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Die neue Welt · 1934-10-12 · Heft 404 (12.10.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 404 (12.10.1934)
Date
1934-10-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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m Seite 0 DIE NEUE WELT Nr. 404 kAAAAA444AA4AAA44AAAAi rf SIEGM. KORNMEHL GROSSflEISGHHAUSREl Zentrale: IX.. Berggasso 19. Toi. A-17-5-99 u. A -16-9-^4 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen Mir v^-Fieiseffj ■■■ IBHBBBn IH»3rnfflSBaBB>BBMBSBEa3K» VSB unter Aufsicht des Ehrwürdigen llabbina^ tler Isr Kuitusgcmciiulc Wien Autozustcltung kc9len1os IX. Berggasse 15 / XVill., Währinger^tr. S7 ^♦♦»♦»»»♦♦»♦♦♦♦♦♦♦»♦»♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦twmm»»»«* Von derJ?gi*9en§taa(§partei Palästina und der antideutsche Das Sekretariat (I., Werdertorgassc 14) teilt mit: Wirtschaftliche Auskunfts.steile für Palästina: Kostenlose Auskünfte über Palästina jeden Montag und Mittwoch von 7 bis 9 Uhr abends und Sonntag von halb 11 bis halb 1 Uhr mittags im Judenstaatsheim, I.\ Werdertorgassc 14. Hebriiischkursc der Judenstaatspartei: Anmeldungen täglich. (Freitag ausgenommen) von 7 bis 9 Uhr abends, Sonntag von halb 11 bis halb 1 Uhr mittags. Brith Hakanaim: Anmeldung bei den jeden Samstag von 4 bis 6 Uhr nachmittags stattfindenden Sichoth im Barak-Heim, II., Untere Augartenstraßc 38. Zionistische Seminare (Leitung: Oberbaurat Ing. Robert Stricker ): Kurse über zionistische Ideologie, jüdische Kulturfragen, Palästina-Kunde, Palästina-Wirtschaft. Allgemein kostenlos zugä'v-.'.ic'L Anmeldung täglich (Freitag ausgenommen) im Sekretariat der Judenstaatspartei, I., Werdertorgassc 14. Bezirkssektion Ma$\iahli/-.T-f oub:r:: Im Laufe des Monats Oktober beginnen die allgemein zugänglichen Hebräischkurse für Mariahilf-Ncube.a und die anschließenden Bezirke. Leitung: Rabb. Dr. I. Z. K a n n e r. Minimaler Kursbeitrag. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene. Anmeldungen beim B e z.i r k s 1 e i t e r M. P ol lack täglich von 6 bis 7 Uhr abends im Cafe" P a t r i a, VI., Mari ah ilf erstraß c 127. Dienstag, 16. Oktober, 3 Uhr abends, Cafe" Patria, Vertrauensmänner Versammlung. Dienstag, 23. Oktober, halb 9 Uhr abends, Cafe Patria, Versammlung. Redner: Oberbaurat Ing. R o bert Stricker. Studentenklub der Judenstaat-partei. Jeden Donnerstag, präzise 7 Uhr abends, im Heim, I., Werdertorgasse 14, Vertrauensmännerbesprechung. Voranzeige. Donnerstag, den 25. Oktober, um 8 Uhr abends im Judäa- Hcim, VIII., Alserstraße 26, Versammlung. Redner: Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Versammlungskalender der Judenstaatspartei Mittwoch, 17. Oktober, halb 9 Uhr, Judenstaatsheim, I., Werdertorgassc 14, „Zionistische Friedensverhandlungen in London und die Forderungen der Judenstaats parte i." Redner: Oberbaurat Robert Stricker, Fritz Richter. Donnerstag, 13. Okiober, halb 9 Uhr, Gastwirtschaft Schuh, X., Pernerstorfergasse 23, „Die Lage der Juden, der Judenstaat als Lfisun g". Redner Rabb. Dr. I. Z. Kanner, Plans Kolb. Dienstag, 23. Oktober, halb 9 Uhr, Cafe Patria, VI., Mariahilferstraße 127, „Judennot und Judenetaat". Redner: Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Fritz Richter. Mittwoch, 24. Oktober, halb 9 Uhr, Judenstaatsheim, I., Werdertorgassc 14, „Die Gefahr des Parlaments in Palästin a". Redner: Dr. Salomon Wolf. Donnerstag, 25, Oktober, halb 9 Uhr, Cafe Lovrana, Ol., Löwengasse 36, „Jüdische Hoffnungen — zionistische Erfüllungen". R.edner: Theodor Grubner, Fritz Richter. Voranzeige. Samstag, 3. Novcmbsr, halb 9 Uhr, F e s t s a a 1 des Hotel Qontinental, . . „Siebzehn Jahre Balfour-Deklaration." Redner: Rabb. Dr. I. Z. Kanner, Fritz Richter, Oberbaurat Robert Stricker, Dr. S. Wolf. Programm der Plugah Judah: Außer dem allwöchentlichen zionistischen Seminar (gehalten von Karl Frankel) und der sonstigen Zugsarbeit finden, von den Jungens gehalten, folgende Referate statt: 13. Oktober: Zwi Körner: Das Leben Theodor Herzls. 