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Die neue Welt · 1934-07-13 · Heft 381 (13.7.1934) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 381 (13.7.1934)
Date
1934-07-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite S DIE NEUE WELT Nr, Empfehlenswerte Firmen Restaurants, Caf6s etc. Restaurant nillet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Purgstall-Gassc, bei Salztorbrürke. Cafd-Rcstaurant Edison (Inn. Fleiachmonn), VIII., Aiser- Straße 9, Tel. B-13-0-47, B-43-0-SI5. Cafe-Restaurant Kspresso, 1., Rotenturmstrnße 1. Internationale knlte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Catö Schottentor, I., Ring dC3 12. November 10, Telephon U-26-5-90, vis-a-vis der Universität. Restaurant Max La*ar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, II., Untere Augartenstr. 19. Tel. A-41-8-12. CaM-Konditorcl Ncumann, II., Gredlerstraße 2 (Telephon A-42-3-81). III.. Löwcngassc 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant 'Nrugröschl. renommierte jüdische Küche, II., Lllienbrunngosse 12, Tel. A-4S-5-86. Restaurant „Spritzer", früher „Hotel National", Jetzt IL, Hammcr-Purgstallgassc 7. Vorzügliche Wiener und internationale Küche, Tel. A-45-5-42. „Vegctarla", Restaurant, Diätküche. Milchspeisen, II., Obere Donaustraße 89 a; IX., Währingerstraße 21. Bekleidung, Wäsche Fein & Landsmann, Lederbekleidung. XX., Gaußplatz ß, tlon, IL, Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. Glanemann, Epstein & Co., Herren- und Damen-Konfek« Tcl. A-42-0-10. Schuhe S. Abraunmovlcz, Schuhhaus, IL, Taborstraßo 33, Telephon A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, IL, Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappcnheimgasse 66. Pelze Pelze Jeder Art, M. B e r m a n n, Wien, L, Hoher Markt Nr. 9, Tel. U-21-1-68. Diverso Advokat & Fantl, Beleuchtung, Glühlampen, Elektrowaren, Gasgeräte, Badeeinrichtungen, Beheizung, IL, Taborstraßo 8 b, Tel. R-47-1-51. rarfümerle Freyung, L, Strauchgasse 2, Tel. U-20-8-93. Manlcurc 90 Groschen. Kein Trinkgeld! Falikmann Heinrich, Juwelenrr.f-.~er, IL, Taborstraßa Nr. 1-3/66. Tel. A-48-4-45. Halpern S., Palästina-Produkte, 11., Förstergasse 6. Tel. A-46-4-12. Internationale Spedition (Palästina-Transporte) P. R1 ng o 1 b 1 u m. IL, Große Mohrengasse 3 a, Tel. R-41-9-75. Jüd. Buchhandlung, Erzeugung aller Gebetartikel, M. Sahmann, IL. Große Schiffgasse 4, Tel. A-49-9-74. Kalb Josef, Juwelengeschäft und Piazisionsuhrmacher, IL. Taborstraßo 56. Schwcdenapothcko (Besitzer: J. Bauer), L, Schwedenplatz. A. S. Rabincr, Spenglermeister, IL, Unt. Augartenstr. 31, Tel. A-45-0-29. Zimmer- und Dekorationsmaler Samuel Klelnbcrg, Zimmer- und Dekorationsmaler, IL, Taborstraße 69, Tel. A-48-6-50. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, 3ind an die Verwaltung des Blattes, IX., Universitätsstraße 8, Telephon A-20-2-78, zu richten. Hotel-Restaurant Smetana-Luhacovice 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser. — Erstklassiges Restaurant und Cafe\ — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Angemessene Preise! Prosa und Vers von Bialik In hebräischer Sprache gibt es über Bialik eine unübersehbare Literatur. In deutscher Sprache liegen verhältnismäßig wenig Werke vor. Gedichte wurden von Ernst Müller (Verlag Löwit, Wien, 1922), von Louis Weinberg (Welt-Verlag, Berlin, 1920), von Ludwig Strauß (ebenda), die Erzählung „Marinka" (Oskar Rosenfeld, „Die Neue Welt", 1934). Essays von Prof. Viktor Kellner (Jüd. Verlag, Berlin, 1925) übersetzt. Im nachstehenden bringen wir zwei Proben Bialikschen Geistes, und zwar „Die