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Die neue Welt · 1934-12-21 · Heft 424 (21.12.1934) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 424 (21.12.1934)
Date
1934-12-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 421 DIE NEUE WELT Seite 5 Amerika und die Olympiade Berlin 1930 Führende Persönlichkeiten fordern endgültige Zurückweisung der deutschen Einladung — Eine Gegen Olympiade ..Fest der Freiheit" in England Theodor Herzls Bild darf In keinem jüdischen Hause fehlen Wir geben ein ausgezeichnetes, auf Kunstdruckpapier farbig in Palästina hergestelltes Herzl-Porträt (Format JO mal 33 cm) zum Preise von S 1.20 ab. Bei Postversaud S 1.60 inkl. Porto gegen Voreinsendung des Betrages. Zu beziehen durch die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 8. Aus New York wird gemeldet: Auf der Konvention der Amateur Atliletic Union zu Miami, auf der über die Teilnahme Amerikas an der Olympiade Berlin 19;j6 endgültig entschieden werden soll, kam eine starko Stimmung gegen eine solcho Teilnahm«, unter den Delegierten auf. Auch von außen trafen Telegramme von führenden Persönlichkeiten und Institutionen ein, in denen auf Ablehnung der deutschen Einladung; gedrungen wird. Der frühere Gouverneur von New York und republikanische Präsidentschaftskandidat Alfred A. Smith telegraphierte an den Präsidenten der A. A. U., Avery Brundage: „Ich habe das lebhafte Gefühl, daß keine Amateur-Zusammenkunft in einem Lande stattfinden darf, wo die Leiter der Regierung rassische oder religiöse Bigotterie dulden." American J c w i s h Con gross ließ durch seinen Präsidenten Bernard S. Deutsch mitteilen, daß seit dem Juli 1933, an dein die Teilnahme Amerikas für den Fall, daß keine Juden-Diskrimination im Sportleben stattfindet, erwogen wurde, nicht nur diese Diakriminationen andauern, sondern sogar - immer mehr verschärfen; die Teilnahme müsse nun endlich abgelehnt werden. Samuel Untermyc r, Präsident der Unparteiischen Anti-Nazi-Liga für Verfechtung der Menschen- Araber m der jüdischen Wirtschaft rechte, beschwor in einem Telegramm den A. A. U.-Präyidenten Brundage, keine Nennungen zur Berliner Olympiade zu bescheinigen, da bis jetzt noch jedes von der Nazi-Regierung gegebene Versprechen unerfüllt blieb; auch bedeute eine Teilnahme an der Olymplade Berlin indirekt eine Unterstützung der militaristischen Politik Deutschlands; ist es doch bekannt, daß das Olympia-Stadion der Reichswehr zur Benützung übergeben werden wird. Der Verband der jüdischen Kriegsveteranen appellierte an die A. A. U„ im Geiste des fair play es nicht zuzulassen, daß freie Amerikaner zum Wettkampf antreten in einem Lande, wo 65 Milionen Braunhemden die Vernichtung von 500.000 Bürgern, nur weil sie Juden sind, vollziehen. Richard J. Beamish kündigte an, daß der World Non-Secretarian Anti-Nazi Council vom 1. Mai bis 30. September 1936, zur Zeit der Berliner Olympiade, eine Gegen-Olympiade „Fest der Freiheit" in England arrangieren wird. Die englische Amateur Athletic Union erwäge deshalb eine Rückgängigmachung ihres Beschlusses, an der Berliner Olympiade teilzunehmen. Auf der Konvention der amerikanischen A. A. U. treten besonders scharf Charles L. Ornstein und Joseph Dresner, die jüdischen Mitglieder des Präsidiums der A. A. U., für Ablehnung der Berliner Einladung ein. (J. T. A.) Bisher kein Orangero- Abkommen mit Deutschland Zahlungsahkommen entsprechenden Devisenzuteilungen zu leisten. Wie wir dazu erfahren, hat sich die