Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 394 (28.8.1934)
- Date
- 1934-08-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 394 DIE NEUE WELT Seite 3 Jüdischer Volk§inind (ludlschc Volfc§partei) *'M''i^iM'B,^raHMia,^ai^^ Mittwoch, den 29. August 1934, um halb 9 Uhr abends im Herzi*Saale, I, Werdertorgasse!-f jÜk SU j^k Oberbaurat Ing. ROBERT STRICKER Gegenstands Bericht über die Genfer jüdische Wellkonferenz - Ihre Bedeutung für die österreidiäsdie ludensdtaft» Die füilfedie Weltkonferenz ge§dhBo§§en Die III. Jüdische Weltkonferenz beendete ihre Arbeiten am Donnerstag, 23. August, nachmittags, nachdem die Politische und die Organisations-Kommission am 22. August die Resolutionen durchberaten hatten. Dr. N. Goldmann eröffnete die Sitzung mit einer Gedenkrede für Dr. Viktor Jacobson, der heute früh plötzlich in Bern verschieden ist. Dr. Jacobson fccute früh plötzlich in Bern verschieden ist. Dr. Jacobson 1 war Mitglied der Zionistischen Exekutive wie auch der : engeren Exekutive des Comite des Del6gations Juives sowie der Vertreter der Jewish Agency beim Völkerbund, j Hierauf wurden die Resolutionen unterbreitet und j einstimmig angenommen. j Dr. N. Goldmann begründete die Notwendigkeit, den; Weltkongreß im nächsten Jahre abzuhalten. Was das Programm und die Zielsetzung des Weltkongresses betrifft, erklärte ■ er, es handle sich um die Schaffung einer permanenten Repräsentanz des jüdischen Volkes in der Welt, die die Aufgabe haben wird, im Namen des gesamten Judentums seine gemeini samen Interessen zu verteidigen und die Rechte der jüdi-! sehen Gemeinschaften, wo immer sie bedroht sind, zu i schützen. j Hierauf unterbreitete Herr J. Jefroykin im ' Namen der Organisationskommission den Vorschlag, das Comite des D61egations Juive3 sowie das Exekutivkomitee für.den.Jüdischen Weltkongreß zu einer gemeinsamen Exekutive . zusammenzufassen, die den Namen tragen wird: „C o m-,i t e" d e s Delögations Juives und Executive Comite" für den jüdischen Weltkongre ß." Nach Annahme dieses Vorschlages unterbreitete Herr Jefroykin die Vorschläge für die Wahlen zum Exekutivkomitee. Dr. N. Goldmann •wurde zum Vorsitzenden durch Akklamation gewählt. Es wurden sodann noch eine engere Exekutive sowie ein Rat . gewählt, in dem die Vertreter der Länder repräsentiert sind. Die Redner gaben dem Willen der von ihnen vertretenen jüdischen Gemeinschaften Ausdruck, angesichts der kritischen Situation des Judentums in der Welt, in der Verteidigung für die jüdischen Rechte mit allen anderen Judenheiten zusammenzuarbeiten und sich am , Weltkongreß zu beteiligen, der. die permanente j Repräsentanz des jüdischen Volkes im j Kampf für seine Rechte bilden wird. Dr. N. Goldmann schloß die Konferenz mit einem j Hinweis auf die Bedeutung der gefaßten Beschlüsse, indem er der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß der kommende Weltkongreß im nächsten Jahre ein neues und besseres Kapitel in der Geschichte des jüdischen Volkes einleiten werde. Resolution bezügHdt des Weltkongresses Die III. Jüdische Weltkonfcrenz beschließt, den! Jüdischen Weltkongreß im August 1935 ein- ' auberuien. Die Konferenz beauftragt das Exekutivkomitee, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, damit alle jüdischen Gemeinschaften an diesem Kongreß vertreten [ sind, durch demokratische Repräsentanzen im Sinne der Beschlüsse der früheren Konferenzen. Die Rede von Stephen S. Wise Dr. Stephen S. Wise führte in seiner großen Rfede, in der er die Schaffung des Jüdischen Weltkongresses als einer ständigen Institution begründete, u., a. aus: Weiche Haltung soll die Weltjudenheit gegenüber dem Hitler-Rejch einnehmen? E3 