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Die neue Welt · 1935-01-11 · Heft 429 (11.1.1935) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 429 (11.1.1935)
Date
1935-01-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seiten OjgE NEUE WELT Nr. 420 3 x BERGMANN. I.' .RABEWSTEIG 3 ^HIMWELPFORTO. 8 »KÖLLN EH HD FC 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÜSCHE UNO WIRK WAR BN SP OTTS! LLI C! Führend In ETERNA<Hemden (von 6*80 aufw.) Palästinas Elekfn'zi'lälswirlschaft Die Rutuenberg-Gesellschaft erhöht ihr Kapital um l»/2 Millionen Pfund sischen Kapitals Die Schöpfung des Ingenieurs P. Ruthenberg, die Palestine Electric Corporation (P. E.C.) mit ihrem Wasserkraftwerk am Jondan beherrscht heute die Elektrizitätswirtschfat Palästinas. Aber es sind Bestrebungen im Gange, die Macht der P. E. C. zu verkleinern. Es ist unverkennbar, daß die. Palästina-Regierung, welche seinerzeit der P. E. C. eine sehr weitreichende Konzession gegeben hat, nunmehr daran geht, den Wirkungsbereich der P. E.C. einzuschränken. Die Konzession beinhaltet, daß niemand anderer als die P. E. C. elektrische Kraft für fremden Gebrauch erzeugen darf. Strom darf nur für eigenen Gebrauch erzeugt werden, was lediglich für wenige ganz große Industrien in Betracht kommt. Auch in der Bevölkerung machen sich Widerstände gegen die P. E. C. bemerkbar, weil der von der P. E. C. gelieferte Licht- und Kraftstrom sehr teuer ist. Nunmehr geht Ingenieur Ruthenberg daran, durch Erhöhung des Kapitals der P. E. C. diese in die Lage zu versetzen, die Widerstände zu überwinden. Hiezu berichten ,,Palnews" aus Tel-Awiw: Zu den seitens des Herrn Ruthenberg in London geführten Verhandlungen über eine Kapitalserhöhung der P. E. C. ist mitzuteilen, daß eine Kapitalverdoppelung von 1 Million Pfund auf 2 Millionen in Aussicht genommen ist. Darüber hinaus sollen auch die noch laufenden Schulden in Höhe von etwas über % Million Pfund getilgt werden, so daß sich der Kapitalbedarf auf VA Millionen Pfund beläuft. Die Kapitalerhöhung dürfte nicht zuletzt durch die Regierungsverordnung vom 30. Mai 1934 angeregt sein, die die bestehenden Bestimmungen und den Konzessionsvertrag in verschiedener Hinsicht in einer Weise interpretiert, die der Position der P. E. C. nicht günstig ist und ihr nahelegt, der neuen legislativen Situation Rechnung zu tragen. Um ihrer Stromlieferungspflicht innerhalb ihres Versorgungsgebietes nachkommen zu können, muß die P. E. C. an den Ausbau Ihres Leitungsnetzes denken, damit ihr Versorgungsrecht im Gefolge der weiteren Entwicklung des Landes nicht zu stark durchlöchert wird, wenn sie ihrer Stromlieferungspfiicht nach abgelegenen- Orten nicht nachkommen könnte. Auch muß daran gedacht werden, daß die P. E. C. sich den im neuen Elektrizitätsgesetz betonten Selbstvers o rg ungs recht einzelner Personen, Gesellschaften und Gemeinden gegenüber nur durchsetzen kann, wenn sie den Strom mindest ebenso billig liefert, wie er sich bei Selbstversorgung stellen würde. Bekanntlich versorgt sich Ausschaltung des palästinen- „Nesher", das große Zementwerk, bislang mit eigenem Strom, da er sich billiger stellt. Vor allem dürfte aber auch an den Bau der beiden im Konzessionsvertrag vorgesehenen Wasserkraftwerke am Ausfluß des Jordan aus dem Tiberias-See und zwischen dem Hule- und Tiberias-See gedacht sein, die