Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 381 (13.7.1934)
- Date
- 1934-07-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 381 DOC NBITE WßLf Seit« 7 Palästina- und Mittelmeer- Gesellschailsreiscn Mit ftf«««n«fiffr«n, 15. 7. „Roma'' . . <$4.rM t) 28. 8. „Vulcanl*" (<4.(.C0 t) 3. 9, „Roma" . . (340 Ol) ' zu äußerst günstigen Beoiftgurtgen ElnttiMlitn tu J«4«r Zelt tu Ort* fn«lprtli«n. NORDISCH tt RIIS8BUREAU 1, Setlergasse 3, Telephon R«24-2«3 1 Palästina-ReUtlei tung: N. M. Racker Die luden in Columbien Günstige Wirtschaftsverhältnisse, — Mangel an jüdischem Leben. — Die zionistische Organisation und das geistige Zentrum. — Sehnsucht nach Palästina Insgesamt wohnen in der südamerikanischen Repufclik Kolumbien 2000 Juden, davon in der Hauptstadt Bogota 500. Fast 80 Prozent alier stammeh aus Polen, in der letzten Zeit sind auch Juden aus Rumänien eingewandert. In jüdischen Händen konzentriert sich hauptsächlich der Handel mit Schuhen, Triko- ^gen und Konfektion. Bis zum Jahr 1924 gab es in Kolumbien eine kleine sephardische Gemeinde. Auch findet man unter der spanischen Aristokratie sehr viele Marannen. Die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden sind sehr gut. Vorläufig gibt es in Kolumbien keinen Antisemitismus, zumal #eine Arbeitslosigkeit wie in den europäischen Ländern dort nicht existiert. Nichtsdestoweniger sehnen sich viele Juden nach ihrer osteuropäischen Heimat, da jüdisches Leben in Kolumbien nicht existiert und die Jugend sich bereits völlig assimiliert, die Kinder in christliche Schulen gehen und wegen Lehrermangels auch privat keinen jüdischen Unterricht genießen können. Das gesellschaftliche Leben konzentriert sich rings am das sogenannte „Jüdische 2 6 n t r u m". Es ist dies 3ine offiziell anerkannte Institution, in der die innerjüdischen Funktionen der kolumbischen Judenhelt eingeschlossen sind. Aber die Persönlichkeit, die im Namen aller Juden sprechen könnte, ist nicht vorhanden. Groß sind die Schwierigkeiten, die bei der Erlangung der kolumbischen Staatsbürgerschaft gemacht werden: Man muß mindestens fünf Jahre kontinuierlich im Land sein, um sie zu bekommen, und selbst in diesem Fall werden Ausnahmen gemacht und isihd Interventionen "erforderlich. Der' Verein „Esra" hat bloß philanthropische Tendenzen und die „Hias" lebt in einer splendid isolation... Ueber 1500 Juden sind über die Provinz verstreut. Sie befinden sich dort in völliger Vereinsamung, fern von jedem jüdischen Leben, wissen von keinem Sabbat und keinem Feiertag, kümmern sich nur um ihre materielle Existenz, die festbegrühdet ist. Wer mit etwas Geld und Fachkenntnissen nach Kolumbien kömmt, kann sich rasch einordnen. Für kleine Industrielle, Händler und Handwerker gibt es keine Steuern und die einheimische Bevölkerung nimmt die jüdischen Einwanderer gastfreundlich auf. Nichtdestoweniger ist die Sehnsucht der kolumbischen Juden nach Palästina sehr groß. Viele möchten nach Palästina Ubersiedeln, einzelne haben bereits Orangenplantagen, Böden, Grundstücke usw. angekauft. In Bogota existiert eine zionistische Organisation, der einzige Treffpunkt 4er Juden der Hauptstadt, Dort hört man ein „Jiddisches" Wort, Amateure führen jüdische Theaterstücke auf und ein kleiner Lesesaal beherbergt Zeitungen aus Europa in verschiedenen Sprachen. Das „Jüdische Zentrum" gibt ein Blatt „Unser© Tribüne" heraus, das in spanischer