebirgsklima ist für Früchte mit jährlichem Blätterabfall günstiger. Dann eröffnen sich für die palästinensische Fruchtproduktion glänzende Aussichten. Es steht ihr nicht nur der starke, aufnahmsfähige palästinensische Markt offen, sondern auch der ägyptische, da Aegypten infoiges seines Klimas sich kaum für den Anbau von Früchten mit jährlichem Blätterwechsel eignet. Nashashihs erledrgf Jerusalem, 16. Jänner. Das Jerusalemer Krt>>- gericht hat heute die Gerichtsentscheidung bezüglich <-kir Wahl-Protestklage des bisherigen .Jerusalemer Bürgermeisters Rahav Bey Nashashibi veröffentlicht, welcher bei den letzten Stadtratswahlen von Jerusalem im Oktober v. J. durchgefallen ist. Der Wahlprotest Nashashibis wurde als unbegründet definitiv abgelehnt und damit die Wahl des neuen Bürgermeisters Dr. Hussein Kaldi bestätigt. Die jüdischen Stadträte sind bekanntlich mit der Forderung aufgetreten, daß als Jerusalemer Bürgermeister ein Jude ernannt werde, weil die Juden die Mehrheit der Jerusalemer Bevölkerung bilden und auch, den überwiegenden Teil des städtischen Budgets bestreiten. Die Stellung der Regierung zu dieser jüdischen Forderung ist bis jetzt nicht bekannt. (.T. T. A.) FIuditH ge aus Sowjefrußland in Palästina Aus Jerusalem: Anläßlich einer Ehescheidungsklage hat der Oberste Gerichtshof Palästinas ein für die Rechtslage jüdischer Flüchtlinge aus Sowjetrußland in Palästina sehr bedeutsames Urteil gefällt. Das Gericht stützte sich in seiner Entscheidung auf die Bestimmung des russischen Gesetzes, derzufolge Personen, die ohne Erlaubnis der Sowjetbehörden riach dem 7. November 1917 das Gebiet der Sowjetunion Verlassen haben, dadurch ihrer Bürgerrechte verlustig gegangen sind. Nach längerem Verfahren hat der Oberste Gerichtshof die von den unteren Gerichtsinstanzen bezweifelte Rechtsgültigkeit der Scheidung anerkannt. In der Begründung wird ausgeführt, daß ein illegaler Einwanderer aus Rußland seine Staatsangehörigkeit verloren hat und somit nicht Ausländer ist. Demgemäß war das Rabbinische Gericht zur Vornahme der Scheidung befugt. Voraus muß masi Neuffen/ sadi sadiersa — versichern Phönix Allgemeine Versfidatpy&Biigs; Ges«, Wien IX/ ASserplatz 3 I Ii IHM