Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 406 (19.10.1934)
- Date
- 1934-10-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seife 4 DIE NEUE WfJLt Nr. 406 Slfi ittfl&ctiin ****** fr*11*6"1 53e nur bei *^ " ^* ■II U 13? II I \Y';;*.J,« *,«A \Y/;.-L-, fr... jetü sparen YCäsdie und Wirk waren für aifc spottbillig! Führend in „Etcrna"* Hemden (von S 6.S0 aufwärts) Rabensfeig3 Himmelpfortg. 5 Xollnerliofoassel Man will keine Saarjuden f Im Saargnbiet halten eich 6000 Juden zur Flucht bereit. Wenn dif? für Jänner 1935 vorgesehene Volksabstimmung zugunsten Hitler-Deutschlands ausfällt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zw fliehen. Wohin? Wohl in dns benachbarte Frankreich, das so viele deutschjüdisoh^ Flüchtlirge gastlich aufgenommen hat. Aber von Frankreich her wird abgewinkt: Man will keine deutschjüdischeh Flüchtlinge mehr. Aus diesen und jenen Gründen. „L'Univers Israelite", das Organ der Pariser jüdischen Gemeinde, veröffentlicht einen Aufsatz unter dem Titel ,.Die Zukunft der deutschen Emigration und die französische Meinung", worin es heißt: „Wenn die französische Regierung und die französischen Hilfsorganisationen immer wieder die These von der „D vi r c h g a n g s - S t a t i o n" vertreten, so geschieht es. um in Frankreich Plötz für die Verfolgten von Morgen zu lassen. Die Tatsache, daß es dem Flüchtlings- Obcrkornmissar noch nicht gelungen ist. auch nur eine heue Grenze zu öffnen, macht das Problem noch tragischer und komplizierter. Im gegenwärtigen Zustand ist eine Emigration nach Frankreich nicht mehr möglich. Die den politischen Flüchtlingen zur Verfügung gestellten Arbeitskarten können nicht vermehrt werden. Für die eventuellen Flüchtlinge aus dorn Saargebiet wird man nur an Schutz und Hilfe an Ort und Stelle denken können, denn eine Emigration nach Frankreich würde Ihnen keine Existenzmöglichkeit gewährleisten .. . Alle Kolonisierungsversuche oder Zusammenschlüsse zu Gruppen-Existenzen mußten mißlingen, weil 3ie dem französischen Individualismus nicht anzupassen sind. Eine moralische Anpassung ist aber notwendig. Das französische Judentum hat den Flüchtlingen großzügig geholfen. Die erste Antwort darauf muß das Vergessen der Herdenmentalität sein. Die Flüchtlinge müssen sich selbst helfen, indem sie die Gesetze des Lebens in diesem Lande zu verstehen suchen." Sehr ermunternd klingt das wohl nicht! Eine mievnai'wnaU OfgdftiiAtion gestufter luden Aus Warschau (J. T. A.): Im Warschauer Regi?rung3kommis3ariat ist ein Gesuch um Legalisierung eines Vereins getaufter Juden eingelaufen. Einer der Gründer, ein getaufter jüdischer Rechtsanwalt, gibt der nichtjüdischen Presse folgende Aufklärung über die Ziele der Organisation: Li Europa gibt es eine halbe Million getaufter Juden. Die Organisation der getauften Juden in Europa zählt bereits 50.0ÖÖ Mitglieder. Es gibt katholische, evangelische, griechisch-orthodoxe und sögär baptistische Sektionen; zahlenmäßig am stärksten sind die Katholiken. Eine Monatsschrift wird in deutscher, französischer und englischer Sprache herausgegeben. Die Erklärung schließt: „Wir sind Renegaten. Wir organiäiersn uns, denn was sollen Wir anfangen? Hitler erkennt uns nicht an. Morgen kann dasselbe in Oesterreich oder in der Tschechoslowakei geschehen. Und daher