Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 381 (13.7.1934)
- Date
- 1934-07-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 381 Preisaufgaben Gemäß unserer Ankündigung setzen wir in unserer heutigen Nummer die Serie der Preisrätsel fort, die insgesamt zehn Wochen laufen wird. Fragen, Aufgaben una Kreuzworträtsel werden den Inhlat dieser Serie bilden wobei auf jüdisches Material besonderes Gewicht gelegt wird. ils Preise wurden für die besten Lösungen fol gende Werke ausgesetzt: 1. Preis: E. M. Lilien: „Die Bücher der Bibel". 8 Bde. (Originalpreis 108 Schilling.) 2. Preis: Hans Tietze: „Die Juden Wiens". 3. Preis: Lion Feuchtwanger: „Der jüdische Krieg". * Die in Rede stehenden zehn Kupons mit der Lösung sind aufzubewahren und nach Ablauf insgesamt in einem Kuvert mit dem Vermerk „Preisaufgaben" an die Verwaltung unseres Blattes, Wien, IX., Universl tätsstraße 8, einzusenden. 6. COUPON Frage: Wessen Pseudonyme sind Mcndele Mocher Sforim und Achad Haam? Antwort: reichische Schilling) in den Wohnvierteln von 8 Shilling (12 österr. Schilling) auf 2 Pfund, in den Geschäftsvierteln von 15 Shilling auf 4V2 Pfund. In einer jüdischen Vorstadt von Jerusalem stieg der Preis von 7 Shilling auf 2 Pfund per Pic in weniger als vier Monaten. In Haifa ändern sich die Preise nahezu jede Stunde. Ein Bauplatz von 1000 Quadratmeter oder weniger im Zentrum von Petach Tikwah, Rechoboth und Chedera wird um 600 Pfund oder mehr verkauft, gegenüber 150 Pfund im Vorjahr und in Kfar Saba, Raanana und Herzlia um 200 Pfund gegenüber 50 in 1932. Nach einem Ueberblick über die Baubewegung in den drei wichtigsten Städten sagt Mr. Viteies, daß für viele der Neubauten 60 Prozent auf Hypotheken und 40 Prozent zu hohen Zinsen kurzfristig ausgeliehen werden. Der Bauwahn zerstört die Ersparnisse des kleinen Mannes und zieht ihn. in ungesunde Kombinationen, denn er muß ja noch für die Einrichtung des Hauses Geld ausgeben und borgen. Die Baukosten haben sich im Laufe des Jahres 1933 enorm verteuert, wie nachfolgende Ziffern zeigen: Kosten per Quadratmeter in Tel-Awiw 1932: 4,5 Pfund, 1933: 6 Pfund; Taglohn der Bauarbeiter 1932: 300 Müs, 1933 : 450 bis 600 Mils (1 Mil _ 3 österr. Groschen); Fußbodenziegel 1932: 25 bis 30 Mils per Quadratmeter, 1933: 55 bis 65 Mils per Quadratmeter; Pflasterer 1932: 40 Mils per Quadratmeter, 1933: 55 bis 70 Mils per Quadratmeter; Betonarbeiter 1932: 290 Mils per Quadratmeter, 1933: 650 Mils per Quadratmeter. Nach Besprechung der Ziffern der Immigration weist Mr. Viteies darauf hin, daß trotz des Mangels an Arbeitern viele Einwanderer müßig gehen und auf irgend eine leichtere Einnahmsquelle bedacht sind. Die Landwirtschaft wächst nicht, insbesondere nicht der Gemüsebau um die Städte, ja jener der Vorstädte von Tel-Awiw ist verschwunden (die Flächen wurden verbaut). Bei Besprechung der Arbeitsverhältnisse wird erwähnt, daß gegenwärtig nur 4 Prozent der Industriearbeiter weniger als 4 Shilling (6 österr. Schilling Jf pro Tag erhalten, während 1927 der Perzentsatz noch 96 ausmachte. Tel-Awiw und Haifa ziehen die Arbeiter durch hohe Löhne für Bauarbeiten aus den Kolonien und von Jerusalem ab. Diese hohen Löhne verursachen auch, daß die niedriger bezahlten Orangenarbeiter im Scharon ihre Leistungen herabsetzen. Dort machen sie bei einem Lohn von 200 Mils nur 30 Gruben im Tag gegenüber 100, die in Judäa von den Arbeitern geleistet werden. In diesen kostet das Gießen von 1 Kubikmeter Zement 1 Pfund, Im Scharon 2 Pfund. Zioimten als Denunzianten? Eine Erklärung der Staatszionisten Deutschlands In unserer Nummer vom 22. Juni haben wir eine von der J. T.