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Die neue Welt · 1934-08-28 · Heft 394 (28.8.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 394 (28.8.1934)
Date
1934-08-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 394 Der Sahbat im neuen Palästina Von Dr. Israel Zwi Kanner (Petach Tikwah) Die religiöse und nationale Seile des Judentum?, gleichen den beiden Schwingen eines I ogels. Frlnhmt der eine Flügel, so gelingt es dem I ogcl doch, sich mit Hilfe des anderen — wenn mich notdürftig — fortzubewegen. II ie wohl ist dem Vogel, wenn er mit beiden Flügeln gleichmäßig fliegen '<ann! Denn n>ie zu einem normalen Flug der Gerraudt heider Schwingen gehört, so sind für ein gelindes Judentum sowohl die rel i gi ösen als auch, ■ie nationalen Werte von entscheidender Bedeutung. Der politische Kampf hat heute die Hauptstraße belegt. Der religiöse Kampf ist auf einen Seitenpfad abgedrängt. Fs kämpft der Revisionismus gegen die Iiistadruth, aber nicht der Religiöse Hegen den .V'ichfreligiösen. Trotzdem gibt es genügend Kreise, die dem Sabbat zu seiner allgemein geachteten Stellung verhelfen wollen. An orthodoxen Häusern hängen Aufschriften wie: ..Willst du den Aufbau des Landes, hüte den Sabbat!" Schon am frühen Freitagnachmiitag fordern Sirenensignale das Verlassen der Arbeitsstellen durch die Arbeiter. Fin weiteres Sirenensignal verkündet die Zeil des Lichtzündens. Am Sabbat selbst sind in den rein jüdischen Städten (Tel-Awiw und Petach Tikwah) alle Geschäfte gesperrt. Sur einzelne Kaffeehäuser sind geöffnet. Diesen Zustand empfinden als Wohltat einzelne Spaziergänger, die teils ihren Durst stillen, teils vor der Sonne flüchten wollen. Offizielle Autobusgesellschuften verkehren an diesem Tage nicht. [Jrivatautos aber fahren in geringer Anzahl durch die Straßen. Arabische Autos sind beschäftigt, weil sich eine genügende Anzahl oon Juden findet, die oon einer Stadt in die andere fahren wollen und kein jüdisches Auto erreichen können. Nicht nur die Religion, sondern auch das nationale Gefühl sollte jeden oon solchem Tun abhalten. Der einzelne Jude wird, wenn er bei einer Verletzung der Sabbatruhe betreten wird, nicht bestraft. Der orthodoxe Teil des Jischuw hat eingesehen, daß eine Lösung der Sabbatfrage nicht individuell, sondern nur im großen Stil erfolgen kann. Der Gdud Hanoar Magine Schabbat (Jugendbund für Sabbatschutz) erließ unter dem Motto: „Wenn nicht mit Güte, so mit Gewalt'' einen Aufruf, in dem er zum Boykott aller Kreise, die den Sabbat verletzen, auffordert. Er stellt dabei ohne Scheu eine schwarze Liste auf. Die Zementfabrik ..Xescher" und das Rulhenbergsche Elektrizitätsmerk sollen boykottiert werden, weil sie auch Juden am Sabbat arbeiten lassen; die Aulobusgesellschaft „Egged", weil sie schon einige Male am Sabbat den Autobusverkehr zwischen Tel-Awiw und Jerusalem aufrechterhielt; die Milchkooperatioe „fnuoa\ weil sie ihren Bedarf auch bei Nichtjuden deckt; der Keren Kajemeth und der Keren Hajessod, weil auf ihren Böden am Sabbat gearbeitet wird; die Histadruth und ihre Unterabteilungen, weil die „Mapai" junge Juden direkt der Gottlosigkeit zuführt. Es ist zu betonen, daß derartige Aufrufe stets nur von Parteien, Gruppen und Vereinen ausgehen, nie aber oom Rabbinat. Dieses hält sich wohlweislich von einem letzten Schritt fern. Folgende Anekdote wird von Rabbi K u k erzählt: Man hatte ihn gebeten, er möge sich an die Chaluzim wenden und sie zur Sabbatweihe ermahnen. Du antwortete Kuk: „Als der 'Tempel in seiner Pracht dastand, ivar es jedem bei Strafe der Ausrottung verboten, das Allerheiligste zu betreten. Selbst dem Hohepriester war dies nur einmal im Jahr gestattet. Solange man aber den Tempel baute, solange er noch nicht fertig war, konnten die Baumeister, die Laien, die Maurer ein- und ausgehen, ohne sich einer Sünde schuldig gemacht zu haben. Was wollt ihr eigentlich heute von