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Die neue Welt · 1934-09-07 · Heft 397 (7.9.1934) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 397 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 397 DIE NEUE WELT Seite 3 MOULIN - ROUGE - REVUE „Was wäre wenn...?" >/9io ||br, Sonntag atnfi 4 Uhr bei kleinen Preisen MÖHLIN - ROUGE - REVUE „Was wäre, wenn...?" mit Risters G... MOULIN - ROUGE - REVUE „Was wäre, wenn...?" mit Karl Farkas MOULIN - ROUGE - REVUE „Was wäre, wenn...?" mit Mlle. Asakowa MOULIN - ROUGE - REVUE „Was wäre, wenn ...?" mit den schönsten Frauen Ans aller Welt Lord Meldiett zur Judenfrage Aus London wird gemeldet: Lord Mclchett veröffentlicht im „Daily H c r a 1 d", Hauptorgan der englischen Arbeiterpartei, unter der Ueberschrif t „W erden die Menschen uns Juden denn niemals verstehen?" unter anderem folgende Ausführungen: Das jüdische Aufbauwerk in Palästina bleibt bei dem wirtschaftlichen Aufschwung nicht stehen. Die Welt scheint nicht zu begreifen, daß die jüdische Kolonisation in Palästina den Boden bereitet für eine Herta Nalzler, Fritz Steiner FRAUEN SEHEN DICH AN neue große Kultur der Arbeiterklasse. Wegbereiter dieser Kultur sind diejenigen, deren Begabungen in den europäischen Ghettos erstickt zu werden pflegen, deren Fähigkeiten in den sogenannten zivilisierten Ländern verspottet und herabgesetzt wurden. Abgesehen von der Tatsache, daß die Mehrheit der Palästina-Wanderer der Arbeiterklasse angehört, muß man wissen, daß sehr viele der bürgerlichen Klasse angehörige Juden sich freiwillig mit der Arbeiterklasse vereinigt haben. Diese Verschmelzung hat einen Grad der Entwicklung erzielt, von dem die Leistungen des gegenwärtig in London gastierenden palästinensischen Arbeiter-Theaters „O h c 1" einen Begriff vermitteln. Jüdische Arbeiterstudenten, jüdische Philosophen und Techniker, sie alle suchen neue Methoden des Ausdrucks, neue Mittel zur Erreichung menschlichen Glücks. Es wäre tragisch nicht allein für die Juden, schließt Lord Melchett, wenn durch die Vorurteile derjenigen, die unsere hohen geistigen Ziele nicht verstehen wollen, das Werk, das wir in unserem Heimatland errichten, gestört werden soll. Eine spanische Maimonides-Ausgabc Anläßlich des 800. Geburtstags "des Maimonides im März 1935 veranstaltet der Verein „H ebraica" in Buenos Aires eine Ausgabe von philosophischen, ethischen und medizinischen Werken des Rambams (Maimonides) in spanischer Uebersetzung. Bedeutende Gelehrte steuern Monographien über die einzelnen Gebiete der wissenschaftlichen Tätigkeit des großen jüdischen Gelehrten bei. (J. T. A.) Juden und Engländer rassisch gleich Der weltberühmte Archäologe und Historiker Sir Flinders Petrie, befaßt sich in den „Time s" vom 1. September mit den Rassetheorien der Nationalsozialisten. Er erklärt diese Theorien für absurd und schreibt: „Meine letzten ärchäologischen Ausgrabungen in Gaza haben mir eine Handhabe zur rassischen Einschätzung des jüdischen Volkes gegeben. Es gibt keine jüdische Rasse, es gibt nur eine jüdische religiöse Gemeinschaft. Juden und Engländer sind lebendige Beispiele für die Vorteile von Rassenmischungen." (J. T. A.) Polnische Palästina-Fahrer im Reisegepäck Aus Lundenburg wird gemeldet: Bei der Revision eines Sonderzuges mit 236 polnischen Auswanderern nach Palästina wurden im Reisegepäck drei junge Emigranten entdeckt, die keinen Paß und keine Fahrkarte besaßen. Die drei blinden Passagiere mußten ihre Reise unterbrechen und wurden dem Bezirksgerichte in Lundenburg eingeliefert. Ein Jude belgischer Konsul in Haifa Die belgische Regierung hat ihren bisherigen Vizekonsul in Haifa, Rosenfeld, einen Juden, zu ihrem Konsul für Haifa ernannt. Das offizielle Organ der belgischen Regierung teilt heute diese Ernennung mit. (J. T. A.) Chaluzim in den WitUowitzer Eisenwerken In den Witkowitzer Eisenwerken (Ö. S. R.) traten am 3. September dreißig jüdische Lehrlinge den Dienst an. Sie werden in