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Die neue Welt · 1934-09-28 · Heft 401 (28.9.1934) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 401 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 401 DIE NEUE WEL1 Seite 3 Leiden jüdischer Paläslina-Wanderer Drei junge Menschen ertrunken Wie dem „Czernowitzer Morgenblatt" aus C o n- tantza gemeldet wird, haben 300 jüdische Auswanderer aus Polen und anderen Ländern, welche über Rumänien nach Palästina gelangen wollten, sehr schwere Erlebnisse gehabt. Diese 300 Palästina-Auswanderer besaßen keine Zertifikate. Die englischen Behörden gestatten ihnen daher nicht die Landung auf palästinensischem Boden. Das Schiff, auf dem sie sich befanden, setzte dann seine Fahrt nach Firäus fort, wo die 300 Auswanderer ans Land stiegen. In Piräus traten die Auswanderer mit einem Schiffsbesitzer in Verhandlung, der sich bereit erklärte, sie nach Haifa zu bringen und ihnen zu ermöglichen, ans Land zu kommen. Die englischen Behörden erfuhren aber davon. Als die Auswanderer das Schiff verließen und in Booten das Land zu erreichen versuchten, trafen mehrere englische Polizeiboote ein. Es kam zu einer Jagd auf die Boote, in donen sich üe Auswanderer befanden. E l n Boot kippte um und drei Jünglinge ertranken. 80 junge Leute wurden von den englischen Behörden gefangengenommen. Den restlichen gelang ea» das Land zu erreichen und sich in Sicherheit zu bringen. Deportation nadi SowjelruBland Aus der langen Serie der brutalen Behandlung „illegaler" jüdischer Einwanderer wird nun folgender Fall aus Jerusalem bekannt: Obwohl der Richter Cory empfahl, die kürzlich abgefangenen „illegalen" Einwanderer aus Sowjetrußland nach Verbüßung ihrer Arreststrafe im Lande zu belassen, griff die Polizei zu dem härtesten Mittel. Sie verfrachtete die sowjetrussischen Juden auf dem griechischen Dampfer „Kerkyra" zurück nach Sowjetrußland. —■ Auch in anderen Fällen wurde die Strafe der Deportation angewendet. Aus HitlersDeulsdiland Aus Stuttgart: Im neuen Städtischen Strandbad in Heilbronn am Neckar (in Süddeutschland) ist Juden, wie ein Plakat bekanntgibt, das Betreten des Bades verboten worden. Aus London: Wie „Daily Express" aus Saarbrücken berichtet, wurde am Jom-Kipur-Tage in D e i ß 1 e n an der Saar, während die jüdische Bevölkerung in der Synagoge weilte, der jüdische Friedhof geschändet. 200 Gräber wurden beschädigt, 32 Grabsteine zerbrochen. „Daily Express" beschuldigt die Nationalsozialisten, diese vandalische Tat begangen zu haben. Aus Münster i. W.: Wie aus Buer (Westfalen) berichtet wird, ist die dortige Synagoge geschändet Worden. Es wurden fast die gesamten Fensterscheiben eingeschlagen und das Innere des Gotteshauses durch Steine, Unrat und dergleichen verunreinigt. Aus Frankfurt: Die Main-Fränkische Zeitung" bringt in Nr. 132 vom 8. September nachstehende Notiz aus. Heßlar: „Zur Nachahmung empfohlen. Auch unsere Gemeinde ist erwacht! Seit Sonntag früh tragen alle Wohn- und Wirtschaftsgebäude an den Toren und Türen die in roter Lackfarbe aufgetragene Warnung: Juden ist der Zutritt verboten! Die etwa 20 Zentimeter hohen Buchstaben sind nicht zu übersehen und in wetterfester Farbe aufgetragen." Aus London: Nach einem Bericht, den „News Chronicle" aus Berlin veröffentlicht, bereitet die deutsche Regierung ein Gesetz vor, das alle deutschen Juden der Bürgerrechte beraubt. Nur die deutschen Juden im Ausland sollen dem Schutze der deutschen diplomatischen Vertretungen unterstehen. Die Zeitung achreibt, daß nur Deutsche, die ihre rein arische Abstammung bis drei Generationen zurück nachweisen können, die Bürgerschaftsrechte