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Die neue Welt · 1934-08-07 · Heft 388 (7.8.1934) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 388 (7.8.1934)
Date
1934-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 ME NEUE WELT Nr. 383 Aus aller Weif Deutschland« Juden in englischer Beleuchtung Du Departement für Ueberaeehandel ba,t eine Broschüre über die wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands bis Juni 193 herausgegeben, worin folgende Hinweise Auf die Lage der Juden In Deutschland gemacht werden; Es ist sehr schwierig, gegenwärtig eine Erklärung über die Lage der Juden in Deutschland abzugeben, Sie sind mit sehr wenigen Aufnahmen aus allen irgendwie bedeutsamen Positionen in öffentlichen Diensten, Handel und Industrie, aus den freien Berufen und Künsten verschwunden. Viele Firmen, die sich einst in Jüdischen Händen befanden, haben traurige Schicksale gehabt, ebenso die jüdischen Angestellten. Wenn arische Beamte nicht für ihren jüdischen Unternehmer arbeiten wollen, bleibt diesem nichts anderes Übrig, als sein Geschäft zu verkaufen; wenn Kunden mit einem jüdischen Geschäftsführer oder Handelsreisenden nicht verhandeln wollen, kann er nicht mehr beschäftigt werden. Es ist nicht möglich, genau festzustellen, welche Wirkungall dies auf das deutsche Wirtschaftsleben und auf die Juden hatte. Man weiß nur, daß etwa 60.000 Juden Deutschland verlassen haben, daß Verschleierte BoykofixAissage Der Oberbürgermeister von Erfurt hat auf eine Anfrage in der Presse, betreffend die Genehmigung eines jüdischen Konfektionshauses in Erfurt eine Erklärung veröffentlicht, wonach ihm die Pflicht, nach den gesetzlichen Bestimmungen zu entscheiden, die Ablehnung des Gesuchs unmöglich gemacht habe; denn nach einem Runderlaß des Reichswirtschaftsministers sei eine unterschiedliche Behandlung von arischen und nichtarischen Unternehmern oder Gewerbetreibenden mit dem nach wie vor geltenden Grundsatz der Markt- und Gewerbefreiheit nicht vereinbar. Pflicht einer nationalsozialistischen Behörde sei es, ihren Maßnahmen und Entscheidungen nur die geltenden Gesetze zugrunde zu legen. Die Bedürfnisfrage sei bei der Entscheidung über die Genehmigung überhaupt nicht zu prüfen gewesen, sondern lediglich, ob infolge der beabsichtigten Errichtung die Gefährdung einer in unmittelbarer Nähe liegenden selbständigen Verkaufsatelle *zu befürchten sei. Eine solche Gefährdung sei aber nicht ohne weiteres in der Tatsache der Konkurrenzmöglichkeit des neuen Unternehmens zu erblicken. Der Reich3Wirtschaftsminister habe übrigens die Entscheidung ausdrücklich bestätigt. Die Erklärung schließt mit dem Satz, daß der Oberbürgermeister persönlich als Nationalsozialist das Vertrauen zu seinen Erfurter Volksgenossen habe, ,,daß sie ihre Einkäufe nur in deutschen Geschäften vornehmen". (J. T. A.) Die undankbaren Juden Das Darmstädter Sondergericht verurteilte Enoch Frankfurter zu sieben Monaten Gefängnis, weil er gesagt hatte, die Judenboykottpolitik der Regierung habe sein Geschäft ruiniert. Das Gericht erklärte, „die Juden seien der Regierung zu Dank verpflichtet, daß sie überhaupt noch geduldet werden." Zum Rückgang der deutschen Filmindustrie Laut einem soeben von der Reichsfilmkammer veröffentlichten Bericht werden die Juden für den katastrophalen Rückgang im Export deutscher Filme