Sprache des Dichteis" aus dem Aufsatz „Offenbarung und Verhüllung in der Sprache" (Viktor Kellner) und das Gedicht „Nach meinem Tod ..." (Ernst Müller). Die §pradbe des Dichters Der große Unterschied zwischen der Sprache der Tagesschreiber und der Sprache der Dichter ist: Jene, die Menschen des einfachen Wortsinnes, stützen sich auf das Gleiche und Gemeinsame in Erscheinung und Wort, auf das Feststehende, auf den überlieferten Text, und deshalb ziehen sie mit sorgloser Sprache, ihres Weges. Wem gleichen sie? Einem, der auf festem Eise, das zu harter Fläche erstarrt ist, den Fluß überschreitet. Ein solcher hat das Recht und ist imstande, sein Bewußtsein zur Sänze von der verhüllten Tiefe abzulenken, die unter seinen Füßen rauscht. Und jenen gegenüber diese, die Menschen der Anspielung, der Auslegung und des Geheimnisses, ihr Leben lang auf der Jagd nach dem, was das Einende ist in den Dingen, nach jenem einsamen „Was Immer", nach jenem Punkt, in welchem die Erscheinungen und die Wortverknüpfungen, die ihnen zugehören, zu einer köstlichen Einheit in der Welt verschmolzen sind, nach dem vergänglichen Augenblick, der In Ewigkeiten nicht wiederkehrt, nach der einzigartigen Seele und der besonderen Wcsenhaftigkeit der Dinge, so wie sie in einem bestimmten Moment ins Innere derer Eingang finden, die sie sehen; darum sind diese genötigt, vor dem Feststehenden und Starren in der Sprache, das ihrem Ziel sich entgegenstellt, zu jenem zu fliehen, das da lebt in ihr und sich regt. Ja, sie selbst sind verpflichtet, in jedem Moment — die Schlüssel sind in ihre Hand gegeben — eine unaufhörliche Bewegung, neue Verschmelzungen und Einungen in sie einzuführen. Die Worte zucken unter ihren Händen, sie erlöschen und entbrennen, gehen unter und leuchten auf gleich der Schrift auf dem hohepriesterlichen Schild, leeren und füllen sich, tun eine Seele von sich ab und hüllen sich in eine andere. In den sprachlichen Stoff kommt dadurch eine Ablösung der Wachposten und eine Veränderung de_r Standorte. Die Verzierung eines Buchstabens, ein Häkchen am Jod — und das alte Wort flammt in neuem Lichte auf. Das Profane wird heilig und das Heilige profan. Derartige feste Worte lösen sich gleichsam Augenblick für Augenblick aus ihren Einfassungen und wechseln den Ort miteinander. Und unterdessen, zwischen Verhüllen und Verhüllen, regt sich der Abgrund. Das ist das Geheimnis der gewaltigen Wirkung, die die Sprache der Dichtung ausübt. In ihr lebt etwas,, was den Trieb des Verantwortlichkeitsgefühls erregt, die süße Furcht dessen, der in Versuchung ist. Wem gleichen die Dichter? Einem, der auf schwankenden und schwimmenden Eisschollen den Fluß überquert in der Stunde, da laue Lüfte wehen. Wehe ihm, wenn er seinen Fuß länger als einen Augenblick auf der Seholle verweilen läßt, länger als nötig, um von einer Scholle zur anderen und von dieser wieder zur nächsten zu springen. In den Spalten regt sich der Abgrund, der Fuß kommt ins Schwanken, die Gefahr ist nahe-- Gleichwohl gibt es auch unter ihnen solche, die in Frieden von dem einen Gestade hinabschreiten und in Frieden wieder hinausgelangen zum anderen Gestade. Nicht dl« Einfältigen allein schützt Gott. Soweit über die Sprache der Worte. Aber außerdem hat Gott noch Sprachen ohne Worte: das Musizieren, das Weinen und das Lachen. Ihrer aller wurde das sprechende Wesen teilhaftig. Sie beginnen dort, wo die Worte aufhören, und sie kommen nicht, um zu verschließen, sondern um zu öffnen. Sie schwellen an und steigen aus dem Abgrund hervor; sie sind das Emporsteigen des Abgrundes selbst. Daher schwemmen sie uns mitunter