naturgemäß grdße Kapitalinvestitionen voraussetzen. Der Bau dieser beiden weiteren Wasserkraftwerke dürfte die Möglichkeit zu einer Stromverbilligung geben. Die P. E. C. verfolgt mit ihrer Kapitalerhöhung jedenfalls das Bestreben, sich mit den nötigen Kapitalien auszurüsten, um ihren Konzessionsverpflichtungen vollkommen nachkommen zu können und eine zu starke Durchlöcherung ihrer monopolartigen Stellung zu vermeiden, was neue Kapitalien für den Ausbau des Leitungsnetzes und der Jordankraftwerke voraussetzt. Wenn diese Kapitalien in London aufgebracht werden, so ist es bedauerlich, daß Palästina selbst von der Kapitalaufbringung ausgeschlossen wird. Angesichts der Tatsache, daß in den palästinensischen Banken 14 bis 15 Millionen Pfund Kapitalien brach liegen und ein ausgesprochener Mangel an Kapitalanlagemöglichkeiten im Lande besteht, sollten für Palästina so repräsentative Unternehmen wie die P. E. C. dem inländischen Kapital die Möglichkeit geben, sich an der Kapitalaufbringung zu beteiligen. Wenn die Palästina-Regierung bei ihren Anleiheemissionen über das inländische Kapitalangebot hinweggeht und sie dem englischen Kapitalmarkt zur Verfügung stellt, so brauchte dieses Beispiel der P, F*. C, die aufs engste mit jedem einzelnen Industriellen und landwirtschaftlichem Betrieb, ja Einwohner des Landes als Abnehmer verbunden ist, nicht unbedingt zur Nachahmung zu reizen. Schließlich hat auch das palästinensische Kapital ein Anrecht darauf, an den großen industriellen Investitionen beteiligt zu werden. Palästina-Reise Reisedauer nur 2 Tage mit dem schnellsten Dampfer d, Welt Gesellschaftsreise durch Nordisches Reisebureau Reiseleitung: N. M. Racker, Wien I, Graben 10, Telefon R-24-2-31 Abfahrt: 8. März 1935 ab Neapel. Dampfer: »Rax* (51.000 Tonnen) ~ " Tour - retour Neapel — Haifa — Neapel S 418.— aufwärts frühere Fahrtermine: 7. Februar 1935 „Roma" 22. Februar 1935 „Conte dl Savoya" spätere Fahrtermine: 23. März 1935 „Conte di Savoya" 8. April 1935 „Saturnia" Sichern Slesich bei uns gute Kabinenl Pf als: Gegen die widerrechtliche Besetzung jiddischen Bodens durch Araber Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Palästina- Regierung ordnete die Abhaltung einer Beratung hoher Beamter und Vertreter der Polizei zur Festsetzung von Maßnahmen gegen die ständig sich wiederholende Besetzung jüdischen Bodens durch Araber an. Zwei Araber, die beim Betreten des .Bodens von Dr. S o s k i n in der Nähe von Akko getroffen wurden, sind vom Gericht zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Neue Regierungsgebäude in Haifa, Jaffa und Tel-Awiw Aus-Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat die Errichtung großer dreistöckiger Regierngsgebäude in Haifa, Jaffa und Tel-Awiw, in denen eine Reihe von Aemtern untergebracht werden soll, beschlossen. Mit dem Bau wird in nächster Zeit begonnen. Eisindustrie und Kühlhäuser Tel-Awiw (Palnews). Das im Jahre 1930 von südafrikanischen Juden mit einem Kapital von Pfd. 35.000 gegründete Unternehmen „Cold Storage Co.", hat im Jahre 1931 nach Errichtung der Lagerhäuser seine Tätigkeit aufgenommen. Die Gesellschaft verfügt heute über 15 Kühlräume mit einer Grundfläche von 650 Quadratmeter. Vor einem halben Jahr wurde das Kapital auf Pfd. 70.000 erhöht und der Gesamtkühlraum um fünf neue Räume mit einer Fläche von 150 Quadratmeter erweitert, die