Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 400 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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reite 2 DIE NEU» WELT Nr. 400 ••f"'-»';:».;:;:;r;: 'liliÜfiiijlüÜlllillMÜÜÜlllUlii' f II N A * f£ white STAK nach Amerika und Canada | KOSCHERE KÜCHE | | unter Aufsicht des Beth Din (London) | | REPRÄSENTANZ: | | WIEN ly K'A'RMTNERRING 4 ( iiww»»^ mehr ala eine Million Juden sind dem Hungertode ausgesetzt. Die iaaftiona?fku!<uvelle Behandlung Auf die Beschlüsse in der Judenfrage üben die Anhänger des „Bund" und der früheren „Linken Poale-Zion", welche seinerzeit in die kommunistische Partei eingetreten sind und die „Jewsekzie" geschaffen haben, den entscheidenden Einfluß aus. Dank der Parteidiktatur hat die Jewsekzie mit Terror und Zwangsmitteln ihre Parteianschauungen der jüdischen Gesellschaft aufgezwungen. Jede andere Idee wird niedergeschlagen. Unterdrückung jeder gesellschaftlichen Tätigkeit. Die Gemeindeverwaltungen, welche in der Zarenzeit existierten, sind aufgelöst. Sämtliche karitativen Institutionen (Krankenhilfe, Emigrantenhilfe, Waisenfürsorge, Altersasyle usw.) sind geschlossen worden. Auch Kulturinstitutionen, eZitung usw. wurden verboten. Legale jüdische Verbände existieren überhaupt nicht. Die Stimme der jüdischen Massen ist infolge des ständigen Terrors erstickt worden. So z. B. war das russische Judentum gezwungen gewesen, stillschweigend an den Pogromen 1929 in Palästina vorbeizugehen. Selb3t ein Protest gegen die hitleristischen Verfolgungen In Deutschland ist streng verboten. Verfolgung der hebräischen Sprache. Offiziell ist sie nicht verboten. Faktisch aber wird die Benützung dieser Sprache als Feindschaft gegen die Sowjetregierung gedeutet. Hebräischer Unterricht wird aufs schärfste verfolgt. Die hebräischen Schulen sind geschlössen. Die Lehrer, die Eltern der Schüler und bisweilen sogar die Schüler sind ins Gefängnis geworfen worden und mußten oft die Strafe der Deportierung nach den weitssten Gegenden Rußlands erleiden. Die hebräische Zeitung und das hebräische Buch sind In Rußland, ganz unabhängig von ihrem Inhalt, verboten. In den Druckereien sind alle diejenigen Buchstaben konfisziert worden, welche für die „y i d d 1 s c h e" Sprache nicht nötig sind. Die hebräischen Bücher, welche noch hier und dort aufbewahrt sind, werden als „religiöse" Literatur betrachtet, selbst wenn sie dem Inhalt nach antireligiös sind. Bücher und hebräische Zeitungen, welche an Privatpersonen gesandt werden, werden nicht zugestellt und diejenigen, bei denen ein hebräisches Buch, besonders aus Palästina, gefunden wird, werden strengstens bestraft. Gegen den Zionismus. Von jüdischen Bewegungen ist nur die zionistische geblieben, welche besonders stark verfolgt wird. Tausende Menschen werden verhaftet und vertrieben. Man findet sie in Konzentrationslagern, in Gefängnissen und in den entlegensten Gegenden Rußlands. Die Deportierten erhalten nur 6l/i Rubel monatlich als Existenzmittel. Die Zahl der Verhafteten und vertriebenen Zionisten erreicht 8000. Die Behandlung durch die Administration hat viele Zionisten i n d e n T o d gejagt. Die schweren Lebensbedingungen, der Mangel an medizinischer Hilfe, haben unzählige Male Fälle des Selbstmordes hervorgerufen. Die „yiddische" Sprache als Kampfmittel gegen die jüdische Nation. In Sowjetrußland ist Yiddisch als die nationale jüdische Sprache anerkannt. Alle Versuche, die hebräische Sprache zu legalisieren, haben mit Verfolgung und Verhaftung der Petenten geendet. Georgien hat eine Petition zugunsten der h3bräi3chen Sprache damit begründet, daß ein großer Teil der dortigen jüdischen Bevölkerung der yiddischen Sprache nicht mächtig ist. Bis zur Sowjetherrschaft hat in Georgien ein großes hebräisches Schulnetz mit Hebräisch als Unterrichtssprache bestanden. In den ersten Jahren hat die Sowjetmacht an diese Schulen nicht gerührt, aber ungeachtet der scharfen Proteste sind die hebräischen Schulen im Jahre 1926 geschlossen worden. Von dann ab sind die Juden gezwungen, sich der Orts&prache zu bedienen und sich zu assimilieren. In einer ähnlichen Lage befinden sich Hunderttausende in anderen Nationalitätenrepubliken Rußlands lebenden Juden. Faktisch erfüllt die yiddische Sprache keinerlei speziell jüdische Aufgabe. Sie wird nur als Agitation s mittel der Kommunisten und Jewsekzie benützt zum Zwecke der Loslösung der jüdischen Massen Rußlands vom Gesamtjudentum und vom nationaljüdischen Geiste. Die yiddischen Drucksachen und das yiddische Theater verhöhnen und verspotten die jüdische Tradition. Die jüdischen Schulen sind nur äußerlich jüdisch. Sie unterscheiden sich von den Schulen mit anderer Unterrichtssprache nur durch den Geist des Hasses und der Feindschaft gegen alles JUdische. Weder Bibel noch Geschichte finden unter den Unterrichtsfächern Platz. Die Eltern beziehen sich zu den Schulen absolut negativ. Man schickt die Kinder viel lieber in Schulen mit russischer, ukrainischer oder anderer Unterrichtssprache, wenn solche nur vorhanden sind. Als Folge eine junge Generation, welche nichts vom Judentum weiß und keinerlei Verbundenheit mit Juden und Judentum spürt. Die Zöglinge der jewsekischen Schule sind überdies mit Verachtung und Haß gegen jüdisches Volkstum und jüdische Religion erfüllt. Verfolgungen der jüdischen Religion und ihrer Träger. Man zwingt, Synagogen zu schließen und dabei den Bindruck su schaffen, als ob die Schließung freiwillig erfolgt wäre. Verbot j e glichen Religionsunterrichtes. Sämtliche Chadorim und Jeschiwoth wurden geschlossen, die Lehrer und die Lernenden verhaftet und deportiert. Sämtliche jüdischen Ritualgebräuche wurden verboten (Schechita, Brith Mila usw.). Sämtliche Religionsdiener wurden ihrer Rechte beraubt, verhaftet und deportiert. Die Thorarollen wurden konfisziert und nach dem Auslande gegen Valuta verkauft. * Das ist die Einstellung der Macht, die jetzt feierlich in den Völkerbund aufgenommen und mit einem ständigen Sitze im Obersten Rate beschenkt wurde. Die Frage, wie sich dieses Ereignis auf das Geschick anderer Völker auswirken wird, sei dahingestellt. Daß dem jüdischen Volke daraus nur Nachteil erwachsen kann, ist klar. Ein machtvoller Träger des Geistes, welcher das Judentum ablehnt und seiner Freiheitsbewegung, dem Zionismus, grundsätzliche Feindschaft entgegenbringt, sitzt nun im Rate der Völker. Das ist schlecht. (Schluß folgt.) am Prnferstern UmM tta MMHcbst aln I Juden-Klassen t Die Jüdische Telegraphenagentur (J. T. A.) meldete qnterm 18. d. M. aus Wien: Heute sind die Wiener Volks-, Bürger- und Sonderschulen