2 0. Oktober: Alfred Plaschkes: Die zionistischen Institutionen. 2 7. Oktober: Julius Süß: Die Lage der Juden in Oesterreich. — Die folgenden Vorträge werden fallweise bekanntgegeben. Jüdischer Junge, jüdisches Mädchen! Willst du nicht mittun? Wir rufen dich zu fröhlicher Arbeit in Heim und Natur für Geist und Körper. Die Jugend des kommenden Judenstaates ruft dich! Reihe dich ein! Zögere nicht! Die Kanaim, die neue Jugend, rufen dich! Alle Barkaim und Barkaoth werden aufmerksam gemacht, daß das Tragen der Uniform erst nach Ablegung der ersten Prüfung über den im „Derech Aleph" zusammengefaßten Stoff zulässig ist. Exemplare sind bei den Führern erhältlich. X. Sammlung im Altersheim des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft durch Frau Ida Ryf czis für den HechaluzHalcumi S 32.—. Allen Spendern herzlichster Dank! HÄUSERVERWALTUNGEN TEL AVIV UND UMGEBUNG, EBENSO HÄUSERVERMITTLUNG ZU KULANTEN BEDINGUNGEN ÜBERNIMMT ZIMMERMANN & GRIFFEL TEL AVIV (PALÄSTINA) RECHOW MERCHAWJA 16 Von Jizcliak Kurland (Tcl-Awiw). Auf der Jüdischen Weltkonferenz in Genf im Juli d. J. wandte sich der Vorstand des palästinensischen Boykott-Komitees gegen das sogenannte, Transfer-Ab- : kommen (Ueberführung jüdischen Vermögens aus : Deutschland in Form deutscher Waren nach Palästina)! und verlangte Abhilfe. Gerade in diesen Tagen, wo in Hitler-Deutschland neue brutale Aktionen gegen die Juden im Gange sind, besitzen J. Kurlands Ausführungen erhöhte Aktualität. Der Delegierte Kurland führte im wesentlichen aus: Ich komme aus einem Land, das dem gesunden Menschenverstand nach da3 Zentrum des wirtschaftlichen Kampfes gegen Deutschland sein sollte. Palästina als jüdisches Nationalheim hätte als Muster für das ganze Judentum dienen sollen in bezug darauf, wie der Kampf gegen den Hitlerismus mit Kraft und Würde zu führen ist. Zu meinem größten Bedauern muß ich eine schicksalsschwere Nachricht von der Palästina-Front bringen: Statt in der ersten Reihe mit wallender Fahne fest und entschlossen zu marschieren, befindet sich das Palästina-Judentum in dieser Hinsicht weit hinter der Galuth. Abgesehen davon, daß der Import deutscher Waren der Hitler-Pres3e als glänzendes Propagandamittel dient, um jüdische Solidarität zu v e r s p o 11 e n, ist er auch geeignet, die Bedeutung des jüdischen ökonomischen Drucks auf Deutschland zu verkleinern. Durch den wachsenden Palästina-Import schlägt die Hitler-Pres3c dem Welt-Judentum höhnisch ins Gesicht. Die geschickte deutsche Presse versucht die qualitative und symbolische Bedeutung von Palästina auszunützen, wenn auch relativ genommen der Export deutscher Waren nach Palästina für Deutschlands Handelsbilanz nur von untergeordneter Bedeutung ist. Mit einem Gefühl von Scham und Schmerz müssen wir konstatieren, daß Palästina, im Verlauf der letzten zehn Monate (Oktober 1933 bis- August 1934) Waren im Werte von J.,500i000 Pfund eingekauft hat. Zweifellos wird dieses Jahr mit einer Bilanz von 2.000.000 Pfund zugunsten Deutschlands abgeschlossen werden. Deutschland steht an der Spitze des palästinensischen Imports, wobei es England, Frankreich, Belgien u. a. hinter sich läßt, Länder, welche keine judenfeindlichen Tendenzen an den