Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 410 (2.11.1934)
- Date
- 1934-11-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE tfEtflü WELT Nr. m ^«i!i-ra:jii»n;iii^*iHiTnautinf nttnTniittutu!nniritrtHtn >nnii«iin ihihuhi» r??:f!NinHjn:;iHi"iTii; inn;i:r!fii^^ 1 Judenslaatspartei, Gruppe Mariahilf'/"Neubau j t] Mittwoch, 7. November, 7,9 Uhr, Cafe Patria.?i Mafiühtlferstiaße 127 | 1 %/ERSAMMLUNG | | W THEMA : Jugendnot - Judennot ■ Palastina | jp Redner: :-: I Theodor Grubner. Rabbiner Dr. I. Z. Kanner. j I fVfts Sperling i | Freier EintrittI Kein Konsumationsiwang! | ä.'^^.^^li'iiiW^ Von der Judenstaatsparf ei Versarnrnfurigskdlerider Samstag. 8. November, halb 9 t'hr abends, Festeaal Hotel Continental» II. Taborstraße: „Balfoui,'Grdcttktng";„Da» Schiekfuil des Zionismus seit der Balfour-Doklaratlon." Redner: Rabbiner Dr. J. Z. Kauner. Fritz Richter, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. Sul. Wolf. Mittwoch, 7. November, Judenst-aatsheim, 1., Werdertorgosse U: Rabb. Dr. J. Murmelstein: „Verfassungsfragen im alten Judenstaat." M i 11 >v och, 7. November, halb J) (Tiir abends, Caf6 Patrio, VI., Mariabllferstraße 137: Thema: „Jugendnot — Judennot — Palästina." Redner: Gustav Sperling, Theodor Grubner, Rabb. Dr. J. Z. Kanner. Donnerstag, 8. November, halb D Uhr abends, n., ätuwerstraße 25: „Der Weg der Judenstaatspartei." Redner: Fritz Richter. Brifh Hakanaim Die Leitung teilt mit: Die Balfour-Feier des Barak findet Samstag, den 3. November 1934, um ^6 tThr Im Heime, DI., Untere Augartenstraße 38, statt. Es sprechen der Sgan Hamefaked Viktor Rostnleld und Rosen tiodud Karl Fränkl. Anschließend nimmt der Sgan Hamme faked die Prüfungen über den Stoff des „Derech Aleph" vor. * Zur Baltour-Feier der Judenstaatspartei am Abend Im Hotel Continental stellt der Brith Hakanalm zwei Piugoth für den Ordnerdienst. Alle übrigen Barkalm und Barkaoth haben ohne Unlförmbluso zu erscheinen. * Spreehstunde des Mefaked arzi Dr. I. Z. Kanner Jeden Samstag von h'8 bis K;7 im Heim der Judenstaatspartei, I. Werdertorgasse 14. Bezirkugruppe Marl»hilf-Neubau. Am 23. Oktober fand im Caf6 Pat ria die erste Bezirksversammlung der Judenstaats- Partei Im heurigen Jahre statt. Vor einem überauH zahlreichen Publikum sprachen Herr Fritz Richter und öberbaurat tng. Robert Stricker Uber die Lage im Zionismus und erläuterten das Programm der Judenstaatapartei. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen und Zahlreiche Beitritte zeigten den Erfolg auf. Anschließend fand die Konstituierung der Be^irkßgruppfc ntatt. Vor allem wurde die Bezirksleitung gewählt, der außer dem bisherigen Bezirksleiter M. Pollak die Herren J". Speyer, Hehn-Ich Deutsch, Iaidor K i m m e 1. Abraham Schächter. Salomen G e 11 n e r und Robert T c r n e r angehören. Aua dem umfangreichen Arbeitsprogramm sei vor allem die Abhaltung der HebrälBchkurec erwähnt, die in allernächster Zeit im neugeschaffenen Beairksheim ihren Anfang nehmet». Bezirkbgruppe Prater. Die Arbeit der vor kurzer Zeit gegründeten Bezlrkagruppe der JfudCöstaatspartel hat sich In intensivster Weiße entwickelt. Trotz der Kürze dea Bestanden zahlt die Gruppe bereit» über sechzig Mitglieder, außer der unter der Leitung des Gg. Gustav Sperling .stehenden