Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 431 (18.1.1935)
- Date
- 1935-01-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2711613-2712049-2712055--4837-2718372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seito 4 DIE NEUE WELr: Nr. m x BERGMANN, I.' RABENS ffeld 3 . HIMMELPf ORtO. 6 , KäLLWFRHOr--. I SAMfLKHS ARTIKEL IN WÜSCHE UNO WIRKWAREN SPOTTBILLIG! Führend foi F.TEONP Hemsen (vor B'fiO auf*.) Juden§faaf$pariei Oesterreichs Versaninilungskalendcr '> i ii - t a u, den ','•> d. M„ 8 t'hr abends, »fudeu- ManKi.jir-m», Sektion l'rnic r, IL, Kleine Zufahrtssdral.V; F! i' n a r v e r s a r.\ m 1 u ii ff. Di; Iis ):»};, <?rn T2. d. M.. S Mir afcend* Jud-nstaat-h-.-ad. S o U t < c » I. B e i r k, i!., Tr.barRtr. Ul a, I' i;»i. e t , e i m a tr. •« 1 t. m «r. Dir.;. : « ,r, (? u JW. d. M.. 8 I hr abends. Juilrn-;-t;; ilyjii-i TH-, s r k t „ „ x x. B r z i r k, XX., Hein/xllli. '»u-r;.-?o Ss>. I' 1 O I! 1? C VIT? n IM ni 1 U II ». ClKiinischali Asstir-roier« der <Tudettsiaatsnartei U o /. i r k ff r u p p e B r i ff i 11 e n a u, 7\X., H <> i n- 7,i 'rann n«M?sc V). Snn\*t\\K. den H>. ds., 8 Ihr .itv;id-,. F-.«*trn!r- K.ibb. D«. Z. ü e an e <; i rirhhaltiges lciiii -^1 risr'H 'i l't <;t.-itimi. Anschießend Tanz. KIHhit Krgi.-h!;tni.s'. S i' U! « <: n 7* r a t e r, I f., Klei ti e Z u f a h r tst raße U'o. »amsrnsr, den 10 ds.. lThr abends. Fo^'-.io: s-'-r>h. Dr. Z. K i « er Großes FrogT.-<nm mit : nsiN;-m ■';u Tun/.. Klrhior Rr-siobcitrag. S:vv:?t.-«.g. den 55«. ds.. iiudrt im Selttton-die«.«. Ii., KM««- iiuffhrUrniö«' H'ltf, um 4 Vhr njrcrrr»iii.iuv< .'ine >» d-ge K I v -\ c r - V h a m « e h » h - A * h :■;■ - P o i e r >1.'*-'V. r'Vu pietrran^is », i-ii von Kindern fceß'rlH"<:.?e;les Kir.u vMiU iu G<—±f-H. PioÄesl dier SusücresSaaflea' Polens Au.-; \\' r v r, c Ii £ n wird gemeldet: Auf der soeben ab.ci"?."'*'"*■..'"": 'n^n K'ifjfcrcns d ^ihcbrMischon Schul- und Km-üu .oioandes ,.T a r b u t h" in Polen, gab der D?Iegierto der J \i d o n s t? a t r, p a r t c i Herr Bicde ri'ol.jc-ndo ErldSiung ab: Di-?H2-e pjrleimäßie-.- Er..:ieht=n§- der Leiter den- „T;u-.;uth,,-Kctu<,.-enz zu f.n>er bestimraton politischen Partei hr-.t die De?j ::e-ten der Judenstaatspartei, .r.it denen sich die r v i s i o n i s t i c c b e n Delegierten solidarisch c; klaren, gtswungen. mit der nsChrd,c-henden Mc"vi-r;mff jn OefUntlichkeit "u treten: Bei unsere-; Beteiligung an der 5. ,,Tarbuth"-Konferenz gingen '.vir de ran. eine breite Organisation für die :iri:-..=;iKche Krdt'ir zu schaueh, welclie alle zionistischen Kiiittc unlieben und c-inc Gensration erziehen soll, v/elch-e :ia.-j jüdische Land aufzubauen und. alle .schädlichen 3h--r.DP.tG zu eliminU'ien vermag, die die Socio, der jüdi- 7cp:.-n Jtif.-cnd m't Tremden. klassenkftmpfeiIschen und;h . iHX'i Idc?n - erlitten können. D'.e Konrcr'vnr von radikal-linken Elemente wie HräC!icm;r Hazair. Keeiialuz u. dgl. beherrHeht, hat nicht vermocht, diese Vertreter im Zaume zu halten, hat vielj.-.-r.