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Die neue Welt · 1934-08-24 · Heft 393 (24.8.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 393 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 393 Bie //KoidierrEinridifuns" auf den Amerika* Dampfern der //Cunard Line' Eine jüdische Rundreise in die Neue Welt // Wir haben gerade einen interessanten Bericht fber eine Reise nach Amerika von einem Vertreter des „Jewish Chronicle" erhalten, der mit den Cunard- Dampfern ..Berengaria" und ..Aquitania" gefahren ist und sein spezielles Augenmerk auf die Durchführung des Kaschrut an Bord dieser Dampfer richtete. Er schreibt folgendes: Bei meiner Ankunft in Southampton (dem englischen Einschiffungshafen) wurde ich von dem Rev. M. L. G o r d o n, dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Southampton, erwartet, dem Vorkämpfer für die Durchführung des Kaschrut an Bord der Ozeandampfer. Da die „Berengaria" am Samstag auslaufen sollte, wurde mir von der Cunard Line gestattet, mich schon am Freitag an Bord zu begeben, und dort fand ich bereits einige Juden vor, von denen mehrere das rituelle Bad nahmen. Bevor ich mich zum Freitags-Gottesdienst in die Southamptoner Synagoge begab, besuchte ich das Schlachthaus und die jüdischen Nahrungsmittellager des Herrn G r e y, dessen Unternehmen alles koschere Fleisch für die Cunard-Expreßdampfer liefert. Bloß untadeliges Fleisch darf verwendet werden. Dann ging ich in den Raum, in welchem alles Fleisch koscher eingesalzen und gewaschen wird. Mr. G o r d o n ist während all dieser Vorgänge anwesend und seine beständige Ueberwachung sichert die Vorsorge in vollkommener Uebereinstimmung mit unserem alten Gesetz. Ich war sofort überzeugt, daß das Fleisch und Geflügel von bester Qualität, in einer Weise getötet und zubereitet wird, die die anspruchsvollsten Anhänger der Tradition vollkommen zufriedenstellen muß. Ich sah eine Wagenladung koscheres Fleisch zur „Berengaria" transportieren und Mr. G o r d o n war dabei, es dem jüdischen Küchenchef auszufolgen, fertig hergerichtet zur Bereitung der Mahlzeit. An Bord hatte ich eine Unterredung mit dem Kapitän der „Berengaria", Capt. Sir Edgar Britten, R.D.R.N.R., über die ewige Judenfrage. Ob Sir Edgar Antisemitismus bemerkte? Er hörte niemals etwas davon! Es gehört dieses Wort nicht in den Sprachschatz des Seemanns. Meiner Meinung nach ist der Jude gerade so viel wert wie sein Nachbar, was sein Bürgertum und seinen unleugbaren Patriotismus anbelangt. Dieselbe Meinung fand ich bei allen Schiffsoffizieren und es brauchte nicht lange, um herauszufinden, daß auch die Mannschaft den jüdischen Passagieren freundlich gesinnt ist. Am Sonntag ging ich, begleitet von dem jüdischen Aufsichtsorgan, dem Sohn eines wohlbekannten Rabbi, die koschere Küche besichtigen, wo der jüdische Koch, Charles Levy, seines Amtes waltet. Ich beobachtete die gewissenhafte Art, in der das Fleisch vollkommen von der Milch ferngehalten wird — getrennte Abteile für die Küchenwäsche, die Tischwäsche, Tonwaren, Bestecke, für alles, was mit dem Servieren der Mahlzeiten in Zusammenhang steht —, so daß keine Vermischung mit unreinen Dingen stattfinden kann. Die Ueberwachung des Kaschrut auf den Expreßschiffen der Cunard Line liegt ausschließlich in den Händen der Londoner Ecclesiastical