Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 393 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE NEUE WELT Seite 5 _ w Die Jagd roadi //illegalem" Eingewanderten Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Die Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden in der Nähe der Kolonie N a t h a n I a haben sich wie folgt abgespielt: Eine Gruppe junger Araber in Pf adfind ertracht marselüerte wiederholt singend und In Reih und Glied bei vorangetragenem Banner an N a t h a n 1 a vorbei der Küste zu, um einen Pati-ouillendienst gegen jüdische Einwanderer auszuüben. Dabei wurden die Bewohner von Nathania durch Zurufe provoziert. Als sich dies am Donnerstagmorgen wiederholte, kam es zu einem Zusammenstoß an der Küste außerhalb der Kolonie, wobei einige Araber leichtere Verletzungen davontrugen. Kurz darauf traf eine Poiizeiabteilung an Ort und Stelle ein und begann eine Untersuchung, deren Ergebnis noch nicht bekannt ist. Gegenwärtig herrscht in und um Nathania Ruhe. Etwa 600 jüdische Jugendliche bildeten ein F reiwilligenkorps, das sich die Aufgabe stellt, die illegale Einwanderung von H a u r a n - E i n w o h n e r n nach Paliistina zu verhindern. Es ist dies eine Gegenbewegung gegen die seitens organisierter jugendlicher Araber durchgeführten Jagden auf jüdische Einwanderer. Geplant wird die Zusammenfassung von 800 jüdischen Jugendlichen, die in vier Abteilungen zu je 200 Mann gewisse Schlüssclpunktc der nordöstlichen Grenzen überwachen und illegale arabische Einwanderer der Polizei übergeben sollen. Diese jüdischen Jugendlichen gehören meist dem M a k k a b i, den Arbeiterorganisationen und den revisionistischen Jugendverbänden an und haben einen Kursus in Körpertraining durchgemacht. Die Palästina-Regierung erklärt in einem Kommunique, der High Commissioner treffe im Einvernehmen mit dem Kolonienminister die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen gegen illegal e E i n w a n d e r u n g in einer Weise, daß die illegale Einwanderung zu Land und zu Wasser wirksam In Schach gehalten werden wird. Laut palästinensischem Gesetz — so heißt es in dem Kommunique welter — haben Privatpersonen nicht das Recht, illegal Eingewanderte anzuhalten. Die Tätigkeit solcher Gruppen hindert die Polizei an der Durchführung ihrer Aufgabe und gefährdet den Frieden; Versuche von Personen und Körperschaften, sich unbefugt die Handhabung der Gesetze anzumaßen, sind strafbar. Der High Commissioner warnt in dem Kommunique gewisse Presseorgane — man nimmt an, daß Sich die Warnung auf die hebräischen Zeitungen bezieht —, „böswillige und irreführende" Mitteilungen über die Tätigkeit inoffizieller Körperschaften zu veröffentlichen. Solchen Presseorganen wird mit Verbot gedroht. Streng rituell... wird Kunerol erzeugt, in modernen, appetitlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kunerol ist garantiert reines, 100%iges Pflanzenfett Seine besonderen Vorzüge sind: Großer Nährwert, leichte Verdaulichkeit und lange Haltbarkeit. Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu. Mattersburg hergestellt 100% REINES KOKOSNUSS FETT Nur echt in Originalpackung! i Von der ILememümätäSüwie Das im Jahre 1907 unter der Firma Arber & Son als eine der ersten Fabriken für Zementprodukte gegründete Unternehmen, das die Zementziegel auf dem palästinensischen Markte einführte, beschäftigt zur Zeit 60 Arbeiter. Die Produkte v/erden im ganzen Lande abgesetzt, darüber hinaus besteht auch ausländische Nachfrage. Der Bedarf des Inlandes ist jedoch so stark, daß er die volle Produktionskapazität in Anspruch nimmt und der Fabrik nicht ermöglicht, Auslandsaufträge hereinzunehmen. Das Unternehmen, das nach der Gründung Tel- Awlws von Jaffa nach Tel-Awiw verlegt wurde und mit dessen. Produkten in Tel-Awiw die ersten Zcmcntziegelhäuser an Stelle von Steinhäusern nach der alten arabi- 5Phen Bauweise errichtet wurden, ist vor zwei Jahren von Tel-Awiw nach Ramat-Gan verlegt worden und in die „Arber Concrete Industries" umfirmiert worden. Die neue Fabrik in Ramat-Gan ist mit den modernsten Maschinen ausgestattet und produziert neben Zementziegeln und Zementrohren für künstliche Bewässerungszwecke, die von Arber als Ersatz von Eisenröhren ebenfalls zuerst auf den Markt gebracht wurden, Zementundr Mosaikfliesen, Mosaiktreppen und künstlichen Marmor zu Wandbekleidungszwecken. Die Zementröhren werden nach dem Patent von Vianini hergestellt. In letzter Zeit wurde für die Gesellschaft ein neues Patent für Fliesen in Form von Winkeln, die die Anlegung von Böden modernster Art ermöglichen, eingetragen. (Palnews.) 60.000-Pfund-Anleihe lür Schulbauten in Tel-Awiw Die bekannte englische Versicherungsgesellschaft „P rudential" hat der Stadtverwaltung Tel-Awiw eine Anleihe von 60.000 Pfund für die infolge des Wachstums der Stadt notwendig gewordene Errichtung neuer Schulgebäude gewährt. Die Palästinaregierung hat die Bewilligung zu dieser Anleihe erteilt. Die Gesellschaft „Prudential" hat bereits 750.000 Pfund in Palästina investiert. (J. T. A.) Ruhe in Palästina De Gerlichte, daß der bei N a t h a n i a verlezte ■arabische Pfadfinder gestorben sei, haben sich nicht bestätigt; der Zustand des Verletzten ist zufriedenstellend. Die Erregung flaut ab. In ganz Palästina herrscht Ruhe. In Jaffa, Nablus und Tulkarem wurden die verstärkten Polizei-Patrouillen zurückgezogen. Der nach Nathania entsandte Polizeiposten Verhaftete vier Einwohner der Kolonie und stellte sie den 'lim in im iwwiiiwnrMT"mM'M"^™r'^^ arabischen Pfadfindern gegenüber, die aber in ihnen ihre Angreifer nicht identifizieren konnten. Die Verhafteten dürften somit in Freiheit gesetzt werden. (J. T.-A.) Der High Commissioner konferiert mit indischen Mohammedanern Wie die Jüdische Telegraphenagentur erfährt, wird High Commissioner Sir Artur Wauchope die Abordnung indischer Mohammedaner, die sich gegenwärtig auf der Durchreise nach London in Palästina aufhält, empfangen. Bei dieser Gelegenheit soll eine Reihe von Problemen der palästinensischen Politik erörtert werden. Es ist beabsichtigt, die Verhandlungen zwischen der indischen Delegation und dem High Commissioner später in London fortzusetzen. (J. T. A.) Palästina-Schatzmeister tritt zurück Der Schatzmeister der Palästina-Regierung, William Joseph Johnson, der sich gegenwärtig auf Urlaub in England befindet, hat — wie „Doar Hajom" mitteilt — seinen Rücktritt von diesem Amte eingericht, weil der von ihm stammende Entwurf zu einer Einkommensteuer in Palästina zurückgewiesen worden ist. Gegen den Entwurf Johnsons wandten sich insbesondere jüdische Kreise, die einwandten, daß eine Einkommensteuer erstens Handel und Wirtschaft schädigen und zweitens hauptsächlich das jüdische Element zugunsten des arabischen belasten würde. (J. T. A.) Emir Abdullah an den High Commissioner In Amman werden Nachrichten