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Die neue Welt · 1934-08-17 · Heft 391 (17.8.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 391 (17.8.1934)
Date
1934-08-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ö DIE NEUE WELT Nr. 391 ^»HMMMMOMMMMM«»...................MMM^ if£GM. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUEREI | Zentrale: IX., Bcrggassc 19. Tel. A-17-5-99 n. A-16-9-54 Lieferant für Heilanstalten w^iSmS^SSJSLJmSmlSS!!!^ üitor Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. $ Kultusgcraeinde Wien Autozusteilung kostenlos l ^X, Serggasse 15 ✓ XVIII., WShringerstr. 97 *4 »*»»♦»»»»♦»«♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»»♦♦♦♦♦♦»»»»»»♦♦♦♦♦»♦»»»♦♦♦♦»♦< Die Wahlen zum Stadtrat von Jerusalem Von den 8000 Wahlberechtigten für die Wahlen zum Stadtrat von Jerusalem sind -1400 Juden, 2800 Mo hammedaner und 1600 Christen. Jerusalem wird in zwöif Wahlbezirke eingeteilt, von denen jeder einen Stadt verordneten zu wählen hat. Gegenwärtig leben in Jeru 52lern etwa 65.000 bis 70.000 Juden, von denen 10.000 bis 12.000 im wahlfähigen Alter stehen. Sie sind jedoch zum größten Teil nicht palästinensische Landesbürger und dahor zur Teilnahme an den Wahlen nicht berechtigt. (J. T.-A.) Die Polizei in Tel-Awiw Mit Rücksicht auf die starke Zunahme der Bevölkerung von Tel-Awiw ist die Vermehrung der dortigen Polizeimannschaften notwendig geworden. Es wird bekanntgegeben, daß 50 Mann, 25 Engländer und 25 Juden, neu in die Tel-Awiwer Polizei eingestellt werden sollen. In Nordia an der zum Messegelände führenden Straße wird ein neues Polizeirevier errichtet. (J. T.-A.) Der „Antisemit" Mosley soll helfen Berichte über den bevorstehenden Besuch von Sir Oswald Mosley in Palästina haben arabische Zeitungen V3rcui!aßt, zu arabischer Annäherung an den britischen ^""aschistenführer aufzufordern. „Er ist ein bekannter Antisemit und kann unserer Sache von großem Werte sein" — schreibt „AI Jamea al Islamia"; die Zeitung forclsrt arabische Politiker auf, sich mit Sir Oswald anläßlich seines Besuches in Verbindung zu setzen. (J. T. A.) iiik an der Palästina- Regierung Eine Schweizer Stimme Das führende Schweizer Blatt „Neue Zürcher Zeitung" bringt einen Aufsatz „Die Lage im Heiligen Land", in welchem es heißt: „~Zs wäre ein Irrtum, aus der augenblicklichen Elüte der jüdischen Wirtschaft in Palästina auf eine allgemeine Prosperität des Landes und seiner Gesamtbevölkerung zu schließen. Reichtum ist da, abar es fragt sich immer, wie sich der Reichtum auf die einzelnen Bevölkerungsschichten verteilt. Die Regierung hat zwar große Ueberschüsse, aber sie kommen dadurch zustande, daß sie für den sozialen und materiellen Fortschritt der Bevölkerung nur sehr wenig ausgibt. Das arabische Schulwesen liegt völlig im argen, kaum ein Fünftel der Kinder findet trotz großem Lerneifer Schulen, am schlimmsten ist es um die technische Ausbildung und um die Mädchenerziehung bestellt. Die Not des Fellachen, des arabischen Bauern, hat sich in keiner Weise gebessert. „Daß die Regierung den Fellachen in Jahren schwerster Mißernte und Dürre diese Steuer erläßt, ist kaum als Reform und nicht einmal als ein Entgegenkommen anzusprechen, da die Steuer sowieso uneint r e i b b a r gewesen wäre. Das Landwirtschaftsdeparternent der Regierung ist trotz den so günstigen Staatsfinanzen