Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 425 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Beirut 1× ep/1047833
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Seite 8 DDE NEUE WELT Nr. 425 AKADEMISCHER SPORTKLUB ,BRIUTH' $ki$eüen im 7 Tage Schladminger Tauer 43-52 S (Dachstetngcbiet) Letxte Abfahrt : Samstag, 29. Dez., 22.30 Uhr l:n Preise inbegr.tter.: Hin-, Rückfahrt, Unterkunft, Verpflegung, Beheizung, Skikuts ■ Anmeldungen im Sekretariat: II, Piaterstraße 15 13 Telrphoi R-4S-1 26-B täglich von 5 bis 9 Uhr Forderungen an die Palä§fHia*Regierung Die Regierung ignoriert die jüdischen Interessen während drei Stunden A'itoivi?<- entfernt e*n reiches Land in tiefem Schlummer liegt. Eine Untersuchung der Gründe dieses Zustandes stößt auf ein in der Geschichte der Kolonisation v e re i n z e 11 dastehendes Moment. Die heutige Blüte Palästinas erweist sich in erster Linie :'.ls das Ergebnis irrationaler Kräfte. M e s s i a n i s c h e r Glaube hat Berge versetzt und zu Resultaten geführt, die sich der nüchterne Verstand nie hat träumen lassen. Die Stimmung der Bevölkerung Syriens entspringt dem ökonomischen Zustand des Landes. Besonders in der Libanonrepublik werden die Vorgänge jenseits der Grenze genau und mit großem Verständnis beobachtet. Die christlichen Syrier des Libanon, die sich zum Teil als die Nachkommen der alten Phönizier bezeichnen, haben von ihren Vorfahren den Unternehmungsgeist und die kaufmännische Begabung geerbt. Die wirtschaftliche Lage dieser Volksgruppe, die im Vorderen Orient geistig wie ökonomisch eine führende Rolle gespielt, hat, erfährt jetzt einen katastrophalen Umschwung. An Bemühungen der französiscuen Mandatsvervvaltung, der Notlage Syriens abyzuhelfen. fehlt es nicht. Ein weitgestecktes verkehrspolitisches Programm soll dazu beitragen, Syrien seine Rolle als Transitland wieder zu verschaffen. Es ist beabsichtigt. Beirut durch den Ausbau seines Hafens neu in den Stand zu setzen, sich der Konkurrenz Haifas zu erwehren. Aber das Gesetz der alten Kolonialpolitik. daß der Handel der Flagge folgt, ist außer Kraft geraten. Er folgt heute — wie der Vergleich Syrien—Palästina zeigt — den Menschen, die sich auf der Suche nach neuen Aktivitätszentren in Äewegung setzen. Noch ist die endgültige EntscheidtÄg über die Pläne der Mandatsverwaltung nicht gefallen, aber alle Anzeichen sprechen Cafür, daß der vor kurzem aus Frankreich zurückgekehrte Haut-C ommisaire de Martel willens ist, 10.0 00 jüdischen Kolonisten die Niederlassung in Syrien zu gestatten. Palästina-Einwanderung deutscher Juden Aus Jerusalem: In einer Fressekonferenz in Jerusalem machten die Mitglieder der Palästina-Exekutive, Dr. Artur R u p p i n und Dr. Werner Senator, Mitteilungen über die Palästina-Einwanderung deutscher Juden in den beiden letzten Jahren. Es sind in dieser Zeit 15.042 Juden aus Deutschland nach Palästina gekommen, was 24 Prozent der gesamten jüdischen Palästina-Einwanderung dieser Periode ausmacht. Durch die Kinder- und Jugend-Aliah wurden 600 Jugendliche nach Palästina gebracht, weitere 152 Kinder sollen binnen kurzem folgen. Für das nächste Jahr hat die Palästina-Regierung 350 Zertifikate für Kinaer bewilligt. Kolonisiert wurden 300 jüdische Familien aus Deutschland, davon 60 bis 70 Familien < hemaliger Anwälte und Aerzte. Die deutsche Immigration hat 10 Millionen Pfund Sterling nach Palästina gebracht. Ein neues Grundsteuergesetz in Palästina Aus Jerusalem: Im palästinensischen Amtsblatt wurde der Entwurf eines neuen Grundsteuergesetzes für landwirtschaftliche Terrains veröffentlicht. Das Gesetz enthält 41 Paraphen. Der Boden wird in sechzehn Kategorien eingeteilt. Gewisse Kategorien, wie Wälder und unbebauter Boden, bleiben steuerfrei. Für die übrigen Bodenarten ist je nach ihrer Güte die Steuer gestaffelt; die höchste Steuer, nämlich 825 Müs (zirka 24 Schilling) per Dunam, ist