Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 379 (6.7.1934)
- Date
- 1934-07-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 379 DIE NEUE WELT Seite 11 EMINGER Gaststätte neu eröffnet! Jugend um Herzls Fahne „Für eine Fahne leben und sterben sie, es Ist sogar das Einzige, wofür sie in Massen zu sterben bereit sind, wenn man sie dazu erzieht." Herzl an Baron Hirsch. Auch in diesem Jahr gehen wir hinter unseren Fahnen in Reih und Glied zum Grabe unseres unvergeßlichen Führers, um seines 30. Todestages zu gedenken. Aber wie einat Baron Hirsch Theodor Herzl fragte: „Eine Fahne, was ist das?", fragen auch heute viele unserer Brüder: „Eure Fahne, was ist sie? Wo ist sie?" Doch wir können nicht ebenso stolz antworten wie Herzl: „Eine Stange mit einem Fetzen Tuch, nein, mein Herr, eine Fahne ist mehr als das. Mit einer Fahne führt man die Menschen wohin man will., selbst ins Gelobte Land." Nein, wir können das nicht antworten. Eine Fahne ist Symbol, unsere Fahne Symbol der Auferstehung, der Freiheit, und der Träger der Fahne ist Symbol des Wollens; der Träger der Fahne ist die Verkörperung des Kämpfers, des Kriegers und des Sieges. Trägt aber irgend wer die Fahne, ohne für die Ideen, die sie symbolisiert, zu kämpfen, dann entehrt er die Fahne, dann wird sie zum Fetzen an der Stange, hinter der niemand marschiert und man zweifelt an dem Sieg dieser Fahne. Heute tragen unsere Fahnen Menschen, an die wir nicht glauben, weil sie andere Ideen verfechten als Theodor Herzl, weil sie neben dieser Fahne auch andere Fahnen tragen. Herzls Fahne ist entehrt, für uns ist sie noch heilig, aber für die heutigen Träger dieser Fahne, für die Herren der „Histadruth", ist sie nichts mehr als ainc Stange und ein Fetzen. Ich glaube noch an diese Fahne, meine Freunde glauben noch an diese Fahne. Dieser Glaube macht uns stark, und hätten wir nicht diesen Glauben, wären wir tot für unser Volk, taub für das Wehgeschrei von Millionen, tot, taub, unempfindlich wie Ihr, die Ihr Gerechtigkeit für den Arbeiter, die Ihr soziale Gerechtigkeit verlangt und an Eurem eigenen Volke Unrecht begeht. * S t a w s k y, dieser junge Sohn eines jüdischen Schmiedes, dieser junge Arbeiter, der sich zur heiligen Fahne Herzls bekannte, wurde von englischen und arabischen Richtern unter Mithilfe von den „Arbeiterführern" der Mapal zum Tode verurteilt. Kein Zeichen der Teilnahme, kein Zeichen, der Entrüstung kam von den Anhängern der „Histadruth". Gerechtigkeit! Soziale Gerechtigkeit für Stawsky? Solange unserem Volke keine Gerechtigkeit wird, solange ist jeder Ruf nach sozialer Gerechtigkeit eine Phrase, die schön klingt, aber doch keine Bedeutung hat. * Kampf für den Judenstaat, Kampf für die Vergeltung des jahrtausendelangen Unrechtes an dem jüdischen Volk, dies lehrt uns Herzl. Kampf gegen das Judentum, Untergang, verlangt sowohl der rote Zarismus der UdSSR, als auch der braune hitlerische Terror. Assimilation, schreit das Geldjudentum und Taufjudentum. In diesem bunten Wirbel der Parolen steht der junge jüdische Mensch. Er sieht Not und Elend und sieht Reichtum und Prasserei. Er schämt sich, in einer solchen Welt der Gegensätze zu leben, und in seinem Herzen brennt ja die Idee des sozialen Rechtes, die Ideen eines Arnos, Jesaja, die Ideen unserer Propheten und Lehrer. Er wählt, und wählt falsch, weil marktschreierische Propaganda von allen Seiten auf ihn eindringt und seinen Sinn verwirrt. Unsere Aufgabe ist es, dem junden Juden die Augen zu öffnen, ihn zu uns zurückzurufen. Nicht durch Phrasen werden junge Menschen gewonnen, nein! Durch die Wirklichkeit. Herzl gab uns unsere Wirklichkeit, Zionismus, beruhend auf drei