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Die neue Welt · 1934-09-21 · Heft 400 (21.9.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 400 (21.9.1934)
Date
1934-09-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIC NEUE WELT Nr. 400 f 71H * * „-e^' . . .:k m:j m 15 jf Engl, gemust. Mäntel f. d. Ueberg Zeiti S 19.—, S Hubertus-Mäntel aus ka meelhaarart. Lo--|p*.— don . S 19.—, siel ^"^SyiVÄ Kiimelhaarfarbcn-Müntel mit breitem Stepprevers (auch an"'flft-— dersfärbig......S Itf Fesche Boucle-Miintel in Modefarben, mit Crepe- AQ Mongol-Sattelfutter, in vielen schönen Modefarben S UU Feine echte Flausch-Mäntel, reine Wolle, in Kamelhaarfarbe, m. Gürtel- oder breiter Dragonerspange S Elegante Stoff-Mäntel mit echter Fellverbrämung, ganz K.-Seide gefüttert, Schafwolle watteliert . S Tuch- oder Shetland-Mäntel mit echtem großen Pelz- Cll.- Schalkragen, ganz K.-Seide gefüttert u. watteliert S Utf Englisch gemusterte Sport-Kostüme, modern dessiniert, <|J.- Wickelschoß, Jacke K.-Seide gefüttert . . . . S fcf| ReimvoU-Mode-Kostüme, mohrengrau oder dunkelblau, K.-Seide gefüttert............S 39 49 39 Blusen ff. Kleider K.-S.-Mongol-Blusa Modofarben, lange Aermel . . S Gemusterte Flanell-Kleider mit langen Aermcln.....S Gewebte Tweed-Stsffklcider?:ute Qualität ......S K.-S.-Crepa-Mongol-Klelder in trlnUcn Modefarben . . . . S Nachmittog-Klolder ans Mode-Wollstoffen oder K.-S.-Flamisol. . S Lackipa^-n-Schuhe mit Komte-5e-i\bFat2 . . . . S Wasdt-, Wall Wäsche-Flanelle giat;färbi& 89 Groschen, gestreift . . .Gr. Mode-KretOnne schöne Dessins, gut waschbar, p. M. Gr. BaumWOll-Tweed gewebter Strapar.-Kleiderstoff, 70 cm, S Relnseiden-ßhadame schönen Futterfarben . . S 5« 3M 5*0 98° 19- 12* 69 79 179 1'98 Zum Sdtalbegirtn Hartplatten-Schultatohe mit Lederi riemen S £'00, mit Handgriff S J Cloth-Schulmantarl» Revers- oder 1 Herrenfasson, Größe 60 ... S 1 Sohul-Kleidehen aus Tweed-Flanell * oder Waschseide, Gröüo 60 . S . * Mfdehen-Mantel aus guten Woll- ' stolTen, Größe 60......S J Knaben-Sehulanzug aus guten Sport- 4 * stofTen, ganz gef., Gr. IV . . S l\ Scitulstiefcl, schwarz, Gr. 31/3!» I S r.-r», Gr. 28/00 S 7-7«, 86/27 S I und Seidenstoffe K.-Selden-Tweed mit Wolle. 100 cm breit........S * JU RelnWOll-SoUCle für Kleider, VQfl alle Farbon, ISO cm ....Sa 3U- Angora-Mele weich fallender ItQfl Kleiderstoff, 100 cm . . . S » 3U Sethland für Mäntel nnd C«M Kostüme, 140 cm . S 8*80, 0 3V UHIFFMANN rAeotm W ii«nm bände, davon 9000 Kaufleute, Handelsangestellte und Privatbeamte. 1500 Menschen gehören den intellektuellen Berufen an, davon sind 730 Aerzte, 300 Rechtsanwälte, 200 Ingenieure, 35 Tierärzte, 90 Apotheker. Handwerker gibt es 2000, davon allein in Sarajevo 500. '»•'nde 1933 wurden rund 700 jüdische Hochsc Hü ler gezählt, davon: Techniker 90, Mediziner 130, Juristen 220, Philosophen 90, Pharmazeuten 15. In den Mittelschulen waren 3300, in den Volksschulen 4000, im Handws-rk 550 jüdische Schüler. Im Jahre 1933 gab es 653 Gebyteji und 743 Todesfälle. Im selben Jahre wurden 4 00 Ehsn geschlossen, Scheidungen gab es 32. 24 gemischte Ehen wurden geschlossen. In das Judentum sind 11 Personen eingetreten, aus dem Judentum sind 9 Personen ausgetreten. — Das größte G emeindebudget hai jüdische Gemeinde in Zagreb in der Höhe von '..