erhoben sich Stimmen, die meinten,, es wäre besser, wenn die Juden zu all dem, was ihnen angetan wurde, geschwiegen hätten. Hätten wir aber geschwiegen, so. hätten wir auch die Mächte der Zivilisation im Schweigen verharren lassen. Wir wären zugrunde gegangen, aber die Christenheit wäre in Unkenntnis geblieben über diese Geißel der Menschheit. Indem wir redeten, haben wir mächtige Stimmen von Führern der Christenheit in allen Ländern zum Reden gebracht; selbst in Deutschland erhob sich die prophetische Stimme des Kardinals B^aulhaber. Das aufgerüttelte jüdische Gewissen hat — besonders in Amerika — mit dem antideutschen Boykott begonnen; das aufgerüttelte Weltgewissen und j iras Gewissen des amerikanischen Volkes führen den Boykott weiter. Der Boykott gegen deutsche Waren und Dienste, diese einzige Waffe der Gewaltlosigkeit, wird nicht aufhören, bis nicht das Hitler-Regime zu bestehen aufgehört hat oder bis nicht alle jene Gesetze und Praktiken abgeschafft worden sind, die die menschliche Freiheit, die politische Gleichberechtigung und die Ideale der Zivilisation verletzen. Die beste Taktik gegenüber dem Hitiertum ist, die von den Juden aller Länder gewählten Vertreter zusammenzurufen und sie selbst entscheiden zu lassen, was in dieser verzweifelten Notlage zu tun ist. Jeden Juden geht es an, was von einer solchen Vertretung der Judenheit beschlossen wird; darum muß jeder Jude die Möglichkeit der Teilnahme an einer solchen ' Beschlußfassung haben. Diese Möglichkeit ist in einer aus repräsentativen und demokratischen Wahlen hervorgegangenen Körperschaft gegeben. Dieses muß unser nächster Schritt sein. Hätte sich Theodor Herzl von Furcht vor den Mächtigen dieser Welt leiten lassen, die deutschen Flüchtlinge hätten heute kein Palästina als Zufluchtsstätte. Bei aller grenzenlosen Dankbarkeiet für Frankreich, England, die Vereinigten Staaten, Polen, Schweiz, die Tschechoslowakei, Holland, Belgien, Italien und alle anderen Länder, die deutschen Flüchtlingen vorübergehend Gastfreundschaft gewähren, stellen wir fest: Palästina allein wird diesen Flüchtlingen eine Heimat sein. Palästina hat den Primat über, ajle Faktoren im jüdischen Leben. Aber dieser Primat höVfc zu gelten auf, wo es in Konflikt mit einem höhersu moralischen Gesetz kommt. Das Schachern des jüdischen Palästina mit Nazi-Deutschland, genannt Transferabkommen, muß sofort aufhören. Niemand soll mit unreinen Händen Palästina betreten. Es ist eine Warnung ergangen, daß die Unterstützung der Idee des Jüdischen Weltkongresses durch die Palästina-Judenheit gefährdet sein würde, wenn diese Weltkonferenz über die zweifellos in gutem Glauben geführten Verhandlungen zwischen palästinensischen Gruppen und der deutschen Regierung ein ungünstiges Urteil fällen würde. Das jüdische Volk ist bereit, Rat und Führung aus Erez Israel anzunehmen, aber es wird sich nicht Befehlen beugen, die mit den höchsten Interessen von Klal Israel unvereinbar sind. Wir wollen für die deutsch-jüdischen Flüchtlinge ailes opfern, außer unserer menschlichen Würde und der Ehre unseres Volkes. Die Weltjudenheit, nicht nur die deutsche Judenheit, wird angegriffen. Anstatt aber die gesammelte Kraft zweckhaft anzusetzen und ataatsmännisch vorzugehen, sehen wir Kesselflickerei, Hilfsmaßnahmen und Uneinigkeit. Daß wir nicht vom Hitiertum lernen, ist gut; schlecht aber ist es, daß wir nicht von I-Icrzl lernen wollen: lernen, daß, wenn wir Juden ein Volk bleiben wollen, wir uns erheben und gemeinsam g o g e n unsere Feinde stellen müssen. Ring§ um die Konferenz Vom American Jewish Conimittee Das von Lewis Mars hall gegründete und gegenwärtig von Dr. C.vrus Adler geführte American