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Die neue Welt · 1934-12-04 · Heft 419 (4.12.1934) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 419 (4.12.1934)
Date
1934-12-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 419 DIE N"EUE WELT Seite 3 Der Jsidi'sche Weltkongreß findet 1935 §tattl Mit Bezug auf die Gerüchte, daß d>r Plan des Jüdischen Weltkongresses aufgegeben sei, berichtet die J. T. A. aus Paris: Das „Exekutivekomitee de« Comite des Delegation» rluives und das Exekutivekomitee für den Jüdischen Weltkongreß" teilt uns mit: Die Beschlüsse des Administrative Committee des .American Jcwish Congress stellen keinesfalls eine Preisgabe des Gedankens des Jüdischen Weltkongresses dar, wie die Presse es mehrfach dargestellt. Die Beschlüsse sind vielmehr dem Wunsch entsprungen, den Weltkongreß möglichst umfassend und repräsentativ zu gestalten. Diesem Zwecke dienen die Verhandlungen mit dem American Jewish Committee, der Bne Briss und anderen jüdischen Organisationen in Amerika, die sich bisher nicht für den Weltkongreß ausgesprochen haben, und zwar sollen diese Verhandlungen bis zum 1. Februar 1935 Frankreich und die jüdischen Minderheiten Aus Paris (J. T. A.): Am Schlußbankett des Kongresses der Internationalen Liga gegen den Antisemitismus hielt der frühere Ministerpräsident Paul- Boncour eine Rede, in der er daran erinnerte, daß Frankreich im März 1933 auf Grund eines Begehrens der Juden in Oberschlesien den Völkerbund eingeladen habe, sich mit den Rechten der jüdischen Minderheiten zu befassen. Trotzdem seien In einem Staat Maßnahmen ergriffen worden, von denen zu unrecht behauptet wird, daß sie eine vollkommen innere Angelegenheit seien und die anderen Länder nichts angingen. Paul-Boncour erklärte, daß er für den internationalen Kampf gegen den Antisemitismus eintrete, weil dieser Kampf in seinen Augen nichts anderes sei, als ein Teil des Kampfes gegen die Erschütterung der Rechtsauffassung. — Die Rede Paul- Boncours wurde durch Rundfunk Übertragen. Keine Sondermaßnahmen gegen jüdische Einwanderer In Frankreich Aus Paris: Von amtlicher Seite geht der J. T. A. folgende Mitteilung zu: „Im Ausland kursieren Meldungen, denen zufolge gewisse in Frankreich durch Gesetzgebung oder administrative Verordnung getroffene Maßnahmen gegen die hier lebenden jüdischen Einwanderer gerichtet oder auf antisemitische Gedankengänge zurückzuführen sein sollen. Für eine solche Auffassung besteht keinerlei Grund. Es handelt sich hier anscheinend nicht nur um Uebertreibungen, sondern es liegt der Wunsch zugrunde, darzutun, daß selbst das freiheitlichste und duldsamste Land Europas die Notwendigkeit einer Art von „S chut z" vor den Juden erkannt habe. Es gibt keine einzige von den französischen Behörden getroffene Maßnahme, die gegen die Juden, seien es eingewanderte fremde oder einheimische, gerichtet wäre. Die in bezug auf die Arbeit von Ausländern in Frankreich getroffenen Maßnahmen sind ausschließlich mit Rücksicht auf die steigendeArbeitslosigkelt in Frankreich beschlossen worden und finden gegenüber allen Ausländern, gleichgültig welcher Nationalität oder welchem Glauben sie angehören, Anwendung. Antijüdische Diskriminierung gibt es in Frankreich auf keinem Gebiete, weder de jure noch de facto. Hinzuzufügen ist, daß die Behörden jeden Einzelfall, in dem eine Ausnahme von der allgemeinen Regel möglich sein könnte, auf das sorgfältigste prüfen und größte Weitherzigkeit aus Gründen der Menschlichkeit walten lassen. Aus Griechenland Erregung unter den Juden Aus Athen: Die Erregung unter den griechischen Juden wegen des Kommuniques des