Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 402 (5.10.1934)
- Date
- 1934-10-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. .402 LIPP I t Z/2, ¥&Z Wollstoffe: Angora-Tweed oder Marocain- Impr.. reine Wolle, 70/80 cm S Kleider-Boucle, reine Wolle, in Modefarben, 130 cm . . . S Mantel-Boucle, der praktische und gute Winterstoff . . . S Mantel-Shetland, 140 cm breij Mantel-Tuch, reine Wolle, Qualität, 140 cm breit . s gute . S Pullover und Westen K.-Seiden-Pullover mit langen Aermeln, Jacquard-Strickart S Damen-Schaf woIl-Pullover, moderne Strickart, div. Fassons S Damen-Kurzwesten, reine Schafwolle, mit Rauhreif gep. . . S Kinder-Pnllover, starke Strickart, mit Reißverschluß . . S Linoleum, Vorhänge: Fußbodenbelag, diverse Muster, - (Reste bis 4 Meter) per Meter S Indanthren-Vorhangstoffe, schöne Streifenmuster, 150 cm . . S Batist-Doppel-Bettdecken, mit Spitzen und Motiv . . , . S Wirtschafts-Steppdecken, beiderseitig gemustert.....S 90 F g.90 F r g 90 490 g.90 3.90 Seide: K.-Seiden-Broche, Mantel- und Jackenfutter, 70 cm . . . S Reinseiden - Futter - Satin, grau oder braun, 70 cm breit . . S K.-Sciden-Matt-Taft, sehr schöne Schottenmuster.....S K.-Seiden-Futter-Rips in glatten Farben, 80 cm ... . S Crepe Mirabell (K.-S. m. Wolle) f. Kleider u. Paletots, 90 cm S J.75 J.98 r 2'20 g.90 Kleider und Schlafröcke: j.5ü y.8o J.90 Flanell-Kleider, praktische dunkle Muster, lange Aermel . . . S Flanell-Pyjamas, kleidsame Herrenfasson, alle Farben . S Flanell-Schlafröcke, Streifenmuster, Herrenfasson . . . S Praktische Herbst-Kleider, aus gewebtem Tweed, Maschenfass. S Tisch' und Bettwäsche Wirtschafts-Tischtücher, weiß S 1.98, bunte Muster . . . S Leintücher, nahtlos, 140/200 cm S 2.50, 120/200 cm . . . . S Deckenkappen mit rundem Ausschnitt S 5.90, Knopf-Fasson S Bettwäsche-Garnitur (1 Tuch. u. 2 Polster), gest. S 7.50, glatt S 3.90 3.90 |.90 g 90 J.25 J.98 390 g.90 Waschstoffe: Kashanettc-Cotton, in Karo und Streifen-Dessins, für Blusen S Kleider-Tweed, praktisches und beliebtes Strapaz-Gewebe . S Velour-Flanell, in schönen Wollstoff-Dessins ......S Boucle-Barchent, österr. Markenware für Kleider, 80 cm , , S Damen-Wäsche: Matt - Charmeuse - Höschen, alle Farben und Größen . . . S Matt-Charmeuse-Hcmdhose mit Stickerei-Motiv, alle Farben S Matt-Charmeuse-Kombination mit Stick.-Motiv, alle Farben S Matt-Charmeuse-Nachthemd, gestickte Muster, alle Farben S Für die Küche: Suppen- oder Fleischteller, glatt oder dekoriert, Steingut . . S Email-Abwaschschaff, tertia Qualität, 40 cm S 5.90, 35 cm , S Porzellan-Kaffce-Service für 6 Pers., modern dekoriert S 24teilige Speise-Garnitur mit Spritzdekoren (Steingut) , S "98 l25 J.70 r P .90 4-90 g.90 29 490 Jf.50 11" Herren-Hüte, Schuhe, Krawatten, Wäsche R».