so gering dotiert, daß es keine großzügige Tätigkeit entfalten kann. Das gleiche gilt von den Departements für Erziehung und Gesundheitswesen. Die Unterweisung in besseren Methoden des Ackerbaues müßte ab^r gleichzeitig mit einer Bereitstellung von Kredit und Ausrüstung für den Fellachen verbunden sein. Auf allen diesen Gebieten tut die Regierung so gut wie nichts. Auf diese Weise ist es leicht, einen großen Budgetüberschuß anzusammeln auf K os t e n der Wohlfahrt und des Fortschrittes des ärmeren Teiles der Bevölkerung. Dadurch aber erhöht die Regierung noch die Spannungen und den Unfrieden im Lande, denn der Fellache sieht mit wachsender Unzufriedenheit das ganz andere Lebensniveau des jüdischen Bauern und Arbeiters. Er beschuldigt die Regierung, dala sie ihn absichtlich in Unwissenheit und Armut belasse, damit er gezwungen sei, seinen überschuldeten Eoden dem kapitalkräftigen Einwanderer zu verkaufen, ur.d damit er mit den Juden nicht konkurrieren könne. Ein Bewässerungsdienst hätte die Lage des arabischen Fellachen grundlegend ändern können." Danksagung Ich bitte auch auf diesem Wege alle Freunde, Gg., Bekannte, Korporationen usw., die mir und meiner Familie anläßlich des Ablebens meiner teuren Gattin tröstende Beweise ihrer Teilnahme an unserem großen Schmerze erwiesen haben, meinen herzinnigen Dank engegennehmen zu wollen. Dr. Nahum B 1 a u e r. Wien, im August 1934. Bundespräsident Wilhelm Miklas: U e b e r Oesterreichs Wesensart und Sendung". — In den nächsten Tagen erscheint im bekannten Wiener Reinhold-Verlag ein höchst aktuelles Werk, in welchem der österreichische Bundespräsident Wilhelm Mi k 1 as Oesterreichs Wesensart klar vor Augen stellt und Oesterreichs Sendung zukunftweisend deutet. Das Buch wird in weitesten Kreisen Aufsehen erregen, da es alle politischen und kulturellen Fragen behandelt, die für Oesterreichs Heute und Morgen von Bedeutung sind. Verlanget überall »Die Neue Well« fömtcit nur uerbttttgte greife, Verringerte (Einnahmen Ausgaben. Weniger ausgeben, inbem man weniger fet Silngencljmes unb sJiotn?cnöiges ucrjtrfjtct. Das i)?iri)tig|t Das Sftigencljmc mit bem 9Iüljlidjcit uerbiubeu, ijeifjt . manns berühmte „VIB t r t f dj a'f t s * SB o dj c" bietet tut ^orjcltamuarcH, 5)aite-s 3?ctt=t Jicib* unb STtfcljiuiifdic, an^uferjaffeu. ftommcit Sie, feljen Sie fieb bie Sdjaufenit «iclcn ©elcflcnficitsfäufcn bas ^bnen ^affenbe. jRcach „51 efte n5«cr f auf" ber Slbtcihmg für SB n ) rh )'t o SBafclj^oile, Sonde, SMaubrncf, SBojri)|cibef (£repe be unb 3npriinc;Scibe jeber VIrt (Slejte von 1 bis f> Met 3U befonbers niebrigen greifen nbnefrofteit. SWiften Sie gitterte Suppen« ober 8!ctjd)tellcr, iucir, Steingut . . . . S 0.20 ißorjcItansKaffcctäale mit Xa\\i\ mob. be?or. . . . S 0.19 ödjüRcMSiarnitur, Steingut, 4tciliq......S 1.50 CmoiMöpfe, ftommcr.umue, IVsl 1.7!), 1 1 .1.3!), V-z 1 S 0.89 6tcil. 2Uumtntums(5armtut, borbiert,!5 Töpfe (1 bis üVsl unb 3 SU\\ctolkn (;Vi bis 1) aiifaimiicu S 7.90 emailsiiauoir, £ertia=!Qitulitiit, ,">2 cm.....S 1.98 (SmaU*2Uaficrfanitc, Xerthi--&ual. (10 1 Inhalt) . . 