einschließlich Stimmrecht gehießen werden. Es soll in den kommenden Monaten ein rassisches Inventar über ganz Deutschland aufgenommen werden, um genaueste Beweise des Arianismus zu erhalten und Deutschland rassisch rein zu machen, danach soll das geplante Gesetz zur Ausbürgerung derJuden verkündet werden. Aus Hannover: In einer in Hannover gehaltenen Rede beschäftigte sich Reichsbischof Müller mit der Judenfrage und wandte sich gegen die Leute, die sagten, Christus sei doch au c h Jude gewesen. Man müsse darauf immer erwidern, daß in jenem Volke der. Mann, der ihm die Wahrheit sagte, umgebracht worden sei, zuletzt der Heiland selbst. Das Christentum sei nicht Serbisch-Rumänisches Weinhaus IBA, Taborstraße 18, im Hotel National Alle ORIENTALISCHEN SPEZIALITÄTEN am Rost und Spieß aus dem Judentum herausgewachsen, sondern im steten Kampf mit ihm entstanden. Zum erstenmal seit christlicher Zeit habe nun ein Volk es gewagt, den Juden den Kampf anzusagen. „I n diesem Kampf müßten wir Christen zusammenstehen und wenn wir auch einmal ein halbes Jahr darben müßten." Aus New York: Gustave Oberlender aus Reading, Pennsylvania, der Begründer des Eine-Million- Dollar-Fonds zur Förderung von freundschaftlichen Beziehungen (goodwill) zu Deutschland, der soeben von einem Aufenthalt in Deutschland nach New York zurückgekehrt ist, erzählt, daß er in einem Gespräch mit Hitler die Bemerkung gemacht habe, daß die Verfolgung der Juden in Deutschland ein großes Unrecht sei. Darauf habe Hitler emphatisch erklärt: Solange ich an der Macht bin, werden die Juden ihren Einfluß in Deutschland nicht zurückgewinnen. Aus Saarbrücken: Die hier erscheinende „Deutsche Freiheit" schreibt: Die hohen jüdischen Feiertage dieses Monats (Neujahr und Versöhnungsfest) werden von Parteigenossen des deutschen „Führers" und Reichskanzlers Adolf Hitler zum Anlaß für besonders gemeine Judenverfolgungen genommen. Aus mehreren deutschen Städten gehen uns verbürgte Berichte über die Schändung jüdischer Friedhöfe und Gotteshäuser zu. Iii allen Mitteilungen wird flehentlich gebeten, nichts über die Vorgänge zu veröffentlichen, da sonst mit den schwersten Repressalien zu rechnen sei. Wie dieser Hitler- Geist sich auswirkt, hat die jüdische Gemeinde von Schwäbisch-Gmünd kurz vor dem Neujahrstage erfahren. SA.- und SS.-Leute drangen in die Synagoge ein und zerstörten deren ganze Inneneinrichtung. Mit den Kultgegenständen wurde Spott und Hohn getrieben. Zerfetzt, zerrissen und zerstört wurden sie auf die Straße geworfen. Nach der Tat wurde die ganze jüdische Gemeinde zusammengetrieben. Einer der Banditen hielt eine Ansprache und bedrohte die gesamte Judenschaft von Schwäbisch-Gmünd mit dem Tode, falls irgend eine Nachricht über die Vorgänge in die Presse gelange. Aus Nürnberg: Die „Fränkische Tageszeitung" veröffentlicht unter dem Titel „Frei von Juden« — Der große Schlachtviehmarkt zu Frankfurt a. M. ohne jüdische Viehhändler" in fetten Letter« folgende BekajmtBwefcUDg' for. Kx-ei*- bauernschaft Ansbach über den letzten, zu Rosch- Haschanah abgehaltenen Frankfurter Schlachviehmarkt: „Wie aus Frankfurt a. M. hierher gemeldet wurde, war der letzte große Schlachtviehmarkt dort vollständig frei von jüdischen Händlern. Dies ist um so beachtenswerter, als Frankfurt einen der größten und besten Schlachtviehmärkte hat. Aus diesem Anlasse waren diei Hallen des Marktes mit den Fahnen des neuen Deutsch-' land geziert und sowohl bei den Käufern wie auch Ver-i käufern konnte man die Freude über den judenfreien' und judenreinen Markt von den Gesichtern ablesen. 