Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 398 (14.9.1934)
- Date
- 1934-09-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 398 Sie werden es nie bereuen ^»ms5Ä gen,lwer.^orp standst^ u*umache» Ä °£ T1Ä^- sle dUrSwun-en werden. tunggezv^^ Be- ^cl?r5PrBeUlÄWS«^ ^^■•^tbT^IBE^- 0°' FER>T3lTB,Jl ständig brauchen jeden Tag Diana fr*nit»rinn^^n '' ^H>hh^i^'.K^\ ■ ' -'S'- '■■"■'■,«>& .V.,''Wi85i^-«-' ■ l"V-f' ' / :••'f* «N''• ',\V ' und Sie schützen sich am besten gegen alle Unbill dos Wetters und d;s Alters. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur ..DIANA". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. sein Konto Leistungen zu setzen, die man nicht vollbracht hat." * Weder die Revisionisten, noch die Arbeiterparteiler, noch auch Herr Smilansky und seine Gruppe sind berufen, den heißersehnten Frieden in der zionistischen Organisation und im jüdischen Palästina zu bringen, Die Revisionisten nicht, weil ihr Verhältnis zur zionistischen Organisation ungeklärt und unaufrichtig ist. Gestern haben sie dieser „morschen, überlebten Organisation" die Gefolgschaft gekündigt, heute sind sie wieder drinnen und kämpfen um Mandate dieser Organisation, morgen werden sie wieder erklären, daß ihnen die Organisation keinen Schuß Pulver wert ist. Wer soll angesichts dieser Haltung daran glauben, daß ihnen der Frieden in dieser so gering geschätzten Organisation hoch und heilig ist? Wer soll auch den Friedensreden der Führer der linken Histadruth trauen, die Karl Marx vor Theodor Herzl gestellt haben, die Internationale vor die Zionistische Organisation, und ihre Lieb? zu dieser Organisation erst entdeckten, als sie die Führung in ihr an sich gerissen hatten. Sie haben in Palästina ein System der Gewalt etabliert, der Aushungerung und rücksichtslosen Verfolgung aller, die sich ihrem Parteidiktat nicht fügen wollen. Das gibt ihren Reden vom Frieden einen häßlichfalschen Unterton. Und Herr Smilansky und seine Leute, die einem krassen Materialismus verfallen Sinei, denen nur allzu oft der Kampf um niedrige Zoll- und Frachtsätze, Steuerquoten und Arbeitslöhne wichtiger ist, als der Kampf ums jüdische Nationalheim? Von allen denen wird der nationale Frieden nickt kommen. Frieden im Zionismus ist nicht mit Worten zu machen. Wirklichen Frieden im Zionismus wird es dann geben, wenn wieder die Idee von dem einen Ziele, dem Juden Staat, zur Idee aller wird. Führer von zionistischen Gruppen, die kein gemeinsames Ziel mehr haben, können einander bestenfalls Konzessionen für heute und morgen machen, sie können nicht Frieden schließen, sie müssen immer wieder kämpfen und sich zerfleischen. Nur zionistische Patrioten, nur Patrioten einer zionistischen Organisation, wie Herzl sie geschaffen hat, einer Organisation zur Errichtung des Judens t a at c s können die kämpfenden Gruppen zum Frieden zwingen. Ohne Juden staats-Idee gibt es keinen zionistischen Patriotismus, keinen Frieden im Zionismus. Auf dem letzten Prager Zionistenkongreß, der den Verfall der ihrer Grundidee beraubten Weltorganisation in schrecklichster Form aufzeigte, sind viele gute Zionisten in ihrem Glauben tief erschüttert und von trauriger Hoffnungslosigkeit befallen worden. Aber nur eine kleine Gruppe zionistischer Patrioten hat im Sturme der Verzweiflung das »111111111111 II 111111111111 J 111111111111111111« 11111111111111111 f M 111111111 \ Sa/omon jAbrahamowicz u. Frau \ \ Inhaber des Schuhhauses Abrahamowicz \ z II, Tabovstraße 33 j wünscht allen Wer- : \ wandten und Bekannten ein glückliches: 5 neues Jahr : "n.........liiiiiiiiiiilillllMllililiiiiiiimin.....iiiiiiiiiiiiiiiiiiii" Banner hochgerissen und die Judenstaatspartei geschaffen. Nicht um Positionen und Mandate in dieser zerrütteten Weltorganisation anderen zu nehmen, für sich zu ergattern. Nur zum Zwecke der Rettung des Zionismus durch Wiederaufrichtung des alle einigenden zionistischen Patriotismus, der Judenstaatsidee. Diese Partei ist nun da. Noch ist sie zahlenmäßig den anderen unterlegen und doch ist sie die einzig berufene F r i e d e n sstifterin. Sie hat ihre Stimme erhoben und die kämpfenden Parteien zum Verhandlungstisch gerufen. Weil sie an Zahl noch klein ist, glaubten sich Arbeiterparteiler, Revisionisten und allgemeine Zionisten über ihren Ruf hinwegsetzen zu können. Aber auch über Herzls Ruf glaubten sich einstmals die jüdischen Parteien hinwegsetzen zu können. Vom Judenstaatsgedanken