verbreitet, denen zufolge Emir Abdullah den High Commissioner von Palästina in einem Schreiben auf das den Arabern im Jahre 1916 von Sir Henry Mac-Mahon gegebene Versprechen betreffend ihre Selbständigkeit in Palästina aufmerksam gemacht und ihn gebeten haben soll, weitere Maßnahmen zur Selbstverwaltung in Palästina zu treffen. Es heißt, daß der Emir in diesem Brief um Entschuldigung dafür bittet, daß er sich die Freiheit genommen habe, diese Frage auf zu werfen; er habe dies „als ein um die Wohlfahrt Palästinas besorgter Nachbar und als persönlicher Freund General Wauchopes" getan. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat vor kurzem mehrere Tage mit dem Emir in dem Wüstenlager Al-Al verbracht. Man glaubt, daß der Brief das Ergebnis der dort geführten Besprechungen darstellt. Jüdische Kulturstelle (Kunst3telle), II., Aflpernbrückengasse 2. Tel. R-48-2-91 Den Mitgliedern stehen Karten für alle in Betrieb befindlichen Theater zu ermäßigten Preisen zur Verfügung. — Reisedienst (Varna, Palästina): Auskünfte nur von Vi bi« 18 .Uhr. Tagung der Mforadri-Konfereitz in Leinberg Aus Lemberg meldet die J. T. A.: Nach Eintreffen der behördlichen Genehmigung zur Abhaltung der Misrachi-Püonferenz in Lemberg konnten die Arbeiten des Zentralratcs des Misrachi- Weltverbandes offiziell aufgenommen werden. Die Kommission hat in ihrer ersten Sitzung eine Reihe von Resolutionen zu organisatorischen und politischen Fragen ausgearbeitet. Gegen die Einschränkung der Palästina-Einwanderung und das System der arabischen Patrouillen, die jüdischen Einwanderern auflauern, wurde eine scharfe Protestentschließung gefaßt. Eine weitere Entschließung spricht sich gegen das Projekt der Einsetzung eine« Legislative Council in Palästina aus. Die Gründung eines misrachistischen Sonderverbandes in Palästina durch Rabbi Ostrovvsky veranlaßte die Permanenz-Kommission, eine Reihe besonderer Maßnahmen zum Schutz der Geschlossenheit des Misrachi-Verbandes in Palästina zu treffen. Es wurde beschlossen, Rabbi Otrowsky wegen Disziplinbruchs vor ein Ehrengericht zu zitieren. Ferner faßte der Permanenz-Ausschuß eine scharfe Protestresolution gegen den Waad Leumi. weil dieser es unterlassen habe, Oberrabbiner Kook gegen die von der Linken gegen ihn erhobenen Angriffe zu schützen. Nach Ausarbeitung dieser politischen Beschlüsse befaßte sich der Ausschuß mit einer Reihe für die nächste Zeit geplanter größerer Aktionen. Es wurde beschlossen, den kommenden Monat Nissan, in den der 800. Geburtstag Maimonides' fällt, als „Chodesch Rambam" zu proklamieren. Aus diesem Anlaß werden die gesammelten Schriften des Maimonides unter der Redaktion von Rabbi Fishman herausgegeben werden. Für den Monat Elul sind feierliche Veranstaltungen anläßlich des 70. Geburtstages von Oberrabbiner Ko o k und die Herausgabe seiner sämtlichen Werke beschlossen worden. Im Kislew wird der 60. Geburtstag von Rabbi Meir Berlin gefeiert. Der Zentralrat des Weltmisrachi machte es den Misrachisten in Palästina zur Pflicht, jüdische Arbeiter, und nach Tunlichkeit solche, die dem H a p o e l Hamisrachi angehören, zu beschäftigen. Der Weltexekutive des Misrachi wurde das Recht zuerkannt, zwei Mitglieder zu kooptieren (für den Fall des Zustandekommens einer Einigung mit dem „Misrachi Hawatik"). Zur Genfer Jüdischen Weltkonferenz begaben sich als Vertreterdes Weltmisrachi Rabbi Meir Berlin, Rabbi Gold (Amerika) und Zewi Schechtermann (Palästina). Die nächste Sitzung des Zentralrates wird im Sommer 1935 stattfinden. (J. T. A.), Organisierung des nichtzioiiistischen Teiles der Jewish Agency Aus Zürich meldet die J. T. A. : Die inoffizielle Aussprache der Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency mit einer Anzahl führender nlchtzionistischer Mitglieder der Agency wurde beendet. Dr. M. B. H e x t e r, nichtzionistisches Mitglied der Jewish-Agency-Exekutive, gab Informationen über den Stand der Finanzen der Agency in Palästina und erklärte, es sei im Laufe des Berichtsjahres gelungen, die Schulden der Jewish Agency und des Keren Hajessod um 75.000 Pfund zu verringern. Prof. S. Brodetsky beantwortete eine Reihe von Fragen über die politische Arbeit der Exekutive. Die meisten der anwesenden Nichtzionisten beteiligten sich an dem Meinungsaustausch, der von dem Wunsche geleitet war, das Maximum an Zusammenarbeit zwischen dem zionistischen und dem nichtzionistischen Teil der Jewish Agency zu fördern und den nichtzionistischen Teil der Jewish Agency zu stärken. Man kam überein, daß zu diesem Zwecke bestimmte Schritte im Sinne der Beschlüsse des Administrative Council der Jewish Agency unverzüglich, unter Anpassung an die Bedingungen in den verschiedenen Ländern, unternommen werden sollten. Wiederaufleben der antisemitischen Propaganda Die von den Nationaldemokraten abgespalten» Gruppe der jugendlichen radikalen Nationaldemokraten (Naraisten) verbreitet in illegaler Weise ihr von den Behörden verbotenes Organ „Sztaf eta", das sich ausschließlich mit antisemitischer Hetzpropaganda beschäftigt. Die Zeitung wird per Post versandt und auch zahlreichen jüdischen Organisationen, scheinbar zum Zweck der Einschüchterung, zugestellt. In jüdischen Kreisen befürchtet man, daß diese erneute Aktivität der Naraisten auch neuerdings antisemitische Ausschreitungen zur Folge haben könnte. Wegen antijüdischer Ausschreitungen verhaftet Die erneuten antijüdischen Ausschreitungen in Lodz haben die Behörden veranlaßt, den Nationaldemokratischen Klub in der Brzezin-Straße zu schließen und drei nationaldemokratische Führer zu verhaften. Die Verhafteten sollen unter der Anklage des Versuches, die bestehende Staatsordnung zu stürzen, vor Gericht gestellt werden. Der Erlag einer Kaution wurde abgelehnt, da Fluchtgefahr vorliegt. (J. T. A.) Oesterreichisch-Palästinensische Wirtschafte- und Handelskammer, IX., Alserplatz 3 Der Außenhandelsdienst dei österreichischen H a nd eiskam mern gibt bekannt, daß für die Verzollung österreichischer Waren in Palastina nicht mehr die Vorweisung einer von einer Handelskammer ausgestellten, bzw. vidierten Faktura notwendig ist. Es genügt, wenn der Zollbehörde eine womöglich in englischer Sprache richtig ausgestellte und urmamäßig gezeichnete, :i u 1' C i f - B.a s i c erstellte Zollfaktura vorgelegt wird, die von einem Zeuger. mitunterfertigt sein muß. Ueberdies ist auf der Faktura folgende Erklärung in englischer Sprache abzugeben: "We hereby eertify that the present invoteo is true and correct and the only one issued for the a. m. goods." (Wir bestätigen hiemit, daß die vorliegende Faktura richtig ausgestellt und die einzige Rechnung über diese Sendung ist.) Diese Erklärung ist ebenfalls flrmenmaßig und von dem Zeugen zu unter fertigen. — Der Außenhandelsdienst ersucht, die interessierte« Wirtschaftskreise von Vorstehendem in geeigneter Weise zu veis •Utadioe* »