^—__■ ^___ ■ «_ - und Pyjamas in großer Auswahl OCSORCIOrS Pllllfl I fähigkeit von 3000 Kilo und Behältern für je 500 Liter Benzin, Trinkwasser und Kühlwasser. Der Wagen ist außerdem mit Liegesitzen und Kühlschrank ausgestattet und vollkommen staubdicht konstruiert. Er hat sich im Verkehr außerordentlich bewährt, weitere Aufträge stehen in Aussicht. Als Material wird, soweit möglich,, Tozereth Haarez (Inlandserzeugnis) verwendet, auch die Lampen, die bisher aus England bezogen wurden, v/erden jetzt von der palästinensischen Industrie geliefert. Mit der weiteren Spezialisierung der palästinensischen Industrie auf Autozubehörteile kann die Verwendung von Tozereth Haarez gesteigert werden. Die „Har-Gaash" ist die einzige moderne Ganzstahlkarosseriewerkstätte im Nahen Osten und würde die Möglichkeit haben, auch für den Bedarf der angrenzenden Länder zu arbeiten, wenn ihre Kapazität nicht durch den palästinensischen Bedarf .voll in Anspruch genommen wäre. Wenn sich der palästinensische Karossierungsbedarf jedoch über kurz oder lang einmal vermindert, eröffnen sich in Aufträgen für ausländische Rechnung neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Unternehmen, das mit patentierten Neuerungen arbeitet, beschäftigt zurzeit 60 Arbeiter. Die Fabrik wird in Kürze in eine neue Fabrikhalle von 600 bis 700 Quadratmeter Fläche, zu der noch ein ausgedshnter Lagerraum für das Verarbeitungsmaterial hinzukommt, übersiedeln. Orangen — Obst — Trauben Nach Mitteilungen des Regierungsdirektors für Landwirtschaft werden trotz der Uebcrproduktionsbefürchtungen in der nächsten Pflanzungssaison zahlreiche neue Orangengärten angelegt. — In den palästinensischen Gebirgsregionen werden umfangreiche Vorbereitungen für Anpflanzungen von Fruchtbäumen und Weingärten vorgenommen. Wettbewerbe und Preise für die besten Anpflanzungen haben außerordentlich fördernd auf die Pflanzungstätigkeit gewirkt. —• Die Fruchtbaumschulen im ganzen Lande haben infolge pflanzenphysiologischer und pathologischer Ursachen beträchtliche Verluste an den im Juni eingesetzten Stämmlingen zu verzeichnen. — Nach England, Sumatra und Batavia wurde eine V e rsuchsse.ndung von 300 Kisten Weintrauben aus Hebron exportiert. Eine Auswahl besonders guter „Datouki"-Trauben wurden in Korkpackungen mittels Kühlschiffen nach dem Fernen Osten versandt. (Palnews.) Jüdische Kullurslelle (Kunst stelle) II., Äspernbrückengasse % Tel. R-48-2-91. Büro 8 bis 17 Uhr. Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten in a 11 e Theater (Kleinkunstbühnen) Wiens zur Verfügung. Konzerte: 8. Oktober: Huberman, 12. Oktober: Ignaz Friedmann, 25. Oktober: Piatigorsky, 7. November: Odnopossoff. Führungen: Sonntag, 7. Oktober: Führung durch das „Jüdische Museum", II., Malzgasse 16. Leitung: Kustos Prof. D. J. Bronner. Theodor Herzls Bild dar? in keinem Jüdischen Hause fehlen Wir geben ein ausgezeichnetes, auf Kunstdruckpapier farbig In Palästina hergestelltes Herzl-Porträt (Format 50 mal 83 cm) zum Preise von S 1.20 ab. Bei Postversand S 1.60 inkl. Porto gegen Voreinsendung des Betrages. Zu beziehen durch die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 8. Blaus Weißer Expreß Sonderfahrten nach Palästina, veranstaltet vom Oesterr. Verkehrsbüro gemeinsam mit einer zionistischen Gruppe. Reisedauer Wien—Haifa, ungefähr 4 Tage. Abfahrt des ersten Sonderzuges am 17. November 1934, um 19.30 von Wicn-Ostbahnhof. Für Fahrtteilnehmcr 50 Prozent Ermäßigung auf den Oesterreichisch.cn Kundesbahnen. Nach jahrelangen Bemühungen ist es dem Oesterr. Verkehrsbliro mit Unterstatzung bewährter Zionisten (H. Baruch Low und David Klinghoffe r) gelungen, die direkte Bahnverbindung mit Palästina herzustellen. Der Zug führt über Budapest, Belgrad, Sofia, Konstantinopel. Syrien, Mesopotamien, in ungefähr 4 Tagen nach Haifa. Der Zug führt Speise- und Schlafwagen. Die Verköstigung in den Speisewagen ist rituell. Den Passagieren der III. Klasse wird auch eine Schlafgelegenheit geboten. Der Zug führt eine Radiosende- und Empfangsanlage mit. Leitende Persönlichkeiten' des Oesterr. Verkehrsbüros werden den Zug begleiten. Der Fahrpreis inkl. Durchreisevisa, ab "Wien (Einreisevisum nach Oesterreich gratis): für Chaluzim (Zertifikatbesitzer)' S 195.— ohne Verpflegung, S 209.— mit Verpflegung, für Touristen III. Klasse S 290.— mit Verpflegung, für Touristen II. Klasse S '190.— mit Verpflegung. Schlafwagenbenützung für Reisende II. Klasse gegen normale Gebühr. Für leidende Personen, die sich nicht der Gefahr der Seekrankheit aussetzen dürfen, bietet diese Landreisc die einzige Möglichkeit, gefahrlos nach Palästina und dem vorderen Orient zu gelangen. Es werden auch Frachtenzüge kursieren. Während der Wintermonate wird man in der Lage sein, frisches Gemüse und ähnliche Produkte aus Palästina in ungefähr 4 Tagen nach Wien zu importieren. Für den Austauschverkehr Oesterreich—Palästina wird diese neugeschaffene Verbindung ungeheure Möglichkeiten bieten. Nähere Auskünfte erteilen: Oesterr. Verkehrsbüro,'Wien, I.. Friedrichstraße 7, Tel. B-27-500. — Oesterr. Palästina-Amt. Wien, 1., Kärntnerstraße 28, Tel. R-27-4-86. Polen: „Orbis'* und Filialen. Berlin: Mitteleuropäisches Reisebüro, W 8, Voßstraße 2 u. s. Filialen. Brüssel: Agengc Brooke, 171 Rue d'Assant. Paris: Oester*. Verkehrswerbung, 13 Ruc Auber. Zürich: Reisebüro Kuoni A. G., Bahnhof platz 7 u. s. Filialen^ Amsterdam: Amsterdamsche Bank, Reisebüro Lissone A. G., Leidschcstraat 5. Belgrad: „Putnik" Ges. f. Reise u. Fremdenverkehr, Kolarceva 9 u. s. Filialen. Prag: „Cedok", Tschechoslowakisches Reise- und Verkehrsbüro. Prikope 13 u s. Filialen. London: Oesterr. Verkehrsbüro SW 1, 31 Regent Street. Budapest: Oesterr. Verkehrsbüro, VI., Andrassy utea 28, und „Ibusz". Kopenhagen: Dansk Reisebüro, Amerjekov 24. Haifa: Cook & Son, Weltreisebüro. München: Zweigstelle des Oesterr. Verkehrsbüro, Rittcr-von-Epp-Platz 21. vom Dozenten Dr. Bergmann aus Berlin geleitet wird und dem neun Chemiker und vier Laboranten assistieren, werden die Chemikalien des Toten Meeres untersucht und das Wasser vom Lande auf seinen Salzgehalt geprüft. Die Versuchsstation, die eine pathologische, physiologische und chemische Abteilung enthält, beschäftigt 45 akademische Chemiker, die: meisten aus Deutschland. Von ganz Erez-Israel werden Pflanzen und Bäume zwecks Untersuchung hingeschickt. Auch der Boden des Landes wird dort geprüft. Beide Institute, noch im Anfangsstadium der Entwicklung begriffen, werden bestimmt Großes für die Entwicklung des Landes leisten. Rechoboth, das an der Eisenbahnlinie El-Kantara (am Suez-Kanali—Ludd—Haifa liegt, macht mit seinem 7000 Einwohnern den Eindruck einer Stadt. Besonders um 6 Uhr früh, wenn sich Hunderte von Arbeitern an der Herzl-Eckc-Jaakowstraße sammelt, um mit