verantwortlich gemacht. Der Filmexport aus Deutschland im Jahre 1933 sei eine schwere Enttäuschung im Vergleich mit 1932. Der Rückgang sei nicht auf irgendeine mindere Qualität der deutschen Filme infolge Ausschlusses jüdischer Darsteller und Hersteller zurückzuführen, sondern einzig auf den jüdischen Boykott Deutschlands. Der Ernst der Lage, in der die deutsche Filmindustrie sich befindet, geht aus den folgenden Tatsachen hervor: Bisher pflegten Filmproduzenten 25 Prozent der Netto-Kassen-Eingänge zu erhalten. Die Reichsfilmkammer hat jetzt gemeinsam mit dem Propagandaministerium beschlossen, diesen Satz auf 35 Prozent zu erhöhen, mit der Erklärung, daß der Export-Rückgang die Produktionskosten erhöhe. Die kleineren Kinobesitzer wollen jedoch nicht die weiteren 10 Prozent zahlen und weigern sich, ihre Kontrakte zu erneuern, in der Hoffnung, dadurch die Leihgebühren auf der ursprünglichen Höhe zu halten. Die Folge ist, daß die Filmproduzenten für die kommende Saison ohne Aufträge sind und daher keine Kontrakte mit ihren Künstlern abschließen können. Die deutsche Filmindustrie ist infolgedessen nahezu lahmgelegt. Eliminierung der Juden aus dem Rechtsstudium Laut Erlaß des Reichsjustizministers müssen die Teilnehmer der ersten Staatsprüfung für Rechtsanwälte ihren arischen Ursprung nachweisen. Das bedeutet völlige Eliminierung der Jude» aus dem Rechta- «tudium. Nach f3iro«Bidsdaan ♦ ♦ ♦ Die Moskauer jiddische Zeitung ,,E m e s" veröffentlicht einen Brief, der die Verhältnisse schildert, unter denen fünfzehn Familien und vierzehn Einzelpersonen, insgesamt 68 Seelen, die Moskau vor einem Monat verließen, nach Biro-Bidschan reisten. Alle 68 Personen wurden in sechs Waggons verpackt, elf ia einem Abteil mit Sitzgelegenheit für sechs und Schlafgelegenheit für vier Personen. Für die K i n d e r wurden keinerlei Vorkehrungen getroffen. Das Gepäck, bestehend aus einer Anzahl Bündel, mußte in den gleichen Waggons untergebracht werden. Die meisten Wanderer mußten auf dem Boden schlafen, andere mußten tagelang aufrechtstehen. Eh gab weder Nahrung noch Waschmögllchkeit. Die Reise dauerte vierzehn Tage. Die Ueberfüllung und die unhygienischen Verhältnisse führten zu Krankheit unter den Wanderern, von denen einer ins Hospital in Krasnojarsk in Sibirien überführt werden mußte. In Krasnojarsk erhielten die Wanderer ihre erste warme Mahlzeit und ein Bad; sie konnten dann die Weiterreise unter besseren Bedingungen antreten. Solche Rsiscbedingungen, schreibt „Emes", sind Unerträglich, und die Verantwortlichen sollten streng be- Btraft werden. (J> T, A.). die jüdischen Privatbanken von oll dem kaum betroffen wurden und daß Juden in kleinen Städten und auf dem Lande im allgemeinen mehr leiden als die in den großen Städten. Die nationalistische Auffassung, die Deutschland auch in kommerziellen Dingen eingeführt hat, hat In mehreren Ländern eine Gegenbewegung hervorgerufen, die ebenfalls auf Sentiments und Idealen fußt und dem deutschen Außenhandel nachteilig ist. Der Bericht gibt sodann eine detaillierte Darstellung von Deutschlands wirtschaftlicher Lage, aus der vor allem eine rapide Schrumpfung des deutschen Ueberseehandels zu ersehen ist. „Manchester Guardian" schreibt hiezu in einem Leitartikel: Diese Schrumpfung wurde vielfach erklärt. Ein wesentlicher Faktor ist jedenfalls der jüdische