Citrus Exchange an den High Commissioner mit der Bitte um eine Intervention betreffs der Anwendung des deutsch-englischen Zahlungsabkommens auf den palästinensischen Orangenexport gewendet. Der High Commissioner hat auf Grund dieser Bitte die britische Regierung veranlaßt, in der Angelegenheit Schritte zu unternehmen. Resultate dieser Intervention sind bis jetzt nicht zu verzeichnen. Von der Palästina-Industrie Tel-Awiw (Palnews): Die im heurigen Jahre gegründete Fabrik für Beleuchtungskörper, Goldschmidt & Schwabe Ltd., stellt neben Beleuchtungskörpern vor allem Möbelbeschläge, Metallvitrinen, Eisschrankbeschläge, Lichtreklamen, Bareinrichtungen, Hotelsilber, Haushaltsbedarfsartikel, ferner auch Dekorationsgegenstände, Kassenaufsätze für Banken usw. her. In Kürze wird die Produktion eines patentierten automatischen GläserspUlers für den Getränkeausschank aufgenommen. Das Unternehmen ist zunächst für den Bedarf des inneren Marktes stark in Anspruch genommen und hat jetzt, nachdem es bereits für den Roxy-Palast in Beirut Beleuchtungskörper geliefert hat, den Auftrag für die Beleuchtungskörper des libanesischen Parlamentes in Beirut erhalten. Bemerkenswert ist, daß entgegen der Importsteigerung aller sonstigen Bau- und Installationsmaterialien die Einfuhr von Lampen und Lampenteilen im Jahre 193-i beträchtlich zurückgegangen ist. Die Ziffern stellen sich wie folgt: Wert in Pfund 1934 1933 1. Quartal ....... 2989 3660 2. Quartal ....... 2511 3983 1. Halbjahr....... 5500 7643 Diese Zurückdrängung des Imports stellt einen großen Erfolg der inländischen Industrie dar. Auf dem inneren Markt, der nur durch den 12prozentigen Wertzoll geschützt ist, macht sich besonders die deutsche Importkonkurrenz fühlbar. Die Aussichten der Inlandsindustrie sind günstig, denn sowohl der innere Markt wie auch die benachbarten Länder bilden ein weites Absatzfeld. * Haifa (Palnews): In der Haifa Bay wird jetzt eine Zementplattenfabrik zur Herstellung von Platten für Trottoire gebaut. Die Fabrik ai'beitet mit einem Kapital von 3500 Pfund. Es handelt sich um eine Familienaktiengesellschaft deutscher Juden. Der Keren Kajemeth L'Israelhat dieser Gruppe einen Komplex von 2lyü Dunam in der Nähe der Carna Ltd. zur Verfügung gestellt. Zwei Jahre Gefängnis für einen jüdischen Kolouiewächter. Aus Jerusalem: Das Kreisgericht in Nablus hat unter dem Vorsitz des Richters C r e s s a 1 und unter Mitwirkung von zwei arabischen Beisitzern den 20jährigen Wächter von Beth Alpha, Hillel Glaser, zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er am 31. Mai d. J. zwei Beduinen, die ihre Herden auf die Koloniefelder getrieben hatten und Glaser angriffen, als er sie zum Verlassen des Gebietes aufforderte, durch Flintenschüsse verletzt hatte. Einer von ihnen hatte eine schwere Verletzung an einem Auge, der andere eine leichte Verletzung davongetragen. Die Verhandlung gegen zwei audere jüdische Wächter wurde vertagt. Der Richter erklärte, dem Gebrauch von Schußwaffen müsse entgegengewirkt werden. Gegen Gesetzesverletzungen einzuschreiten, sei Sache der Polizei, Glaser wurde gegen eine Kaution von 200 Pfund vorläufig auf freiem Fuß belassen. Man fürchtet, daß das Urteil von Beduinen als Aufmunterung, ihre Herden auf jüdischem Boden zu weiden, aufgefaßt werden wird. Erschwerung der jüdischen Einwanderung in Zypern? Aus London: Wie aus Zypern gemeldet wird, wurde dort ein Gesetz erlassen, durch das jeder Erwerb von Grund und Boden in Zypern von einer vorher zu erteilenden Erlaubnis des Gouverneurs abhängig gemacht wird. Die „Morning Post" gibt der Meinung Ausdruck, daß mit dem neuen Gesetz beabsichtigt sei, die jüdische Einwanderung nach Zypern einzuschränken, obwohl diese Einwanderung die wirtschaftliche Entwicklung der Insel gefördert habe. Verlangen Sie auch im Restaurant wie auch im KalTeehsus ausdrücklich „Preblauer Sauerbrunn", das ge. Wundheitsfördernde, erfrischende österreichische Mineral» wasser. 