Jugendgruppe. Diu Bezirksgruppe befindet »Ich im Vereinsheini Esra, II., 3tuwer«traße 25, wo Montag. DlenBtag und Donnerstag um 8 (ihr abends die Zusammenkünfte stattfinden. Jeden Donnerstag werden Vorträge gehalten; sie weisen zahlreichen Besuch auf. Samstag, den 20. Oktober, fand im Restaurant ,,R aflf ahrer" die erste große Versammlung statt, die einen Massenbesuch von zirka »300 Personen aufwies. Die Referate wurden von den Herren Rabbiner Dr. Kanner, Yr'iti Richter und Oberbaurat Ing. Robert Stricker gehalten uftd fanden stürmischen Beifall. Donnerstag, den S. Hovembar. hjUt Herr Fritz Richter im Judenstaatshein» 'II.. StuwMstrafle 25) einen Vortrag Uber den Weg der Juden- Etaatapartei. Der Beginn des Hebrttißchkursea, der unter der Leitung des Herrn Benno Bbenstein ateht, beginnt Montag, den 5. November, um 8 Uhr abends. Anmeldungen Im Zentralsekretariat der .Judenatautypartei (I., Werdertorga«se 14) oder Tl.. StutVeratraüe 2.x Cunard Line. Rabbi Salomon Friedländor aus Budapest iet in Begleitung seines Sekretärs, Mr. Salomon Klein, nach einem kurzen Aufenthalt in Wien heute nach Paris weitergerelst, wo er «ich biß 7. November aufhalten wird, um am gleichen Tage sich in Cherbourg in dem Cunard-Expreßschiff „Berengaria" nach New York einzuschiffen. Unsere jüdischen Leser werden auf die jüdisch« Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E Palästina * Reisende linden cn Tel-Aviv, AdiadhrHaain* Str. 32/ im "103 Hotel ,Talpio(h' das europäisch geführte Haus mit allen Bequemlichkeiten in ruhiger Lage im Zentrum der Stadt gelegen. Gut und modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser. Großer schattiger Garten mit Liegestühlen. Wiener Küche. Aufmerksame Bedienung. Sitz der Austro - Palästinensischen Handelskammer und der y^tachduth Olei Austria. £*5 50ffJaImJubilaum der Kdttowilzer Konferenz Am fl. November jährt »ich zum fünfzig» tonmal der Tag der Eröffnung der in Kattowitz abgehaltenen ersten Choivowe-Zloii-Ko n fere n i, die in der Geschichte des Zionismus als „Kattowitzer Konteren z" bekannt ist. An dieser Konferenz hatten unter dein Vorsitz des Verfassers der „A utocmanzipn tio n", Dr. Leo T i n s k e r, und Rabbi Mohiicwcr» 36 Delegiert« aus verschiedenen Ländern teilgenommen. Das Ergebnis dieser Konferenz, die bis zum 11. November dauerte, war die. Bildung des „Komitees zur Unterstützung der jüdischen Landwirte in P a 1 ii s t i n a". Im Hinblick auf diu historische Bedeutung der Kattowitzer Konferenz, die in der zionistischen Bewegung als die erste Etappe des organisierten Kampfes um die jüdische Erneuerung in Palästina gewertet wird, veranstaltet dio Kattowitzer Zionistiseho Vereinigung am 4. November Gedenkfeiern, bei denen u. a. der Voraitzeundc des Jüdischen Parlamentsklubs, Abgeordneter Dr. Thorn, der Präsident des Weltverbandes der Allgemeinen Zioidsten, Dr. J. S o h w a r z b a r d, und das Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees Joachim Noiger Ansprachen lullten werden. DAriEN- WIENEfWALD- STfEF&L M'LEDER- FUTTER BEJJTELZUNGt WERREN- WIENER- Nx/ALD- STIEFEL M LEDE FUTT6 SEUTEkZUNÖC CROUPON- SOHLE KREUZ-KINO Sport — Rekorde i, Wollzeile 17 - Tel. R-21-2-16 _ CfoncaiiAntt Vorstellungen: aensation.. fti %6| ya8i y„10 Mußte das § ein? Aus D a n z i