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Die neue Welt · 1934-08-17 · Heft 391 (17.8.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 391 (17.8.1934)
Date
1934-08-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEÜE WELT Nr. 391 ÜBERSIEDLUNGEN billigst durch Möbeltransporteur A L T B A C H V», Kasernengasse 15 Tel. B-24-1-35 weiterhin betrügen, belügen und ausbaldowern zu können wie es bisher der Fall gewesen war. Doch weit gefehlt Deutsche Gesetze und die Autorität des deutschen Staate kennt der Jude nicht. Er richtet sich nur nach seinen eigenen Gesetzen." Es folgt ein ,.Zitat" aus ,,D e n jüdischen Geheimgesetzbüchern, dem Tal ■«lud-Schulchan Aruch": ,,Es ist dem Juden verboten seinen Bruder zu betrügen. Aber es ist ihm g estattet, den Nicht ju den zu betrügen, denn der Nicht jude ist nicht sein Bruder (Cochen hamischpat 227 1 u. a.)." Daran wird folgende Bemerkung geknüpft ,,Der Jude kennt nur eins: Profit, Prozente, Zins. Meineid und Lüge sind seine treuesten Bundesgenossen und kein Mittel ist ihm zu gemein, wenn es gilt, den Nichtjuden arm und brotlos zu machen. Schopenhauer hatte recht, wenn er die Juden die Meister der Lüge nannte." Das Schächten in Deutsch-Oberschlesien gestattet Aus Berlin: Wie der JTA.-Vertreter aus zuver lässiger Quelle erfährt, hat der Reichsinnen minister den Juden in Deutsch-Oberschlesien das Schlachten von Vieh nach jüdischem Ritus ge stattet. Die oberschlesischen Juden hatten in einem Gesuch an den Reichsinnenminister Dr. Frick gebeten, das Schächtverbot für Deutsch-Oberschlesien nicht gelten zu lassen. Sie wiesen darauf hin, daß die Juden in Deutsch Oberschlesien unter dem Schutze des Völkerbundes stehen und von der gegen die jüdische Minderheit unterschiedlich vorgehenden Reichsgesetzgebung auszunehmen seien. Als Antwort auf diesen Appell hat der Reichsmnenminister den Regierungspräsidenten in Oppeln (Oberschlesien) angewiesen, dem Ersuchen der Juden zu entsprechen und das Schächten zu gestatten. Die Zahl des in Oberschlesien nach jüdischem Ritus geschlachteten Viehs muß jedoch den Bedürfnissen der oberschlesischen Juden angepaßt sein; Ausfuhr in das übrige Reichsgebiet ist ausdrücklich untersagt. Es handelt sich also um eine rein lokale Erlaubnis, aus der die Juden des übrigen Reiches keinen Vorteil ziehen können. Wie die JTA. im März 1934 berichtet hat, wurde vom Rabbinerverband Oberschlesiens der Permanenten Oberschlesien-Kommission beim Völkerbund eine Petition unterbreitet, die sich gegen das Schächtverbot in Deutsch-Oberschlesien wendet, da ein solches Verbot eine Verletzung der Minderheitenschutz-Klauseln der zwischen Deutschland und Polen 1922 abgeschlossenen Genfer Konvention über Oberschlesien bedeutet. 180 deutschjüdische Flüchtlinge fahren nach Brasilien Aus Amsterdam (J. T. A.): In der vergangenen Woche traten 130 deutschjüdische Flüchtlinge, die seit einem Jahr in Holland leben, die Reise aus Amsterdam nach Brasilien an. Bei ihrer Abreise entfalteten sie ein Tuch mit der holländischen Aufschrift: „Dank an Holland für seine Sympathie und Gastfreundschaf t." Die Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität In Zürich wurde am Montag, den 13. August, die Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität Jerusalem eröffnet. An den Beratungen nehmen außer dem Vorsitzenden Prof. Weizmann Prof. J. L. Magnes, Dr. Cyrus Adler, Edward M. War bürg, Dr. Stephen S. W i s e, M. M. U s s c h i s c h k i n u. a. teil. Den Hauptgegenstand der Beratungen des Kuratoriums bildet ein vertraulicher Bericht der vor einiger Zeit eingesetzten Untersuchungskommission. Prof. Albert Einstein