Sprache unregelmäßig erscheint. Hingegen sind jiddische Zeitungen und. jüdisches, nationales Leben nur in der zionistischen Organisation zu finden. Jüdisches Theater Gastspiel Alex Stein 'Alex Stein, der populäre Leiter der Wilnaer Truppe, absolviert zurzeit im Theater Stephanie (Taborstraße 12). ein kurzes Sommergastspiel in Schalom Aschs jüdisch-amerikanischem Schauspiel „Rabbi Silber". Wieder versteht Alex Stein, diesmal als moderer Reverend — durch die Feinheit seiner Darstellung zu fesseln und aus einer der Tradition ins Gesicht schlagenden Figur eine menschlich rührende Gestalt zu formen. Der Kampf zwischen menschlichem Empfinden und starrem Festhalten an althergebrachten Anschauungen rollt in mächtigem Tempo vor einem gespannten Publikum ab, das außer Stein die Darstellerin der weiblichen Hauptrolle, Frau Magda Karmen, eine Künstlerin von Format, sowie Silbers Mutter, Frau Weintraub-Graf, den Musiker J. Kamay und die zwe'i Großstadtjuden Tunis und Sigal mit stürmischem Beifall auszeichnet. —- Wer Sinn für jüdische Theaterkultur hat, versäume nicht, sich „Rabbi Silber" im Theater Stephanie anzusehen. Das erfolgreiche Gastspiel wird fortgesetzt. r. Zur Makkabsade I93J Eine der größten Manifestationen des jüdischen Volkes Wird zweifellos die am 6. und 7. April 1935 In Tel-Awiw (Palältina) stattfindende jüdische Olympiade sein. Schon jetzt haben alle beteiligten Kreis« mit der Vorarbeit eingesetzt. Aus allen Ländern der Welt, u. a. jüdisch« Sportler aus Indien und Australien, werden nach bester Vorbereitung das Möglichste zu Mitten versuchen und bestimmt den Beweis der körperlichen Tüchtigkeit UÄd Disziplin erbringen. Auch der MakkAbi-Kreit in Österreich ~ die öfterste sportlich« stelle — wird in tllerkünetter Zeit mit den Vorarbeiten beginnen, wenn auch vorläufig die richtige Eüi* fühiung der Beteiligten nicht erzielt wurde. Dir Kreis ietrt sich vornehmlich zusammen: Aus den Sektionen der Turnverein« „Makkab l'' Wien und den verschiedenen 9*ktl6nen der „HakOah" wierf. Betd« haben *ir körperlichen UrzTehung der jüdischen Jugend sehr viel beigetragen, wenn auch die Schwerpunkte der Arbeit verschieden sind, wahrend die ..Hakoah'* mehr die sportliche Arbeit bevorzugt und so eine Popularität der Massen anstrebt, hat der „Makkabi" immer die kulturelle Arbeit im Zusammenhang mit körperlicher Erziehung betont. Insbesondere hat der „Makk&bi" der Jünttten Jugend viel Impulse gegeben und nicht wenige bedeutende zionistische Führer, speziell in Palästina, hervorgebracht. Sportler und Turner werden bei der nun zu erfolgenden Refcktivierung de» Kreises eine erfolgreiche Einheit herzustellen und in dieser, auch politisch schweren Zeit, eine wichtige Stutze für die allgemeine jüdische Arbeit w bilden haben. 8o kann man hoffen, daß der Makkabi-Kr eis Oesterreich peine Tätigkeit in Balde aufnehmen und sowohl die Makkabiah* Arbelt leisten als auch die gemeinsame Plattform für alle sportlichen und kulturellen Prägen finden wird. Otto C a r n 1 e 1. ■ Hakoah in Rumänien. Unter Führung des Trainers Guttmann und des Jugendleiters Jäger begab sich Hakoah auf eine Tournee durch Rumänien, welch« die jüdische Mannschaft bis Mitte August von Wien fernhalten wird. Die erste Station wurde vergangenen Samstag und Sonntag lnOemautl gemacht. Am ersten Tag trat H a k o a h gegen Makkabi an und behielt nach schönem Spiel mühelos mit 6 :0 die Oberhand, wobei Zwiebel (2), Ehrlich 1, Ehrlich 2, Donnenfeid und Messinger die Tore schössen. Am «Weiten Tag war das flt.