g wird gemeldet: ' „In dem internationalen Plng-Pong-Ländcrsplei Deutschland-Pole n,' bei dem die polnische Mannschaft ausschließlich aus jüdischen Spielern, und zwar den Mitgliedern der Lemberger »Hasmonäa* Ehrlich und Löwenherz und den Mitgliedern des Tarnower jüdischen Sportklubs .Simson' Klein und Gitck bestand, blieb dio polnische Mannschaft mit 7 :2 siegreich." * Wir haben in unserer letzten Nummer die Vormeldung dieses Länderspiels gebracht und die Erwartung ausgesprochen, daß es doch möglich sein v/erde, die jüdischen Spieler aus Polen davon abzubringen, mit Hakenkreuzlern anzutreten, d. h. mit Menschen in gesellschaftliche Beziehung zu treten, welche auf dem Standpunkt stehen, daß alle Juden zu vernichtendes Ungeziefer sind. Unsere Erwartung wurde leider enttäuscht! Vielleicht gibt es Juden, die noch stolz und froh sein werden, weil Juden über H a k cnkreuzlcr „gesiegt", weil sie es „ihnen gut gegeben haben". Diese schäbige Freude ist mit einem guten Stück jüdischer Ehre zu teuer bezahlt. Serbisch-Romanisches Weinbaus M II, Taborstraße 18, Im Hotel National H Alle ORIENTALISCHEN SPEZIALITÄTEN am Rost und Spieß Die Bluthetze Julius Streichers Aus Nürnberg: Das Oktober-Heft des von Julius Streicher herausgegebenen „Stürme r" trägt am Kopf die RiesenUberachrift: „Paul Grüneberg, der Judenmetzger von Gelsenkirche n". Damit wird eine gefährliche Hetze gegen eine Reihe jüdischer Bürger eingeleitet, die unter Angabe der genauen Wohnadresse dem Zorn des Pöbels ausgeliefert werden sollen. Streicher erzahlt, daß die jüdischen Metzger v e rf a u 11 e s Fleisch an die Christen verkaufen, und illustriert dies durch eine Reihe gefälschter Zitate aus Talmud und R a a c h i, wonach das unreine Fleisch, statt ea den Hunden vorzuwerfen, den Nichtjuden zu geben sei, da „der Hund mehr zu ehren ist als der Nichtjude." Unter der Ueberschrift „Ritualmord?" schreibt Christa Maria Rock in der gleichen Nummer des „Stürmer": „Der .Uckermärker Kurier' vom 23. März 1028 und ,Das Deutsche Tageblatt' vom 30. März 1928 berichten von dem spurlosen Verschwinden des 13jährig;en, blonden, blauäugigen Knaben GUllo aua Prenzlau. Da die Leiche nicht zu finden war, tauchto das Gerücht auf von einem Ritualmord. Die Eltern erhielten auch eine Karte mit der gleichen Behauptung. Diese Karte ohne Unterschrift hat ein Jude den a r m o n Eltern abgeschwindelt, um sie angeblich der Berliner Kriminalpolizei vorzulegen und dann wieder zurückzugeben. Selbstverständlich geschah beides nicht; dem Juden war es anscheinend nur darum zu tun, eine Spur zu verwischen." Aus Paris: Dem „Pariser Tageblatt" wird aus München berichtet: Im Konzentrationslager Dachau wurde vor kurzem der jüdische Prokurist Erich Gans aus Nürnberg erschlagen. Eine Urne mit Asche ist seinen Angehörigen durch dio Post zugestellt worden. Mit iffMBUffi ll-TABOß STRASSE-4& ihm ist der neunte jüdi sc h e Gefangene aus der Stadt Streichers in Dachau getötet worden, vier weitere befinden sich noch im Lager ohne Hoffnung auf Freilassung. Für die verfolgten religiösen Funktionäre in Rußland* Aus Warschau: In der letzten Sitzung des Zentralrates des Polnischen Rabbinerverband e s kam die katastrophale Lage der jüdischen religiösen Bevölkerung in Sowjotrußland zur Sprache, und es