hat in einem Schreiben dem Vorsitzenden des Kuratoriums seinen Standpunkt in den schwebenden und teilweise strittigen Fragen ausführlich dargelegt. Der Inhalt dieses Schreibens Prof. Einsteins sowie der Inhalt des dem Kuratorium vorgelegten Memorandums der Untersuchungskommission werden vorläufig streng vertraulich behandelt. In seinen Verhandlungen wird das Kuratorium zunächst zum Bericht der Untersuchungskommission Stellung nehmen. Das Kuratorium wird außerdem den weiteren Arbeitsplan sowie das Budget der Universität für ein weiteres Jahr zu bestimmen haben. In der Eröffnungssitzung widmete Prof. Weizmann dem Andenken N. B i a 1 i k s einen bewegten Nachruf. Es wurde ein besonderes Komitee zur Ausarbeitung der künftigen Statuten der Universität eingesetzt. Die Tagung wird drei Tage dauern. Die Verhandlungen sind geheim. DEUTSCHI EMIGRANTIN in Not, Kontoristin, perfekte Stenotyptsfiir, Buchhalterin, in allen Büroarbeiten versiert, langjährige Praxis, unbedingt verläßlich, SUCHT DRINGEND ARBEIT auch stundenweise Chifrre „Gute Referenzen" an die Verwaltung des Bl. NEUEROfFNUNG DES am Watlensteinplatz Besitzet CARL SPITZ am 18. August, halb 7 Vollständig umgebaut durch die Architekten Z. V. A. ADLER und M. SCHMID G. G., ein korpulenter Herr, Mitte der Fünfziger, konntel nicht mehr stehen und bat um einen Sessel. Man schlug sogleich unter großen Beschimpfungen auf ihn ein, so daß er vor Schmerz schrie und wimmerte und von ihm abzulassen bat, da er doch gar nichts getan hätte. Die Antwort auf des alten Herrn Jammern war**, kräftigere Schläge mit Fäusten und B«r«i>eN k o 1 b e n, so daß er zusammenbrach und heute noch kranK liegt. Nachts gegen halb 2 Uhr wurden das Ehepaar Zweig, Rechtsanwalt Förster und der Kaufmann Charig auf einen offenen Lastwagen verladen, der mit Piachen zugedeckt wurde. Wir anderen hatten zuvor ein zweites Lastauto bestiegen. Man sagte uns, daß wir nach Görlitz zur Vernehmung gebracht würden. Nachdem wir ungefähr vier Kilometer gefahren waren, hielt das Auto und es hieß, der Wagen habe eine Panne. Wir bekamen den Befehl, den Wagen zu verlassen und uns an dem Straßenrand aufzustellen. Ungefähr 80 Meter hinter uns hielt der ander» Wagen. Plötzlich hörten wir vier Schüsse hintereinander, Aufschrei und Stöhnen. Einige von uns sprangen auf und riefen: „Da muß doch etwas passiert sein!" Sie wurden sofort von unserer Bewachungsmannschaft in rohester Art mit den Gewehrkolben niedergeschlagen, so daß S. H. heute noch mit einem wundem Kopf darniederliegt. Wir mußten nach dem Zwischenfall wieder auf das Auto und wurden nach Hirschberg zurückgebracht. Die Leichen der „auf der Flucht Erschössen e n" blieben bis Montag mittags im Straßengraben von einigen SS.-Leuten bewacht liegen. Sämtliche vier Erschossenen hatten die gleiche Schußverletzung: Revolverschuß an der Halsschlagader." Von der Juden§tfa<ii$$partei Aus T e 1 - A w i w: Die Weltleitung der Judenstaatspartei berichtet: England: Jetzt ist die zweite Nummer de? offiziellen Bulletins der Judens taatspartei in England in englischer Sprache erschienen, welches sehr reiches Material über verschiedene aktuelle Fragen sowie Tatsachen Uber die Entwicklung der Judenptaatsbewegung enthält. — Das Zentralkomitee der Judenstaatspartei entsandte seine Vertreter zur durch den Brith Iwrith Olamith berufenen Konferenz zwecks Organisierung einer „H ebräischen Woche" in Großbritannien für Propaganda der hebräischen Sprache, Literatur und Kultur. — Die Studentengruppe der Judenstaatspartei, die vor einigen Monaten gegründet wurde, hat ihr erstes Semester geschlossen. Das Komitee besteht aus den Damen