Jewish Committee, nimmt in einer Erklärung Stellung gegen die Jüdische Weitkonferenz in dieser Zeit. In der Erklärung des Komitees wird darauf hingewiesen, daß die Alliance Israelite Universelle in Frankreich, der Jewish Board of Deputier in Großbritannien und autoritative jüdische Körperschaften in anderen Ländern die Genfer Weltkonferenz'und den Weltkongreß ablehnen. (J. T. A.) Samuel Unierrnyer an Stephen Wise Samuel U n t e r m y e r, Präsident der World Jewish Economic Fe d oratio n, die sich in li-ervorragender Weise an der antideutschen Boykottbewegung in Amerika beteiligt, richtete an den Vorsitzenden der Jüdischen WeKkonferenz in Genf, Dr. Stephen S. V/ i s e, ein Telegramm, in dem er dringend bittet, die Konferenz möge nicht den irreführenden und schädlichen Eindruck in der Welt erwecken, daß der Boykott Hitler- Deutschlands eine ausgesprochen jüdische Angelegenheit sei. Der Boykott, erklärte Unierrnyer, ist Sache der Gut denkenden aller Nationen. Die jüdischen Bankiers nehmen aus Furcht vor Repressalien an dem Boykott nicht teil. In Amerika haben sich mit Ausnahme des American Jewish C o n g r e s s jüdische Körperschaften gegen den Boykott ausgesprochen, al3 dieser vor 18 Monaten proklamiert wurde. (J. T. A.) Heize der Nationalsozialisten Nationalsozialistische Kreise in Genf nehmen das Stattfinden der Jüdischen Weltkonferenz zum Anlaß einer hetzerischen Tätigkeit. Zahlreiche Hauswände und Plakatsäulen in Genf wurden mit Zetteln beklebt, die Aufschriften, wie: „Nehmt euch vor den Juden in acht!" tragen. (J. T. A.) Die Resolutionen der fPoBi'ffeifien ff£omimrs§i'o;m (Constantlne:) Die Konferenz gibt ihrem Vertrauen in das Gerechtigkeitsgefühl der Regierung der französischen Republik Auadruck und ist überzeugt, da/3 diese unglückseligen Ereignisse nicht durch Rassen- oder Rellglonsha s zu erklaren sind, sondern die Folgen verbrecherischer Hetzen waren. Sie beauftragt das französische Komitee für den jüdischen Weltkongreß, seine Bemühungen fortzusetzen, damit dlo -wirklichen Ursachen dieser traurigen Ereignisse festgestellt W6rd©n '(Die Lage in Deutschland:) Die Konferenz konstatiert, daß im vergangenen Jahre die antijüdische Politik clC3 nationalsozialistischen Deutschland sich fortgesetzt und demzufolge die tragische Lage der deutschen Judenheit sich verschlimmert hat. Die Notwendigkeit des energischen Abwehrkampfes gegen den Antisemitismus des nationalsozialistischen Deutschland, welches weit über die Srenzen Deutschlands hinaus die Völker der Welt gegen das Judentum zu vergiften sich bemüht, besteht daher auch für das jüdische Volk in unvermindertem Maße fort. Das Problem des Schicksals der deutschen Juden ist das Problem des Schicksals des jüdischen Volkes in der Welt. Das Deutsche Reich hat durch seine Gewaltakte gegen seine jüdischen Bürger in der Gesetzgebung und in der Verwaltung che Grundsätze der Menschenrechte verletzt und es hat den Grundsatz der Rechte der Minderheiten gebrochen, zu welchem es sich in seiner Erklärung an die Friedenskonferenz feierlich bekannt und verpflichtet hat. , Den Versuch, diesen Sachverhalt zu verschleiern durch die sophistische Konstruktion eines speziellen jüdisch e n Rassenproblems, weisen wir zurück. Wir verlangen tür die Juden in Deutschland die Rechte einer nationalen Minderheit. , _ , , ., „„ Es ist die Pflicht der Selbstachtung und Selbsterhaltung des jüdischen Volkes, gestärkt und gestützt durch die Solidarität mit allen freiheitlichen und gerechtdenkenden Menschen, diesen Kampf um sein Lebensrecht und seine Lebensmoglichkeit mit Einsatz seiner ganzen Energie fortzuführen. Das Ziel dieses Kampfes ist die Wiederherstellung d e