&■!.vOQ Dinar. Aus Rumänien Judenexzesse trotz Belagerungszustand Im Schnellzuge Bukarest-Cernauti ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Das „Czernowitzer Morgenblat t", welches die Eisenbahn- und Sicherheitsbeamten der Duldung dieser antisemitischen Exzesse beschuldigt, schreibt: ,,Es macht den Eindruck, als ob auch außerordentliche Maßnahmen nicht hinreichen würden, um wehrlose Bürger vor brutalen Attacken zu schützen. Das beweisen die traurigen Vorfälle, die sich im Eisenbahnzug, der zwischen Bukarest und Cernauti verkehrt, in der Nacht von Samstag auf Sonntag zuge- Die EntsfehfBBBfg de§ ,/llnssaneh ToScef" An den beiden Tagen des Neujahrfestes wie am Versöhnungstage wird beim Mussafgebet vor der Keduscha eine liturgische Dichtung eingeschaltet, die überall wegen ihrer Anfangsworte unter dem Namen „Un ss an eh Tokef" weit und breit bekannt und deren Entstehen sagenumwoben ist. Dieses Gedicht, das da mit den Worten beginnt: „Lasset uns verkünden die Macht und Heiligkeit des Tages, der furchtbar und voller Schauer ist", verherrlicht in eindringlichen Worten Gott den Richter. Es wird seiner Verbreitung und seiner Sprache nach sehr alt sein und wie Elbogen (Jüdischer Gottesdienst, S. 565) meint, „in die ersten Anfänge des Piut hinaufreichen". In der Tat dürfte diese liturgische Komposition aus der Zeit der Kreuzzüge stammen, wahrscheinlich sogar noch älter sein. Ueber den angeblichen Verfasser, den Märtyrer R. Amnon aus Mainz, weiß die Legende, der wir bereits im 13. Jahrhundert bei Isaak Or-Sarua aus Wien begegnen, der sie wiederum in den Aufzeichnungen des R. Ephraim ben Jakob aus Bonn (12. Jahrhundert) vorgefunden hat, folgendes zu berichten: Einst lebte in der großen Stadt Mainz ein hervorragender Gelehrter und Weiser, ein Großer seines Geschlechtes mit Namen R. Amnon. Dieser R. Amnon war von vornehmer Abkunft, schön an Gestalt, reich an irdischem Gut und am Hofe des Fürsten sehr angesehen und beliebt. Der Fürst und seine hohen Würdenträger suchten, ihn aber zu überreden, den Glauben seiner Väter aufzugeben und sich zu ihnen zu bekehren,. Allein R, Amnon tragen haben. Die Vorfälle sollen nicht um ein Jota übertrieben werden. Es wäre aber auch verfehlt, zu bagatellisieren oder den Umfang der Exzesse .zu verringern. Jüdische Reisende wurden von antisemitischen Exzed e n t e n auf der Strecke zwischen Ploesti und Marasesti, das ist also auf einer Distanz von ungefähr 150 Kilometer, und in einer Fahrtdauer von etwa 3 Stunden tätlich mißhandelt, wobei einzelne von ihnen schwere Verletzungen davontrugen, andere wieder am Leben bedroht wurden. Der Stationschef von Buzau hat den um Hilfe rufenden Reisenden jede Intervention verweigert, ihr Verlangen nach Schutz durch Sicherheitsorgane abgelehnt und den Zug fahrplanmäßig abgehen lassen. Erst in Bacau, da die Exzedenten den Zug bereits verlassen hatten, wurde im Polizeiamt ein Protokoll aufgenommen." „Reicht der Belagerungszustand wirklich nicht hin, um Exzesse dieser Art zu unterdrücken? Es wäre durchaus verfehlt, anzunehmen, daß die Sicherheitsbehörden außerstande sind, drei Dutzend Cuzisten, die auf den tollen Einfall kommen, eine nächtliche Attacke auf unschuldige Menschen in einem Schnellzug zu unternehmen, an der Ausführung dieses verdammenswerten Vorhabens zu hindern. Dazu reichen schon die normalen Mittel der Staatsgewalt hin, um so eher das außerordentliche Machtinstrument des