hinweg und reißen uns mit sich mit der tosenden Fülle ihrer Wogen, und keiner vermag ihnen zu widerstehen; daher treiben sie mitunter den Menschen aus seiner Vernunft oder auch aus der Welt; eine geistige Schöpfung, in der nicht ein Widerhall wäre von diesen dreien, hat kein wahres Leben, und es wäre besser für sie, wenn sie nicht zur Welt gekommen wäre. Nach meinem Tod ♦ ♦ ♦ (Gedenkblatt) Noch meinem Tode sollt ihr also klagen. War ein Mann — der starb vor seiner Zeit, Sein Lebenssang ward mitten unterbrochen. Und schad und weh! ein Lied noch hatte er. So starb d<is Lied für eivig — Starb für ewig. Und schad und weh! er hatte eine Harfe, Die wie ein Wesen lebt' und sprach, Drauf könnt' er jedes Rätsel seines Herzens künden ■ Auf allen Saiten spielte seine Hand. Nur ein Geheimnis barg er ganz im Innern, Die Finger hüpften nur an ihm vorbei. Und so war eine Saite stumm geblieben, Bis heute stumm.-- Und weh! ach weh! Ein ganzes Leben bebte diese Saite, Sie bebte stumm, sie bangte stumm Wie nach dem Liebsten: dem Erlöserlied — Wie sich ein Herz zürn Angetrauten sehnt, Und zaudert er, so harrt es dennoch seiner — Und hofft in stummem Seufzen sein, Er aber zaudert, ja er kommt nicht mehr — Kommt nicht mehr. Und groß ist, groß der Schmerz. War ein Mann — Sein Lebenssang ward mitten unterbrochen. Und ach! ein Lied noch hatte er, So starb das Lied für ewig, Starb für ewig —>-- Jüdische Kulturs teile IL, Aspernbrückengasse 2, Tel. R-48-2-91. Büro: 17 bis y319 Den Mitgliedern stehen Karten für das Theater an der Wien und das Raimund-Theater zur Verfügung. Reisen: Auskünfte über die von der Kulturstelle veranstalteten Reisen nach Polen, Tschechoslowakei, Italien, Dalmatien, Schweiz sowie eine Anzahl schöner Ausflüge in den Amtsstunden im Büro der Kulturstelle. Ein Porträt Ch. N. Bialiks. Unter den zahlreichen Bildnissen (loa verstorbenen Dichters Ch. N. Bialik zeichnet sich die Radierung des Wiener Künstlers Jakob Glasacr durch die Natürlichkeit der Darstellung aus. Bialik3 geistreich-kluges Gesicht, sein Lächeln um die Augenwinkel ist minutiös festgehalten. Das Blatt (Kaltnadel, Format 28 mal 32 cm) sowie die der Radierung zugrunde liegende Kohlezeichnung werden von einem Komitee zur Verbreitung übernommen. . . Achtung-: -Der Verband ■ der .Sabbatfreunde „Sehomre Schabbos" teilt mit: Bewilligte Heimaufenthalte werden seitens der Kran k e nkf.ssen in einen barenZuschuß zu einem freien Aufenthalt' umgewandelt, wenn triftige Gründe es dem betreffenden Krankenkassenmitglied unmöglich machen, das Krankenkassenheim in Anspruch zu nehmen. Der Nachweis streng religiösen Lebenswandels wird Nunmehr auch als ein solch triftiger Grund angesehen. Auskünfte m Verbandssekretariat, TL, Leopoldsgasse 16, Telephon A-46-0-15. Bund jüdischer Frontsoldaten, Ue/.-Org. I. Dienstag, den 17. Juli 1931 findet im Cafe Altes Rathaus, L, Wipplingerstraße Vr. 2f>, ein Vortrag des Kam. Hptm, d. R. Alfred May über „Das Märchen Ii b e r d i e jüdische Feigheit" statt, beginn 20 Uhr 30. Gaste willkommen. Der Jüdische Ilochschulausschuß stellt für bedürftige und Würdige Mitglieder der „Judäa" Frei pl ätze (bezw. halbe Treiplät.ze) bei. seinen Ferienreisen zur Verfügung. In Betracht 'Kommo.n vor allem Kollegen, die nach ärztlichem Attest erholungsbedürftig sind. Anmeldungen täglich von halb 12 bis halb 1 Uhr beim Fürsorgerefcrnnten. Au§ der Filmwelt Ein neuer amerikanischer Revuefilm Die ,,42. Straße" hat gezeigt, welch kunstvollendete Form ein Revuefilm in Amerika erreichen kann. Ein neues Werk dieses Genres, das jedooh das Revue-Leben von einer neuen, anderen Seite