-A. weitergegebene Meldung des New Yorker „Morning Journal" über Schließung zionistischer Büros und Vernaftung zionistischer Führer in Berlin gebracht. In einer Sitzung des Parteirates aller zionistischen Gruppen hatte, so lautete die Meldung, der Vertreter der Revisionisten im Parteirat erklärt, die linken und' allgemeinen Zionisten seien „Marxisten" und er trete deshalb aus dem Parteirat aus. Er hatte die Zurücknahme dieser Erklärung verweigert, sie sei der Polizei zu Ohren gekommen und diese hatte daraufhin eingegriffen. Wir haben unter Hinweis auf die bekannt scharfe Einstellung des „Morning Journal" gegen die Revisionisten die Objektivität dieser Meldung angezweifelt. Nun übermittelt uns die „Staatszionistische Organisation Deutschlands" (Vereinigte Revisionisten und Juden- «tattsparteiler) aus Berlin folgende Richtigstellung: In einigen Auslandsblättern werden Nachrichten über innerzionistische Vorkommnisse in Berlin verbreitet, die von Uebertreibungen und Verleumdungen strotzen. Es wird darin von Denunziationen seitens der Staatszionistischen Organisation gesprochen, Einzelheiten angeführt, die völlig aus der Luft gegriffen werden. Es gibt in Deutschland keinen zionistischen Parteirat, dem Staatszionisten resp. Revisionisten angehören. Deshalb ist der Berieht über eine Sitzung dieses Parteirates, aus dem Staatszionltsen ausgetreten sein sollen, frei erfunden. Daher konnte die Zurücknahme irgendwelcher in dieser Sitzung abgegebenen Erklärungen weder verlangt oder verweigert werden. Die Nachricht von der Schließung zionistischer Büros und Verhaftung zionistischer Funktionäre ist ebenso falsch. Am 6. Juni 1934 fand eine Bezirksgruppen- Veranstaltung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in Berlin statt. Der Redner des Abends, der Generalsekretär der Berliner Zionistischen Vereinigung, Herr Tschcrtock, sprach in der provozierendsten Welse über den Revisionismus, stellte unwahre Behauptungen auf und erklärte kurz vor dem Urteil, d i e Revisionisten seien die Arlosoroff- Mörder. Als darauf ein jugendlicher Diskussionsredner im Alter von 17 Jahren einen Zwischenruf machte, der sich auf die Verhältnisse in Palästina bezog, wurde er von Herrn Tschcrtock tätlich angegriffen, von seinen Freunden in ein verdunkeltes Nebenzimmer geschleppt und dort auf das schwerste mißhandelt. Der zugezogene Arzt stellte schwere Verletzungen fest. Auf Grund dieses Vorfalles wurde diese Versammlung polizeilich aufgelöst. Die Meinekestraße gab sich damit nicht zufrieden, sondern veröffentlichte in der „Jüdischen Rundschau" vom 8. Juni 1934 eine Notiz, in der sie erklärt, die Revisionisten hätten organisierte Störungsgruppen aufgestellt. Dieselbe Denunziation machte Herr Tschertock bei der Polizei, worauf am nächsten Tage in den Büros und in den Wohnungen der Präsidialmitglieder der Staatszionistischen Organisation und bei den zionistischen Funktionären der Meinekestraße Haussuchungen stattfanden. Schließungen von Büros oder Verhaftungen sind nicht erfolgt. Es ist deshalb unwahr, wenn verbreitet wird, daß Staatszionisten denunziert haben. Vielmehr sind die Denunziationen von der Meinekestraße aus gemacht worden, die mit den unfairsten Mitteln vresuchen* das erfolgreiche Anwachsen der Saatszionistischen Organisation in Deutschland zu vereiteln. In der Geschichte des deutschen Zionismus ist es noch niemals vorgekommen, daß. es' in Versammlungen zu Tätlichkeitenkam. Das Vorgehen des Herrn Tschertock ist deshalb einzigartig. Grazer Brief Die Ortsgruppe Graz des Brith Trumpeldor veranstaltete am 