Boykot t, der geheim und auch offen geführt wird, ein verständlicher Boykott angesichts der Tatsache, daß 60.000 Juden das Land verlassen mußten, während diejenigen, die in Deutschland bleiben, sich in keinerlei wichtiger Position mehr zeigen können. Zweifelhafte Biro-Bidschan-Eiri wandern* Die kommunistische jiddische Presse klagt, daß verbrecherische Elemente und verdächtige Personen, die allen Grund haben, die Behörden zu meiden, sich der Wanderbewegung nach Birb-Bidschan, dem jüdischen autonomen Rayon in Sibirien, anschließen, in der stillen Hoffnung, dort unerkannt zu bleiben und der Strafe zu entgehen. In der letzten Gruppe von Neuankömmlingen wurde eine Anzahl Personen mit vielfacher Vorbestrafung entdeckt. Unter ihnen war ein Mann, der seinen Namen mit Mazur angab; es stellte sich heraus, daß dieser „jüdische Wanderer" in Wirklichkeit Holubeko heißt, ein Anhänger Petljuras war und an mehreren Judenpogromen teilgenommen hat. In der gleichen Gruppe befanden sich zwei berüchtigte Diebe und ein ausgebrochener Sträfling. England im Auswanderer aus Deutschland Im Unterhause richtete am 30. Juli der Abgeordnete P a 1 i n g an den Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Captain R. Anthony Eden die Frage, ob er mitteilen wolle, welche Antwort auf den Schritt des Oberkommissärs für Auswandererhilfe erteilt worden sei, der, den Instruktionen seines Verwaltungsrates entsprechend, die Aufmerksamkeit der Regierung Seiner Majestät auf die gegenwärtige tragische Lage der aus Deutschland Ausgewanderten in den an Deutschland angrenzenden Ländern gelenkt und die Regierung eingeladen habe, die Möglichkeit, einer entsprechenden Zahl von Ausgewanderten Niederlassungserlaubnis zu gewähren, in Erwägung zu ziehen. Unterstaatssekretär Eden antwortete: „Der Oberkommissar für Ausgewanderte (jüdische und andere, die aus Deutschland kommen) ist verständigt worden, daß die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich bereit ist, die Frage dauernder Niederlassung einzelner Ausgewanderter innerhalb der durch die Wirtschaftslage des Landes notwendig gezogenen Grenzen s o großzügig wie möglich zu behandeln. Es wurde dargelegt, daß dieser allgemeine Grundsatz der Bedingung unterliegt, daß die Regierung Seiner Majestät sich das Recht vorbehält, in jedem einzelnen Fall das Aufenthaltsrecht zu verweigern, unter Berücksichtigung der im Lande noch herrschenden ernsten Arbeitslosigkeit, die es erforderlich macht, die Zulassung von Ausländern zu Anstellungen äußerst einzuschränken." Der iwstisdhe Hilfsfonds iüw die deutschen Juden London, 3. August. Auf der Tagung der Vereinigung der englischen Synagogen (Föderation of Synagogues) überreichte der Vorsitzende der Viereinigung, Herr M. H. Davis, dem Lord Melchett einen Scheck über 6500 Pfund. Dieser Betrag ist für den Central British Found for German Jewry bestimmt. Herr Davis hielt an die Vertreter der Synagogen eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Sie dürfen stolz darauf sein, daß Ihre seinorzeitJgc 10.000-Pfund-Anleihe den Kern jener Summe bildete, mit der ein Gebiet in Palästina gekauft wurde, auf dem unsere aus Deutschland vertriebenen Brüder angesiedelt werden. Heute kann ich namens der Fiederation of Synagogues Lord Melohett einen Scheck Uber weitere Pfund Sterling 6401/9/3 als Beitrag für den Hilfsfonds der