15.000 arabische Arbeiter in der jüdischen Wirtschaft Palästinas Wir haben in unserer letzten Ausgabe über die gefährliche Erscheinung des Ueberhandnehmens arabischer Arbeitskräfte in den jüdischen Kolonien und Unternehmungen in Palästina berichtet. Nun schreibt die Berliner „Jüdische Rundschau" zum gleichen Gegenstande: „Neben dem relativen Rückgange des landwirtlichen Sektors darf ein zweites Gefahrenmoment nicht übersehen werden: Landflucht und Eindringen arabischer Arbeiter in jüdische Wirtschaftsposition cn. Der jüdische Lohnarbeiter in der privaten Pflanzungszone betrachtete die Landflucht oftmals nur als eine besondere Form der Saisonwanderung, glaubte er doch, mit dem in der Stadt erzielten Verdienste nach einiger Zeit aufs Land zurückkehren und siedeln zu können. Diese Hoffnung erwies sich aber in den meisten Fällen als trügeriseh, und der jüdische Arbeitsplatz auf dem Lande wurde nur allzu schnell durch den arabischen Arbeiter besetzt." „Eine noch weit größere Anzahl von Arbeitsplätzen fiel den arabischen Arbeitern durch die gewaltige Vergrößerung der jüdischen Pflanzung sfläche zu. Allein die während der letzten drei Jahre erfolgte Bepflanzung von über 90.000 Dunam Orangenboden erforderte eine Neuanstellung von 7000 neuen Arbeitern, während der durch die Zertifikatspolitik der Mandatsregierung eingeengte jüdische Arbeitsmarkt jeweils nur wenige hundert Arbeiter liefern konnte. Während daher der Prozentsatz der landwirtschaftlichen jüdischen Lohnarbeiter (in den Kolonien) innerhalb der gesamten jüdischen Arbeiterschaft Palästinas sich von 16,3 Prozent im Jänner 1932 auf 8,9 Prozent im Juli 1934 vermindert hat, erreichte die Zahl der im jüdischen Pflanzungssektor arbeitenden arabischen Arbeiter mehrere tausend Seelen. Selbst diejenigen jüdischen Pflanzer, die unter normalen Umständen sich kategorisch geweigert hätten, ihre Wirtschaft durch nicht jüdische Arbeiter bearbeiten zu lassen, waren diesen Sommer nach langem, vergeblichem Warten gezwungen, arabische Arbeiter einzustellen." „Findet man auch arabische Arbeiter noch nicht in der jüdischen Industrie — was nicht zumindest auf den organisierten Willen des jüdischen Arbeiterkonsumenten zurückzuführen ist —, so sind bereits tausende arabischer Arbeiter in städtischen j ü d isehen Unternehmungen sowie auf dem Bau beschäftigt. Selbst in Tel-Awiw sollen bereits über 2000 arabische Arbeiter Arbeit gefunden haben. Insgesamt zählte man im Herbst dieses Jahres in der jüdischen städtischen und ländlichen Wirtschaft 10.000 b i s 15.000 arabische Arbeite r." „Daß bei dem allem eine fast völlige Verdrängung jüdischer Arbeitskräfte aus der Staatswirtschaft und den öffentlichen Arbeiten erfolgen mußte, aus Plätzen, um die wir j a h r c lang gekämpft haben, liegt auf der Hand. Die jüdischen Arbeiterorganisationen waren infolge der beschränkten jüdischen Arbeitereinwanderung nicht in der Lage, entsprechende jüdische Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, übernommene Aufträge mußten