E. Cohen, D. Meditzky und den Herren I. Adereth, L. E. Cohen, M. Lewitan, E. Schlapobersky und I. Silver. — Auf einer besonderen Versammlung der Jugend wurde eine Mifkada des Brit Hakanaim für Großbritannien, bestehend aus den Herren M. Lewitan, C. Samuels und E. Schlapobersky gewählt. Als Mlfaked Raschi des Barak für Großbritannien wurde Herr C. Samuels bestimmt. — Das Zentralkomitee der Judenstaatspartei in England besteht aus folgenden Herren: Obmann Dr. J. Machover, Mitglied des Exekutivkomitees, D. Czechonover, M. Gorovitz, M. Trachtenberg, S. W. Maguns und Sekretärin R. Ehrlich. Erez-Israel: Das Landesbüro des Irgun Owdim Mdinattim (Arbeiterorganisation der Judenstaatsparteij ist energisch an den Ausbau der Organisation geschritten. Das lokale Büro des Irgun in Tel-Awiw besteht aus den Chawerim Markowski, Harari und Glücklich. — Anläßlich des 30jährigen Todestages Herzls wurde in Tel-Awiw eine Feier veranstaltet, auf der die Herren I. Rosoff und B. Weinstein Ansprachen hielten. — Dr. üov Donner, Mitglied des Merkaz, hat Afula, Chedera, Jerusalem und Haifa besucht zwecks Reorganisierung der Arbeit. Außerdem hat er mit den Gesinnungsgenossen in Balfouria, Baruch-Jakob und Kfar-Gideon den Kontakt hergestellt. — In den letzten Wochen wurden separate Sitzungen mit den Chawerim aus Galizien, Litauen, Polen, Oesterreich und Bessarabien unter der Beteiligung des Mitglieds des Exekutivkomitees Herrn M. Großman abgehalten. In der Aussprache wurden verrschiedene Fragen, besonders das Verhältnis zu dem Merkaz, die Schaffung gewisser Institutionen für gegenseitige Unterstützung der Chawerim, die Verbindung mit den früheren Zentralen, Intensivierung der Arbeit für die Organisation u. a. erörtert. Die Beratungen hatten grroßen Erlolg gehabt. Der Ruf der Judenstaatspartei „In die Kolonien.'" hat Echo gefunden. Eine Gruppe der Chawerim, meistens Gesinnungsgenossen aus Bessarabien unter der Leitung des energischen Zwi Birraan, hat s-ich zur Verfügung für die Arbeiten in den Pardesslm in „Herzlia" gestellt und eine Pluga organisiert. Die Chawerim wohnen in einem Zelt (Zrif) und machen die letzte Etappe der Hachschara in Erez mit, was ihnen die Anpassung an die neuen Arbeitsbedingungen und Erwerbung gewisser Kenntnisse in den landwirtschaftlichen Zweigen besonders in der intensiven Wirtschaft ermöglicht. Aus der Pluga in Erez, welche nach unserer Auffassung eine Uebergangsferm zur individuellen Wirtschaft bildet, müssen zukünftige Instruktoren für die Juden3taatskolonien sowie zur selbständigen Wirtschaft strebenden Siedler, denen die existierenden Institutionen und die neuentstandenen „Kupat Chissachon Whityashvuth" (Spar- und Kolonisationskasse) zur Erreichung der Selbständigkeit verhelfen werden, hervorgehen. — Die Pluga wurde durch Chaver Rod besucht. — Der Snif Tel-Awiw veranstaltet jeden Donnerstag eine Presse- Revue über die Geschehnisse in der letzten Woche in der zionistischen und jüdischen Welt und in der Judenstaatspartei, welche ein großes Interesse hervorruft. Die erste Presse-Revue am 12. Juli hatte einen großen Besuch aufzuweisen. Referate hielten das Mitglied des Exekutivkomitees Herr M. Großman und Dr. Dov Donner. — Am 27. Juli findet in Haifa eine vom Snif der Judenataatspartei in Haifa angeordnete Zusammenkunft der Chaverim und Freunde statt, an der sich das Mitglied des Exekutivkomitees Herr M. Großman sowie Dr. Dov Donner beteiligen. Diese Zusammenkunft soll zur Reorganisierung der Judenstaatspartei in Haifa und zur Intensivierung ihrer Arbeit beitragen. Der Bluisoeinftag in Die Prager „Selbstwehr" veröffentlicht den Bericht eines Augenzeugen über die blutigen Vorgänge vom 1. Juli in Hirschberg in Schlesien. An diesem Tage nach der Mordnacht, in welcher Hitler Hunderte seiner Leute umbringen ließ, wurden alle Juden in Hirschberg verhaftet. Einer von ihnen, dem es gelang, in die Tschechoslowakei zu flüchten, berichtet: „Die SS. brachte uns in die Reithalle der Kaserne der fünften Jäger. Wir mußten uns mit dem Gesicht zur Wand in einer Reihe aufstellen, hinter uns hatten SS.