dem ersten Autobus an ihre Arbeitsplätze zu fahren, ist der Verkehr so lebhaft wie in den europäischen Hauptstädten. Rechoboth besitzt zwei Jemeniten - Siedlungen. Diese streng religiösen Juden, die seit der Zerstörung des Salomonischen Tempels in äußerst politisch und ökonomisch gedrückten Verhältnissen im Jemen lebten, fühlen sich hier in Freiheit und Wohlstand geborgen. Der Keren-Kajemeth gs.b ihnen Boden, der Kerenmd lebendes Inventar. Da sie gute Bauarbeiter und Handwerker sind, und sehr bescheiden leben, haben sie es rasch zu Wohlhabenheit gebracht! In Rechoboth gibt es eine achtklassige Volksschule, in der nebst Hebräisch die englische Sprache unterrichtet wird. Eine Hauptsynagoge und zahlreiche kleine Synagogen, auch in den Jemeniten-Siedlungen, sprechen dafür, daß das religiöse Element hier stark vertreten ist. Rechoboth ist Sitz der Zentrale der jüdischen Bauernvereinigung; der bekannte Kolonist und Publizist Mosche Smilansky, Herausgeber des „Bustenai", hat hier seinen Sitz. Ein Beth-Am für Vorträge und Versammlungen, einige Buchhandlungen sorgen für kulturelle Bedürfnisse, ein gutes Kino, die Cafes „Wien" und „Hadarom", bieten in den Abendstunden bei Radiomusik Zerstreuung. Im Jahre 1933 erhielt Rechoboth einen starken Zustrom aus Deutschland. Einwanderer mit Kapital errichteten viele schöne Häuser, elegante Geschäfte für Kleider, Galanteriewaren, Beleuchtungskörper usw. In der Umgebung von Rechoboth gibt es eine Anzahl von Kwuzoth und Kibuzzim, u. a. die Kwuzah „Giwath Brenner" auf den Namen Asa im Jahre 1921 von Arabern ermordeten Arbeiterdichters J. Ch. Brenner, die zu den größten im Lande zählt. Mehr als 300 Arbeiter leben darin. Sie setzt sich aus einem deutschen und einem Hajessod langfristige zinslose' Darlehen für Häuserbau litauischen Element zusammen. Zahlreiche Neueinwanderer aus Deutschland fanden dort Aufnahme. Zwischen Rechoboth und „Giwath Brenner" liegt die Kwuzah „Schil-. ler", nach dem hebräischen Pädagogen Salomon Schiller aus Lemberg benannt. Alle Berufe und Gesellschaftsschichten, alle Parteien in Judentum und Zionismus, jedes Alter von 20 bis zu 60 Jahren sind hier vertreten. Es ist im wahren Sinn des Wortes ein „Kibuz Galujoth": Studenten aus Deutschland, aus Kairo, ein Philologe aus Bagdad, Söhne angesehener Kaufleute aus Damaskus und A 1 e p p 0, ein Chemiker aus Wien, Handwerker aus Polen, Galizien und Rumänien und ein alter Händler aus Odessa, der vor den Bolschewiken geflüchtet ist, Haschomer Hazair, Poale-Zion, Hitachduth, Revisionisten, Judenstaatspartei, Misrachi, Allgemeine Zionisten, Agudisten und Sozialisten ohne Bindestrich findet man hier. Man hört Deutsch,' Französisch, Englisch, Arabisch, Jiddisch, Spaniolisch, Russisch und Polnisch — aber allen dient Hebräisch als Verständigungssprach^. Der Schreiber dieser Zeilen arbeitete vier Wochen mit 20 jüdischen Arbeitern auf der Chaussee in Chcdera bei glühender Hitze, die an manchen Tagen 50 Grad erreichte, von 141 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags. Keine Klage "wurde laut. Mit verbissenen Zähnen hielt alles stand. Das ist die ungebrochene Kraft von Erez-Israel, das ist da» arbeitende Rechoboth.