deutschen Juden überreichen. Ich lea-suchte Lord Melchett, zwei Drittel dieses Betrages für Bodenkäufe für die deutschen Flüchtlinge in Palästina zu verwenden, dem einzigen Lande, das in einer Zelt der grüßten Not Juden in großer Zahl aufzunehmen bereit ist. Lord Melchett dankte In seiner Ansprache für die großzügige Spende und erklärte: „Ich freue mich, daß Sie den Hauptteil Ihrer Schenkung für den Jüdischen Natlonalfonds bestimmt haben, denn hier scheint mir die grüßte Hilfsmögllchkelt vorzuliegen. Das Jüdische Nationalheim in Palästina ist eine unerschütterliche Tatsache und ein bemerkenswerter Sieg des jüdischen Volkes; nur die Judenheit selbst kann ihn verderben, wenn sie in der Stunde der Verwirklichung unserer großen Aufgabe gespalten ist. Nichts ist bedeutsamer für Palästina als ein einiges Israel,'« (J. T. A.) Eine wirklich billige Sonderfahrt nach Polen veranstaltet das Polnische Verkehrsbüro „Francopol", Wien, III., Rennweg 1, Tel. U-16-4-90, in der Zeit vom 27. August bis 6. September oder 27. September. Eheste Anmeldung ratsam. M Der /weite „jüdische'Tag" in Chikago Der zweite auf der Weltausstellung irf Chikago veranstaltete „Tag der Judenheit" hatte einen Rekordbesuch aufzuweisen und nahm einen glänzenden Verlauf. Die Hauptansprache hielt der Vorsitzende der Einwanderungskommission des Repräsentantenhauses, Samuel D i c k s t e i n. Viele Tausende von Kindern beteiligten sich an einem Schauturnen. An der Spitze eines Zuges jüdischer Snortsleute schritten die Boxweltmeister Max B a e r und Barney Roß. Außerordentliche Leistungen vollbrachte das „Wunderkind" Mischa G o 1 u b o f £ in einem Violinkonzert, für das ihm Henry Ford eine Stradivarius-Geige zur Verfügung gestellt hatte. Der Abend brachte die Aufführung des Massenausstattungsstückes „Das Epos vom jüdischen V o 1 k", bei der 5000 Schauspieler, Musiker und Tänzer mitwirkten. (J. T. A.) Carl Joels jüdisches Testament Der vor kurzem verstorbene Philosoph Carl Joel hat an Baseler Zionisten, die ihn gebeten hatten, bei der Feier zu Theodor Herzls 30. Todestag zu sprechen, einen Brief gerichtet, der gewissermaßen als sein jüdisches Testament, gelten kann. In diesem Brief .schrieb Professor Carl Joel unter anderem: „Ich glaube, meinen heiligen Wurzeln treu zu sein, denn -— und das können Sie auch Ihren Freunden sagen — ich glaube an die Zukunft eines jüdischen Stammes und Staates, solange er das Vorbild eines Mannes wie Herzl weitcrpflegen wird, und ich wünsche, daß alle Leidenden und Sehnsüchtigen in der Urheimat eino Heimstatt und Lebensrettung finden." Einige Zeit vor seinem Tode hatte Professor Joel mitgeteilt, daß er der Jerusalemer Universitätsbibliothek einen Teil seiner wertvollen EUchersammlung testamentarisch vermacht hat. Bei dieser Gelegenheit sprach er den Wunsch aus, daß an der Hebräischen Universität eine Abteilung für politische Wissenschafte« errichtet werde. „Unserem Volke", sagte er, „fehlt viel-« fach die richtige Einsicht in die politischen Realitäten, vielen ist der politische Sinn abhanden gekommen. Wir! bedürfen moderner politischer Schulung." (J, T. A.)J * Wie aus den offiziellen statistischen Daten zu entnehmen ist, geht der natürliche Zuwachs der Juden in Polen ständig stark zurück. Die Zahl der jüdischen Eheschließungen im ersten Quartal 1934 betrug 5711, daa ist 7,5 auf 1000 