zeigt, ist der Film der Universal „Und der Mond Behaut zu", der am 20. Juli irn Kärntner-, Stafa- und Votlvpark-Kino erscheint. Eine Reihe bekannter amerikanischer Film-, Revue- und Bühnenkünstler spielen, singen und tanzen die Hauptrollen, mehrere berühmte Revue-Attraktionen beleben das Programm, die fünfzig schönsten New-Yorker Girls bilden die Tanztruppe des Films. Premiere des ersten Schweden-Tonfilms Der Premiere des Lustspiels „Liebe und Pfeffer" wendet sich als dem ersten Tonfilm der schwedischen Filmkunst, der wir eine Reihe von unvergeßlichen Meisterwerken verdanken, allgemeines Interesse zu. Die Uraufführung findet am Freitag, den 20. JuU, in deutscher Sprache Im Gartenbau-, Busch-, Haydn- und Koloi-seum-Kino statt. Den Film inszenierte nach einem vielgelesenen heiteren Roman der berühmten nordischen Schriftstellerin Sigrid Boo der Regisseur Gustav Molander, bekannt als der Schöpfer des Films „Jerusalem" nach Selma Lagerlöf. Lieferungsvergebung für den Zubau zum Versorgungshaus in Wien, IX., Seegasse 9-11 Sämtliche für den Zubau erforderlichen Arbeiten gelangen zur Vergebung. Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Freitag, den 20. Juli 1934 dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock nur schriftlich bekanntzugeben. Stellenmarkt t Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, L, Kohlmessergasse 4, Telephon U-27-0-66, sucht dringend: a) Stellen für Kontoristen, Buchhalter, Handelahllfs« arbelter, Geschäftsdiener, Packer, Manipulanten, Inkassanten, Lageristen. b) Arbeit für gewerbliche Fachkräfte aller Art (darunter auch Bäckpr, Bauingenieure, Anstreicher) sowie ungelernte Arbeiter. c) Handwerkliche Lehrstellen für Knaben und Mildchen. Was fehlt Ihnen? Sicher fehlt Ihnen noch manches zur Komplettierung Ihrer Sommergarderobe, für Bad und Strand, für Ausflug und Reise. Das Fehlende für 'Mann, Frau und Kind besorgen kluge und sparsame Käufer mit Vorliebe bei Schiffmann, im populären „Warenhaus der Sparsamen". Die berühmt billigen „Schiffmann-Preise" machen jeden Einkauf zu einem besonderen Vergnügen, zumal sie nicht auf Kosten der Qualität gehen. In den neuesten und aktuellsten Wasch- und Seidenstoffen, Imprimö-Damenkleidern, Hüten, Sommerschuhen, Wäsche, Strumpfwaren, Badeartikeln usw. ist jetzt eine große Auswahl — jedem Geschmack und Bedarf entsprechend — auf Lager. Ob Sie zu Hause bleiben oder eine Ürlaubsreise antreten, kommen Sie jetzt zu Schiffmann, II., Taborstraße 48. Jlofich - HaNcIuinah in Palästina. Gesellschaftsreise des Internationalen Touristenklubs vom 28. August bia 17. September 1934: Wien—Rom—Neapel—Caprl—Port Said—Haifa (in Palästina acht Tage Aufenthalt)—Larnaca—Brindisi—Trieat—Wien, mit dem Rlesen-Ozean-Luxusdampfer „Vulcania". Anmeldungen und Auskünfte: Reisebüro Globo Tours, Wien, VIII., Aleerstraße Nr. 13, Telephon B-45-2-38. Ferienreisen nach Polen. Unter bewährter Leitung finden die bekannten billigen Kelsen nach Polen auch im JuU statt. Nächste Abfahrt: 15. Juli: Krakau, Lemberg, Stanislau usw. Reservierte Plätze. Billigste Preise. Näheres: Büro Dr. S. Tocker, I., Kärntnerring 12. Telephon U-40-301. Theodor-Herz i<-Sa a Schöner Saai I. Bezirk, Werdertorgasse für Veranstaltungen, Vorträge, Festlichkeiten, Hochzeiten etc. zu vermieten. Auskünfte nur telephonisch von 9 bis 3 Uhr Telephon A-48-1-89 und A-20-2-78 Eigentümer, Verleger, Herausgeber tujd verantwortlicher Redakteur; Oberbaurat Robert Stricker. — Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steiamaun, beide Wien, £&, Universitätsatraße ö—i*

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