für die Orangenböden vorgesehen. Die Verordnung enthält ferner Bestimmungen über die Einsetzung amtlicher Steuereinschätzer, über das Einspruchsverfahren gegen die Steuerbemessung, ferner Bestimmungen für die Besteuerung von Industriegebäuden in ländlichen Gebieten. Im allgemeinen verfolgt das neue Gesetz die Tendenz, höherentwickelte Terrains stärker zu besteuern. Pioniersiedlern werden für die ersten Jahre ihrer Niederlassung keinerlei Vergünstigungen gewährt. Auch wird in steuerlicher Hinsicht kein Unterschied zwischen Eigentümern und Inhabern einer langfristigen Pacht gemacht. Aus Jerusalem: Die dritte Nationalversammlung der Juden Palästinas (Assefath Haniwcharira) faßte in der Schlußsitzung ihrer letzten Tagung eine Reihe von Resolutionen, die sich hauptsächlich auf die Finanzierung öffentlich -jüdischer Einrichtungen auf dem Gebiete des Erziehungs-, Kranken- und Fürsorgewesens beziehen. In einer dieser Resolutionen weist die Nationalversammlung auf „die erstaunliche Tatsache" hin, „daß das Programm der Verwendung der neuen Z w e i- Millionen- Pfund-Anleihe der Regierung zwar einen Betrag von 133.000 Pfund für die Errichtung von Gebäuden für arabische Schulen, jedoch nichts für jüdische Schulen vorsieht, obwohl diese ärmlich untergebracht sind". Es wird betont, daß trotz der gegenwärtig so günstigen wirtschaftlichen Lage des Landes und den von der Regierung erzielten steigenden V e r vv a 1 t u n g s ü b e r s c h ü s s e n, die öffentlichen Einrichtungen der jüdischen Bevölkerung unter finanziellem Druck stehen, der die Erfüllung dringender Forderungen hindere. Im besonderen wird eine Regierungsbeihilfe für Erziehungswesen in der Höhe einer dem verhältnismäßigen Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung entsprechenden Quote von dem Erziehungsbudget der Regierung für 1935/36 gefordert; ferner ein Beitrag für die Errichtung jüdischer Schulhäuser in den Städten; Erhöhung des Beitrags für das unter der Leitung des Waad Leumi stehende jüdische Gesundheitswesen und schließlich ein Beitrag für die Errichtung neuer Krankenhäuser. Die Versammlung brachte auch ihr Bedauern über die Gleichgültigkeit zum Ausdruck, die die Regierung in bezug auf die vorgeschlagene Arbeiterkrankenversicherung an den Tag lege, und forderte die Einführung der Zwangskrankenversicherung. Weiter protestierte die Versammlung gegen die Benachteiligung der Rabbinischen Gerichte, denen im Gegensatz zu den religiösen Gerichten der Mohammedaner keine Regierungsbeihilfen gewährt werden. Außerdem wurden besondere Resolutionen zu dem Bericht von Miss Szold über verwahrloste Kinde r und für sorgebedürftige Jugendliche gefaßt. In ihnen wird eine gesetzliche Regelung dieser Fragen und die Schaffung entsprechender Einrichtungen, ähnlich der für arabische Kinder bestimmten Erziehungsanstalt in T u 1 k a r e m. die jedoch den religiösen, nationalen und kulturellen Bedürfnissen jüdischer Jugendlicher angepaßt, sein sollen, gefordert. Für solche Anstalten solle die Regierung Subventionen in mindestens derselben Höhe gewähren, wie für die Schule in Tulkarem. Auch solle eine Beobachtungsstation für zurückgebliebene und verwahrloste Kinder geschaffen werden. An die Regierung wird ferner das Ersuchen gerichtet, die Distriktskommissäre anzuweisen, die Budgetposten der Ortsgemeinden für soziale Fürsorge nicht zu reduzieren. Es sollen Maßnahmen getroffen werden, um die Sc h u 1 p f 1 i c h t bis zum 14. Lebensjahr auszudehnen. In einer anderen Resolution bezeichnete es die Versammlung als Pflicht jedes Juden in Palästina, das palästinensische Bügerrecht zu erwerben. Der vorgelegte Etat in der Höhe von 122.841 Pfund wurde genehmigt. Der vorgelegte Etat in der Höhe von 122.841 Pfund wurde genehmigt, ebenso die Vornahme von Neuwahlen für die nächste Nationalversammlung. in Möglichkeiten für Gemüsekonservierung Jerusalem (Palnews): Wir setzen nunmehr