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Die neue Welt · 1934-10-19 · Heft 406 (19.10.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 406 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 406 Mietzinse in Palästina Ueber Auftrag der Palcstine Economic Corporation In New York hat Dr. Alfred Bonne eine Untersuchung über das Wohnungsbauproblcm in Palästina angestellt. Ueber Mietzinse gibt der Verfasser folgende Daten (der deutschen Uebersetzung der Wiener Revue „Palästina-1 entnommen): Die Bewegung der Mieten. Seit nahezu zwei Jahren ist die früher sehr Haue Stimmung für Wohnungen speziell in Tel- A w i w und Haifa abgelöst worden durch eine anfangs noch relativ langsame, dann aber stürmische Nachfrage nach Wohnraum. Die Folge dieser Nachfrage, eine allgemeine Erhöhung der Wohnungsmieten auf oft bis 50 Prozent der früh cren Mieten hat zu Gegenmaßnahmen und Protestbewegungen geführt, denen indes bisher nur ein geringer Erfolg beschieden war. Die an sich begrüßenswerte Initiative der Regierung in der Verkündung eines Höchstmietengcsetzes hat ihre Wirkung dadurch erheblich eingebüiät, daß es sich nicht auf Neubauten bezieht, so daß also der Neueinwanderer, der gern in einem Neubau wohnen will, tatsächlich den enorm aufgeblähten Mietforderungen der Hausbesitzer entgegenkommen muß. Folgende Mietpreise wurden als Durchschnittspreis im Jahre 1934 genannt: a) In T e 1 - A w i w und Haifa. Die Wohnungspreise richten sich nach der Zahl der Zimmer innerhalb der Wohnung; 1. in zentraler Geschäftslage oder in schöner Villenlage in der Nähe des Strandes, respektive in Hadar Hakarmel 2t/> bis 3 pal. Pfund pro Zimmer (1 pal. Pfund zirka 30 österr. Schilling); 2. zwischen Zentrum und Peripherie der Stadt 2 bis 3 pal. Pfund pro Zimmer; 3. an der Peripherie 2 bis 21/, pal. Pfund pro Zimmer. Diese Preise sind um rund 30 bis 50 Prozent höher als die Mietpreise in Tel-Aiw und Haifa vor drei Jahren. b) In Jerusalem. In Jerusalem war die Mietpreisbewegung in den legten drei Jahren recht stabil gewesen. Die Preise für Zimmer in guten. Wohnungen und in guter Lage bewegten sich um 2 pal. Pfund herum und liegen auch heute noch in dieser Höhe, obwohl gelegentlich für besonders schöne Wohnungen mehr gezahlt wird. Anderseits gibt es in Jerusalem eine Tteihe von Vierteln in nicht allzu großer Entfernung von Zentrum, in denen der Grundpreis für das Zimmer zwischen 1 und VA pal. Pfund liegt. c) In den Kolonien.. In den Kolonien gibt es im allgemeinen eine g eringere Wohnbautätigkeit als in den Städten. Die Preise bewegen sich dort etwa auf der Höhe der Preise WXfe**. QOXC ALF - SCHWARZ m crouponsohl t in Jerusalem, obwohl neuerdings auch dort sehr über den Wohnungsmangel goklagt wird. (Anmerkung der Redaktion: Hiezu ist zu bemerken, daß es sich fast durchwegs um Zimmer von geringer Größe handelt, da zufolge hoher Bodenpreise und Löhne mit dem Räume sehr oft über Gebühr gespart wird.) Mißerfolg eines Filmuuternehmens in Palästina T e 1 - A w i w: (Palnews.) Die Anfang 1933 in Tel- Awiw gegründete Filmgesellschaft Orient Film Corporation Ltd., deren Gründer und Leiter die Herren V. und S. Karelitz, Rechtsanwalt Botlizny, Lulov und Goldberg waren, mußte ihren Betrieb einstellen, nachdem sie einen 6000 Meter langen Filmstreifen aus dem Leben Palästinas hergestellt und 12.000 Pfund in das Unternehmen investiert haben. Der Mißerfolg dieser Filmgesellschaft ist auf Mängel der Erfahrung in Organisation zurückzuführen. Die zweifellos objektiv gegebenen reichen filmindustriellen Möglichkeiten Palästinas warten noch auf Inangriffnahme durch ihnen in jeder Beziehung gewachsene, erfahrene Hände. INO überspielt, für Eigenbedarf ZU KAUFEN GESUCHT! Unter „Kein Händler" an Schalek,!, Wollzeile 11 Gründung einer Papierfabrik Haifa (Palnews): Eine Gruppe unter der Führung der Firma Oriental Paperworks, Tel- A w i w, wird in nächster Zeit in der Nähe von Haifa eine Papierfabrik errichten. Es soll in erster Linie Papier für Briefumschläge, Pack- und Tütenpapier, insbesondere auch Plakatpapier und dergleichen, erzeugt werden. Die Fabrik soll in der ersten Zeit eine Kapazität Damen-Pullover, reine Wolle, R90 Qaibo-Fasson, lange Aermel . .S u Woll<Boucle-Schoßen,grauod. ir-90 braun, ganz zum Durchknüpfen S f' Für das Kindt Hubertus-Manterl far Mädchen 7 90 u. Knaben, aus gutem Loden, ab S 4' Wollstoff-Manterl, -«j .90 ganz gefüttert, Gr. 60 ... S 14 BoucW Winter-Mantel, mit Pelz-Schalkragen Wintertuch . Mähtet reich pelzverbrämt mit Persianerkopf od. Edel- Ä~ lam m, K. S.