-r uns die Rolle von Statisten zugeteilt und uns nicht zu Wort kommen lassen, auf daß ein etwaiger Eindiiick auf dh Delegierten verhindert werde. Wir ciKic-ren vor der Oeffentlith'keit, daß die Kon- :eienz ihre Autgabe nicht erfüllt hat :und daß wir für cie die Verantwortung nicht übernehmen. Wir protestieren auch £,e£«n die Vertreter der Allgemeinen Z\ cniston, welche die Vevheuschaft der Linken ruhig jber 3ieh eiu.-e.en ließen. Wenn wir auo'n aus diesem Grund die Konferenz v c i 1 a s scn. so kämpfen v/ir weiter für die nebräiäch- •j-rftionals Kultur und die wichtigste Voraussetzung für hie fr de Entiait.i-.ng, für den Judenstaot aui: beiden Helten de3 Jordans. MODE'RU BRI Wendepunkt der Mode! Die Situation der Mode ist heute auf dem Wendepunkt. Die große Modenschau im Kcv.-erthaua, welchn Donnerstag von den ersten Firmen zu wohltätigem Volkskunst und landestrachten Oumpendorferstraße 29 - Tel. A-37-5-70 i'iirdit8ec«t«ionsuntl ancki KottUmf e: kallai Zwecke veranstaltet wurde, bildet einen Wegweiser in diesem Belange. Die schmale, anschmiegsame Linie der Kleider bis unter das Knie, die sich von da abwärts bedeutend erweitert, hat eine Schwesterlinie bekommen: die schmale Linie, die bis zu den Knöcheln reicht und LUSißX'HiBtfßr nach Maß und andere im Mieder-Salon „BETTY PEXA— I, Göttweihergasse 1. Tel R-21-8-27 verne einen Schlitz des Kleides erfordert, der hinten durch eine Schleppe ergänzt wird. Die Kostüme bekommen etwas längere Jacken, Gürtel, die Revers an den kragenlosen Mänteln werden immer breiter. Die Vorliebe für;i/j-Mäntel hält vor. Dies bestätigte uns Herr Josef Dubsky, ehemaliger langjähriger Stückmeister bei Chramo.sta, die Form und die Linie der Mieder und der Lastex- Schlüpfer richtet sich selbstverständlich sklavisch nach den Kleidern, ebenso die anderen Dessous. Für Damen, die künstlerische Handarbeit ohne viel Mühe in ihren Mußestunden machen wollen, hat Frau Betty Pexa wunder« schöne, von akademischen Malern vorgezeichnete, in doli Färber, kunstvoll zusammengestellte. Gobelinbilder, -kissen, -decken und auch leichte. Spitzen unei andere Handarbeiten vorbereitet. Zum bcvor-stelienden Jiigerball hat der Spezialist von Ausscer- und Jagdhüten Herr Carl Ceschka die beliebten Kitzbühler- und Kufsteinerhüte geschaffen, für die Herren, die viel konservativer sind, bleiben die fescheu Jagd- und Ausscerhüte unverändert. e. st. In Biilcle .sind die .«.chönsiun Modelle der Vorsaison zu hcsitliiiRPii bei jliem. Stückmeister -irma Cliriiinosta IV, PHORUSOASSE 12 - TEL B-28-1-8S B JOSEP ®UB§KV Die letzte Mlttu-och-Modeschuu im Künstlcrhitu» erhielt besonderen G'anz durch die Vorführung reizender Dirndl- und Trachtenkostüme. Schöne Mannequins kamen als Allgäuerinnen, Zillertalerinnen, Ausseerinnen und auc* in den berühmten Kallai-Phantasie-Trachten. c. str. Moderne Typen-, echte Ausseeru. Üagd-Hüte bei Ceschka Alsersiraße 6, Lercftenfg&dersfraße 123 Telephon-Nummer: B-38-0-34 Eine Aufklärung. Wir erhalten vom Besitzer des Restaurants ..Zur Lind e", Herrn Josef L e h n e r, folgende Zuschrift: „Unter Bezugnahme auf verschiedene Zeitungsangriffe, denen ich ausgesetzt war, ersuche ich Sic höflich, folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Die Insertion im „Arischen Gerchäftsweiser" wurde seinerzeit