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Duingen jur £|.iar)amfeit, jut (Sinfcfjräntung in ben ujt, ift nicht bas ^idjtige, weit mau bann eben auf c unb 'JlMditigfte ift, buref) günfttgen (Sinfauf fparcu. . . jc*st bie S^crfnufs-'Scnfation ausnütjen, bic Scfjiff« b alles in ber Süirtfdjaft gcl)lcnbc, (Sefcrjirr, (51ct5unb ,ju ben nur einmal im 3nl)rc geltcnben Üicfftprcrfett er in ber Sioyaragaffe au unb ruäl)lcn Sic auo ben ien 6ie aud) ben gfeid^ettig ftattfinbenben, großen f f c unb 6ei bc rtfton c. Stiele taufenbe i^eftc itt (£ljine, iöionnof, glamifol unb anbereu einfarbigen er) werben jei^t bei Scniffinmtn auf ber Xaborftraf^c biefe Cjclegenljett. $icr einige ^rc'SsiBcifpielc: Jytotttcts$anbtüdjct mit fnrb. S5orbüre . . . . S 0.79, 0.69 3ocqunrb*2;tirf)tiid)ei' . . . 110/110 S 3A0, 100/100 S 1.98 Soma|tsKaffcc=©cbcrf für ü ^erfüllen . . . . S 7.!)0, 5.90 SpctfcsC5cbctf, ^oequorb, incifj gcbleidjt . . . 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Darum: Slut Die Bautätigkeit in den palä§fi'nen§i§dien Städten Jerusalem (Palnews). Nach Erhebungen der Regierung sind im Jahre 1933 in den wichtigsten Orten des Landes pal. Pfund 5,600.000 im Bauwesen investiert worden. Die schätzungsweise erfaßten Baukosten verteilen sich in folgender Weise auf die verschiedenen Orte: Baukosten 1933 1932 Jerusalem * » H H » 1 s ä k 2,118.843 1,750.264 Tel-Awiw * « « K , II H n * 1,766.600 600.000 Haifa . , m * m , , ■. jf * 1,152.000 318.300 Jaffa . . K » * « » 4 4 248.600 101.500 Petach-Tikwah * S K « 1* •■« i D 81.800 15.544 Ramat-Gan i i <• * * * m R 50.000 9.500 Tiberias . * 4 * * ß * m \i 4 42.423 30.259 Rehoboth H * * n H « H 34.170 12.200 Rischon-le-Zion * j» f , j. ¥. •, 22.000 5.500 Ramallah » < « » ü * U k 13.440 6.785 Ramleh « ■4 k 1 n 9 4 4 12.075 11.755 Akko j, « ■ k ti „ t « „ 4 10.720 16.618 Sarona » '• < k M k * « M * 8.355 6.345 Hebron * « f* H * '» m : 1 5.640 6.993 Gaza , * S > * n * n k 5.445 4.824 Nablus H K U ü M % V » m k 5.300 18.816 Tulkarem » * k j, '4 *; 4 4.150 5.711 Safed , 1 » :< 1« M '* . , 3.330 2.500 Beisan i Ii » I * 4 , , 2.741 2.190 Lydda . . . 2.600 5.150 Jenin, Beersheba, El Majdal, Bethlehem, Beit-Jala, Nazareth « f 10.500 14.954 Insgesamt . . * 5,600.732 2,945.708 Die Bautätigkeit in Haifa bleibt stark hinter derjenigen Tel-Awiws zurück, in Jaffa war sie in Anbetracht der Tatsache, daß es sich um keine von der Bevölkerungszunahme durch Einwanderung betroffene Stadt handelt, verhältnismäßig stark. Auch in den jüdischen Städten Petach-Tikwah, Ramat-Gan, Tiberias, Rehoboth, Rischon-le-Zion ist verhältnismäßig stark gebaut worden, während die Bautätigkeit in den mittleren arabischen Städten sehr geringfügig war. In den Städten wurden in starkem Maße größere Wohnhäuser mit mehreren Mietswohnungen errichtet, die vor allem dem Wohnungsbedarf der Neueinwanderer dienten. Die Städte zogen auf Grund der günstigen Erwerbsmöglichkeiten auch Bevölkerungsteile aus dem Lande an sich, was den Bedarf erhöhte. Neben dieser zahlenmäßig erfaßten Bautätigkeit ist noch eine solche in den jüdischen Kolonien in erheblichem Umfang zu verzeichnen. Die Regierung investierte 1933 für Gebäude, Straßen und Wasserversorgung pal. Pfund 313.000 (1932: 262.000), die Militärverwaltung Pfund 43.000 (44.000), die Stadtverwaltungen investierten Pf und 110.000 (116.000) < Hotel-Restaurant Smetana-Luhacovfce 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser. — Erstklassiges Restaurant und Cafe. — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Angemessene Preise! ''^''^'''''''^^^^''''^^'^''^^'^^'••'^■■■■■■■■■■■■■B Aus der