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Die neue Welt · 1934-08-17 · Heft 391 (17.8.1934) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 391 (17.8.1934)
Date
1934-08-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 391 DIE NEUE WELT Seite 7 i \ Haus frau greif zu 1 Haus~ und Küchengeräte: Rnpprn» oder l-'IcisrJitellfir, weiß, Steingui . ......S Vorzclliui-Kufforsohale mit Tasse, modern dekoriert, . . , ,H Schiissfl-tiariiitiir, Steingut, -ItcHi/T..........S Emailtöpfe, Kommerzwarc, lu, Lit. S 1.79, 1 Lit. S 1.39, Lit. S Al-iniiniuintöpfe, 2''. Lit. S 1,89, 1'', Lit. S 1.39, 1 Lit". . . « Kmaillavoir. Terti.i-QualiUit, 32 cm..........K Kmail-Wasserkunne, Tertia-Qualifiit (10 Lit. Inhalt) ... 8 Kfiffct'.Hcrviee für U Pcraonen, Poiv.ellan S 7.90. Forotith . . H KüclienivaiiK*'. Mes.singsfhalen, 5 kp S C.90, 3 kg , . . , S Fleischmaschine, ..Darling Nr 1", feinst verzinnt . . . . S KrüpelgläHcr, Liter S —.-19, Wasserbecher......S Uessertum! Kompott-Garnitur. 7teilig. Glas . . , . H 2.40, Stahl-iailiesteck, rostfrei, mit Stalilgriff........S Kaffee-Wandmiilüe, S 4.90, Knffce-Schoßniiihle . . . * . 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Es mutet eigentümlich an, zu sehen, daß die oberste Behörde unserer Organisation nur als interessierter Zuschauer diesen verheerenden Kampf verfolgt. Wo bleibt die Exekutive? Begreift man in London und in Jerusalem nicht, wie groß die Prestige-Schädigung ist, die diese Untätigkeit hervorruft? Glaubt man wirklich, daß eine. Regierung sich den Luxus leisten kann, zuzuschauen, wie zwei politische Parteien die Bewegung an den Rand des Abgrundes schleifen?" „Während man in den letzten Tagen von allen Seiten „Friedensvorschläge" zu hören bekommt, hüllt sich unsere oberste Behörde in Schweigen. Kein Wunder, wenn auch die Anhänger der bisherigen Exekutive wankend in ihrem Glauben werden. Noch ist es Zeit, daß unsere Exekutive sich zu einem mutigen Schritt aufrafft, daß die Vertreter der Arbeiterschaft in der Leitung ihren ganzen Einfluß auf ihre Parteifreunde ausüben, damit von dieser Seite der Friede g esichert wird. Anderseits erwarten wir aber, daß die Gesamtexekutive rücksichtslos gegen jeden Friedensstörer vorgeht, um den Zionismus vor dem Chaoa zu retten, der ihn heute bedroht. Wir stehen treu hinter der jetzigen Leitung, anerkennen in ihr die einzige legal gewählte, oberste Behörde unserer Organisation und sind bereit, ihr in den Bestrebungen zur Erhaltung der Zionistischen Weltorganisation jede Unterstützung zu gewähren. Wir sind aber, und das sei mit allem Nachdruc k gesagt, nicht bereit, weiter zuzusehen, wie eine Leitung an ihrer eigenen Schwäche zugrunde geht und mit sich den Zionismus in den Abgrund zieht. Caveant consules!" * Aus der Art, wie andere Landesgrnppen der ..allgemeinen" Zionisten;iuf die wichtige Frage reagieren, ersieht man, daß dieser Gruppe kein einheitlicher Wille innewohnt. In der „Ostjüdischen Zeitung", dem Organ der rumänischen ,.Allgemeinen", schreib); einer ihrer Führer, Dr. Theodor W c i ß e 1 b e r g e r, der zum „Kampfe" ruft und statt Frieden und Ausgleich den „Hinaufwurf" fordert. Mit Bezug auf den zerstörenden Kampf zwischen Poalezionisten und Revisionisten liest man: „Auf zwei Grundsäulen ist die politische Methodik des Revisionismus aufgebaut: Auf Verleumdung und Gewalt. Der Glaube an die Zweckmäßigkeit, die politische Nützlichkeit und K v 1 a u b t h e i t d e r