-Leute mit geladenem Gewehr Aufstellung genommen. Sehr nahe neben mir stand Rechtsanwalt Förster, zirka 38 Jahre alt, Dr. med. Zweig, zirka 60 Jahre alt, seine Frau, zirka 56 Jahre alt, und der Kaufmann Charig, zirka 42 Jahre alt. Dr. Förster, der der einzige Jurist unter uns allen war, verlangte den Haftbefehl zu sehen. Die Antwort auf seine berechtigte Forderung waren übelste Beschimpfungen. Der Weingroßhändler In einer Konferenz mit den Präfekten Rumänien« forderte der Innenminister I n c u 1 e t energische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Lande. Will Rumänien allen Unannehmlichkeiten aus dem Wege gehen, führte der Minister aus, so brauche es weder den Bolschewismus noch den Faschismus noch den Hitlerismus noch den Gardismus (antisemitische Bewegung „Eiserne Garde"). * Obgleich in einer vor kurzem stattgefundenen Pressekonferenz der Innenminister Inculet darauf hinwies, daß es den Zeitungen verboten ist, Artikel zü veröffentlichen, in denen zum Rassenhaß aufgefordert wird, sind in den letzten Tagen in einer Anzahl rumänischer Zeitungen wieder antisemitische Hetzartikel aufgetaucht. So veröffentlichte die Zeitung „Tara Noastra" am 9. August eine Zusammenstellung der jüdischen Vereine und Gesellschaften Bessarabiens, u. a. der jüdischen Gemeinden, zionistischen Organisationen usw., denen fast durchwegs eine staatsfeindliche Tätigkeit unterschoben wird. Vom Keren Kajemeth heißt es u. a., daß seine Golder kommunistischen Zwecken zufließen; der Makkabi betriebe unter der Maske des Sports eine „subversive Tätigkeit". Die „Czernowitzer deutsche Tagespost" hetzt fast täglich gegen die Juden, desgleichen die Presse des Antisemiten Cuza. * Der rumänische Antisemitenführer Prof. Cuza und sein Vater H. C. Cuza begeben sich Zeitungsmeldungcn zufolge nach Berlin, wo sie von Hitler und Goeri ng empfangen werden. Bedrohter jüdischer Mittelstand Aus W arscliau: Ministerpräsident Kos« 1 o w s k i sprach vor dem Klub der Regierungspartei über die wirtschaftliche Lage Polens. Er wies darauf hin, daß zwischen Großhandels- und Kleinhandelspreisen ein übergroßer Unterschied besteht. Dies sei auf die große Zahl der Mittelsleute zurückzuführen, durch deren Hände die Ware auf dem Weg zum Verbraucher geht. Der Ministerpräsident kündigte an, daß die Regierung Maßnahmen ergreifen wird, um den Vermittler im Handel auszuschalten. Sie werde das Kooperativwesen fördern. Mit dieser Erklärung wird eine weitere Verschärfung jenes Wirtschaftskurses in Polen angekündigt, der, ohne von antisemitischen Erwägungen diktiert zu sein, zur Vernichtung jüdischer Existenzen führt, deren Wiedereinordnung in das Wirtschaftsleben auf größte Schwierigkeiten stößt. In jüdischen Kreisen wird mit Bedauern darauf hingewiesen, daß die Regierung bisher noch keine Maßnahmen getroffen hat, um diß zunehmende Verelendung der iüdischen Massen aufzuhalten. EXPORT NACH SPANIEN Uebernehme die Vertretung österreichischer Firmen für Spanien. / In Betracto kommen Neuhelten, Basarartikei, kosmetische Artikel. Referenzen stehen zur Verfügung. / Gefällige Zuschriften an Fritr. Halberg, Barcelona, Provenca 108/3°, 3«

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