Kultusministeriums, in welchem fälschlich behauptet wux-de. daß ein Fest der jüdischenJugendin Serres zu einer a at ipatriotischen Kundgebung ausgenutzt wurde, hält an. Der Präfekt und der Militärkommandant von Serres erklärten einer Abordnung der Judengemeinde, daß ihnen nichts über eine antipatriotische jüdische Kundgebung bekannt ist und daß sie die diesbezüglichen Behauptungen im Regierungs-Kommuniqu6 beklagen. Das Präsidium der Jüdischen Gemeinde Serres sandte ein Telegramm an den Ministerpräsidenten Tsaldaris und an den Kultusminister, in welchem gegen die falschen antijüdischen und antizionistischen Behauptungen im Regieruags-Koramunique protestiert und eine offizielle Untersuchung und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Natur der antijüdischen Belange gefordert wird. Die Salonikier jüdische Zeitung „Aktion** weist darauf hin, daß das irreführende Kommunique des Kultusministeriums der antisemitischen Propaganda in Griechenland neue Nahrung gegeben hat und fordert die Einberufung eines Kongresses der jüdischen Gemeinden Griechenlands zur Abwehr der antisemitischen Gefahr. Der Kongreß soll einen Gemeindeverband schaffen, der das Judentum gegenüber der griechischen Oeffentlicbkcit und der Regierung repräsentieren, jüdische Aufbauarbeit leisten und antisemitische Angriffe abwehren soll. Die jüdischen Gemeinden In den kleinen Städten, schreibt die Zeitung, sind beute vollkommen scnutsloa und willkürlichen Angriffen preisgegeben. u b g e r c h 1 o s s e i) w erden. Sollten die Verhandlungen in Amerika zu keinem Ziele führen, so würden die in den Wahlen am 28. April 1935, die unter allen Umständen in Amerika stattfinden, gewählten Delegierten des American Jcwish Congress die amerikanische Vertretung nun Weltkongreß designieren. Wie sich daraus ergibt, betreffen die Beschlüsse des American Jewisli Congress sowie die bevorstehenden Verhandlungen mit den anderen amerikanisch-jüdischen Gruppen überhaupt nicht die Kongreßbewegung in Europa und in den anderen überseeischen Ländern. Die europäischen Vertretungen zum Weltkongreß werden in unveränderter Weise auf Grund der auf der Genfer Jüdischen Weltkonferenz gefaßten Beschlüsse gewählt, das heißt iu demokratischer Form. Der Weltkongreß wird 1935 einberufen werden. Das Exekutivekomitee wird weiterhin alle Vorbereitungen zur Durchführung der Wahlen in den verschiedenen Ländern fortsetzen. „Near East and India" über die Zurückstellung des Parlaments-Planes Aus London: „Near East and India", das Organ des Britischen Kolonialamtes, führt in einem Bericht aus Jerusalem die Meldungen über einen angeblichen Entschluß der Palästinaregierung, vorläufig nicht an die Verwirklichung des geplanten Legislative Council heranzugehen, auf die Neuorientierung der arabischen Politik nach der Niederlage des früheren Bürgermeisters von Jerusalem, Raghed Bey Nashashibi, bei den letzten Stadtratswahlen zurück. Diese Niederlage habe auch dazu geführt, daß die Anhänger der Nashashibi-Partei, mit deren Beteiligung am Legislative Council die Regierung gerechnet hatte, jetzt nicht mehr bereit sind, in eine solche Körperschaft einzutreten. Es sei somit im Hinblick darauf, daß jetzt nicht nur die Juden, sondern auch die Araber gegen die Einsetzung des Council sind, eine völlig neue Situation geschaffen worden. i, Wollzeile 17 * Tel. R-21-2-16 KREUZ-KBNO Das Zeichen der Vier Der neue Sherlnctt- Holmes-Füm nach dem bekannten Krimlna roman von Cnnai Doy'o Vorstellungen: 4,^6,%«, ttIO Die Allgemeinen Zionisten Palästinas fordern Koalitions-Exekutive Aus Jerusalem (J. T. A.): Die in Tel Awiw abgehaltene Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas hat eine Reihe von Resolutionen zur zionistischen Politik gefaßt. Die Konferenz protestiert gegen den Plan der Einsetzung eines Legislative Council und gegen die Einwanderungspolitik der Palästinaregierung. Sie begrüßt die zwischen Ben Gurion und Jabotinsky in London getroffenen Vereinbarungen zur Befriedung der zionistischen Bewegung. Schließlich fordert die Konferenz die Einsetzung einer aus Vertretern aller zionistischen Gruppen bestehenden Koalitions-Exekutive zur Leitung der Zionistischen Weltorganisation. Die englischen Reedereien und Palästina Aus Jerusalem. (J. T. A.) In einer Versammlung des Direktoriums der Palestine British Trade Association in Tel Awiw erklärte Colonel F. H. Kisch, er habe während seines kürzlichen Besuchs in England die Aufmerksamkeit des Pai'lamentssekretärs beim Board of Trade Dr. Leslie B u r g i n darauf gelenkt, daß die englischen Schiffsgesellschaften bis heute keinerlei praktischen Schritt unternommen haben, aus dem ReiseverkehrnachPalästina Nutzen zu ziehen, während Reedereien mehrerer europäischer Länder und der Vereinigten Staaten viel Initiative nach dieser Richtung entfalten. Eine Belebung des palästinensisch-britischen Schiffsverkehrs würde auch dadurch eintreten, wenn Palästina in die Imperial Preference eingeschlossen wäre und seine Orangen zollfrei nach den Ländern des British Empire bringen könnte. Aus Polen Not der Studenten — 700 Studenten belagern die Jüdische Gemeinde. Aus Warschau: 700 jüdische Studenten, die nicht imstande sind, die Inskriptionstaxen für das laufende Semester zu bezahlen, zogen korporativ zum Hause der Jüdischen Gemeinde, wo sie sofortige Hilfe verlangten, um nicht ihre Studien unterbrechen zu müssen. Während die Studenten die Büros der Gemeinde belagerten, fand eine außerordentliche Sitzung der Gemeindeverwaltung statt, die äußerst stürmisch verlief und in der den Studenten ein Sonderbetrag von 5000 Zloty, ein völlig unzureichender Betrag, bewilligt wurde. Starke Polizeiabteilungen verdrängten die Studenten aus dem Gemeindehaus. Es wurden keine Verhaftungen vorgenommen. Neue Form des Boykottkampfes. Aus verschiedenen Städten der polnischeu Provinz treffen Meldungen ein, daß der Boykottkampf der jetzt unterirdisch arbeitenden Radikal-Nationalen gegen den jüdischen Handel immer schärfere terroristische Formen annimmt. In Kiele haben unerkannt entkommene Huligans Stinkbomben in mehrere jüdische Geschäfte, Kinos und in die Lokale gesellschaftlicher Institutionen geschleudert, wodurch Waren und Inneneinrichtung wertlos gemacht wurden. Zwei christliche junge Leute, die eine Flasche mit stinkender Flüssigkeit in den Obstladen von Hirsch Mlnz geschleudert haben, konnten verhaftet werden. Eine Abordnung der Jüdischen Gemeinde ersuchte den Starosta von Kiele, energischere Maßnahmen gegen die Boykott-Terroristen zu ergreifen. In Wawrze bei Warschau wurden 13 Radikal- Nationale verhaftet, die beschuldigt werden, eine Bombe in die Apotheke des Juden Grünberg geworfen zu haben, Di« vorzüglichen, «reflen Luxusicttiff« „GERUSAIEMME" und „PILSMA" der direkter Eillinie TRIEST - JAFFA des LLOYD TR1ESTINO Abfahrten;eden Mittwoch um 13 Uhr führen nur eine erste und eine Touristenklasse Auch in der Touristenklasse höchster Komfort (zwei und mehrbettige Kabinen) und täglich vier sehr gute Mahlzeiten Auskünfte Lloyd Triestino,Wien I, Kärntnerring 6,Tel.U>47*5>60 durch die der Apotheker Grünberg sehr schwer verletzt wurde. Die Verhafteten haben auch in die Wohnung des Juden J. Friedmann eine Bombe geschleudert, durch die die Wohnung zerstört wurde. Juden§laat§partei Oesterreichs