jüdische Einwohner, während bei den Nichtjuden das Verhältnis 9,1 beträgt. Jüdische Geburten sind 17,3 pro 1000 der Bevölkerung zu verzeichnen, während bei den Nichtjuden das Verhältnis 26,7 beträgt. Die kleinere Zahl der Geburten bei den Juden ist auf die schwierigen ökonomischen Verhältnisse der großen Mehrheit der polnischen Juden zurückzuführen., Nach den statistischen Berechnungen wird es heuer in Polen überhaupt keinen natürlichen Zuwachs geben, weil der gesamte natürliche Ueberschuß, durch Auswanderung aufgehoben wird. Unter den Emigrationsländern, die die polnischen Juden aufsuchen, steht Palästina bereits an erster Stelle, * Mit Hindenburgs Tod und der PwÜckkehr der SÄ* nach Ablauf ihres Urlaubsmonats wächst wiederum die Besorgnis über das Schicksal der deutschen Judenheit, Man befürchtet vielfach, daß Hindenburgs Tod eine; Verschlechterung der jüdischen Situation nach sich ziehen könnte, da er bekanntlich nie den Rassenantisemitismus der Hakenkreuzler billigte und sogar im vergangenen Jahr eine persönliche Erklärung erließ, in der er die Sicherheit der Juden zusicherte. Dieselbe Haltung kommt in seiner jüngsten Order zum Ausdruck, das Ehrenkreuz für die Teilnahme am Weltkriege allen Deutschen ohne Unterschied der Rasse und Konfession zu verleihen, obgleich Hitler auf Ausschluß der Juden gedrängt hat. In letzter Zeit wurden in einigen Orten Westböhmens, besonders in den großen Kurstädten, aus Deutschland eingeführte Zeitungen verbreitet, in denen in der heute in Deutschland üblichen Weise gegen die Juden gehetzt wird. Ueber Intervention der Jüdischen Partei hat nun das tschechoslowakische Innenministerium die Einfuhr der in Erfurt erscheinenden Zeitung „Der Seher", die in der Art des „Stürmer" gehalten ist, in die Tschechoslowakei verboten, * Im Hallenbade in Bratislava stellte am 31. Juli Fräulein Keppich, Mitglied des jüdischen Schwimmkluba Bar Kochba, Bratislava, bei einem offiziellen Rekordversuch mit 3:22,2 eine neue tschechoslowakische Bestleistung im 200-Meter-Rückenschwimmen auf. Den bisherigen Rekord hielt die bekannte Schwimmerin Freund (Slavia, Bratislava) mit 3:22,9. * Der erste jüdische Knabe, der nach Biallks Tod In Palästina (Hebron) geboren wurde, wurde Chaim Nach« man benannt. Die Hebroner Judenheit veranstaltete eine besondere Feier, in der die Hoffnung ausgesprochen wurde, daß der kleine Chaim Nachman mit den gleichen Gaben gesegnet sein möge wie sein großer Namens« bruder. _ Die England-Reise der indischen Mohammedaner-Delecjaftion Vor einiger Zeit wurde angekündigt, daß in diesen Tagen eine mohammedanische Delegation aus Indien, an deren Spitze der bekannte Mohammedaner- Führer Schaukat All stehen soll, nach Palästina und England kommen wird, um dort für die Sache der arabischen Nationallsten Palästinas zu werben. Nunmehr wird bekannt, daß die Abordnung ihre Reise bis November aufgeschoben hat, weil sie erwartet, nach Beendigung der Sommer-» ferien mit einer größeren Zahl einflußreicher Parlamentarier und Staatsmänner zusammenkommen zu können. In Jerusalemer arabischen Kreisen wird behauptet, daß die eigentliche Mission Schaukat Alis darin besteht, Unterstützung für die Kandidatur des Großmuftis von Jerusalem für das seit der Abdankung de» türkischen Sultans verwaiste Kalifat zu iinddö»

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