dreijähriger Arbeitszeit für den Dienst in Palästina und im Vorderen Orient ausgebildet werden. (J. T. A.) Die Jagd nach „illegalen" PaIä§tina*Wanderern Jüdische Eltern! Kauft Schulbücher für eure Kinder nur in der jüdischen Buchhandlung Hermann Tuchner Wien II, Ecke TaborttraHe 52 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Auflagen — auch antiquarisch — zu sehr mäßigen Preisen! Spesenfreie Zusendung überallhin. Verzeichnisse kostenlos — Für Auskünfte: T«l. R-41-4-20 Wegen Begünstigung „illegaler" Einwanderung verurteilt Der Eigentümer und der Kapitän des griechischen Dampfers „Ionian" hatten sich vor dem Jaffaer Distriktsgericht unter der Beschuldigung, illegale jüdische Einwanderer nach Palästina gebracht zu haben, zu verantworten. Das Jaffaer Distriktsgericht unter dem Vorsitz des englischen Hauptfriedensrichters Commander Bodilly verurteilte den Eigentümer der „Ionian" zu sechs Monaten Gefängnis und 100 Pfund Geldstrafe, den Kapitän zu drei Monaten Gefängnis und 50 Pfund Geldstrafe. Das gleiche Gericht verurteilte drei Juden, Lehrer für Körperkultur auf dem Messegelände von Tel- Awiw, unter der Beschuldigung der Beihilfe bei der Landung von 17 Juden, die mit der „Ionian" kamen, zu 50 Pfund Geldstrafe. Die 17 illegal gelandeten Juden wurden des Landes verwiesen. Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint des Neujahr -Feiertages wegen am Freitag, den 14. September. Die vom Gericht verhörten Polizeibeamten behaupteten, daß viele andere illegale jüdische Einwanderer mit der „Ionian" eintrafen und an Land gehen konnten, ohne von der Polizei gefaßt worden zu sein. (J. T. A.) Fremde Araber bei Regierungsarbeiten beschäftigt Das Jiegirrungsdepartenient für öffentliche Arbeiten führt gegenwärtig in T o 1 - A \v i w und in der Umgebung der Stadt Arbeiten aus, bei denen auch eine Anzahl arabischer Arbeiter aus Aegypten und dem Hauran, jedoch kein einziger palästinensischer Jude, beschäftigt werden. (J. T. A.) Arabische Strandwachen stellen Tätigkeit ein Die Föderation arabischer Jugend hat soeben in Jaffa eine Tagung abgehalten und dabei verkündet, daß die von Mitgliedern der Föderation gebildeten freiwilligen Strandwachen zur Verhinderung der Landung illegaler jüdischer Einwanderer und zur Uebergabe solcher Einwanderer an die Polizei nunmehr zurückgezogen werden, da die von der Regierung letzthin ergriffenen verschärften Maßnahmen gegen illegale Einwanderung als angemessen angesehen werden können. (J. T. A.) 50 illegal eingewanderte jüdische Frauen in Gefängnissen Miß Henrietta S z o 1 d, Leiterin der Abteilung für soziale Fürsorge beim Waad Leumi, besuchte das Frauengefängnis in B e 11 e h e m, wo 32 polnisch-jüdische Mädchen, die wegen illegaler Einwanderung verhaftet wurden, untergebracht sind. Sie konnte feststellen, daß die Unterkunft erträglich und die Behandlung human ist. Eine jüdische Köchin bereitet die rituelle Nahrung zu. Die inhaftierten Mädchen verbringen ihre Zeit mit dem Erlernen der hebräischen Sprache. Im Gefängnis zu A k k o, wo ebenfalls eine Anzahl illegal eingewanderter jüdischer Frauen untergebracht ist, erhalten dieselben Koschernahrung. Insgesamt sind in den Gefängnissen Palästinas 50 jüdische Frauen wegen illegaler Einwanderung untergebracht. Für die hohen jüdischen Feiertage werden in den Palästina-Gefängnissen Gottesdienste arrangiert. Im Jerusalemer Zentralgefängnis werden schon seit einiger Zeit an Sabbath-Tagen jüdische Gottesdienste offiziell abgehalten. Im Hinblick auf die große Zahl von Juden, die wegen illegalen Aufenthalts im Lande in Haft sind, erwachsen der jüdischen Gemeinde große Pflichten in der religiösen Betreuung dieser Inhaftierten. (J. T. A.) Marletta Kegtevich, Fritz Imhoff GYIMES-REVUE Jüdische Ycmen-Flüchtlingc in Aden nicht hereingelassen Die englischen Behörden in A d e n lassen unter dem Vorwand, daß das einzige in A,den existierende jüdische Obdachlosenheim Überfüllt ist; jüdische Flüchtlinge aus dem Yemen