Versammlungskalender Judenstaatsjugend: Dienstag, 4. Dezember, ^9 Uhr, Judenstaatsheim, I., Werdertorgasse 14. Beginn der Seminare. I. Zyklus: „Jüdische Geschichte." Vortragender: Viktor Rosenfeld. XIII. bis XV. Bezirk: Dienstag, 4. Dezember, J49 Uhr, „Esra-Heim", XV., Schanzstraße 32. Vortrag: „Der Judenstaat." Redner: Dr. Ernst Max. ^(M^WW^W»W^<MWWMjW¥WM>» Mittwoch, 5. Dezember, entfällt die Versammlung in der Werdertorgasse 14. M^(l»^W¥tfWWWWW WWWWAWNW^ Prater: Donnerstag, 5. Dezember, Uhr, Judenstaatspartei, II., Kleine Zufahrtsstraße 166 (Haltestelle Molkereistraße). Vortrag: Jüdische Landespolitik und Judenstaatspartei. Redner: Hans Kolb. Studentenklnb: Donnerstag, 5. Dezember, }<|9 Uhr, Judenstaatsheim, I., Werdertorgasse 14. Studentenversammlung. Kaisermühlen: Samstag, 8. Dezember, Ja9 Uhr, im Jüdischen Kulturverein Kaisermühlen, II., Schüttaustraße 45. Vortrag: „Judennot und Judenstaat." Redner: Rabbiher Dr. I. Z. Kanner und Dr. Ernst Max. XX. Bezirk: Montag, 10. Dezember, Caf6 Neptun, XX-, Gaußplatz 7. Thema: „Judennot und Judenstaat." Redner: Dr. S. Wolf und Theodor Grubner. IX. Bezirk: Dienstag, 11. Dezember, Cafe' Promenaden, IX., Roßauer Lände 27. Thema: „Galuth und Palästina." Redner: Dr. S. Wolf ünd Hans Kolb. Der Studentenklub der Judenstaatspartei veranstaltet vom 23. Dezember an in der Dauer von einer Woche einen Skikurs in Türnitz (Türnitzer Tauern). Für Anfänger und Fortgeschrittene! Skilehrer steht gratis zur Verfügung. Skier werden gegen geringe Gebühr gelieheu. Dauer: eine Woche (ab 38. Dezember). Kosten: S 41.— (sämtliche Spesen inbegriffen) . Anmeldungen: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 bis 9 Uhr abends im Judenstaatsheim, L, Werdertorgasse 14. Landeskonferenz der Jtidensfaatspartei Oeslerrpschs Am 5. und 6. Jänner findet in Wien die Landeskonferenz der Judenstaatspartei Oesterreichs statt, an der voraussichtlich außer dem Mitglied des Exekutivkomitees Ing. Robert Stricker, die Mitglieder der Exekutive Meir Großmann und Richard Li cht heim Referate halten werden. Iu den Kreisen der österreichischen Judenstaatspartei werden alle Vorbereitungen getroffen*, diese Landeskonferenz, an der aus der österreichischen Provinz und aus dem Ausland zahlreiche Vertreter teilnehmen werden, zn einer großen Kundgebung des Herzl-Zionismus zu gestalten. Nähere Mitteilungen werden noch verlautbart. ludisches im Radio Dienstag, den 4. Dezember: 18 Uhr Warschau (1345 m): Kammermusik aus Wilna. H. Solomon (Geige) und A. Katz (Cello). Mittwoch, den 5.Dezember: 18.15 Uhr Warschau (1345 m): Violinkonzert von St. Frenkel. Nr. 3: Nigun von Ernest Bloch. Donnerstag, den 6. Dezember: 22.30 bis 23 Uhr Midland-Regional (491,1 m): Musik und dramatische Szenen. Von Esta Stein und ihrem Ensemble „The Yiddish Chauce Souris Company". Freitag, den 7. Dezember: 13 bis 13.30 Uhr Radio-Paris (1648 m): Aussendung von der „Voix d'Israel". — 20.30 bis 21 Uhr West-Regional (307 m): Musik und dramat. Szenen. Esta Stein mit ihrer „The Yiddish Chauce Souris Company". wmmmmmmmBmm&Mmmmmmanmmmmmm FESTSAAL IM INDUSTRIEHAUS WIEN 1, SCHWARZKNBSRGPLATZ Nr. 4 Mittwoch, 5. Dezember 1934, 8 Uhr abends Jüdi§eher Liederabend Josef F.euer, der bekannte Interpi et des }üd. Volksliedes Chanukah-Llchtzünden unter Mitwirkung des Männer« chors des füd. Gesangvereines. Leitung Israel Brandmann. Hebräische u. jOdlsehe Volkslieder. Am Klavier Gideon May Karten im Vorverkauf bei: lüdische Kunststeüe, Ii. AspernbrilckenRSsse 2 - Bucbhandlu' g Mostt Rath. II labms'rane?0 Kni'Hnns Brüder -chi'lman». II Taboiftiate 4f

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