wurde beschlossen, den Lubawitscher Rebbe Rabbi Sehneursohn und den Wilnaer Gaon Chaim Oser Gn> dzenski zu ersuchen, gemeinsam eine Weltaktion zugunsten der Juden in Sowjetrußland, insbesondere der verfolgten Rabbiner und sonstigen religiösen Funktionäre, einzuleiten. Ferner wurde beschlossen, scharfen Protest gegen die von den Nationaldemokratcn in Polen getriebene Hetze gegen die rituelle S c h ä c h* tung zu erheben. J. T. scher jüdi Eine Riditfgstellung Wir brachten vor kurzem eine Meldung der A. aus Lemberg über eino Klage, welche ein jüdi- Advokat, Dr. Berger, unter Berufung auf die sehen Minderheitsrechtc gegen den polnischen Staat angestrengt hat. Gegenstand: Doktor Berger wurde aus der Advokatenliste gestrichen, weil er sich geweigert hatte, am Sabbath vor Gericht zu erscheinen. Wir erhalten hiezu ein vom Präsidenten und Vizepräsidenten (Jude) der .Lemberger Advokaten k a m m e r gezeichnetes Schreiben, in welchem es heißt: „In Ihrer werten Zeitschrift (Oktober 19^4, Nr. 404) fanden wir die Meldung über eine von einem Dr. Berger (Krakau) gegen den polnischen Staat fmgestrengten Klage auf Entschädigung im Betrage von 600.000 Zloty. Die Meldung beruht auf einer direkt uöswilligen Irreführung der Redaktion, weshalb wir uns gestatten, den wahren Sachverhalt vorzulegen. Dr. Simon Berger (nicht David) wurdo nach mehrmaliger disziplinarer Vorbestrafung im Jahre 1933 wegen neuerlicher Vergehen, u. a. wegen hinterlistiger Erschleichung der Eintragung in die Liste der \dvokaten in Sambor zur Verantwortung gezogen und i*echtskräftig zur Streichung von der Liste verurteilt. Von einer Verurteilung dafür, daß sich Dr. Berger geweigert hätte, am Sabbath vor Gericht zu erscheinen, ist absolut keine Rr:de. Das wäre in unserer Kammer, Überhaupt im polnischen Staate, undenkbar. Jahrzehntclanger Praxis unserer Kammer entsprechend, war die gegen Dr. Berger anberaumte' Diszipiinarverhandlung für den Samstag ausgeschrieben, da dies der einzige Tag in der Woche ist, an dem unsere Kollegen von Berufsarbeit freier sind. Dr. Borger erschien bei der Vorhandlung, verteidigte sich regelrecht und erhob nicht die mindeste Einwendung dagegen, daß die Verhandlung am Samstag geführt v/erde. Auch gegen die Anberaumung der Verhandlung in zweiter Instanz in Warschau auf einen Samstag hat Dr. Berger keine Einwendung erhoben. Wahr ist nur, daß Dr. Berger im Kreisgerichte In Krakau eine Klage wegen Zahlung einer Entschädigung von 600.0»,^ £loty einbrachte, jedoch nicht gegen den polniscnen Btaat, sondern gegen einige Kollegen, die in erster und zweiter Instanz als Richter am Disziplinarverfahren Anteil nahmen, sowie gegen die Advokatenkammer in Lwöw und den Oberrat in Waschau, Die Zumutung, daß Dr. Berger verurteilt wurde, weil er am Samstag vor Gericht nicht erscheinen wollte, ist direkt unsinnig. Für die Advokatenkammer in Lwöw: Dr. Zdzislaw Stauklcwicz, Dekan; Dr. Moses Dogilowski, Vizcdekan." Das altbewährte, beliebte österreichische Mineral* wasser „Prebluuer Sauerbruim" ist in allen Apotheken, Drogerien und Lebensmittelgeschäften erhältlich. Das moderne praktische Uhrbuoh zum Selbstunterricht Lerne Hebräisch von I n t BEN-CHAVIV ersehe Das beste Lehrbuch aller Zeiten! 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