Belagerungszustandes. Aber es kommt darauf an, daß diese Mittel auch im entsprechenden Zeitpunkte angewendet werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist die Anwendung leider unterblieben. Es ist notwendig, daß die Exekutivorgane auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden, die die »tillschweigende Duldung solcher Exzesse nach sich ziehen kann. Die gute Intention des Ministerpräsidenten und der Regierung, die Ruhe im Lande aufrechtzuerhalten, soll durchaus nicht bezweifelt blieb all diesen Bekehrungsversuchen gegenüber standhaft und schenkte den Einflüsterungen kein Gehör. Als sie aber auf ihn eines Tages besonders stark eindrangen, da antwortete er, man solle ihm drei Tage Bedenkzeitgeben. Sobald er nur aus dem Hause des Fürsten kam und über seine Worte nachdachte, da regte sich sein Gewissen und er war tief betrübt, daß er Worte des Zweifeins über seine Lippen bringen konnte. Als er aber bei sich zu Hause angelangt war, da stieg sein Kummer noch mehr, und er war untröstlich. Auf die Trostworte seiner Freunde und Verwandten wollte er nicht hören, denn er sprach zu ihnen: Nein, hinabsteigen in die Grube werde ich; und er weinte bitterlich und seine Trauer kannte keine Grenzen. Am dritten Tage ließ ihn der Fürst rufen, er aber wollte nicht zu ihm gehen. Der Fürst sandte darauf andere und höhere Herren seines Hofes, um ihn zu sich kommen zu lassen, aber R. Amnon blieb unbewegt. Da befahl der Fürst, ihn mit Gewalt zu bringen. Der Fürst warf ihm vor, daß er sein gegebenes Versprechen nicht eingelöst habe. Darauf antwortete der fromme R. Amnon: Ich will mein Urteil selbst sprechen: Die Zunge, die gegen dich Falsches und Lügenhaftes ausgesprochen hat, die muß herausgeschnitten werden. R. Amnon wollte damit den Namen des Heiligen, gebenedeiet sei Er, heiligen, indem er für seine ausgesprochenen Worte des Zwelfelns die verdiente Strafe erleiden wollte. Der Fürst antwortete ihm aber: Nicht doch, Amnon, nicht die Zunge werde ich dir herausschneiden, sondern ich werde dir die Füße, die nicht gekommen sind, wie du es versprochen hattest, abhauen und deinen übrigen. Körper werde ich. { Hebräischkurse der Judenstaatspartei Oesterreichs UNTERRICHTSBEGINN: *. OKTOBER 1934 Kurse für Kinder (7 bis 14 Jahre , Jugendliche (13 bis 17 Jahre) und Erwachsene «vom 18. Lebensjahr) Separate Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene Kursleiter: Rabb. Dr. Israel Zwi Kanner Auskünfte im Sekretariat der Judenstaatspartei, I, Werdertorg. 14 (Montag bis Donnerstag von 7 bis 9 Uhr, Sonntag von Va!l bis 12Uhr) Allgemein xugänglich Niedriger Kursbeitrag (Kinderkurs gratis) werden, aber es ist erforderlich, daß jenen Elementen, welche diese Intentionen durch Störung der Ruhe und Ordnung zu vereiteln trachten, tathaft vor Augen geführt wird, daß ein solches Unterfangen unmittelbar die verdiente Sühne findet. Der Nachteil ist entschieden viel geringer, wenn ein Schnellzug eine halbe Stunde über die fahrplanmäßige Dauer hinaus in einer Station zurückgehalten wird, als wenn Reisende bloß wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volke einem Haufen Exzedenten schutzlos ausgeliefert werden. Wenn Menschen blutiggeschlagen und am Leben bedroht werden, dann soll das schon ein Anlaß sein, die Möglichkeit zur Säuberung des Schauplatzes zu bieten und so der Öffentlichkeit darzutun, daß die