bleibt nur eines zu tun: sich zu organisieren." Christliche Kintlererziehuiig Ein Leser aus der österreichischen Provinz schreibt uns: „In dem hier s?hr stark gelesenen christlichsozialen Wiener Tagblatt .Das kleine Volksblätt' erscheint jeden Sonntag eine Vellage für Kinder. In der letzten Beilage fand ich unter einem Bilderbogen, welcher sich mit dem Grabe Christi in Palästina befaßte, folgenden Vers: .Gläubige! Ihr sollt's nicht leiden, Daß di? Türken und Seldschuken, Juden, Asiaten, Heiden Unser Heiligtum bespucken!' So spricht der liebe, christliche ,Onkel Freddy' zu seinen .lieben Nichten und Neffen'. Muß man dazu .christlich' sein? Treffen das nicht die Nazi viel besser?" Antisemitische Terroristen in der Schweis Aus Zürich (J. T. A.): In Zürich fand soeben ein Prozeß gegen fünf Terroristen der „Nationalen Front" (faschistisch-antisemitische Partei in der Schweiz) statt, die sich wegen Vorübung eines Sprengstoffattentats gegen einen sozialistischen Redakteur und wegen einer Anzahl antisemitischer Ausschrei- IN TEL AVIV UND UMGEBUNG, EBENSO HÄUSERVERMITTLUNG ZU KULANTEN BEDINGUNGEN ÜBERNIMMT ZIMMERMANN & GRIFFEL TEL AVIV (PALÄSTINA) RECHOW MERCHAWJA 16 t u n g c n — Ueberfall auf einen jüdischen Kaufmann und gewaltsame Beschneidung seines Bartes, Eindringen In ein jüdisches Betlokal und Ausgießen eines Kotkübels darin u. dergl. mehr — zu veranworten hatten. Während der Verhandlung erklärte der Vertreter der jüdischen Synagogen-Gemeinde „Mininn Sfard", deren Betlokal verunreinigt worden War, daß er keine Zivilausprüchc geltend mache. Er sprach in versöhnlichem Sinne. Der Angeklagte G 1 o o r wurde Wegen Sprengstoffattentat, Gewalttaten gegen einen jüdischen Kaufmann usw. zu anderthalb Jahren schweren Kerkers verurteilt. Von der Anklage wegen Störung des Religionsfriedens (Eindringen in das jüdische Betlokal und Verunreinigung desselben) wurden alle Beteiligten freigesprochen, da das Gericht zur Ueberzeugung gelangte, daß es sich hier um keine religiöse Zeremonie in dem fraglichen Lokal handelte. Der Angeklagte, der zusammen mit Gloor dem jüdischen Kaufmann den Bart beschnitt, wurde zu einer Woche Kerker verurteilt. I, Fleischmarkt 1, R-29-1C9, R-29-159 OiE ROTHSCHILDS L2*LÄlfSS Sensation! P rc I. Wollzetle 17 * Tel. R-21-2-16 iV.'rVf Franz Lederer aisAKS der Maiin zweier Weifen Löwen dl. Löwengasse 33, U-15-3-12 Schwarzenberg Schwarzenbergpl. ö, U-16-1-5(5 Maria-Theresien VII. Conrad VEIDT in dem Monumental-Film JUD Mariahilferstraße 70, B-35-5-19 J J J FÜf CJBr IX. Nach dem wellbeiimlen Ronin von L'echtensteinstr. 37, A-liS-1 -52 LlOfl FßUflltWMlSßf ^Deutsche ludenenfscheadung unveränderlich' Aus Berlin: Gegenüber im Ausland ausgesprochenen Erwartungen, daß das nationalsozialistische Deutschland seine Haltung dem Judentum gegenüber doch ändern werde, stellt Graf Ernst zu Reventlow in seinem „Reichswart" fest, daß die „deutsche Judenentscheidung unveränderlich" sei. Die Stellung des nationalsozialistischen Deutschland dem Juden und dem Judentum gegenüber, schreibt Reventlow, war und bleibt immer grundsätzlicher Natur. Wir erblicken im Judentum einen Fremdkörper im Organismus des deutschen Volkes, der schädlich, ja verderblich v/irkt und deshalb aus dem Leben des deutschen Volkes ausgeschieden werden muß. In der Judenfragc