ohne mein Wissen und ohne meinen Auftrag von meinem Büro aufgegeben, wobei meinem Büro selbstverständlich nicht bekannt war, daß der „Arische Geschäf tswelser" das von Ihnen mit vollem Rechte beanständete Vorwort enthalten werde. Demgemäß wurde die Insertion im. „Arischen Geschäfteweiser" von meinem Büro im gleichen Sinne aufgefaßt und aufgegeben, wie ich seit langem in Ihrem gesch. Blatte, in der „Stimme", in der „Reichspost", im „Telegraf" und vielen anderen Zeltungen inseriere. Als Geschäftsmann habe ich mich niemals mit Politik befaßt, und es immer als meinen obersten Grundsatz angesehen, alle meine Gäste, welchen Ständen und Schichten der Bevölkerung sie auch angehören mögen, vollauf zu befriedigen. In diesem Sinne war ich eben auch bestrebt, durch die verschiedenen Insertionen mein Unternehmen, allen Kreisen bekannt zu machen. Trshune Agitation für Judenboykott in einem öffentlichen Betrieb. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ich glaube, Ihnen hiemit dienlich zu sein, wenn ich Sie benachrichtige, daß bei der Wieneröffentlichen Küchenbetriebsgesellschaft m. b. H. (Wök), I.,. S c h o 11 e n g a s s e 1, welche zu gleichen Teilen der Wiener Gemein de und dem B u n d gehört, von führenden Funktionären mit Duldung des Regierungskommissärs Herrn Dr. Artur Mebus 1. bei der Beamtenschaft für die „A k o" Arische Kreditorganisation Reklame gemacht wird. Die Einkaufsführer der „Ako" liegen offiziell in der Zentrale auf, wo fleißig nnt dem Bemerken Propaganda gemacht wird: Die Wök ist auch arisch; Arier, kauft nur bei Ariern; die „Ako" ist besser als die „Awik" u. v. a. 2. ist es von der Leitung des Unternehmens verboten worden, bei j ii d i s c h e n Kaufleuten für den Warenverbrauch der Wök Waren zu beziehen, selbst dann nicht, wenn diese anstandslose Lieferanten waren oder auch leistungsfähiger als Kauflcute christlicher Konfession sein sollten. Da es einen J u d e n b o y k o 11 in Oesterreich nicht gibt, kann es doch nicht schwer sein, gegen diese gesetzlosen Zustände mit einer Beschwerde an zuständiger Stelle (Herrn Bürgermeister Schmitz) erfolgreich vorstellig zu werden. Hochachtungsvoll A. K. Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Zuschrift an' die zuständige Stelle weitergeleitet. Ganz vorzüglich (speisen Sie ... ä la carte und auch Menü ... im Restaurant „Stefanie" . . . Tl., Taborstraße 12. •ho jeweilige Tcx'csteilc immei neu variiert, schließlich zu ■iner unendlichen Motivket.te anwächst. Im musikalisch- •'iturgdschen Sprachgebrauch heißt so . e'ne. Formgestaltung (die ab?r auf eine wirkliche Gestaltung eigentlich >ech verzichtet) Litanei. Die kleinen motivischen Aor.dungen. die melodischen Floskeln, aus denen jene Vlelcdlekette b'.-fd.fht. nennt man Ti oppen. Die im /•inrein uralten, in der heut-! üblichen Form allerdings -.r.st aus dem neunten Jahrhundert n. Chr. stammenden Zeichen, mit denen die Bibeltexte ausgeziert sind, heißen Nfeginoth. Sie geben die Richtschnui, nach denen die ^Ven besprochene Bitellesung in syntaktisch-rezitativiicher und mus^-alischcr Beziehung zu erfolgen hat. Aller- Jing.s drücken sie mehr die musikalische Gruppierung als iciehe aus, welche ob.