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Die neue Welt · 1934-09-28 · Heft 401 (28.9.1934) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 401 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 401 DIE NEUE WELT Seite 5 Litfaß'Säule in Tel-Awiw Copyright E. P. Tal * Co, Vi«naa. Als der Berliner Buchhändler Litfaß auf den Gedanken kam, dicke, runde Säulen an den Straßenecken der werdenden Qroßstadt Berlin aufzustellen und diese Säu,len mit Plakaten au* bekleben, h<it er gewiß nicht geahnt, daß es eines Tages „Litfaßsäulen" auch im Heiligen Lande geben werde, auf denen in hebräischer Sprache" Volksversammlungen und Tonfilme angekündigt werden. (Aus dem demnäcMt erscheinenden „P al äst in a -Bilder buch" von Rundt-Casparius. E. P. Tal <& Oo. Verlag, Wien.} Ein Herzl-Bi Es gibt noch genug Zeitgenossen Theodor Herzls, die auch das Bild seiner leiblichen Erscheinung im Gedächtnis tragen. Wie immer auch die ästhetische Einstellung dieser Menschen geartet sein mag, so wird doch keiner leugnen, daß Herzls Gesicht und Haltung einenunbeschreiblichen Zauber auf jeden übte, der mit ihm in Berührung kam. Nicht die Führerpersönlichkeit, also Prominenz, war es, die Herzl zum Qbjekt malerischer und plastischer Darstellung machte. Maler, Bildhauer, Radierer und Photographen waren von Herzl, insbesondere von seinem Gesicht, fasziniert. Aber jeder sah ihn anders. Der eine betonte in der künstlerischen Darstellung den schönen Mann, der andere das sogenannte „Assyrische", der dritte den interessanten Typus usw. So ist eine lange Reihe von Herzl-Bildnissen entstanden und bekannt geworden. Den höchsten Grad der Popularität erreichte E. M. Liliens Photographie „Herzl an der Rheinbrücke" (Basel, 1897) und Hermann Strucks Radierung des Herz-Profils aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Gerade die Fülle der Herzl-Bildnisse brachte es mit sich, daß keines im jüdischen Haus dominierte. Dazu kam noch die Schwierigkeit, sich ein gutes Herzl-Bild zu erschwinglichem Preis zu beschaffen. Ddesem Mangel hat äer palästinensische Verlag „Tniun a" (Jerusalem) abgeholfen, iridem er ein vom berühmten Maler L. Blum geschaffenes Herzl- Unter dem erste» Oberkommissär, dem Juden Herbert Samuel, und mit seiner Mithilfe wurde das historische Palästina gespalten und seines größeren und fruchtbarsten Teiles jenseits des Jordans beraubt. Unter dem Namen „T r a n s j o r d a n i e n" wurde dieses Land selbständig und zu einem arabischen Fürstentum gemacht, d. h. der jüdischen Kolonisation' verschlossen. Ein Kaub am jüdischen Volke, aber, wie es sich jetzt erweist, auch ein Verbrechen am Lande und seinen wenigen arabischen Bewohnern. Während das verkleinerte, verstümmelte Palästina dank jüdischer Arbelt und jüdischen Kapitals aus einer Wüste zum Fruchtgarten wurde, liegt Transjordanlen, die Korn- und Viehkammer der Bibel, als Wüste brach da, seine Einwohner verhungern, ohne jede Aussicht auf Besserung, wenn nicht das Verbrechen Herbert Samuels gutgemacht und das Land der Jüdischen Kolonisation erschlossen wird. # „Palnews" berichtet uns aus Tel-Awiw: Unser Vertreter begab sich nach Transjordanien, um die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes, die für den Außenstehenden infolge des Fehlens einer wirtschaftlichen Bild in den Verkehr bringt. Das Porträt ist ein farbiger Autotiefdruck, Format 50 X 33 cm. Das HerzI?Bild darf in keinem jüdischen Hause fehlen Die Verwaltung unseres Blattes gibt ein Exemplar dieses ausgezeichneten, auf Kunstdruckpapier hergestellten Porträts an unsere Leser zum Preis von S 1.20 ab. Bei Postversand S 1.60 inkl. Drucksachenporto. Voreinsendung des Betrages. Gerda KreitBer Edmund Mühlstock Wien VIII. Wien V. Verlobt« Wien, Im Tlschrl 5695 "^"k ■gort Böhm Chaja Böhm geb. Kerzner empfehlen eich als Vermählte Wien, Im Tlechrl 5895 und Insbesondere wirtschaftsstatistischen Berichterstattung nur sehr schwer zu übersehen sind, an Ort und Stelle einer Betrachtung zu unterziehen. Er teilt uns mit: A m m a n. Es ist außerordentlich schwer, zu einem Ueberblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse Transjordaniens zu gelangen. Es fehlt jegliche statistische Unterlage zur Beurteilung von Einzeltatsachen: Import und Export, landwirtschaftliche Produktion, Berufsgliederung, Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsverhältnisse usw. Ihr Vertreter interviewte eine Reihe von Persönlichkeiten des Landes, vor allem Regierungsbeamte. Aber ihre Auskünfte waren infolge des Fehlens konkreter Tatsachenunterlagen Ziemlich allgemein gehalten. Der Beobachter ist auf Unterhaltungen und den Augenschein angewiesen. Der Kontrast zwischen Westpalästina und Trans¬ Jordanien fällt sofort beim Ueberschreiten der Allenby- Brücke auf: eine schlechte Straße bildet die Fortsetzung der guten palästinensischen Asphaltchaussee. Aber die weiteren Straßen sind noch schlechter. Der Reisende erhält sofort den Eindruck eines fast unbevölkerten