unseren Chaluzim? Sie bauen ja erst den Tempel?!" — Und tatsächlich macht sich in Palästina die Anschauung breit, daß bei einem vollkommenen Judenstaale, bei einem fertigen „TempeP die Religionsfrage leichter gelöst werden wird ab mährend des Baues. Interessante Preisfrage! Für alle, die mit jedem Groschen rechnen müssen, ist ohne Frage bei jedem Wareneinkauf das interessanteste — der „billige Preis"! Besonders, wenn er — wie bei Schiffmann — nicht auf Kosten der Qualität geht. Deshalb decken viele Zehntausende Sparsamer ihren gesamten Warenbedarf immer wieder nur bei Schiffmann. Auch in dieser Woche stellt das populäre Warenhaus der Sparsamen seine sprichwörtliche Billigkeit unter Beweis. Der Herbst kommt und die erste Sorge der Hausfrau gilt der Ergänzung alles Fehlenden in Küche und Heim. Schiffmann-Preise machen Ihnen den Einkauf leicht und angenehm. Vorhänge, Teppiche, Linoleum, Bettwaren, Tischwäsche, Geschirr, Haus- und Küchengeräte usw. kaufen Sie jetzt ganz besonders billig bei Schiffmann. Moderne Herbstmäntel sowie Neuheiten in Herbst- und Winterstoffen •und Reste in Wasch- und Seidenstoffen bekommen Sie iu den billigsten Preisen, die möglich sind, bei Schiff- ■nann, ,, Warenhaus der Sparsamen", II., Tabor- Uraßö 48. K Antireligiöse Kampagne in Sowjotrußland Anläßlich dor bevorstehenden hohen j ü (Lisch c n Feiert;>, g e hat in der Presse die. um diese Zeit übliche antireligiöse Kampagne eingesetzt. Bemerkenswert ist diesmal die Forderung, daß in dem ,,autonomen jüdischen Gebiet" niemals eine Synagoge, ein Beth Hamidrasch oder ein Cheder errichtt werden dürfe. In der Sowjetunion müßten die Wurzeln der Religion zum Verdorren gebracht werden. (J. T.-A.) Die antisemitische Regierung in Danzig Die Ernennung eines jüdischen Mitgliedes in den staatlichen Wirtschaftsrat. die an .«ich natürlich keine Aendcrung der antisemitischen Einstellung der Regierung und vor allen Dingen der .Tudenhetze der nationalsozialistschen Partei bedeutet, hat indessen sofort die Parteipresse auf den Plan gerufen, die jetzt mit besonderem Nachdruck fordert, daß in den neuen Selbstverwaltungskörpern der Wirtschaft n u r national s o z i a l is t i s c h e Persönlichkeiten Platz (Inden dürfen. Sie dürfen nichts weiter sein — so erklärt das Dan/.iger Regierungaorgan wörtlich — als Werkzeuge eines politischen Auftrages des Senats. Was die J u d e n anbetrifft, die in die Selbstvcrwaltungskörper. sei es durch Wahl, sei es durch Nominierung, eintreten, so wird angenommen, daß sie, sobald sie sehen werden, daß ihr PJinfluß gleich Null bleibt, von selbst auf die Acmcr verzichten werden. * Zwei jüdische Mützenmacher sind nach neunjähriger Tätigkeit in einem Danziger Betriebe mit. einer Kündigungsfrist von sieben Tagen entlassen worden, nachdem in einer Versammlung der Betriebszelle gegen die Weiterbeschäftigung von Juden protestiert worden war. Die entlassenen Arbeiter leichten Klage beim Arbeitsgericht Danzig ein mit dem Antrage der Wiedereinsteüung, bzw. Zahlung einer Entschädigung. Sie gründeten ihren Klagcanspruch insbesondere auf die Verletzung des im Herbst 1933 zwischen Danzig und Polen abgeschlossenen Abkommens, in dem ausdrücklich die ungestörte gewerbliche Betätigung der polnischen Juden gewährleistet worden sei. Der Beklagte gab zu, daß er beide Arbeiter entlassen habe, weil sie Juden seien, erklärte nun aber, sie hätten Schwarzarbeit ausgeführt. Die Verhandlung wurde vertagt. Von den Juden Südafrikas Tn Johannisburg hat sich eine Vereinigung für die Förderung der Landwirtschaft und Industrie unter den Juden Südafrikas gebildet. Die Vereinigung hat eine Proklamation erlassen, in der sie mitteilt, daß die offizielle Vertretung der südafrikanischen Judenheit, der südafrikanische Board of Jewish Deputies, die Gründung der Gesellschaft begrüßt und seine Sympathie für ihre Ziele zum Ausdruck gebracht hat. In dem Gründungsaufruf