L ü g e ist ein organischer Bestandteil der revisionistischen Bewegung . . . Das Bedürfnis der revisionistischen Bewegung nach Zersetzung, Unruhe und Unfrieden, nach Zertrümmerung jeder nationalen Disziplin und Ordnung ist. ein innewohnendes Element." „Aus allen diesen Gründen glauben wir daher nicht an einen Frieden mit den Revisionisten innerhalb der Weltorganisation. Ist der Friede in der Organisation nicht möglich, so muß sie zur S e 1 b s t h i 1 f e, gleich einem Staat, welcher in .seinen Fundamenten bedroht ist, zur Abwehr greifen und die Revisionisten aus der Organisation ausschließe n." „Mit der Auflösung des revisionistischen Sonderverbandes ist dies noch nicht geschehen. Es muß im Wege eines Beschlusses des Aktionskomitees den Revisionisten die Möglichkeit genommen werden, an den Kongreßwahlen teilzunehmen und das Aktionskomitee zu beschicken (Annullierung der revisionistischen Liste zum Kongreß.) Hiedurch würde qine vollständige Trennung der Organisation von den Revisionisten erfolgen. Für die Weltorganisation würde der Ausschluß der Revisionisten vor allem auf dem Gebiete unserer Außenpolitik eine Entlastung bedeuten. Solange sie innerhalb der Organisation sind, ist die Weltexekutive für jede ihre Äußerung und Handlung insbesondere der nichtjüdischen Welt gegenüber verantwortlich. Für die Dauer ist dies ein ganz unhaltbarer ustand. Deshalb glauben wir, daß zum radikalen Mittel des Ausschlusses früher oder später wird gegriffen werden müsse n." V$L€ Die Jugend jüdischnaüonal — Forderung nach jüdischen Volksgemeinden In der norwegischen Hauptstadt Oslo tagte vom 5. bis 8. August der Kongreß der Skandinavischen Jüdischen Jugend verbände (Skandinavisk Jödisk Ungdomsforbund) im Ingenieursvereinshaus, dem schönsten Gebäude der Stadt. Der Tagungssaal war mit einer großen blau-weißen Fahne und den Farben der vier skandinavischen Länder, Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland, die zu der Tagung ihre Delegierten entsandt hatten, geschmückt. Rabbiner Dr. Melchior (Kopenhagen) hielt einen Vortrag über das Thema ,,N eue Zeiten — neue Aufgaben". Aus den Berichten der Delegierten ging hervor, daß in allen Organisationen die jüdisch-nationalen Tendenzen stark an Boden gewonnen haben. Durch einen Beschluß des Kongresses wurden alle Vereine zur aktiven Tätigkeit für den Jüdischen Nationalfonds verpflichtet. Rabbiner Julius Samuel (Oslo) hielt am zweiten Verhandlungstage ein großangelegtes Referat über das Thema „Jüdische Jugend auf neuen Wege n", in dem auch von der jüdischen Jugend der skandinavischen Länder Berufsumschichtung und entsprechende geistige Vorbereitung gefordert wurde. Intensiv soll sich die jüdische Jugend mit allen jüdischen kulturellen Gütern beschäftigen; Chaluziut und eine innige Verbindung mit dem Aufbauwerke in Palästina müsse in den Mittelpunkt aller Tätigkeit rücken. Unser kultureller Bedarf müsse mehr als bisher aus jüdischen Quellen und Impulsen gespeist werden. Träger dieser Aufgaben sollen die Gemeinden werden. Die Gemeinde müsse sich von der R e 1 i- Theodor» Herz8-SaaS IB I. Bezirk, Werdertorgasse für Veranstaltungen, Vorträge, Festlichkeiten, Hochzeiten etc. zu vermieten, Auskünfte nur ielaphonisch von 9 bis 3 Uhr Telephon Ä-48-X-89 und A-20-2-78 Zu ROSCH HASCH AN AH gratulieren Sic Ihren Verwandten. Freunden, Kunden und Gesinnungsgenossen durdi die „Neue Well'' Preis eines Inseratst Visif karten* forma? §ö»-, doppelte