gibt es nur ein Entweder—Oder. Die Judenfrage ist durch das nationalsozialistische Deutschland als Weltfrage akut geworden. Tatsächlich gelöst werden kann die Judenfrage nur international, denn sie ist eine Weltfrage und ein schweres Weltübel. Wir glauben, daß ein Volk nach dem anderen sich zu einem gewissen Zeitpunkt vor die gleiche Frage und Entscheidung gestellt sehen wird und sie in seinem eigenen völkischen Sinne beantworten muß, wie heute das deutsche! Flüchtling, Familienvater von sechs Personell, welcher sein Hab und Gut in Deutschland zurücklassen mußt*1, bittet um Uebcrlassung von Möbeln und Haushaltimg.sgegenständen. Gefl. Anträge a. d. Red. d. Bl. Paläsfi'na;Rrisen Einzel/ und Gesellschaftsreisen zu günstigen Otiginalprcisen Fi'iint NORDISCHES REISEBUREAU Reiscleitung: N. A4. R a c k c r Seilerg. 3 (Graben^Stcphanspl.) TelephorvNummer: R!»24*2>31 Theodor Herzls Bild darf in keinem jüdischen Hsiusa fehlen Wir geben ein ausgezeichneten, uul Kunstdruckpapier farbig in Palästina hergestellte* Ilerzl-Porträt (Format 50 mal 8.S cm) zum Preise von S 1.20 ab. Bei Postversi-iid S l.fiO Inkl. Porto gegen Voreinsendung des Betrage«. Zu beziehen durch die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Uiiiver«ltUt»«tntßo 8. Studentinnen und Studenten! Tretet dem Studentenklub der J u d e n s t a a t sparte! bei! Ihre Parole lautet: Arbeit für den Aufbau des J u d e n s t a a t e s, Kampf gegen alles, was dessen Aufbau stören kann. Die Judenstaatspnrtei kämpft für rostlose E rfüllung der Botschaft Theodor Herzls. Wer an den Herzl-Zionismus, an den Judenstaatszionismus glaubt, dessen Platz Ist in der Judenstaatspartei. Der Studentenklub nimmt Jetzt seine Tätigkeit auf. Politisches Seminar, verbunden mit einem Redner- und Propagandisten-Kurs unter Leitung; des Führers der «Tudenstaatspartel, Oberbaurat Ing. Koberfc Strick e r, Hebräischkurse; Hachscharah; gesellige Abende; Sport etc. Kolleginnen und Kollegen! Höret unser Programm!! Donnerstag, 25. Oktober, 8 Uhr abends, im Judiia-Helm, VIII., Alserstraßc 2(5. Große S t u d e n t e n v c r s a m in 1 u n g. Studentenf ragen — Jtidenfragen — Palästina-Fragen Redner: Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Zionistische Versammlung in Innsbruck Eine Einladung der Zionistischen Ortsgruppe Innsbruck gab zum ersten Male zwei Rednern Gelegenheit, vor den innsbrueker Juden das Programm der J n d e n s t a a t sp a r t ö i darzulegen. Die von Herrn Dr. Ernst Link geleitete Versammlung war ausgezeichnet besucht und brachte einen vollen Erfolg. Herr Dr. Felix K 1 u g-Grnz sprach über ,.J ude nstaats-Zionlsmiis und Juilenstaat sparte i". Er legte in klarer Weise die Ideologie unserer Bewegung dar, nahm zu deh anderen zionistischen Richtungen Stellung und behandelte das Programm der Judenstaatspartei und ihre Forderung nach Schaffung eines freien Judenstaates zu bei den Sei ton. des J o r d a n. Dann sprach Herr Theodor Grubner (Wien) Uber die derzeitige Lage des Judentums. Er erstattete einen ausführlichen Bericht über die Beratungen der j ü d i s c. heu W e 1 tk o n f e r e n z in Genf, an der er als Vertreter dos Jüdischen V o 1 k s b u n d e s für Oesterreich teilgenommen hatte. Er berichtete sodann über die Lage der Juden in Oesterreich und nahm schließlich zu