Staatsautorität auch im fahrenden Zug gewahrt werden muß." Naziführer Zoltan Mesko zu Gefängnis verurteilt Aus Budapest: Abg. Zoltan Mesko, einer der Führer der ungarländischen Nazipartei, hatto sich vor Gericht wegen konfessioneller Aufreizung zu verantworten; er hatte im Wochenblatt „Nemzet szava" (Pfeilkreuz) unter dem Titel „Man vergiftet" ausgeführt, daß die jüdische Moral die ungarische Familie vergifte und daß der jüdische Geist den sittlichen Sumpf von Mutter- und Kindesmördern bedeute. Mesko erklärte vor Gericht, er habe den Artikel nicht geschrieben, doch übernehme er als Redakteur die volle Verantwortung für denselben; er würde auch heute dasselbe schreiben. Bei diesen Worten spendeten ihm seine zahlreich anwesenden Anhänger lauten Beifall. Der Richter verurteilte Mesko wegen konfessioneller Aufreizung ztt 14 Tagen Gefängnis. In seinem Schlußwort erklärte Mesko: „Wenn wir zur Macht gelangen, werden wir jenen Geist beseitigen, der die Familie besudelt und aus der Nacktheit Geld macht." Beim Verlassen des Gerichtssaales riefen Meskos Getreue ihm im Chor nach: „Mut, Führer!" Paul Kulka gibt in seinem Namen und im Namen seiner Verwandten allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß sein liebevoller, guter Vater Julius Kulka Fabrikant in Jägerndorf, Mitglied der Bnei-Brith- Logc etc. nach langem, schwerem Leiden im Alter von 67 Jahren am 15. September in Gräfenberg verschieden ist. Ueber Wunsch des teuren Verblichenen hat seine Beisetzung in aller Stille in Jägerndorf stattgefunden. Jägerndorf-Wien, im September 1934. Unsere jüdischen Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann T u c h n e r (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E WBBsaBSfmssBsasm^^^^ " ...j ...i ' . 111 ..'.i.iagji züchtigen lassen. Und so geschah es auch. Auf Befehl des Fürsten wurden ihm die Finger der Hände und die Zehen der Füße abgehauen. Danach wurde R. Amnon auf eine Tragbahre gelegt, neben ihm die abgehauenen Glieder, und nach Hause gebracht. R. Amnon aber ertrug in Zerknirschung und in Reue den Schmerz und hielt an seinem Glauben fest. Er bewahrheitete seinen Namen Amnon (Glauber), denn er bekundete somit den Glauben an seinen Gott. Bald darauf nahte der Tag des Neujahrsfestes heran und R. Amnon Heß sich in die Synagoge tragen, wo er sich neben den Vorbeter hinstellen ließ. Als dieser bei Wiederholung des Mussafgebetes die Heiligung Gottes, die Keduscha, anstimmen wollte, sprach zu ihm R. Amnon: Warte eine Weile, denn siehe, ich will vorerst den ehrfurchtgebietenden Namen Gottes und seine Herrlichkeit preisen. Und mit lauter Stimme setzte er an und rief: Und so möge unsere Heiligkeit zu dir aufsteigen, denn geheiligt habe ich deinen Namen, deine Einigkeit und deine Herrschaft. Dann sang er die Worte, die da beginnen mit „Unssaneh Tokef", von der Größe und Heiligkeit des Gerichtstages, und als er damit zu Ende war, gab er seinen Geilst auf und entschwand ganz den Blicken seiner Umgebung, denn Gott hat ihn zu sich genommen. Nach drei Tagen erschien er im Traumgesicht der Nacht dem frommen R. Kalonymos ben Meschullam ben R. Kalonymos, lehrte ihn das Gedicht und befahl ihm, überall dort, wo Juden wohnen, dieses einzuführen und zu verbreiten, damit es zum Gedenken und zum Zeugnis für ganz Israel sein soll. (Jüd, Rundschau

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