zionistischen Bewegung Vor der Tagung des Misrachi-Weltverbandes. — Krise im thoratreuen Zionismus. Aus Lemberg wird berichtet: Zu der hier am 17. d. M. beginnenden Tagung des Zentralrates der Misrachi-Weltorganisation ist das Mitglied der Exekutive des Misrachi-Bewegung teilnehmen, unter ihnen Rabbi Meir Jerusalem in Lemberg eingetroffen. An der bevorstehenden Tagung werden zahlreiche bedeutende Vertreter der lisrachi-Bewegung teilnehmen, unter ihnen Rabbi Meir Berlin, der ehemalige Sejm-Deputierte H. Farbstein, Rabbi A m i e 1 aus Antwerpen und der Oberrabbiner von Helsingfors Dr. Federbusch. Der Zentralrat wird sich mit einer Reihe wichtiger innerorganisatorischer Fragen zu befassen haben, deren Entscheidung für die weitere Entwicklung des Weltverbandes von ausschlaggebender Bedeutung sein wird. Eine besonders lebhafte Diskussion dürfte sich um die Stellung der vor kurzem in Palästina begründeten misrachistischen Sonderorganisation „Misrachi Hawatik", die unter der Führung von Rabbi Ostrowski steht, entwickeln. Es ist noch nicht bekannt, ob diese abgespaltene Gruppe an den Lemberger Beratungen teilnehmen wird, dagegen steht die Teilnahme von Vertretern des Hapoel Hamisrachi fest. * Der Misrachi befindet sich in einer schweren Krise. Unter der Führung von Rabbi Ostrowsky, der sich im Jüdischen Nationalrat in Palästina gegen seine Parteileitung und auf die Seite der „linken" Majorität gestellt hat, und einigen „regierungstreuen" Misrachisten aua Deutschland, hat eine Spaltungsbewegung platz- < gegriffen, welche den Misrachi arg zu schwächen droht. Auch unter der Jugend treten zersetzende Erscheinungen zutage. Der Umstand, daß die Misrachileitung ihrer Jugend den Eintritt in die auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Arbeiterorganisation „Histadruth Haowdim" in Palästina gestattet hat, führte zu einer Entfremdung, die so weit ging, daß heute ein großer Teil der Misrachijugend im Lager steht und der Führung die Gefolgschaft versagt. Die Lemberger Tagung soll Klärung bringen oder — Spaltung. „Allgemeine" Kritik an der Zionistischen Exekutive —» Für und gegen den Frieden in der Organisation Im Blatte der Schweizer Allgemeinen Zionisten „Das jüdische Heim" wird der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation der Vorwurf gemacht, daß sie sich unfähig erweist, den Frieden im Zionismus herzustellen. Es heißt dort: „Die Besorgnis weiter Kreise des jüdischen Volkes wegen der häßlichen Erscheinungen des Parteienkampfes in Palästina beginnt sich auch den nichtjüdischen Palästin a-F rcunden mitzuteilen. In den letzten Tagen mehren sich die Warnungen von nichtjüdischen Palästina-Reisenden, die in privaten Kreisen und öffentlich —■ wie es letzte Woche in London geschah — die Juden darauf aufmerksam machen, daß Uneinigkeit in unseren Reihen das ganze Palästina-Werk gefährden kann und daß nichts eine größere Gefahr für unsere Bewegung und den Aufbau des Landes bedeutet, als Selbstzerfleischung. Wir dürfen diese Mahnungen unserer Freunde in England nicht außer acht lassen. Sie zeigen uns mit erschütternder Deutlichkeit, wie gefährlich unsere Situation ist. Wir müssen darauf sehen, daß ein weiterer Schaden in dieser Richtung unter allen Umständen vermieden wird. Denn nichts könnte für uns gefährlicher sein, oia

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