den jüngsten Ereignissen in der Zionistischen Weltorganisation Stellung, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich die Politik im Sinne der Forderungen der .Tudenstaatspartel entwickeln werde. Die Ausführungen beider Redner wurden mit Beifall aufgenommen. Die Arbeit der Judenstaatspartei in Innsbruck wird dank dieser gelungenen Versammlung guten Fortgang nehmen. Bezsrksgruppe Prater der Judensfaaftspartei Am 11. Oktober fand unter Leitung der Herren J ulius K a t z und Kasrlel Glasberg die erste Besprechung der Pratergrüppc der Judenataatspartei statt. Nach Referaten der zur Besprechung erschienenen Leitungsmitglieder der Judenstaatspartei, der Herren Dr. Max. Dr. Kann er und Hagor, füllten zirka 50 Damen und Herren Beitrittserklärungen aus. Als besonderer Erfolg kann der Beitritt von 2 0 erwachsenen Jugendlichen bezeichnet werden, die beschlossen haben, im Prater eine Gruppe der J u d e n s t a a t s j u g e n d zu bilden. Der einmütige Wille, im Prater eine Sektion der Judenstaatspai'tei zu schaffen, die neben zionistischer und jüdischer Arbelt, ihr besonderes Augenmerk der kulturellen Arbeit zuwenden soll, ist für diesen vom Streite der anderen Parteien zerklüfteten Bezirk von besonderer Wichtigkeit. Dies scheint um so wichtiger, als die bereits bestehenden zwei Gruppen im Prater sich hauptsächlich in einem „Minjan-Zionis m u s und Kantorenkult" ergehen. Bis zur Ausschreibung von Wahlen werden die Sektionsgeschlifte von der Zentrale der Judenstaatspartei geleitet. Der Sektion steht in den Räumen des Vereines „Esra", Prater. S t u w e rstraße 25, ein zentral gelegenes Heim für drei Abende der Woche zur Verfügung. Ein Hebrüischkurs wird in Kürze begonnen. Anmeldungen für den II e b r ä i s c h k u r s werden schon jetzt entgegengenommen. Ramstag, den 20. Oktober, findet die erste öffentliche Versammlung der Prateraektlon im Restaurant „Zum Radfahrer", Austellungs.straße (vis-a-vis Molkereistraße) statt. Sprechen werden Oberbaurat Robert Stricker und Rabbiner Dr. I. Z. Kanner. Der würdige Verlauf der ersten Besprechung läßt erfolgreiche zionistische, judenstaatlerische Arbelt im Prater erhoffen. Gesinnungsgenossen und Judenstaatszionisten des Praters! Tretet der Jüdenstaatssektion bei! Helfet, mit am Bau des Judcn.staa.tes! Voranzeige Samstag, den 27. Oktober, 8 Uhr abends, im Juden* »taatsheim, I., Werdertörgasse 14, Abend jüdischer Kunst. Mitwirkung bedeutender Kunstkraftc. — Reichhaltiges Programm. Wichtig für Polen-Reisende! Mit einer kleinon Anzahlung und restlichen Teilzahlungen sichert sich jedermann die Weihnachts-Polcn-Relse. Näheres: Polnisches Verkehrsbüro Francopol, Wien, III., Rennwe^ 1 (im Gebäude des polnischen Konsulats). Tel. U-16-4-90. Unsere judischen Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann T u c h n e r (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E Palästina - Reisende finden in Tel-Aviv, AdiadUHaain» Sir« 52/ im W3 Hotel ,TaIpioth' dop europäisch geführte Haus mit allen Bequemlichkeiten In ruhiger Lage im Zentrum der Stadt gelegen. Gut und modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser. Großer schattiger Garten mit Liegestühlen. Wiener Küche. Aufmerksame Bedienung. Sitz der Austro-Palästinensischen Handelskammer und der Hltachduth Olei Austria. iwaww I