Gold Storage Ltd. hat jetzt auf der trockengelegten Fläche im Haifaer Hafen ein Gelände von 2080 Quadratmeter erworben, auf dem ein Kühlhaus, und eine Eisfabrik errichtet werden soll. Die Lagerhäuser der Cold Storage Co. dienen zur Aufnahme von Butter, Früchten, Heringen, Eiern, Rahm, frischem Fleisch und Fischen, Gefrierfleisch und andere Waren. Es handelt sich dabei zum größten Teil um importierte Waren, es werden aber auch in starkem Maße palästinensische Erzeugnisse, wie Butter, Milch, Rahm, usw., eingelagert. Außer den Kühlhäusern für Tel-Awiw und Umgebung betreibt die Cold Storage Ltd. auch ein I m p o r tgeschäft auf eigene Rechnung. Bisher wurde vor allem australische und baltische Butter importiert, in Zukunft sollen auch konserviertes Obst, Sardinen, Käse, Tee und andere Waren importiert werden. Die B i sf abrik produziert täglich 25 Tonnen, die in Tel-Awiw abgesetzt werden. Die Kühlräume sind auf das m odernste eingerichtet und finden im ganzen Nahen Osten nicht ihresgleichen, selbst in Europa gibt es kaum modernere Kühlhäuser. Jede Warengattung wird in einem besonderen Raum geruchsisoliert aufbewahrt,, die Temperaturen werden für jede Warenart reguliert. Drangsalierung der Jemen-Juden Aus Jerusalem (J. T. A.): Aus Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, wird berichtet, daß eine Anzahl dort lebender Juden, die sich für die Rückkehr anderer jemenitischer Juden, die mit Touristenvisen nach Palästina gegangen sind, verbürgt haben, nunmehr von der Regierung mit Gefängnis und Vermögenskonfiökation bedroht werden, falls ihre Freunde niQht feil* nach dem Jemen aurUcWsetaen. Judenstaatspartei Oesterreichs Organisation judenstaatlerischer Frauen „Deborah" Die in diesen Tagen im Rahmen der Judenstaatapartei gegründete Frauen- und Mädchenorganisation „Debora h" erlaßt folgenden Aufruf: Jüdische Frauen und Mädchen I Das jüdische Volk ist in furchtbare Not geraten. Eine ungeheure Welle des neuerstarkten Antisemitismus treibt es in unsägliches moralisches und wirtschaftliches Elend. In diesen Zelten höchster Gefahr darf die jüdische Frau nicht abseits stehen, aber sie darf auch nicht hinten stehen, sie darf sich nicht mit der Rolle des Handlangers bei untergeordneter Hilfsarbeit begnügen. Sie gehört in die ersten Reihen der Kämpfer für das jüdische Volk! Sie muß dort stehen, wo ganze Arbeit zu leisten ist. Die jüdische Frau muß es heute mitau sehen, wie ihr Heiligstes bedroht wird. Blindwütiger Judenhaß raubt den jüdischen Kindern die Sorglosigkeit der Jugend, täubt ihnen die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft. Fürchterlicher Druck, bittere Sorgen um die Existenz und bange Ahnungen für die Zukunft zermürben die jüdische Familie, den Hort des Judentums. Jüdische Frauen und Mädchen! Verzaget nicht! Es gibt eine Lösung. Theodor Herzl hat sie uns gezeigt. Die Wiederaufrichtung des jüdischen Staates in Palästina! Aber diese Lösung muß erarbeitet, muß erkämpft werden. Wohl hat der Zionismus in den letzten Jahren bewiesen, was jüdischer Wille, was jüdische Arbeit vermag. Sie hat die Wüste in blühendes Land verwandelt. Aber noch ist Palästina nicht unser Staat! Noch wollen nicht alle Juden den Judenstaat! Die Judenstaatspartei, die treue Hüterin des Erbes Theodor Herzls, will den Judenstaat erkämpfen. Sie wendet sich an die jüdischen Frauen und