Tag legen. Der genannte Jahresabschluß ist ein trauriges Zeichen für das jüdische Nationalheim, hauptsächlich unter Berücksichtigung des Umstandes, daß normalerweise z. B. 1925, wo der Handel in Palästina blühte und die Juden in Deutschland gesichert und unangetastet lebten, der deutsche Import nicht mehr als 6 5 0.0 0 0 P f u n d erreichte. Es. ist dies eine bedrohliche Erscheinung, die seitens des Weltjudentums eine sofortige Gegenaktion erforderlich macht.; Wo sitzt die Wurzel dieses nationalen Skandals? Wer trägt die Verantwortung für diese schändliche Erscheinung, die Ehre und Würde des nationalen Judentums herabsetzt? Die Antwort ist kurz und einfach: Das allge- Qjmjt» Die „Haganah" ist ein überparteilicher Wehrsport- und Schützen-Verein, der die Jugend wehrsportlich ausbilden, sie zu bewußten Juden machen will, die bereit sind, für die Verteidigung jüdischer Rechte einzutreten. Die Ausbildung bei der „Haganah" umfaßt Boxen, Stockfechten, Schießen usw. Außerdem finden für die Mitglieder kostenlose Kurse in hebräischer Sprache, Erste Hilfe usw. statt. Anmeldungen und Auskünfte Montag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr in der Zentrale Wien IX., Nußdorfcrstraße 16. mein bekannte Transfer-Abkommen, das von eben dieser Konferenz auf ihrer Tagung des Vorjahres so schön und mutig bekämpft wurde. Die faktischen und geistigen Führer des Transfers haben aber die Beschlüsse dieser Konferenz mißachtet und ebenso auch die Meinung der ganzen jüdischen Welt. Den Augen der jüdischen Führer in Palästina ist die historische Perspektive unseres Kampfes gegen Hitler-Deutschland entschwunden. Das Interesse von einigen hundert deutschen Judenhat bei ihnen die Interessen der Gesamtjudenheit in den Hintergrund gedrängt. Das Transfer-Abkommen hat Panik, Chaos, Demoralisation in das Land Palästina getragen. Es hat die Möglichkeit verhindert, den Boykott zu führen und zu organisieren. Was vorauszusehen war, ist Wirklichkeit geworden: Der Transfer als solcher bringt nur 30 Prozent der deutschen Waren ins Land, während der Re3t von 70 Prozent von privater Seite gekauft wird, wodurch Millionen Pfund Palästina-Geld nach. Deutschland gehen und die wirtschaftliche Grundlage des Hitler-Systems stärken. Die palästinensische Presse schweigt. Sie preist aber in ihren Reklamen deutsche Waren mit Riesenlettem an. Die Assefath Hanifcharim (der von allen Juden gewählte Nationalrat in Palästina) schweigt. Sic drUckt zwar ihre Genugtuung über die Boykottaktion des Weltjudentums gegen Deutschland aus, tut aber nichts, sie zu unterstützen. Die Boykottkommission stellt nunmehr an die Weltkonferenz den dringenden Antrag, einen Appell an die palästinensische Judenheit und ihre Führer zu richten, in welchem sie aufgefordert werden, die Schändlichkeit auf dem Gebiete ihrer Wirtschaftspolitik gegenüber Deutschland abzustellen und zu veranlassen, daß die palästinensischen Institutionen die Organisation des antideutschen Boykotts solidarisch mit dem Weltjudentum übernehmen. Ein „Tlicafron Hadasdi" in Palästina Wir haben in unserer Ausgabe vom 24. August über „Palästina in künstlerischem Aufstieg" aus der Feder von Gert Ruth berichtet und hiebei auch eingehend die künstlerischen Leistungen des Regisseurs Alfred Wol'f und seiner Mitarbeiter (Aufführung der „Dreigroschenoper" und Neugestaltung des Lola Landauschen Stückes „Flug um die Welt") besprochen. Um sich restlos den großen kulturellen Zielen widmen und viele ausgezeichnete, bisher brachliegende Kräfte in ernster Zusammenfassung dem Lande zuführen zu können, ging Alfred Wolf nunmehr daran, ein „Neues Theater" in