wird unter anderem betont, daß die Ueberfüllung der Vermittlerberufe die wirtschaftliche Existenz weiter Kreise des südafrikanischen Judentums bedroht. Es sollen umfassende Erhebungen über die Aussichten landwirtschaftlicher und gewerblicher Betätigung für die Juden Südafrikas durchgeführt und jüdischen Jugendlichen Beistand beim Uebergang zu landwirtschaftlicher und gewerblicher Tätigkeit geleistet werden. Baptisten-Weltkongreß gegen Kassenhaß Auf dem in Berlin abgehaltenen Baptisten-Weltkongreß wurde im Anschluß an die Behandlung der Judenfrage folgende Resolution angenommen: Der Kongreß beklagt und verurteilt jede Form von Unterdrückung oder jede unfaire Benachteiligung der Juden als eine Verletzung des göttlichen Gesetzes und wendet sich schärfstens gegen alle rassischen Feindseligkeiten. (J. T. A.) OWesfia Etat des Waad Leumi Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat dem von der Assefath Haniwcharim beschlossenen Jahresetat des Waad Leumi die auf Grund der General Communities Ordinance vom Jahre 1926 erforderliche Genehmigung erteilt. (J. T. A.) Ein Friedesappell der Histadruth Die Histadruth Haowdim, der allgemeine Arbeiterverband Palästinas, hat am Freitag, den 24. August, einen Aufruf erlassen, in dem die Wiederherstellung von Frieden und Eintracht im Jischuw und in der Zionistischen Organisation gefordert wird. (J. T.-A.) Hakoah gegen Phönix*Baiamare 3*2 Als Auftakt zur neuen Fußballsaison verpflichtete die Hakoah ihren einzigen Bezwinger auf ihrer Rumänienreise, die Phönix-Mannschaft aus Baiamare. Die Gäste erwiesen sich als eine interessante Mannschaft; sie stellten einen äußerst starken Gegner dar und hatten ihren stärksten Mannschaftsteil im Angriff. Hakoah hat ihre Mannschaft gegen das Vorjahr nur wenig verändert. Es fehlten M a u s n e r und S t r o ß. Mausner wurde durch den neuengagierten M o s k o ersetzt, über dessen Können man noch kein endgültiges "Urteil fällen kann. Hingegen machte sich das Fehlen von S t r o ß sehr bemerkbar. Weder Quittn e r in der ersten, noch Liebermann in der zweiten Spielhälfte konnten ihn ersetzen. In der Halfreihe bot bloß B r e i t f c 1 d eine gute Leistung. Die Verteidigung war in ihrer Gesamtheit gut und verläßlich. Im Angriff war Donncnfeld die treibende Kraft, der auch zwei Tore schoß. Den dritten Treffer erzielte Ehrlich 2. Das Treffen gestaltete sich zu einer zahmen Angelegenheit; der knappe Sieg der Hakoah war verdient. Die jüdische Mannschaft: Löwy; Weiß, Feldmann; Breit> feld, Quittner (Liebermann), Platschek; Ehrlich 1, Mosko, Ehrlich 2, Donnenfeld, Reich (Messinger). Hohe Warte, 4000 Zuschauer. Die Hakoah -Schwimmer nahmen an einem Meeting in Bratislava teil' und erzielten gute Erfolge. Ueber 100 m Rücken erreichte Goldberger <flen 2. Platz. In den Damenbewcrben siegten Löwy über 200 m Crawl und Keppich über 200 m Rücken. Frl. Deutsch erreichte in diesen beiden Bewerben den 2. Platz. Die Wasserballer der Hakoah unterlagen gegen ein kombiniertes Preßburger Team 3:6. Die Feiertage in Luhacovice Vom Kurort LuhaCovice (C S. R.) erhalten wir die Mitteilung, daß für die Abhaltung des Gottesdienstes während der kommenden Feiertage alle dortselbst befindlichen Gotteshäuser für die p. t. Kurgäste geöffnet sein werden. Ab 20. August speziell ermäßigte Pauschalkuren. Verlange! überall »Die Neue « FF MANN Zeitgemäß billige Preise! Vorhang-Abteilung: Tupfbatistc, weiß und farbig, per Meter < . « . . S —.50, —.48 Madras-Vitragcn, 50 cm, per Meter . . « . * s . . . S —.48 Gemusterte Kretonne, 70 cm...... s « , . S —,98, —.79 Indanthren-Vorhungstoffe, gestreift, 150 cm ...... S 1.50 Indanthren-Volletaminc, moderne Modedessins, 112 cm . S 3.50 Fenster-Polster in jeder Größe ....... anfw. von S 1.80 Ilatist-Vorhüngc, 3teil., Spitzen und Einsatz S 5.90 Flanell-Decken, Kamelhaarfarben, 120/180 ■. 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