Authorities (Kultusgemeinde) Beth Din, die von Dr. I. H. Hertz geleitet wird, die treibende Kraft jedoch ist in all diesen Belangen Dr. Asher F e 1 d m a n n, sein Stellvertreter. Um allen Wünschen Dr. Feldmanns vollkommen zu entsprechen, hat die Cunard Line auf eigene Kosten auf ihren Schiffen eine jüdische Aufsichtsperson angestellt, einen Schomer, der vom „Beth Din" ernannt wird. Der Schomer hat vollkommene Macht über alle Angestellten, die mit der jüdischen Verpflegung zu tun haben. Laßt uns den Schomer bei seiner Arbeit betrachten: Der Chefkoch reicht ihm die vorgeschlagene Menükarte für das Mittagmahl, um zu konstatieren, daß keine ungeeignete Nahrung serviert würde. Der jüdische Koch bereitet darauf die Mahlzeit, wobei der Schomer zusieht. Jüdische Kellner decken die Tische. Der Schomer ist dabei, um zu sehen, daß, wenn es sich um eine Fleischmahlzeit handelt, auf jedem Messer, jeder Gabel, jedem Löffel, auf den Schüsseln, Tellern und Tassen sich der Aufdruck: „Koscher für Fleischspeisen" befindet. Alle Geräte, die an der jüdischen Tafel verwendet werden, gelangen zu keiner anderen Bestimmung, und wenn unbenutzt, werden sie unter Verschluß gehalten. Wenn die Mahlzeit serviert werden soll, begibt sich der Schomer in die koschere Küche und inspiziert jede Speiseplatte, die in den Speisesaal getragen wird. Keine Mahlzeiten werden am Sabbat gekocht, die Speisen werden warm erhalten mittels aller wohbekannten jüdischen Methoden. Ich fand es selbst möglich, daß yoüe koschere Mahlzeiten auch in dem Speisesaal der ersten Klasse serviert werden. Als ich in der ,,Aquitania" die Rückreise antrat, fand ich dort dieselbe sorgfältige Vorsorge in bezug auf koschere Kost. Ihre koschere Küche ist in ihrer Art ein Modell. Der Leiter ist der jüdische Küchenchef Max Freeraan, der alles weiß, was über jüdische Küche zu wissen ist. Der Schomer an Bord ist ein gewiegter Talmudist, namens Max Erblick. Er ist das, was ein jüdischer Kontrollor Voraus muß man denken» sich sichern — versichern Phönix Allgemeine Versicheruitgt«Ge<« Wien IX. Bei., Alserptats Nr. 3 in seinen hundertsein muß: er ist sehr streng und genau Forderungen und daher ist Kaschrut ein prozentiger Erfolg. Am Sonntag, dem ersten Tag Schabuot, feierten wir Juden einen Gottesdienst in der improvisierten Synagoge, der eine große Gemeinde fand und großen Erfolg hatte. Rabbi Erblick leitete den Gottesdienst. Danach gaben die Schiffsoffiziere den jüdischen Passagieren ein Festdiner und das Schiffsorchester spielte speziell für diese Gelegenheit ein Programm mit jüdischer Musik. Ich möchte schließen, indem ich sage: Wenn du ein strenggläubiger Jude bist, dann wird dich Kaschrut an Bord der Cunard-Expreßdampfer vollauf befriedigen. Ich nenne es das vollkommenste System des Kaschrut, das es jemals auf hoher See gab! Wehrpflicht polnischer Staatsangehörigen Das Konsulat der Republik Polen in Wien gibt folgendes bekannt: Gemäß Art. 24 und 26 des Gesetzes über die Allgemeine Wehrpflicht werden alle in der Republik Oesterreich wohnhaften, im Jahre 1916 geborenen polnischen Staatsangehörigen männlichen Geschlechts, ferner alle vor dem Jahre 1916 geborenen, hier ansässigen polnischen Staatsangehörigen, welche das Alter von 50 Jahren noch nicht überschritten und sich aus irgendwelchen Gründen bisnun