r v ollen und uneingeschränkten Gleichberechtigung der deutschen Judenheit und ihre Anerkennung rIs Minderheit im Sinne des in den Friedensverträgen niedergelegten Minderheitenrechtes. Dieser Kampf wird nicht aufhören, solange dieses Ziel nicht erreicht ist. ' . (Boykott:) Die Weltkonferenz bekräftigt in feierlicher und eindringlicher Form den von der vorjährigen Zweiten Jüdischen Weltkonferenz proklamierten Boykott gogen das nationalsozialistisch ©Deutschland. Die Gründe, dio damals zu der Proklamierung des Boykotts gefünrt haben, bestehen in unverändertem Ausmaß fort. Die Konferenz konstatiert, daß insbesondere auch dank der Teilnahme an der Boykottbewegung durch große nichtjüdische Organisationen wie der Internationalen Gewerkschaftsbewegung der Gewerkschaften und Arbeiterpartei von Großbritannien, der amerikanischen Föderation of Labour und weiter Bevolkerungsteue in allen Ländern, der Boykott des nationalsozialistischen Deutschland bedeutsame Fortochritte gemacht hat. Die Konferenz richtet Ihren dringenden Apnell an das gesamte jüdische Volk in allen Ländern der Welt wie auch an alle Kreise, die für Freiheit, Gerechtigkeit aller Rassen, Religionen und Völker kämpfen, den Boykott mit aller Energie fortzusetzen und zu organisieren. , ., _ , Die TU. Jüdischo Weltkonferenz lenkt mit Bedauern dlo Aufmerksamkeit der führenden Instanzen der Zionistischen Organisation und des palästinensischen Judentums auf die betrübende Tatsache, daß der Import deutscher Waren nach PaUstlnn trotz des. Boykotts des Weit.ludentums gegen dar, nationalsozialistische Deutschland und der Boykottresolution der Assefath haniweharim (Vertretung der paU!stinensn3chen Judenheit) im vergangenen Jahre sich erhöht hat, Die Konferenz beauftragt die von ihr zu wählende Exekutive, mit den in Frage kommenden zionistischen unu palästinensischen Instanzen sich In Verbindung zu setzen, um diesem traurigen Zustand ein Ende zu machen und eine Ldsimg des Problems der jüdischen Auswanderung aus Deutschland nach Palästina zu finden, dio mit der allgemeinen Boy k o t t- 0 w e g u n g dos Welt judentums in Einklang steht. Die Konferenz bestätigte den Beschluß ihrer Boykottkommission, daß am 6. Oktober 1934 in L o n d o n eine J ü d ische •»Weltboykottkonfercnz stattzufinden habe. Samuel U n t e r m y e r, der Leiter der Jewish World Economic Föderation zur Führung des -antideutschen Boykotts, wird an dieser Konforenz führend teilnehmen. (D l e d e u t s c h - j ü d i s c h e F lü c h 11 i n g s f r n g e:) Die Konferenz begrüßt den vom Völkerbund unternommenen Versuch, die Lösung des Problems der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland auf internationaler Basis in Angriff zu nehmen. Sie anerkennt mit Dank die Bemühungen des Hohen Kommissärs, aber sie stellt fest, daß dlo Form, In der dieser Versuch unternommen wurde, wegen der Einengung ihrer Grundlagen und ihres Wirkungskreises nicht voll befriedigend ist und daß das Problem der Absorption der deutschjüdischen Flüchtlinge in den verschiedenen Ländern von einer Lösung noch sehr entfernt ist. Sie erachtet es als die dringende Pflicht aller Regierungen wie des gesamten jüdischen Volkes, die ExlstenzniHglichkeiten für dio iüdißohen Flüchtlinge zu sichern, und beauftragt sein Exekutivkomitee, diesen Problemen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. (Minderheiten:) Die Konferenz hält es für ihro Pflicht, zu konstatieren, daß leider in mehreren Ländern, in denon Die billigste Sonderfahrt zu den Feiertagen nach Abreise | Rückfahrt Nähere Auskünfte die Rechte der Minderheiten unter Internationale Garantie gestellt sind, diese Rechte in der Wirklichkeit des Lebens des jüdischen Volkes nur in eehr geringem Mnße und ungenügend raalisiert sind. Dio Konferenz begrüßt alle Anstrengungen, die in der Richtung gemacht werden, die Sicherung der Minderheitenrechte und ihre Verankerung im Rechtsbewußtsein der zivilisierten Welt zu starken und dem Gedanken der Gleichberechtigung der Minderheiten erv.