wird der Frieden im Zionismus kommen — oder er wird nie kommen. I RUNDSCHAU Der jüdische Verleidiger des Andreas Hofer Die bekannte Wiener Schriftstellerin Frau Klothilde Benedikt schreibt uns: Nicht nur die Iselschlacht, auch das ganze Leben Andreas Hofers wurde in der letzten Woche in Oesterreich besprochen und beschrieben. In der heutigen kritischen Zeit sollte das Judentum sich nicht den Ruhm nehmen lassen, daß es Andreas Hofer den Verteidiger bei seinem Todeswege gestellt hat. Wenn heute das Wiener Barreau erst ermutigt werden mußte, politischen Gefangenen ex-offo-Verteidiger zu stellen, so kann man den Löwenmut des jüdischen Advokaten Basevi ermessen, den von einem Napoleon im vorhinein zum Tode Verurteilten zu verteidigen. Kein anderer Advokat in Mantua steilte sich in die Bresche, abgesehen davon, daß kein anderer genügend die deutsche Sprache beherrschte, um sich mit dem Tiroler zu verständigen. Obwohl der so fromm katholische Hofer sicher einen Glaubensgenossen vorgezogen hätte, war er voll Dankbarkeit und Bewunderung für Basevi, der entrüstet jedes Honorarangebot ablehnte. Er war übrigens der Sprößling des wohlhabenden Jakob Basevi, des/ bekanntlich im dreißigjährigen Kriege in den österreichischen Adelsstand erhobenen Kriegslieferanten Ferdinand II., im übrigen aber schwerlich anders als napoleonisch gesinnt. Um so heroischer war es, daß er die Verteidigung übernahm und als oratorisches und juridisches Meisterwerk nach nur halbstündiger Instruktion mit dem Gefangenen durchführte. Daß seine Mühe vergeblich sei, hatte ihm der Gefangene selbst im vorhinein mit heldenhafter Ruhe gesagt; desto inniger war sein Dank an ihn. Basevi konnte sich nicht entschließen, der Hinrichtung Hofers beizuwohnen. Mantua war ihm verleidet; er übersiedelte nach Mailand, wo er eine glänzende Kanzlei hatte, in den Vorstand der Judengemeinde und der Advokatenkammer kam und im höchsten Greisenalter noch die Errichtung des Königreichs Italien erlebte. Der Eindruck des Prozesses muß ein dauernder für sein Leben geblieben sein, weil eiserne ganze Muße der Verfassung von Büchern und Schriften für die Abschaffung der Todesstrafe weihte. Das Judentum sollte das Andenken dieses Mannes hochhalten, der so tapfer war, als alle anderen versagten. Ehrlaehende und ehrvergessene Juden Aus Prag: Das Blatt der tschechischen Agrarier „Vece r" richtet scharfe Angriffe gegen die jüdischen Schwimmer in der Tschechoslowakei, die eine Teilnahme an der Schwimm-Olympiade in Magdeburg ablehnten, wodurch die Leistungen der tschechoslowakischen Landesgruppe beeinträchtigt wurden. „Vecer" bringt eine „Zuschrift aus tschecho -jüdischen Kreisen", in der erklärt wird, daß nur die zionistischen Schwimmer die „Interessen der Tschechoslowakei im Stich gelassen" haben und daß die tachechojüdischen Sportkreise damit nichts zu tun hätten. „Veßer" versieht diese Zuschrift mit dem Titel: „Die Zionisten lehnen es ab, die tschechoslowakischen Staat3farbon in Deutschland zu verteidige n." Die Prager zionistische Zeitung „Selbstwehr" nennt diese Angriffe jüdischer Assimilanten gegen' Zionisten in der antisemitischen „Vecer" ein „würdelose s" und „äußerst gefährliches" Spiel, bedauert es, daß die offiziellen tschecho-jüdischen Kreise sich von diesem Treiben nicht entsprechend distanziert haben, weist darauf hin, daß der bekannte in einem Prager tschechischen Klub tätige Schwimmer Epstein seine Teilnahme an . den Magdeburger Konkurrenzen ebenfalls abgelehnt hat und führt dann aus: „Die heutige jüdische Generation steht auf allen Gebieten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens ständig vor derselben Frage: keine Beziehungen zu jenem Streicher-Deutschland zu schaffen, das unser ganzes Volk in der niedrigsten und schändlichsten Weise seit Jahr und Tag verunglimpft und beleidigt. Solange diese Hetzer Deutschland repräsentieren, kann es für einen aufrechten Juden keine andere Antwort geben als die, die von den jüdischen Schwimmern der Tschechoslowakei und vieler anderer Länder auf die Einladung zur Teilnahme an Veranstaltungen in Deutschland erteilt wurde. Wenn sich der „Veöer" auf die angebliche Aussage des belgischen jüdischen Schwimmers Blitz beruft, der seine Teilnahme an der Magdeburger Olympiade mit dem Satze, „er 3ei zuerst Belgier und dann erst Jude" zu erklären versucht, so wollen wir ganz offen unserer Meinung Ausdruck geben, daß wir eben eine solche Haltung für ganz falsch und schädlich ansehen. Es kann hier kein „zuerst und dann" geben ... Mit solchen Juden wollen wir nichts zu tun haben und wir lehnen es auf das allerentschicdenste ab, daß man sie uns als Vorbild vorzuhalten wagt.