zwecks Eintragung in die Militärassentverzeichnisse nicht gemeldet haben, aufgefordert, sich im Konsulat (Wien, HL, Rennweg 1); zur Eintragung in die Register der Militärpflichtigen persönlich zu melden. Die in den Jahren 1916 und 1915 geborenen Personen haben sich im Monat September 1. J. zu melden, hingegen haben die im Jahre 1914 und vor diesem Jahre Geborenen ihrer Meldepflicht im Laufe der Monate Oktober und November nachzukommen. Die aus wichtigen Gründen am persönlichen Erscheinen verhinderten Meldungspflichtigen haben in den obbezeichneten Fristen ihre Meldung schriftlich vorzunehmen. Personaldokumente, Identitäts- und Meldenachweise sind mitzubringen, beziehungsweise einzusenden. Die Nichterfüllung der Meldepflicht wird gemäß Art. 99 des bezogenen Gesetzes geahndet. Stellenmarkt Verein für unentgetlichen Arbeitsnachweis, Wien, I., Kohlmessergasse 4, Tel. U 27-0-65, sucht dringend: a) Stellen für Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Manipulanten, Inkassanten, Lageristen; b) Arbeit für gewerbliche Fachkräfte aller Art (darunter auch Bäcker, Bauingenieure, Anstreicher) sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Revisionistische Weltkonferenz Ende Dezember Das Exekutivkomitee der Union der Zionisten- Revisionisten hat beschlossen, die Weltkonferenz der Union der Zionisten-Revisionisten erst Ende Dezember 1934 abhalten zu lassen. In Tel-Awiw tagt gegenwärtig eine außerordentliche Konferenz der Zionisten-Revisionisten Palästinas. Der Eröffnung wohnten etwa 1000 Juden aus Jerusalem und anderen Orten des Landes bei. Referate hielten Weinschall, Yedidya, Nathanyahu und Wolf gang v. Wefsl. Unter großem Beifall der Anwesenden wurde beschlossen, Begrüßungstelegramme an Jabotinsiky, Aohi Meir, Dr. Yevin, Stavsky und Rosenlbüätt als an die „Symbole des leidenden Revisionismus" zu senden. Zu den hohen jüdischen Feiertagen findet anfangs September eine besonders billige Fahrt nach Polen statt, bei welcher die Reiseteilnehmer die Möglichkeit haben, je nach Wunsch zwei oder mehrere Wochen in Polen ver* bleiben zu können. Der Name des polnischen Verkehrsbüros „Francopol" garantiert für eine angenehme Fahrt, sowie für eine exakte reibungslose Durchführung der Reise. Anmeldungen: Polnisches Verkehrsbüro Francopol, Wien, III., Rennweg 1, Tel. U-16-4-90 im Gebäude des polnischen Konsulates. Meli 6ic ttidjt bis Das gerlifttoetter eingebrodjen ttnb Die gerbftfaifan im Hoffen Sange tft töotfitfttigc Samen beforgen fdjon ieftt töten neuen #erbfMDtantel, bas öeibfame moberne Softtim nnb Das seitgemüfee ftleib m befonbets niebrigen Sorfaifon*$reifen im lobulären „SBarenfiaus der Sbarfamen", bei Scfjiffmann, 2. öeairf, Saborftrafje 48 $ubertU0*9»(intel, £rena>$affott, moberne %axbti\, S 24.—, 19.80......., Sbortefltöntel, geimtftert, enqltfd) S 24.— mit ©attelfutter .....S $eintooU<$erbftmimteI, gan3 K.»<Setbe gefüttert, fefdje S 12.90 19-- 29- Ungorette'SoucIe'iDtöntel, 30 in Sflobefarben, K.»@elbe gefüttert S 06^7^ 29.- Seine SbetlanfrSoWime, KQ tabellofe 2lu3füf>rung ...... S tltl# ßngl gem. SDort'Softiime, (3acfe gang gefüttert).......S fleftbeftänüe ber „2ß i r t f dj a f t £ *2B o d) e" in §auSunb ftüdjengeräten jeber 2ftt, &au8», £ifä> unb 23<ttiüäfdje ufto. enorm billig! 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