Landes. Man fährt lange Strecken, ohne einem Menschen zu begegnen. Ihr Vertreter durchstreifte im Laufe einer Reihe Schulbucher für alle Lehranstalten in den vorgeschriebenen Auflagen, auch antiquarisch, zu wirklich billigsten Preisen liefert die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner Wien ll.f Ecke Taborstraße Nr. 52 Verzeichnisse umsonst. Spesenfreie Zustellung überallhin Für Auskünfte Telephon R 41-4-20 ammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm von Tagen das Land nach allen Richtungen — überall menschenleere Gegenden und Wege, keine Fußgänger, keine Lasttransporte. Außerhalb der größeren transjordanischen Städte (Rabat-Amman mit 40.000 bis 50.000 Einwohnern, Es-Salt mit 20.000 bis 25.000 Einwohnern) und Dorf Städten, wie Suala, Midaba u. a., fährt man über weite Flächen, über Berge und durch Täler ohne Anzeichen menschlicher Siedlungen zu erblicken. Nur selten sieht man ein Zeltdorf auf einem Hügel, ein kleines, aus wenigen Häusern bestehendes Dorf oder ein beduinische Zeltlager. Der Boden ist nur teilweise bearbeitet, sonst ver* lassen. In der Umgebung von Suala, einem tscherkessisch-arabischen Dorfe, sind Tabakpflanzungen zu sehen.- Es-Salt liegt zwischen Wein- und Granatäpfelgärten. Der fremde Reisende fragt sich unwillkürlich: Warum ist dieses Land so vernachlässigt lind unentwickelt, warum leidet es unter Arbeitslosigkeit und direktem Hunger? In Rabat-Amman, der Hauptstadt, ergab sich nach vielen Anfragen folgendes Bild: Transjordanien, dessen Flächenumfang nahezu zweimal so groß wie derjenige Westpalästinas ist, wo in früheren Zeiten eine Bevölkerung von mehreren Millionen Menschen lebte, wird zur Zeit von 250.000 bis 300.000 Seelen bewohnt (die Zahlen sind infolge des Fehlens statistischer Erhebungen nur ungenau). Die wichtigste Eränhrungsquelle der Einwohner ist die Landwirtschaft. Der Prozentsatz der in der Landwirtschaft Beschäftigten beläuft sich auf ungefähr 90 Prozent. Die Arbeitsmethoden sind sehr primitiv. Angebaut wird vor allem Getreide. In der Umgebung von Es-Salt, Ajlun und El Kerak werden Wein und Obstbäume gezogen. Die Viehzucht war einst ein sehr entwickelter Zweig der transjordanischeu Beduinenwirtschaft, aber vor fünf Jahren war die Sterblichkeit des Viehes infolge der Dürre sehr groß und seitdem verkommt dieser Wirtschaftszweig. Heute übersteigt der Viehimport aus Syrien nach Transjordanien den transjordanischen Viehexport nach Palästina und anderen Ländern. Transjordanien versorgte einst den ganzenNahenOstenmitWeizenundGerste. Jetzt genügt die Ernte aber nicht mehr für den Eigenbedarf des Landes. Künstliche Bewässerung •gibt es nicht. Wenn es keinen Regen gibt, hungert der Beduine. Im letzten Jahre gab die transjordanische Regierung an die Landwirte Anleihen aus den Mitteln, die sie von der englischen und palästinensischen Regierung erhalten hat. Auch Sammlungen zugunsten des besonders notleidenden Stammes der Beni Hassan, der an Hun.gersterblichkei't zugrunde zu gehen drohte, sind veranstaltet worden. Die Regierung erhielt von der englischen Regierung für Brunnenbohrung eine Sonderanleihe von 4000. Pf und. Es wird auch über eine neue Sonderanleihe in Höhe von 50.000 Pfund verhandelt. Aber das alles bedeutet nicht mehr als einen Tropfen im Meer: das Land bleibt öde und die Bevölkerung verelendet und verhungert. Industrien gibt es nicht. Es bestehen nur zwei Zigarettenfabriken, eine transjordanische und eine Filiale der Karaman-Fabrik in Haifa. In beiden Fabriken arbeiten insgesamt 80 bis 90 Arbeiter, die ganze Produktion wird auf dem inneren Markt verkauft. Es besteht auch eine primitive Mattenindustrie. Jede Beduinenfamilie stellt Matten für den Eigenbedarf her und bringt den Ueberschuß auf den Markt. Obwohl es keine Import- und Exportstatistik gibt, besteht kein Zweifel, daß der Import den Export erheblich übersteigt. Transjordanien exportiert Trauben, Rosinen, Wolle, Matten. Nach der palästinensischen Transitstatistik beträgt der Transitverkehr aus Transjordanien durch Palästina nur wenige hundert Pfund. Die Zahl der Arbeitslosen ist groß, ihre La*e trostlos. Die I. P. C. beschäftigte seinerzeit viele Arbeiter. Die Arbeiten sind aber beendet. Jetzt arbeiten nur noch wenige Beamte in der Gesellschaft. Die übrigen leben noch von den Ersparnissen aus der Zeit, in der sie Arbeit hatten. An eine Persönlichkeit in Rabat-Amman, die eine wichtige Beamtenstelle einnimmt, stellte Ihr Vertreter einige Fragen: Ist Ihnen die Zahl der arbeitslosen Beduinen bekannt, die in den letzten beiden Jahren aus Transjordanien nach Palästina abgewandert sind? Es ist bekannt, daß eine derartige Abwanderung Das erste und führende Rumänische Restaurant SPRITZER (früher. Hotel National) jetzt. II, HammeivPurgstallg. 7 (Nähe Dianabad) Alle ORIENTALISCHEN SPEZIALITÄTEN am Rost und Spieß Das Verbrechen an Volk und Land Ein fruchtbares Land, das zur Wüste wurde

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