** „Dia jüdischnationalen Schwimmer in der Tschechoslowakei, die eben erst wiederum bei den Staatsmeisterschaften ihr hohes Können und ihren beispielgebenden sportlichen Elan unter Beweis gestellt haben* werden auch in Zukunft, wie unzählige Male bisher, die tschechoslowakischen Farben auf allen internationalen Kämpfen außerhalb Streicher-Deutschlands In einer Weise vertreten, die gewiß — ebenfalls wie bisher — die Anerkennung der gesamten tschechoslowakischen Oeffentlfehkeit finden wird." Griechen? Jüdische Politik in fand Aeußerungen Venizelos' Um den gewesenen griechischen Premierminister V e n i z e 1 o s ist es still geworden. Das heutige Griechenland, in dessen politischer Geschichte er eine bedeutende Rolle gespielt hat, nimmt von ihm wenig Notiz, obwohl er, der Führer der Liberalen, noch zahlreiche Anhänger im Land besitzt. In den letzten Jahren hat auch in Griechenland eine antisemitische Bewegung eingesetzt, vornehmlich im judenreichen Saloniki. Obwohl diese Bewegung in den griechischen Volksmassen nicht verankert ist und zum Teil auf ausländische Propaganda zurückgeht, kann man sie doch nicht bagatellisieren. In der Londoner „Post" ist ein Gespräch ihres Vertreters mit Venizelos veröffentlicht, worin es u. a. heißt: „Die Griechen wünschen nicht, daß ihre Politik von den Juden beeinflußt werde. In Saloniki haben die Juden versucht, Einfluß auf die griechische Politik zu gewinnen, Sie haben bei den Parlamentswahlen gegen mich gestimmt. Bis jetzt hatten sie zwei Vertreter in der Kammer, wünschen aber kbine eigene jüdische Kurie mehr, sondern wollen sich an den allgemein - griechischen Parteien beteiligen. In Saloniki führten die Juden eine jüdisch* nationale Politik und hatten hier ihre eigenen Vertreter. Im übrigen Griechenland gingen sie zusammen mit den Griechen. Heute aber ist in Saloniki ein Umschwung zu vergleichen. Zahlreiche Juden haben sich hier den Kommunisten angeschlossen und bedrohen die Regierung. Die Juden sollten sich mur um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Dazu genügen die zwei Vertreter, die sie bisher in der Kammer besaßen. Jede Einmischung in die rein griechischen Angelegenheiten wird, zu schweren Konflikten führen. Ich bin. dagegen, daß die Juden heute an den allgemeinen Wahlen teilnehmen. In zwanzig. Jahren vielleicht, wenn sie völlig assimiliert und gute Bürger sein werden, läßt sich darüber reden. Damit ist nicht gesagt, daß ich die Juden in ein politisches Ghetto sperren will." Die Wünsche und Beschwerden Venizelos' gehen auf seine liberale Weltanschauung zurück. Er bestreitet einerseits das Recht der Juden auf eine nationaljüdische Politik, will sie andererseits am poli tischen Leben, des Landes nicht voll und ganz teilnehmen lassen. Besonders betont erscheinen seine Ausfälle gegen die jüdischen Kommunisten, gegen die sich sein ganzer; Haß wendet. Bekanntlich hatten seinerzeit von drei jüdischen Mandaten in Saloniki die Zionisten zwei; infolge der Pauperisierung der jüdischen Bevölkerung Salonikis und der jüdisch-sozialistischen Propaganda gelang es den Kommunisten, die jüdische Einheitsfront zu zerbrechen, und es kam zu einer politischen Konstellation, die für die Juden, welche man für den Kommunismus verantwortlich macht, gefahrvoll werden kann. Das deutet auch Venizelos in seinem oben wiedergegebeneh Interview der Londoner „Pöst" an. Norman Bentwidis eihisdie Forderung Im Londoner „Jewish Chron-icle" veröffentlicht der unseren Lesern bekannte Prof. Norman B e n tw i c h, der gewesene Oberstaatsanwalt Palästinas und jüdische Wortführer des „Brith Schalem',' einen Aufsatz, der von den Juden den Verzicht auf den Judenstaat zugunsten des „Friedens" und der „Zivilisation" verlangt, in dem er u. a. schreibt: „Wir dürfen über einen Judenstaat in Palästina weder reden noch unterhandeln. Wir müssen die Er- Piülmtm® s Rei§ende finden in TeB-Awi'w, AdiadUHaam* Sir. 52, im neueröffneten 1W W3 Hotel /Talpiofh das europäisch geführte Haus mit allen Bequemlichkeiten In ruhiger Lage im Zentrum der Stadt gelegen. Gut und modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser. Großer schattiger Garten mit LiegeslühJ.en Wiener Küche Aufmerksame Bedienung