Mädchen, well sie weiß, daß bei ihnen treuestc Mitarbeit und begeisterte Hingabe zu finden sind. Jüdische Frauen und Mädchen! Kommet und höret, was die Judenstaatspartei euch zu sagen hat! Besuchet die Versammlungen der Judenstaatspartel! Werbet für den Judenstaats-Ziocismus, den wahren und einzigen Herzl-Zionismus! Tretet vier Organisation judenstaatlerischer Frauen „Deborah" bei! Versammlungskalender Sonnt a g, den 13. Jänner, um 8 Uhr abends, findet im Zentralheim, I., Werdertorgasse 14, eine AJjschiedsfeier für sieben Olim der Judenstaatsjugend statt, Dienstag, den 15. Jänner, K«9 Uhr abends, XV., Schanzstraße 32, Versammlung. Thema: „Die Landeskonferenz der Judenst^atS" parte! Oesterreichs". Referenten: Josef Fr an« k e I und F r i t z Richter. Mittwoch, den 16. Jänner, l/j9 Uhr abends, im Judenstaatsparteiheim, I., Werdertorgasse 14: Versammlung: „Die jüdische Frau in der zionistischen Bewegung." Referenten: Frau Fanny Katz, Frau Dr. Lucy Offner, Fritz: Richter, Ing. Robert Stricker. * Die Landeskonferenz der Judenstaatspartei Oesterreichs findet am 20. und 21. Jänner 1935 statt. Die Tagesordnung wird demnächst bekanntgegeben. Spendet jüdische Bücher! Die Pratfirsektion eröffnet eine jüdische Bibliothek, die unentgeltlich Bücher verleihen wird. Wir ersuchen, Bücher, insbesondere jüdischer Autoren, zu spenden (I., Werdertorgasse 14, oder IL, Kleine Zufahrtsstraße 166). Lerne hebräisch/ die Sprache Palästinas Seit dem praktischen Aufbau Palästinas, die Hand in Hand geht mit der Hebräisierung des Landes, bemühen sich Kenner der hebräischen Sprache, Lehrer und Schriftsteller, ein Lehrbuch des Hebräischen herauszugeben, daa den Hauptforderungen jedes sprachlichen Lehrbuches entspricht: Faßlichkeit, Gediegenheit und Vollständigkeit, Viel Wert wird auf die Möglichkeit des Selbstunterrichts gelegt. Die genannten Eigenschaften besitzt ein soeben im, Verlag Josef Schlesinger (Wien) erschienenes Lehrbuch, bestehend aus drei Heften, von Ben Chaviv. Ben Chavivs Lehrbuch bringt die Alltagssprache Palästinas, die jüdische Umgangssprache, die lebendige Sprache. Seine Methode ist praktisch, schon dadurch, daß der Schüler stufenweise * geführt wird und durch die reizenden Bilder auch ein optisches Hilfsmittel erhält. Die Hefte sind gut ausgestattet und verdienen rascheste Verbreitung. Ben Chaviv hat mit seinem Lehrbuch etwaa wirklich Notwendiges und Gediegenes geschaffen. Die von Herrn Adolf Böhm ehrenamtlich redigierte Zeitschrift „Palästina" erscheint seit 1. Jänner 1935 im Fiba-Verlag, O. Bauer, Wien, VI., Gumpendorferstraße 10, welcher sich durch das Erscheinen seiner bisherigen, international anerkannten Palästina-Publikationen in zionistischen Kreisen einen guten Namen erworben hat. Filme der Woche Nach den Herstellungsländern zusammengestellt Oesterreich: Ein Stern fällt vom Himmel (Joseph Schmidt). Ende schlecht — alles gut (Szöke SzakaJl). Agew (Arierparagraph). Der Herr ohne Wohnung (Arierparagraph). Ungarn: Peter (Fanziska Gaäl). Amerika: AUerweltsliebling. — Silly Micky. — Abenteuer in Honolulu. — Eskimo. Viva Villa. — Der brennende Strom (Kreuzkino). England: Don Juan. Deutschland (Arirrparagraph): Man hat's nicht leicht. — Ferien vom Ich. — So'endete eine Liebe. — _E)ie Fahrt in die Jugend. — Peer Gyrst. — Reifend« Jugend,' ' ' ' ■

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