1 Wir in Franken freuen uns um so mehr, daß die Fernhaltung der Juden von den Viehmärkten nun auch' auf den großen Schiachviehmärkten Platz gegriffen hat. Und noch einmal, deutscher Bauer: Schalte' den Juden vom Viehhandel aus, damit du nicht mehr um' den Lohn deiner Arbeit betrogen wirst." EijipfiiMlIichc erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe Aus Berlin: Die „Jüdische Rundschau" veröffentlicht eine Gegenüberstellung der Zahl der' jüdischen Bewohner der einzelnen Provinzen' Preußens am 16. Juli 1933 und am 16. Juni 1925. Die' Zahlen für 1933 sind den Veröffentlichungen des statisti-' sehen Reichsamtes entnommen. Danach hat die Zahl der1 Juden in ganz Preußen in diesen acht Jahren um' 1 0,5 Prozent abgenommen, sie ist von 404.446 auf 361.826 gesunken. Am schwächsten (7 Prozent) ist die Abnahme in Berlin, was sich aus der Zuwanderung aus' anderen Landesteilen erklärt, am stärksten in Schleswig- Holstein (25 Prozent), in Ostpreußen (22 Prozent), in' der Grenzmark (19,2 Prozent) und in Pommern (18,6 Prozent). Die Gesamtabnahme in der Provinz (Preußen und' Berlin) beträgt §0.512, d. s. 13,2 Prozent. Der Jude — eine Kreuzung zwischen Mensch und Tier. 1 Aus Berlin (J. T. A.): Nachdem der jüdische' „Hellseher" Hanussen, der Hitlers Aufstieg zur' Macht jahrelang voraussagte, durch Nazis in Berlin e rmordet wurde und sein Blatt „D e r H e 11 s e h e r" nicht' mehr erscheinen kann, hat sich die nationalsozialistische' Partei ein neues okkultistisches Wochenblatt geschaffen, das den Titel „Sehe r" trägt. Dieses Nazi-Organ' schreibt in seiner letzten Nummer: „Wir haben nach den Darstellungen einer Seherin' (Medium) eine Uebersicht aufgezeichnet und es wäre sicher interessant, diese mit den etwa vorhandenen aktenmäßigen Belegen und wissenschaftlichen (!)' Forschungsergebnissen zu vergleichen. Danach kann das Judentum garnicht als Rasse angesprochen werden, sondern als Kreuzungsprodukt zwischen Mensch und Tier, so daß sich hierin die Gründe erhellen, weshalb der Jude wissenschaftliche „Aufklärung" betrieb, daß auch andere Menschen sich vom Tierreich entwickelt haben. Daß dies nicht der Fall ist, wissen wir alle. Beim Juden aber ist es der Fall. Und es ist sehr lehrreich, den geschichtlichen Hergang zu schildern, denn danach wird es keine Deutung mehr geben, um das wahre Wesen des Juden zu erfassen. Die Sdudcsale einer Familie/ die für das Judentum und die Freiheit des jüdischen Volkes kämpfte in dem großen Tonfilm Die Rothschilds mit George Arliss als Meier und Nathan Rothschild Helen Wesfley als Gudula Rothschild Boris Karloff als Kapitän Ledranlz Loretta Young als Julie Rothschild Robert Young als Fltzroy Ab Montag, 1» Oktober, im Burg-Kino I, Rotenturm-Kino I ALLEM VORAN! REICH DAUERBRAND OFEN FÜR INLAND- UNO STEINKOHLE KOKS UND ANTHRAZIT BEI HOLZ-DAUERBRANDOFEN PRIMAT I 30% BUNDE IV, PRESSGASSE 28 I, PARKRING 12 $ 1 ü S C H U S S B-20-2-38 B-20-3-57 Ich darf darauf hinweisen, daß diese Fragen bereits wissenschaftlich geklärt sind durch unseren bedeutendsten Rassenforscher Lanz von Liebenfels, der bereits 1904 wissenschaftliche Abhandlungen über dieses Problem veröffentlichte. L. v. Liebenfels hat einmal nachgewiesen, und zwar an Hand einer richtigen Bibelauslegung nach den ältesten Niederschriften, daß es einesteils (Menschen göttlichen Ursprungs gibt, die in den ältesten Quellen als Götter und Halbgötter bezeichnet werden, während verschiedene Rassen dadurch entstanden sind, daß sich diese Halbgötter (gefallene Engel) mit entsprechenden Tieren vermischten. Wir finden daher auch Ueberlief erungen, in denen Menschentiere, halb Mensch und halb Tier, beschrieben und abgebildet sind." Jüdische /Sdiweigepolitifc' in