hebräischer Sprache zu gründen, das unter seiner Leitung und Regie in der Opera Mugrabi zunächst R. C. Sheriffs „Journey's End" („Die andere Seite"); spielen wird. Gastspiel in den „Jüdischen Künsilerspielen Freitag, den 12. Oktober, beginnt die Bukarester Jüdische Komödie unter Leitung von M. Siegler in den Jüdischen Künstlerspielen (Theater Reklame), II., Praterstraße 34, ihr Gastspiel. Dem Ensemble gehören u. a. Sevilla Pastor und Erna Siegler an. Zur Aufführung gelangt die Komödie mit Musik „Maseltow", ein Glanzstück des bewährten Ensembles. Beginn aller Vorstellungen 1I»9 Uhr. Joachim Stutschewsky, der wegen seiner umfangreichen und mannigfaltigen pädagogischen Publikationen gezwungen war, seine Konzerttätigkeit in den letzten Jahren etwas zurückzustellen, hat diese mit der laufenden Konzertsaison in vollem Umfang wieder aufgenommen. Er begibt sich auf eine größere Tournee, die ihn nach der Tschechoslowakei, nach Polen, Rumänien, Jugoslawien und in die Schweiz führt. In vielen Städten dieser Länder veranstaltet Stutschewsky, einer der wenigen internationalen Künstler, der sich ganz in den Dienst der Schaffung und Propagierung jüdischer Musik gestellt hat, Konzerte, die speziell jüdischer Musik gewidmet sind. Hebräisch-,jiddisches Konzert. Mittwoch, 17.. Oktober, halb 9 Uhr abends, im großen Saal des Hotels G o 1 d n e r Engel, XXI., Am Spitz. Es wirken Sara S t u k a r t, David Tendier und Dr. Max H ö n i g mit, Filme der Woche In unserer Ausgabe vom 5. Oktober brachten wir in der oben angeführten Rubrik die Aufzählung der Filme nach ihrer Provenienz. Die Lux Film-Vertrieb s- und Verleihgesellschaft teilt uns mit, daß der in ihrem Verleih erschienene Film ,,G' schichten aus dem Wienerwal d", den wir als einen deutschen Film bezeichneten, zur Gänze in Wien hergestellt wurde, * Wir bringen mit Befriedigung diese Nachricht von einer österreichischen Filmproduktion, können uns aber die Bemerkung nicht versagen, daß auch ein in Wien gedrehter Film vor dem Arierparagraphen nicht gefeit ist. Nach wie vor werden wir die in Oesterreich zur Aufführung gelangenden Filme auf ihre Provenienz prüfen. Oesterreich: Maskerade. England: Jud Süß. Amerika: Die Rothschilds (United Artists)'* Königin Christine (Metro Goldwyn). Deutsche Filme (Arierparagraph): Der verlorene Sohn. Czardasfürstin (Ufa). Frankreich: Le grand jeu (Feyder). Heuto Greta-Garbo-Premierc im Schweden-Kino. Heute findet im Schweden-Kino die Premiere des größten Greta-Garbo-Films der Metro-Goldwyn-Mayer „Königin Christine" statt. Dieser große Prunk- und Ausstattungsfihn zeigt das Leben und die Liebesabenteuer der Königin Christine von Schweden. Regie führt Rouben Mamoulian* ^lud Süß" mit Conrad Veidt „Jud Süß", der berühmte Roman von Lion Feuchtw a n g e r schildert das abenteuerliche Leben des Josef Süß O p p e n h e l m e r, des Finanzdirektors des Herzogs von Württemberg Karl Alexander, der bis zu den höchsten Machtatellen im Herzogtum emporstieg, um dann jüh in die Tiefe zu stürzen: Ein Leben voller Abenteuer, voll Ehrgeiz und Kampf, Demütigungen und Erfolgen, reich an Liebe, Haß und Leidenschaften. Die Filminszenierung des Romans erfordert naturgemäß ganz gewaltige Mittel und konnte darum erst jetzt in England erfolgen, wo in letzter Zelt eine Reihe von großen Filmen (wie „Katharina die Große", „Ahasver", „Heinrich VIII." u. a.) entstanden sind. Die Titelrolle dieses neuen englischen Monumentalfilms spielt (wie in „Ahasver") Conrad V e i d t. Premiere am 16. Oktober im Marla-Theresien-, Löwen-, Schwarzenbergplata>» und Löwen-Kino.. - ,

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