ädteteam von Certtauti der Gegner Haköahs. Auch in diesem Kampfe siegte Hakoah sicher mit 2 :0; Die Treffer erhielten tionnenfeld und Ehrlich. Die Hakoah-Binger In Bratislava Siegreich. Auf Einladung des Makkabi traten die Wiener Hakoah-Ringer in Bratislava an und siegten am ersten Tag gegen eine kombinierte Mannschaft «er Vereine Ürsus-Vas, Herkules 6:1. Schwerer war der Sieg gegen Makkabl-Bratislava. Hpkoah gewann knapp 8:6. Erfolg dos Makkabi-Boxera Blau. In dar Zweiten Runde der Juniorenmeisterschaft des Oesterreichischen Amateurboxverbandes am 10. d. M. errang Blau (Makkabi) einen überlegenen Punktesieg gegen Wiesner (Rapid). In der dritten (letzten) Runde war Wlesner fertig, während der Makkabi-Mann einen schönen Endspurt zeigte. Da Wiesner als der schwerste Gegner in der Konkurrenz gilt, dürfte Blau Juniorenmeister werden. Fesches Kattun« Streif-Kleid Aus aller Welt Frohe Urlaubsreise DUfKH killigen J Australien: Vor .etwa zehn Jahren tat sich eine kleine aruppe junger Menschen in Melbourne (Viktoria) zusammen und gründete den ersten jüdischen Sportklub. Man betrieb zunächst nur Cricket und Tennis. Heute besteht bereits eine Zusammenfassung von Jüdischen Athletikklubs Australiens in Form der AJAG, weiche Zweigklubs in den Staaten Viktoria, Neu- Südwales und West-Australiens unterhält. Die Mit- Jl 1 e d e r z a h 1 bewegt sich zwischen I500 und200 0. edes Jahr findet ein australisches jüdisches Sportfest statt. Neben diesen Klubs gibt es bereits eine Makkabi-Organlsation in Australien in Gestalt des berühmten Fußball k 1 u b e H a k ö a h von Melbourne, welcher in diesem Jahre anderSpitzeder Ligavereine steht. Belgien. 2wei Mitglieder des Makkabi, Antwerpen, gewannen athletische Meistertitel der Stadt Antwerpen. L. T u r 8 e h wurde in der Schülerklasse.Erster über 300 m, O. Wollner in der Juniorenklasse Meister im Weitsprung. Indien. Der Zionist Sports Club Bombay hielt am le. Mai ein großes Schwimmfest ab. Das Programm umfaßte Hindernisrennen, Tauchen, Wasserpolo usw. Am 20. Mai wurde das berühmte Wasserpolo-Team des Clubs, welches bekanntlich zur Makkabiah erwartet wird, von dem Hindu Club mit 4 :2 geschlagen. Die Wiener im Palästina-Sport. Bei einem in Haifa vor 4000 Zuschauern abgehaltenen Schwimmfest stellte G. Flesch mit 1:07.6 Minuten im 100 m Crawl einen neuen palästinensischen Rekord auf. Die 400 m Crawl wurden von Outh in 6:16 Minuten gewonnen. Haftl siegte im 100-nvBrustschwlmmen in 1:27.3 Minuten vor dem palästinensischen Meister g o d d a r d. _ Trauer- und Trostreden Der Rabbiner und Oberlandespredlger Dr. Zemach Rabbiner (Sofia) hat Im Selbstverlag eine großangelegte Sammlung und nach den Traktaten geordnete Zusammenstellung der in Bibel, Talmud und Midr&sott vorkommenden Trauer- und Trostreden Uber hervorragende Männer israils aus der biblischen und talmudischen Epoche (mit den dazugehörigen berühmten Kommentatoren) erscheinen lassen. Das Werk ist auch von einem neuen Kommentar unter dem Namen Or-Chadaaeh begleitet. Herr Dr. Z. Rabbiner (Sofia, XJl. Iftker S7) ist bereit, Buchhändlern und Wiederverkäufern auf das Werk, das im Original 3 Dollar kostet, einen entsprechenden Rabatt zu gewahren. — Wir werden auf das Interessante Werk noch «urückkommen. 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