Amerika Aus New York wird uns geschrieben: Die Kriecher-Juden sind wieder erschrocken. Angst befiel sie, als sie die Berichte über die Jüdische Weltkonf er enz in Genf, über den jüdischen Weltkongreß, über eine ständige Organisation zur Verteidigung der jüdischen Rechte und noch andere ähnliche fürchterliche Dinge lasen. Eben diese Kriecher-Juden vom American Joint Committee, die wünschen, daß wir niedriger als Gras und stiller als Wasser seien, wollen jetzt, daß wir Sch»weigepolitik treiben, daß wir nur flüstern und durch Hintertüren kriechen sollen. Diese Jüdchen vom American Joint Committee schreien auch manchmal, aber gegen uns, gegen den amerikanischen Jüdischen Kongreß, gegen die antideutsche Boykottbewegung, kurz gegen jene jüdischen Organisationen, die wirklich etwas tun und ihre Stimme. erheben, wenn das Judentum in Gefahr ist. . Louis Marshall, der vor 5 Jahren verstorbene Gründer dieses Komitees, hat -selbst jahrelang die Schweigepolitik verteidigt, aber auch den Mut gehabt, in Zeiten jüdischen Unglücks und wenn die j ü d ische Existenz in Gefahr stand, die erwähnte Politik zurückzustellen und zu rufen, zu protestieren, zu wecken. Marshall ist tot und die gegenwärtigen Führer des American Joint Committee verlegen sich aufs;Schweigen. Als Hitler Reichskanzler wurde und seine Ausrottungspolitik gegen die Juden begann, waren die KomiteerHerren dagegen, daß die Juden ihre Stimmen erheben. Sie wehrten sich gegen die Boykottbewegung, gegen die Protestversammlungen, gegen alles, was man zur Abwehr unternahm. Was man tun solle? Nichts. Schweigen. Die Herren würden sich schon mit ein paar wichtigen „Persönlichkeiten" von der amerikanischen Regierung treffen und alles werde in Butter sein. (Wir haben schon seinerzeit berichtet, daß diese Schweigepolitik gewisser jüdischer Kreise in Amerika Schuld daran trägt, daß die amerikanische Regierung bisher nichts gegen die Judenverfolgungen in Deutschland öffentlich unternommen hat. Diese Kreise haben, wie uns aus New York berichtet wurde, den Präsidenten Roosevelt beeinflußt, zurückhaltend zu sein und bloß hintenherum etwas zu unternehmen, auf keinen Fall aber durch eine öffentliche Aktion hervorzutreten, da dies den deutschen Juden nur Schaden und die amerikanischen Juden in Verlegenheit bringen könne. Anm. d. Red.) Ob die amerikanische Regierung etwas „im Stillen" unternommen habe, ist noch nicht klar. Wie immer die Sache auch sein mag — jedenfalls hat die Schweigepolitik zu nichts geführt, während die amerikanische Protestbewegung gegen die hakenkreuzlerischen Untaten und die Boykottaktion, an welcher sich Millionen Nichtjuden beteiligen, die Welt aufgerüttelt und die Grundlagen des hitleristischen Regimes erschüttert haben. Man ist hier der Meinung, daß ohne die stürmischen jüdischen Proteste und die großangelegte Boykottbewegung im Dritten Reich Pogrome von noch nie dagewesenem Umfang ausgebrochen wären. Aber die stillen Kriecher-Juden haben bisher nichts gelernt und heißen nach wie vor „schweigen". Jetzt ist ihnen, wie gesagt, vor der jüdischen Weltkonferenz der Schreck in die Glieder gefahren und gar vor dem kommenden Jüdischen Weltkongreß. Die amerikanische Presse hat der Genfer Weltkonferenz die größte Aufmerksamkeit geschenkt, die englisch-amerikanische Presse hat jeden Tag in Riesenlettern auf der ersten Seite den Lesern mitgeteilt, was in Genf vorgeht, und die Reden der Delegierten wiedergegeben. Die amerikanische Presse sieht nämlich im kommenden Jüdischen Weltkongreß eine Art j ü d i- *Pto*»-3KeHpi^r;la'm ent und im Sinne der ständige»

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