-eiterte Geltung zu verschaffen. Die Personalvorschläge der Organisationskommission Das Exekutiv-Komitee hat einen Vorsitzenden, ferner eine engere Exekutive, von der ein Teil der Mitglieder in Paris sich befinden, ein Teil außerhalb von Paris; ferner eine erweiterte Exekutive oder Rat, in dem die verschiedenen Länder vertreten sind: Vorsitzender: Dr. N. Goldmann. Engeres Exekutiv-Komitee (neben dem Vorsitzenden die Herren): Me Löonce B e r n h e i m, Paris; FtGbert Bollack, Paris;. Fernand C o r c o s, Paris; I. N a id i t s c h, Paris; M. H. Davis, London; Dr. M. Ebner, Csrnauti; Dr. Emil M a r g u 1 i e s, Leitmeritz; Dr. M. Nu rock, Riga; Dr. H. Rosmarin, Warschau; Grand- Rabbin Comm. Dr. Angelo Sacerdoti, Rom; Robert Stricker. Wien. Erweitertes Exekutiv - Komitee: Schalom Asch, Paris; Andrö S p i r e, Paris; Simon D u b n o w, Warschau; Dr. J. Robinson, Kowno; Dr. Hartglas, Warschau; Dr. H. G o 111 i e b, Warschau; Dr. I. S c h i p e r, Warschau; S. W o 1 k o w i c z, Warschau; Jakob Lestschin sky, Warschau; Rafael Szereszewski, Warschau; Dr. I. Scliwarzbart, Krakau; Dr. Angelo Goldstein, Prag; Dr. Norbert Adler, Prag; Dr. M. Eisler, Alohovic," C. S. R.; H. F a r c h y, Sofia; Leon Reccanati, Salonique; M. Dizengoff, Tel-Awiw; J. Gruenbaum, Jerusalem; M. K r e i n i n, Tel-Awiw; Dr. B. Mossinson, Tel-Awiw; H. L o u r i e, Johannesburg; M. Hirsch- Hillmann, Johannesburg; Morris Alexander K. C., Cape Town; M. Haakel, Johannesburg; Grand-Rabbin Dr. I. Alkalay, Belgrad; Dr. Oskar Gruenbaum, Wien; Grand-Rabbin I. Rubinstein, Wilna; E. G o z- 1 a n, Alger; N. Gesang, Buenos-Aires; Regalsky, Buenos-Aires; Dr. Moritz Oppenheim. Kopenhagen; W. Latzky-Bertholdy, Paris. * Für die Vertreter des American Jewish Congrcss werden, zehn Sitze reserviert, für die Vertreter des Canadian Jewish Congress zwei, für die Vertreter der ägyptischen Judenheit ebenfalls r.wei Sitze, deren Besetzung noch von den batreffendsn' Organisationen bekanntgegeben werden wird. I, KÄRNYWEKR8WS t2 Telephon Nr. U-40-3(>l Qeid $m dae verbotenen ftSaäiioircaiUüadiBcafcn Aus Warschau wird gemeldet: Ungeachtet des scharfen Einschreitens der Regierung gegen die Führer der verbotenen Nationalradikalen Partei dauert die unterirdische Tätigkeit dieser Partei fort. Die der Regierung nahestehende, gut informierte Zeitung „Kur j er Wilenski" teilt mit, daß in der Wohnung des Nara-Führers Adv. Raszoziszewski kompromittierendes Material gefunden wurde, aus dem u. a. hervorgeht, daß die verbotene Nara- Partei noch immer mit ausländischen Faktoren Kontakt unterhält und von diesen finanziell weitreichend' gespoist wird. Die Zeitung fügt hinzu, daß bereits öffentlich bekannt sei, daß die Lodzer National-Radikalen Geld aus deutscher Quelle erhalten, und fragt, aus welchen Quellen die Warschauer National-Radikalen gespeist werden. Im Warschauer Traugut-Park haben National- Radikale jüdische Passanten überfallen und die 17jährigen Menachim Pcrkal und Jakob Binenhar durch Messerstiche und Schläge schwer verletzt. (J. T.-A.) Arier-Päsms und Juden-Pils so in Deutschland Das Paßamt der Berliner P o 1 i z c i hat soeben mit der Herausgabe der neuen P.'-iuse begonnen, die zum cr.-ienma' eine Rubrik über arische und nichtarirche Abstammung enthalten, so daß jeder Paßinhab^r alfl Arier oder als Jude gekeunzeiehnet ist.