den Auszug aus dem Bericht des Direktors der Versuchsstation für Frucht- und Gemüsekonservierung an der Universität Bristol, Mr. P. H e a r s t, Uber Frucht- und Gemüsekonservierung in Palästina fort. Der erste Teil des Auszuges behandelte das Gebiet der Fruchtkonservierung, es folgt nunmehr die Gemüsekonservierung. Tomaten werden in Palästina in großen Mengen angebaut, die Ernte im Jahre 1931/32 betrug 8000 Tonnen. Hauptarten sind eine palästinensische und zwei ausländische (Perette und Touqout). Hauptanbaugebiet ist Gaza (2527 Tonnen), Jaffa (1452 Tonnen) und Haifa (1016 Tonnen). Diese drei Bezirke erzeugen zirka 60 Prozent der Gesamternte. Im Juli-August kommen große Mengen an den Markt, so daß der Preis stark sinkt, daher bestehen günstige Konservierungsmöglichkeiten. Die Konservierungsarten sind: Konservierung in Blechbehältem und Flaschen, Tomatenbrei und -saft in Blechbehältern und Flaschen. Da in Palästina das ganze Jahr hindurch frische Tomaten angeboten werden, haben konservierte Tomaten kaum Absatzmöglichkeiten. Als Absatzgebiete kommen Syrien und Aegypten in Frage, England importiert große Mengen aus Italien, Spanien und Kanada. Palästina ist für Tomatenbrei aufnahmefähig, bisher findet ein nicht unerheblicher Import vor allem aus Italien statt (177 Tonnen für Pfund 5568, 1933 168 Tonnen für Pfund 5632. Red. „Palnews"). Palästina-Reise Reisedauer nur 2Tage mit dem schnellsten Dampfer d. Welt Gesellschaftsreise durch Nordisches Reisebureau Reiseleitung: N. M. Racker, Wien i, üraben 10, Telefon R-24-2-31 Abfahrt: 8. März 1935 ab Neapel. Dampfer „Rex" (51.000 Tonnen) Preis: Tour-retour Neapel — Haifa — Neapel S 418.— aufwärts frühere Fahrttrmlne: 7. Februar 1935 „Roma" 22. Februar 1935 „Conte cli Savoya" spätere Fahrterralne: 23. März 1935 „Conte di Savoya« 8. April 1935 „Saturnia" Sichern Siesich bei uns gute Kabinen! Gurken werden jährlich bis zu 3000 Tonnen erzeugt, vor allem um Jaffa (800 Tonnen). Tulkarem (540 Tonnen), Haifa (365 Tonnen), Akko (213 Tonnen) herum. Konservierung kommt in Blech-, Holzbehältern und Salzwasser in Frage. Bisherige Konservierungsversuche niach europäischen Methoden sind ohne besonderen Erfolg verlaufen, der Absatz war aber gut. Blumenkohl: 1931/32. betrug die Ernte zirka 1500 Tonnen, Hauptanbaugebiet ist Jaffa, Erntemonate sind vor allem Dezember-Jänner. Zeitweilig ist ein Ueberschuß vorhanden, Konservierung findet bisher nicht statt. England wäre bei guter Qualität ein günstiger Markt. Kraut und Kohl: Anbau im ganzen Lande verbreitet, besonders im Jaffabezirk, auf den die Hälfte der Ernte entfällt. Sauerkraut hätte im Inland guten Absatz, Exportmöglichkeit begrenzt. Erbsen: Anbau bisher nicht sehr verbreitet, die landwirtschaftliche Schula in Mikwe Israel und Versuchsstation in Akko erzielten günstige Versuchsresultate. Der innere Markt ist begrenzt, gewisse Exportmöglichkeiten bestehen iach asiatischen Ländern. Mohrrüben werden in einigen Bezirken angebaut, der Markt für Konserven wäre zu entwickeln. Zusammenfassend wird festgestellt, daß für Konservierung in Blechdosen vor allem Grapefrucht, Tomaten, Blumenkohl, eventuell auch Orangen, Oliven und Feigen in Frage kommen. Spargel wäre besonders geeignet, wird aber nicht in genügendem Umfang angebaut. Salzwasserkonservierung käme vor allem für Gurken, Oliven, Blumenkohl in Betracht, die in Palästina angebauten Arten sind aber nicht sehr geeignet. Zum Trocknen eignen sich besonders Feigen, Trauben und Aprikosen. Fruchtsäfte und Sirup können vor allem aus Orangen, Grape fruit, Tomaten, Granatäpfeln hergestellt werden, Marmeladen aus Orangen( Grape fruit, Weintrauben und eventuell Feigen. Notwendige Voraussetzung bildet geschultes Fachpersonal, die Heranziehung von Instruktoren wird erforderlich sein, auch der technische Apparat muß geschaffen werden. Damen-Stoff- Schneeschuhe Damen-Gummi- Schneeschuhe Gummi-Ueberstiefel