-n der gemeinsamen musikalischen Jri'orm entspricht kann* aber die konkrete heutige liclnöisehc- Floskel, die in den verschiedenen räumlichen öphäven zu duichaus vei «chiedenen Formen und Charakteren geführt hat. Diese und :Jnige wenige andere Lektionen, diese > I c i!"■ e n, u r-;-j c h <: inbai e n rezitativischen .<•! o ü k e 1 n a 1 :•> o, m e h :•• melodische And e u- : u n gen v \ * Melodien, in einem nnnen n- 0 a i e n, o w < g p u 1 rs i e r e n d e n, keineswegs auf -jinc r f 1 c h (■ n f o r m a. 1 n Symmetrie auf- X ( \. v uten R h y t h m u s d a h 1 n t r e 1 b e n d, aus zeitlich ä v. ß e': k t o r Ferne in u n aere Zeit hinein r a g r: n d, d r ältesten Musik andere r a a t' o n er 1 e r M. u sikk r e i s v. verwandt und doch einen ein- und einzigmaligen E i g e n- 1 a u t off r n b a r e n d - - b i 1 d e n s o m i t die Urzelle und den Ausgangspunkt, alles dessen, was man als Mj.di.soh-: Musik bezeichnen kenn. Tn ihnen könnte man die ganze küruMee jüdische Musik gleichsam als enthalten erkennen, ftcilich in jenem mehr übertragenen, fiymbolha£t".n Sinn, »bnlich v/ie die Musiktheoretiker z. B. tli'r <~i inti'ormen der ganzen klassischen Musikvje-'ioeie in Jen primitiven Verbindungen von drei bis vier Akko.-.i'ea, <\> r 'oeenaniit/'n Kadenz, beachloasen :änden wellen. Wie für ueu Pt-ntateuch bestehen entsprechend-; .«pezielle LeKti'/uci, Spi eehgenangmodelle auch für die anderen Bibel teile also für die P; ophet.cn, Könige, das Buch Viicjt. usw.. und vieder .spezielle für die poetischen Teile der Birvl. die Psalmen, das Hohelied usf. Die musikalische Anlehnung all dieser verschiedenartigen Lektionen an die :*cntateuch Lektion ist unverkennbar. Außer der Bibellektion Umfaßt die jüdische Synagogalmusik noch die Kantilation der S t a m m g e b e t e. Die Entstehung dieser Gruppe ist noch jüngeren Datums als die aller Bibellektionen. Aber auch dieser Gebetsgesang schließt sich musikalisch deutlich an die Bibellesung und somit indirekt ebenfalls an die P e n t ateuchlesung an oder geht vön hier aus. Das ist schon ädßerlich an den einfachsten Proben erkennbar Die ältesten Stammgebete wurden nämlich unter dem Namen T e f i 11 a zusammengefaßt und so nannte man die Melodiewelse, in der sie gesungen wurden, Tefilla-Weise. Diese Tefilla-Weisen sind nichts anderes als Varianten der vorhin gezeigten Bibellektion. Im aschkenasischen Synagogalkreis z. B., wo diese rezitativische eigentliche Tefilla-Weise des Gebetsgesanges nur mehr im Wochentags-Gottesdienst gebraucht wird, ist sie direkt aus dem Jom-Kippur- und Rosch-Haschana-L.ejnen entlehnt. Im orientalischen, also im persischen und jemenitischen Synagogalkreis, beschränkt sich der Gebetsgesang auch heute fast nur auf diese traditionelle, der Bibellektion, so nahe verbundene Tefilla-Weise. In der uns zunächstliegenden a s e h k e n asi sehen Sphäre setzt im Laufe der Jahrhunderte im Gebetsgesang eine stürmische musikalische Entwicklung ein. Die Bibellektion, die für die Kantilation der Gebete zwar Anlehnungs- und Ausgangspunkt war, ist natürlich doch zu primitiv und zu einförmig, hat eine zu