-Mongol gef., fil%'" Schafwolle wattel.. S Utl Kleider und Schlafröcke: Flanell-Schlafröcke, m 5' Herrenfa88on, Streifenmuster . . S *1 Tweed-Flanell-Kleider, j* er gewebt, Maschen-Fasson . . . . S 0* Mooscrepe-Kleider mit stepp-49 9 o.Plis.-Qarn.,lnModef. (r.WolIe)S 16 Für d«n Herrn: Herbst-Ulster, K.Seide gefüttert, onglatt od. engl, gemust., S49.-, S «» Winter-Mantel, mit Samteq.- kragen, ganz gefüttert . . S «Ja (Alaska-Lamm) ganz K. Seide gefüttert, Schafwolle watlelieit 1 H>vTA»««Se^8 11 *■ nüM^ÄSlöiy v i^f 0 dsnws? <ÄSÄ«Ä^ IV* mrmann II TABOR.STRAS5E 46 von 8 bis 10 Tonnen Papier pro Tag haben. Die M as c h i n e n sind in Holland gekauft worden und werden in zirka zehn Wochen via Rotterdam nach Palästina verschifft werden. Auch der Betrieb der Oriental Paperworks wird durch Zukauf neuer Maschinen ausgestaltet werden. Die Firma wird in der Lage sein, alle Briefkuverts vom kleinsten bis zum größten Format herzustellen, so daß damit jeder Import überflüssig sein dürfte. Die Oriental Paperworks werden in den nächsten Monaten ihren Betrieb von Tel-Awiw nach Haifa verlegen. Bezüglich des Bodenerwerbs schweben seit langer. Zeit Verhandlungen mit der PICA, die in der nächsten Zeit zum Abschluß kommen werden. Eine neue Lederwarenfabrik Tel-Awiw (Palnews): In Tel-Awiw ist die Errichtung einer neuen Lederwarenfabrik in Aussicht genommen, die nur feinste und eleganteste Lederwaren (Handtaschen usw.) herstellen wird. Gründer des Unternehmens ist einer der Inhaber der bekannten Lederwarenfirma Rabl und Grün, Wien. Es ist die Investierung eines Kapitals von Pfund 4000 vorgesehen. Zunahme des palästinensischen Touristenverkehrs Jerusalem (Palnews). In den ersten sechs Monaten des Jahres 1934 hat sich der Touristenverkehr nach Palästina der entsprechenden Vorjahrszeit gegenüber beträchtlich erhöht. Die Zahl der in Palästina ankommenden Touristen ist von 42.897 im ersten Halbjahr 1933 auf 4 9.9 99 im ersten Halbjahr 1934 gestiegen. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr macht also 16,5 Prozent aus, und zwar betrifft sie sowohl den jüdischen wie nichtjüdischen Touristenverkehr. Die Zahl der jüdischen Touristen stieg von 30.156 auf 34.908, dio Zahl der,nichtjüdischen von 12.741 auf 15.091. Die jüdischen Touristen machen demnach etwa 70 Prozent, die nichtjüdischen 30 Prozent des Gesamtverkehrs aus. Jüdische Polizisten in Palästina verlassen ihre Stellungen Aus Jerusalem: Der Generalinspektor der Palästina-Polizei, R. G. B. S p i c e r, teilt in einem Korn« muniqe' mit, daß der Hauptgrund für das Ausscheiden so vieler jüdischer Polizisten im Süddistrikt aus dem Polizeidienst der Wunsch sei, zur Arbeit auf dem Lande zurückzukehren. Ein anderer Grund seien die Versetzungen in andere Orte. In der letzten Zeit sind wiederum vier jüdische Polizisten aus dem Polizeidienst ausgetreten, davon einer nach achtjährigem, zwei nach je zweijährigem, einer nach sechsmonatigem Dienst. Präsident Sokolow darf nicht in die Grabeskirche Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Konsuln Jugoslawiens und der Tschechoslowakei hatten den Präsidenten der Jewish Agency Nahum Sokolow und andere repräsentative Juden zur Teilnahme an den in der Kirche des Heiligen Grabes für den 15. Oktober angesagt gewesenen Trauergottesdienst für König Alexander II. von Jugoslawien eingeladen. Unmittelbar vor Abhaltung des Gottesdienstes jedoch sahen sich die Konsuln genötigt, den jüdischen Notabein mit dem Ausdruck des Bedauerns mitzuteilen, daß die griechische Geistlichkeit sich damit nicht einverstanden erklären konnte, daß Juden an einem griechisch-orthodoxen Gottesdienst in der Grabeskirche teilnehmen. TEL HAY MONATSSCHRIFT DES BRITH TRUMPELDOR Zweites Heft erscheint am 3. November Aus dem Inhalt: V. Jabotinsky: Majorlt.il; Prof. Adolf Grabowsky: Das Orundproblem ües Zionismus ür A. Koppel Pührertiim u. Ol Kassation. n; Uoen u. Tod eii er Heldin (Sara Aronson); l. Ooldstein: Der Betar m der Tschecho.^lowakei; V. Stark: Der Betar In Jugoslawien usw. Bilder — Nachrichten - Keren-Tel-Hay-Ausweis Nur das vorausbezahlte Abonnement wird beliefert. Jahretabonn S 6.—, Malb]ahr8abonn. S 3.— bzw. für C. S. R. K6 L'0.-, Kö 15.- Redaktlon u. Administration: Wienl, Adlerga88e4,Tel.R-Z3-0-04

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