nicht in die Stadt herein. Die zahlreichen aus dem Yemen geflüchteten Juden wurden von den Behörden nach Laheg, 25 Meilen von Aden entfernt, zurückgeschickt und sind in einer sehr prekären Lage, da sie weder nach ihrem Ziele, Aden, gelangen, noch nach dem Yemen zurückkehren können, wo ihr Leben in Gefahr wäre. Die jüdische Gemeinde in Aden macht Anstrengungen, um für die gestrandeten Yemen-Flüchtlinge Palästina-Visen zu erhalten. Keiner der Flüchtlinge ist im Besitz genügender Mittel zur Deckung der Reisekosten nach Palästina. Exkönig Ali in Palästina Dieser Tage weilte Exkönig AlivomHedschas in Palästina. Im Hafen von Jaffa wurde er von Emir Abdullah von Transjordanien und seinem Gefolge empfangen. An der Begrüßung nahmen zahlreiche arabische Notabein aus Palästina und Transjordanien und Vertreter der Palästina-Regierung teil. Von Jaffa begab sich der Exkönig nach Jerusalem. (J. T. A.) SCHENKET BÜCHER! HUGO HERRMANN: Palästina/ wie es wirklich ist Palästinakunde (in 4 Lieferungen) Generalkarte von Palästina JESAIAS PRESS: Neues Palästinahandbudi Wir bauen Palästina JOSEF FRANKEL: Theodor Herzl, des Schöpfers erstes Wollen Protokoll des XVIII« Zionisten* kongresses Erhältlich in allen Buchhandlungen oder direkt durch die flf IUP Versandbuchhandlung m MUa*4l VI/ öuntpendorferstr* 10 ALLEN VORAN! REICH DAUERBRAND OFEN FÜR INLAND- UND STEINKOHLE KOKS UND ANTHRAZIT BEI HOLZ-DAUERBRANDOFEN I PRIMAT 30% BUNDES IV, PRESSGASSE 28 I, PARK RING 12 2 U J s c H U S S B-20-2-38 ß-20-3-57 MESSESTAND: ROTUNDE 6144 Ncugi'Undung einer Privatbank in Jerusalem In Jerusalem ist unter der Firma A. M. & J. H e i 1bronner Bank Limited ein Bankgeschäft mit einem volleingezahlten Kapital von pal. Pfd. 10.000 sowie 15 Prozent vorweg eingezahlter Reserven errichtet worden. Direktor der Gesellschaft ist Herr D. W. Heilbronner, Inhaber der Bankfirma A. M. & J. Heilbronner, Berlin, die hervorgegangen ist aus der im Jahre 1892 gegründeten Bankfirma gleichen Namens in München. Die Bankfirma wird sich mit allen Sorten de3 Bankgeschäftes, insbesondere auch mit der Begebung von Bau- und Aufstockungskrediten sowie mit dem An- und Verkauf von Hypotheken befassen. Zur SFrage ein Parlaments m Palästina Die Mission Sir Arthur Wauchopcs in London In der Londoner Presse wird im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ankunft des High Commissioner Sir Arthur Wauchope der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Errichtung eines Legislative Council nach den Plänen des High Commissioner im Hinblick auf den Widerstand von jüdischer und arabischer Seite noch eine Zeitlang hinausgeschoben werden wird. Man glaubt, daß der diesmalige Aufenthalt Sir Arthurs in London ein längerer sein wird als sonst, da die außerordentlich heiklen Verhandlungen des High Commissioner mit dem Colonial Office in bezug auf die von zionistischer Seite erhobene Forderung nach verstärkter Palästina-Einwanderung und die Frage des Legislative Council sehr viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Ein //Internationales Zentrum des Islam" in fieni Aus in Genf ansässigen arabischen Kreisen erführt der J.-T.-A.-Vertreter, daß die Absicht besteht, ein internationales Zentrum des Islam in Genf zu begründen, und daß die Vorarbeiten hierzu schon ziemlich fortgeschritten sind. Dieses „Zentrum" soll dazu dienen, einerseits „die brüderlichen Beziehungen und das kulturelle Band zwischen den verschiedenen Ländern des Islam enger za gestalten und auszubauen" und andererseits „ein Bindeglied zwischen Orient und Okzident unter dem Zeichen des Völkerbundes" zu werden. In diesem Zusammenhang wird in den gleichen Kreisen schon seit Monaten der Plan der Einberufung eines Kongresses der in Europa lebenden Mohammedaner nach Genf erwogen. (J. T. A.) //Three Stars" Kohle Koks Anthrazit ■■■■■■■ höchster Qualitäten mmmmmmm Basdi/ IV/ Argentinier*! raße 22 Tel. Serie 11*47*5*40

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