geringe musikalische Spannweite, um dem liturgischen Musikbedürfnis auf die Dauer zu genügen. Sie war zwar ein großartiger musikalischer Antrieb, aber im Grunde noch keine Musik. Man konnte sie auch schon deshalb nicht einfach dem Wortlaut, der Gebete unterlegen, weil sie auf diesen Wortlauf, der in einem freieren Rhythmus in einer anderen Ausdrucksweise verlief, gar nicht, paßte. Außerdem machte sich auch auf jüdisch-synagogalem Gebiet der normale musikalische Schaffensdrang geltend. Da ihn d'e Tradition aber von der Bibellesung selbst fernhielt, verlegte er sieh eben auf den Gebetsgesang und auf die freie synagogale Komposition, deren Texte man Piutlm"') nannte. ■'■) Piut (Plural: Plutim) ist ein hebräisches Lehnwort aus dem Griechischen und heißt ungefähr Poesie. Der Dichter solcher Poesien hieß Paltan (Plural: Paitar».iro). Anfangs ging diese Produktion vielfach anonym vor sich, also in der Art eines religösen Volksmusik- Schaffens. Allmählich tauchen immer mehr Namen von Tonsetzern auf, die vielfach zugleich ausübende Musiker, Tempelsänger (Chasanim) sind, und so bildet sich eben der große Bestand j ü d i s c h - r e 1 igiöser Musik, deren Verbundenheit an die Liturgie mehr oder minder eng ist, von den berühmtesten ältesten Gebeten bis zur religiösen Kunstmusik von houte, also zum Beispiel bis zu dem allbekannten „Kol nidrej". Die musikalische Ursubstanz ist hier die Bibellektion. Aus ihr entwickeln sich die ersten Gebetsgesänge, aus diesen die folgenden und nächstfolgenden, und allmählich auch die freien, synagogalen Kompositionen. Aber nun tritt natürlich auch der Einfluß anderer Musikbezirke hinzu. Die allgemeine Musik des Raumes, in dem diese synagogale Musik entsteht, also hier im a s c hkenasischen Raum die allgemeine europäische Musikentwicklung, übt ihren unaufhaltsamen Einfluß auf dia Synagogenmusik aus. (Selbst wenn diese Musiker fromme Ghettojuden waren.) Diese europäische Musik also beeinflußt die sich fortentwickelnde Synagogalmusik zunächst in technisch-for ni a 1 e r und auch in substantieller Beziehung. Unter den vielen Musikern, welche im Laufe der Jahrhunderte in der jüdisch-synagogalen Musik wirkten, gab es eine gewisse Anzahl ausgezeichneter Komponisten; neben diesen einzelnen eine größere Zahl tüchtiger, geschickter, mittelmäßiger Komponisten; dann eine, noch größere Zahl ausgesprochen schlechter und schließlich sogar wertschädigender Komponisten. Diese haben auf die Entwicklung keinen nennenswerten Einfluß geübt, fallen aber dennoch in der Gesamtsituation unangenehm auf. Was an schlechten Komnonisten besonders auffällt, ist ihr völliger Mangel an Stilgefühl. Da aber die Entwicklung der Synagogalmusik nun gerade darin, bestand, daß verschiedene Stile aufeinanderstießen, nämlich der ur jüdische Stil und die Musikstile der Völker, unter denen die Juden lebten, läßt sich vorstellen, zu welchen Verheerungen das zuweilen führte. Nicht nur den Chor- und Volksmusikstil deutscher und anderer Musik, auch den italienischen und französischen Opernstil und die ganze platter Unterhaltungsmusik zog man zeitweise bo« denkenloa in die synagogale Sphäre ein, A.Schluß iQlxM