daher vielfach annulliert, manche wichtige Straßenbauprojekte um mehrere Monate verschoben werden. Die diesbezüglichen Verpflichtungen der Regierung blieben u u f d e m P a p i c r." Tel-Awiw (Palnews). Im Anschluß an die in den letzten Mitteilungen über die mit Deutschland schwebenden Verhandlungen über den Orangenexport nach Deutschland erfahren wir aus zuverlässiger Quelle, daß es noch immer nicht gelungen ist, zu einem Abkommen mit Deutschland zu gelangen. Die hauptsächlichsten Schwierigkeiten bestehen in der Frage der Bezahlung in Devisen. Trotz aller Bemühungen der Citrus Exchange lehnt die deutsche Regierung es ab, den deutschen Importeuren irgendwelche W\ fjtö)tifd)cn Seftötoerüen mtfc ®öiJf* [djmcrjcu voiüt 2ogol rafd) unb [td)cr. ^rcis S 2.40. %n allen Stpoihcfcu öes unb Sluslan'oes crfyäliltcf). Sinb 31)nen S 2.40 sutuel, tnenn 6ie Sljre Sdjmcraen Iostnerben fömtcit? (Sin ÜSerjud) überfleugt! gfragen Sie üj>f)rcu silräi. Devisen zur Bezahlung palästinensischer Orangen zur Verfügung zu stellen. Das einzige Zugeständnis der deutschen Regierung besteht darin, daß sie den deutschen Importeuren palästinensischer Orangen das Recht gibt, von deutschen Exporteuren nach Aegypten, Indien und dem Fernen Osten 50 Prozent der eingehenden Devisen zu kaufen und mit diesen Devisen die Mark-Guthaben palästinensischer Orangenexporteure zu konvertieren. Dieser Prozeß des Devisenerwerbes zugunsten der palästinensischen Orangenexporteure ist aber so schwierig, kompliziert und mit Risiken vei*bunden, daß keine großen Hoffnungen auf ihn zu setzen sind. Außerdem würde er den Orangenpreis in Deutschland sehr stark — um mehr als ein Drittel — verteuern, da die deutsche Regierung ver- | langt, daß den deutschen Exporteuren nach Aegypten, j Indien und dem Fernen Osten von Orangen-Importeuren für die erworbenen Devisen eine 28prozentige Exportvergütung gezahlt wird und noch sonstige Spesen in Höhe von 7Prozenthinzukommen. Diese Orangenpreisverteuerung würde den Absatz von Jaffa-Orangen in Deutschland sehr erschweren, fast unmöglich machen. Nach dem vor etwa sechs Wochen zwischen England und Deutschland abgeschlossenen Zahlungsabkommen haben die unter britischer Oberhoheit stehenden Länder das Recht, daß die dort getroffenen Devisenzahlungsbestimmungen auch auf sie angewendet werden. Nach diesem Abkommen ist Deutschland verpflichtet, 55 Prozent der für Käufe deutscher Waren seitens England und unter englischer Oberhoheit stehender Länder gezahlten Devisen englischen und unter englischer Oberhoheit stehenden Exporteuren zur Bezahlung ihrer Lieferungen zur Verfügung zu stellen. Nach diesem Vertrage wäre Deutschland verpflichtet, den deutschen Importeuren palästinensischer Orangen die im Vertrage festgesetzte Devisenquote zur Verfügung zu stellen. Die deutsche Regierung weigert sich jedoch, für den Import palästinensischer Orangen die dem deutsch-englischen Palästina-Reise Reisedauer nur 2Tage mit dem schnellsten Dampfer d. Welt Gefellschaftsreise durch Nordisches Reisebureau Reiseleitung: N. M. Racker, Wien i, Oraben 10, l'elefon R-24-2-31 ] Abfahrt: 8. März 1935 ab Neapel. Oampfer .Rex" (51.000 Tonnen) Pf eis: Tour - retour Neapel — Haifa — Neapel S 418.—;mf\varU j frühere Fahrttrmine 7. Februar 1935 .Roma" 22. Februar 1135 „Conte dl Savuya* I splitere Fahrlermlne: 23. Mär* 1935 „Conte dl Savoya" \ 8. April 1935 „Saturnia" Sichern Siesich bei uns gute Kabinen! TINA

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