Größe 5 12»— gionsgemeinde — einer Erfindung der Assimilation — auf ihre historische Gestalt zurückbesinnen. Sie sei die Filiale des jüdischen Volkes und habe jederzeit die Pflicht, alle vitalen Aufgaben des Volkes zu den ihrigen zu machen. Damit werde die geistige Armut der Gemeinden ein Ende und die Jugend zur Gemeinde finden. Unsere jüdische Totalität habe sich zu verändern. Eine innige Synthese zwischen religiösem Fühlen und nationalem Wollen werde uns allen einen Lebensinhalt, ein jüdisches Können geben. — Mit dem Absingen der „Hati kw a h" wurde die Konferenz geschlossen. Im Anschluß an die Konferenz, die in der norwegischen Pre3.se ein herzliches Echo fand, legte der Präsident des Verbandes, Altermann (Kopenhagen), einen Kranz am Grabe des nordischen Dichters Henrik Bergelans nieder, der als Vorkämpfer für alle unterdrückten Völker wesentlich zur Erlangung der Gleichberechtigung der norwegischen Juden beigetragen hatte. Dse Juelerc an Afghanistan Aus Paris (J. T. A.): Die Afghanische Gesandtschaft in Paris hat dem Korrespondenten des ,,J u d ai s m e Sephardi" gegenüber in Zusammenhang mit einem kürzlich aufgetauchten Gerücht, wonach Instruktionen an die afghanischen Konsulate im Ausland erlassen wurden, afghanischen Juden die Pässe abzunehmen, die folgende Erklärung abgegeben: Die Juden von Afghanistan genießen die gleichen Rechte wie die anderen Nationalitäten. Sie leiden unter keinerlei unterschiedlicher Gesetzgebung und stützen sich auf dieselbe Rechtsgleichheit wie alle anderen Bürger. Was den Bericht über Einziehung von Pässen betrifft, so entspricht dieser keineswegs den Tatsachen. Es scheint sich dabei um einige Juden zu handeln, die auf nicht reguläre Art die Naturalisierung erwarben und im Ausland ihren Wohnsitz haben. Es sind dies im allgemeinen Juden aus Bokhara und Daghestan, die aus politischen Gründen die afghanische Nationalität angenommen zu haben behaupten. Die Maßnahmen dürften solche irreguläre Fälle betreffen. Besondere Instruktion hierzu hat unsere Legation nicht erhalten. Ich wiederhole, daß, soweit es sich um die Juden Afghanistans handelt, keinerlei . beschränkende Maßnahmen irgend einer Art gegen sie angewandt wurden. Professor Josef Klausner 60 Jahre Aus Jerusalem: Professor Josef Klausner von der Hebräischen Universität, der Verfasser des berühmten Buches über Jesus von Nazareth, ist soeben 60 Jahre alt geworden. Professor Klausner, einer der bedeutendsten hebräischen Gelehrten, studierte an der Jeschiwah von Odessa, promovierte in Heidelberg, kehrte nach Odessa zurück und schloß sich der Bewegung zur Wiederbelebung der hebräischen Sprache und Literatur an. Er wurde einer der engsten Mitarbeiter Achad-Haams und redigierte die von ihm herausgegebene Zeitung „Haschiloach" während ihres Erscheinens in Palästina (1920 bis 1926). Er war ein prominenter Sprecher der russischen Zionisten auf den Kongressen. Unter dem Kerensky- R e g i me in Rußland wurde er zum Professor für Geschichte des Ostens an der Universität Odessa ernannt. Nach Errichtung der Räterepublik verließ er Rußland und ging nach Palästina. Seit 1919 ist er Dozent für Jüdische Geschichte am Lehrerseminar in Jerusalem und seit 1925 Professor für moderne hebräische Literatur an der Jerusalemer Hebräischen Universität. Seit dem letzten Jahre gibt er in Jerusalem die revisionistische Tageszeitung ,,H ajarde n" heraus. 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