30. Juni .1934 im Sitzungssaale der Grazer Kultusgemeinde eine Protestversammlung gegen das Urteil in dem Arlosoroff-Prozeß mit Herrn Dr. Edmund Schächter aus Wien als Referenten. Einige Tage vor der Versammlung zirkulierte in Graz das Gerücht, daß Mitglieder des hiesigen „Haschomer hazair" Pension ,Austria* tOLGA KADIECK) JagermeyerstraBe 10 - Telephon Nr. 141 Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Ersiklassige Verköstigung. Mütterliche Pflege. Mäßige Preise! beabsichtigen, die Versammlung zu stören. Da der Grazer Schomer sich offiziell als „allgemein-zionistisch" bezeichnet und sich der „allgemein-zionistischen" Ortsgruppe Graz angeschlossen hat, verlangte der Präsident der Kultusgemeinde vom Vorsitzenden der Ortsgruppe Graz die Zusicherung, daß Störungen des Vortrages nicht erfolgen werden. Diese Zusicherung wurde auch gegeben; aber trotzdem der Schomer vorerst erklärte, die Versammlung Uberhaupt nicht besuchen zu wollen, kam er doch und provozierte Vorfälle, wie sie in Graz in zionistischen Versammlungen bisher noch nicht erlebt wurden. Herr Dr. Schächter sprach in durchaus sachlicher Weise. Er wies nach, daß das verurteilende Erkenntnis des palästinensischen Gerichtes juristisch ein Nonsens ist. Das Urteil ist lediglich aus politischen Gründen zustande gekommen, um das Vorgehen der englischen Polizei und die Treibereien gewisser links eingestellter zionistischer Gruppen zu decken. Es fiel auf, daß keinerlei Zwischenrufe gemacht wurden, solange Herr Doktor Schächter über das Vorgehen von Zionisten kritisch sprach. So oft jedoch eine kritisierende Bemerkung über Klassenkampf und Marxismus fiel, setzte der Schomer mit ungehörigen Zwischenrufen ein. Der Vorsitzende der Versammlung bat die mit Recht unwillig werdenden Gesinnungsgenossen mit dem Hinweis um Ruhe, daß es gut sei, endlich klar und deutlich zu sehen, wie der angeblich unpolitische Grazer Schomer in Wirklichkeit eingestellt ist. Als Herr Dr. Schächter sein Referat beendet hatte, wurde der Führer des Grazer Stadtkibbuz in die Höhe gehoben und schrie in die Versammlung hinein: „Ehren wir das Andenken unseres Führers Arlosoroff angesichts derer, die ihn ermordet habe n." Diese bodenlos freche Provokation entfesselte Empörung. Es kam zu einer wüsten Auseinandersetzung und Tätlichkeiten. Dieser von den Schomerim provozierte Skandal wurde dadurch verschärft, daß der in der Versammlung anwesende Präsident der Grazer zionistischen Ortsgruppe die Partei der Schomerim ergriff. Nach dieser Versammlung ist die. Einstellung des Grazer „Haschomer" für jeden unbefangenen Zionisten klar. Die judenstaatszionistisch eingestellten Grazer Zionisten sind zur Ueberzeugung gelangt, daß im Rahmen der sich zu unrecht „allgemein-zioaistisch" nennenden Ortsgruppe Graz ein Tätigkeitsgebiet für wirklich nationale Zionisten nicht mehr gegeben ist. Es wurde beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft aller Judenstaats« zionisten zu schaffen. Dr. Felix Klug. ßs ift nottöenöig, baß Sie für Stusflüge unb lernten, für 5Bab unb Stranb bte 5tDC(fmä&tgc Slusxüjtung mttfüfjrert. SScrfäumcrt Sie es baber nttfjt, ftd) redjtsetttg »or Antritt %l)xtt Urlaubsreife olles für 2JZann, grau unb Ätnb bei Sd)tffmann 5U beforgen. Sie laufen gerabe jetjt alles fo gut unb befonbers preisroert, bafc Sic fid) ben Urs Iaub roefentlid) uerbtUtgen rönnen. £ier nur einige Seifpiele ber befonberen Singebote: Karierte K.-Seide, gut waschbar, für Sommerkleider ............S Gewebte Dlrndl-Zephire, licht- und waschecht ....... ... . ... . , . 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