wieder eröffnet .worden. Die jüdischen Schüler und Schülerinnen wurden in speziellen „J u d e n s c h u 1 e n" konzentriert. Wir haben ims nach Erhalt dieser Naohrtchten an die Leitung des „Jüdischer Volksbund für Oesterreich" (Jüdische Volkspartei) um Auskunft gewendet und folgende Information erhalten: Die Nachricht der J. T. A. ist insofern «*% zutreffend, als eine Bildung von „Judenschulen" nicht erfolgt ist. Tatsächlich wurden aber in einzelnen Schulen, auch Mittelschulen, die jüdischen Kinder in eigene Klassen zusammengefaßt. Diese Maßregel ist natürlich abzulehnen und der Jüdische Volksbund wird nicht verfehlen, in dieser Angelegenheit ungesäumt bei den zuständigen Stellen diese Meinung zum Ausdrucke zu bringen. Die österreichische Regierung hat bei ihrem Antritte verkündet, daß sie auf dem Grundsatzeder re I igiös - nationalen Erziehung steht. Wir haben diesem Grundsätze* zugestimmt und auch für unsere jüdische Jugend national-religiöse Erziehung gefordert. Diese Erziehung kann natürlloh nur in vollberechtigten, unter jüdischer Aufsicht stehenden, in das staatliche Schulwerk einbezogenen jüdischen Schulen erfolgen. Die Errichtung von „Juden-Klassen", in welchen jüdische Kinder lediglich räumlich abgesondert werden, bedeutet nicht eine Befolgung, sondern eine Verkennung und Verletzung des auch von uns anerkannten und für unsere Jugend beanspruchten Prinzips der religiösen Erziehung. Wir wollen die jüdische Schule, aber nicht ein Klassen-GhettO) innerhalb der deutsch-christlichen Schule. Wir glauben, daß die Regierung unserem einzig richtigen und würdigem Standpunkt Rechnung tragen wird. Gerechtigkeit in — Südafrika Niederlage der HAkenkreuzlcr in Südafrika. —Ihre Führer wegen Verleumdung des Judentums zur Zahlung von 5S.000 Schilling verurteilt Von der J. T. A. (London) geht, uns folgender Bericht zu: Das von dem Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes in Grahamstow n (Südafrika), Sir Thomas Graham, am 21. August gegen die Führer der antisemitischen Q xauhemä&n -Organist tion, Harry Victor Inen, Johannes von Moltke und David Hernaanus O 1 i v i e r, die antisemitische Pamphlete in Form von „Dokumenten der Weisen von Zion"4 von denen sie behaupten, sie stammten aus der Synagoge von Port Elizabeth, zu einer judenfeindlichen Hetz- RESTAURANT BILLET BESTRENOMMIERTE KÜCHE REICHHALTIGE MENÜS ä $1.00 UND 2.60 SCHWECHATER BR~U HjHammer.Purgstall-Gasse 3 (nät&jf 5alztortrQcka> Tal. Ä-41 -D-2 5 kampagne verwendet hatten, auf Grund einer Klage des Predigers der Synagoge von Port Elizabeth, Rev. Abraham Levy, gefällte Urteil liegt nunmehr in vollem Wortlaut vor. Das Urteil und seine Begründung, deren Verlesung anderthalb Stunden In Anspruch nahm, fassen den Gang des Beweisverfahrens dieses denkwürdigen Prozesses zusammen, in dem die Angeklagten der Verleumdung schuldig befunden und zur Zahlung einer Entschädigungssumme von 17 75 Pfund an den Privatklager, Rev. A. Levy, verurteilt wurden. Die Urteilsbegründung beginnt mit der Feststellung,, es könne nicht der geringste Zweifel darüber: bestehen, daß die 'Angaben des Angeklagten I n c h über die Herkunft der angeblichen Dokumente erfunden sind. Die UnglaubWürdigkeit dieser Auasagen v/ird ausführlich in allen Einzelheiten begründet.' Darüber' hinaus ist aber das Gericht auf die Prüfung des Inhalts, der Körperliche und geistige } frische ÄStS ter dy 1£*fremdere lugend wie w Bewahren ül ALTER. » dle8e ^d Äe*dSchSandige Schätze <W*» Kor* P»«le.. S Mittel Diana FrVmbrawtwem nüVMenfool per»- «lir Das alle Körperpfleg Zwecke Elnreibunvul ^"-Packungen (Um gen, p*c*UMundwa8eer schlage). tiUVU-- achläg usvv In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie. ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur „DIANA". Minder» wertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. „Dokument e" selbst eingegangen. „Nach Anhörung1 sämtlicher Zeugen", heißt es nun in dem Urteil, „und insbesondere nach der von Prof. Din gern ans (einem christlichen Theologen) an,dem Dokument geübten ver«. nichtenden Kritik, die einen tiefen Ein* druck auf uns gemacht hat, sowie nach sorgfältigem; Studium des Inhaltes des Dokuments sind; [Wir zu folgender Schlußfolgerung gelangt: Sowohl das angeblich aus der Western Roaä Synagogen stammende Dokument als auch die beiden: Dokumente, von denen Inch behauptete, er nabe sie aus der Emanuel Hall bekommen, sind von derselben Person oder denselben Personen zusammengestellt. Der Aufbau der „Dokumente", die in ihnen gebrauchte Phraseologie; und zum Ausdruck gebrachten Ansichten lassen keinen Zweifel darüber zu, daß sie von einer Person öder Per«« sonen verfaßt wurden, die glauben oder zu glauben vorgeben, daß die Juden in Europa, in Südafrikaund auf der ganzen Welt sich zu dem Zwecke organisier« haben, die christliche Religion zu stür*. zen. Die Grauhemden-Bewegung in Port Elizabeth ist eine Gesellschaft, die zugegebenermaßen ju den feindliche Ziele verfolgt. Sie verfügt über einen „Ge* heimdienst", wie von Inch und von Moltke zu* gegeben wurde, diese haben eine Leibgarde, und so« wohl Inch als auch von Moltke haben sich damit, gebrüstet, durch Diebstahl in den Besitz von Briefen von Privatpersonen und des Jewish Board o £ Deputies in Kapstadt gelangt zu sein. Ina Wunsch ist es, die Juden aus Südafrika zu vertreib ben. Die jüdische Religion wird verhöhnt und den Juden werden fälschlich gotteslästerliche und schreckliche Lehren zugeschrieben. Alle drei Dokumente enthalten lästerliche Ansichten über die christliche Religion, wie sie nach der vorgeblichen Meinung der Grauhemden und ihrer Jünger von den Juden vertreten werden. Mit anderen Worten: die drei Dokumente tragen unverkennbar den Stempel des Ursprungs' aüs' gleicher Quelle, sie schildern die Juden vom Standpunkt der Führer der Grauhemden. Wir sind überzeugt, daß diese „Dokumente" das urtrügliche Zeichen ihrer Zusammenstellung durch ein Mitglied oder durch Mitglieder der Grauhemden-Bewegung tragen und daß sie leicht von Inch und von Moltke oder von einem der beiden verfaßt werden konnten." Das Urteil beschäftigt sich sodann mit der Per» sönlichkeit und der Glaubwürdigkeit des auf Antrag der Angeklagten vorgeladenen Zeugen Captain B e a m i s h, eines berüchtigten antisemitischen Hetz-.- apoateU und < p.er8ö.nIiQhen Freundes Hitlers und''Julius Streichers, def es als seine Lebensaufgabe betrachtet, eine jüdische „W eltverschwör u n g" aufzudecken, und sich iin Läufe/ tüeB Prozesses bemühte, die Echtheit der „Protokolle icler Weisen von Z1qh'1 häöhfcuweisen, Ueber seine Zeugenaussage, In der er behauptete, er sei efl g«westVj