Wahrheiten: Wir sind ein Volk. Jedes Volk hat ein Land, einen Staat, also muß auch unser Volk ein Land, einen Staat haben: Unser Land ist P a 1 ä s t i n a, deshalb muß in Palästina unser Staat sein. ♦ Unser Programm ist klar — Judenstaat. Die Fahne, die uns Herzl gegeben hat, weist uns den Weg zum Leben. Eines wissen wir: Folgen wir nicht Herzls Fahne, scharen wir uns nicht um sie, dann stirbt das jüdische Volk. Und wir wollen nicht, daß unser Volk sterbe. Wir glauben an unsere Zukunft. Wir glauben an die Gerechtigkeit, und unser Staat, er wird gerecht sein. Die Jugend und Herzls Fahne marschieren! Jecheskel D r u k s. (Dieser Beitrag hat einen jungen Judenstaatsparteiler zum Verfasser. Anm. d. Red.) Der Wohnungs* und Baumarkt in Haifa Ueber diesen Gegenstand schreibt Dr. Ing. Jacobowiez in der „Jüdischen Rundschau": Vergleicht man die Entwicklung der beiden Städte Haifa und T e 1 - A w i w, so. wird man stets erstaunt sein, wie erheblich schneller Tel-Awiw im Vergleich mit Haifa gewachsen ist. Erst in letzter Zeit, durch die Vollendung des Hafens, der im Oktober (teilweise schon ab 1. August) dem Verkehr übergeben wird, durch die Mündung der Oelleitung von Mossul und die durchgearbeitete Projektierung der Bahnstrecke von Beirut, durch die Palästina an das ottomanische und europäische Ijcibcn Sic, toemt Sic für Slusflüge unb Üouten, für. Sab unb Stranb bic ametfmäßige Musrüftung mitführen. Sßerfäumen Sic es batjer nid)t, fid) red)t3eitig t>or Antritt ber SHeifc atlcs für SOTann, grau unb Äinb bei Sd)iffmann p beforgen. Sie faufen gerabe je^t alles fo gut unb billig, ba& Sic fid) ben Urlaub ruefentlid) ncrbilltgeu tonnen. £ier nur einige iöeifpicle ber befonberen 3tngebote: Äartette Ä.«©ctbc, gut roafdjbar, für Sommer* fleibcr................S —,79 Spotts(£t6pe, lichte färben für Slufcn unb Älciber, 80 cm................S —479 Semcbie Simbls^epljire, Itcfttunb amjdjedjt . . S —,$5 etamtit imptimc für luftige £>od)fommerfletbcr . . 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War bisher lediglich die palästinensische Großindustrie in und bei Haifa angesiedelt (es sei an die Nescher-Zementfabrik, Schemen-Oel und -Seife, Nur- Zündholz, Atlit-Salz, Mühlen usw. erinnert), so planen nunmehr auch mittlere und kleinere Fabrikationszweige, insbesondere solche, die sich für den Export nach den Nachbarländern (Syrien, Aegypten, Irak) interessieren, sich in Haifa niederzulassen. Auch die klimatischen Verhältnisse sind für den aus Europa Eingewanderten durch die Einwirkung des Karmelgebirges in Haifa günstiger als in Tel-Awiw. Die Gesamtbevölkerung Haifas betrug 1922 26.500, 1931 50.000, hievon 16.0 0 0 Juden, 20.000 Mohammedaner, 14.000 Christen. Die jüdische Bevölkerung wohnt vor allem im Viertel Hadar-Hakarmel. Hier betrug die Einwohnerzahl 1929 3800, 1930 5000, 1931 6500, 1932 8500 Einwohner. Weitere jüdische Besiedlungen finden sich in den Vorstädten: Bath-Galim, sehr schön am Meer gelegen, meist Einzelhäuser, etwa 600 Juden; Newe-Schaanan, östlich von Haifa auf einem Hügel gelegen, Handwerker- und Arbeitersiedlung, etwa 1000 Seelen. Auf dem Karmel, in sehr schönen Villen, leben etwa 500 Juden. In der Haifa-Bay finden r-ich 200 bis 300 Häuser, meist Arbeitersiedlungen. Im Stadtkern selbst wohnen noch 5000 bis 3000 Juden, meist in arabischen Häusern, in schlechten hygienischen Verhältnissen. Trotzdem die Mieten dort erheblich billiger sind, ist ein dauernder Fortzug aus diesem Gebiet festzustellen. STROHWITWE TREFFPUNKT im beliebten jetzt nur I BBJ (1 Minute vom Dianabad) Balkan-Speäsen am Rost! Henfl ab S l.l .Telephon A-45-5-42 Die große Bautätigkeit in Haifa entwickelt .sich in drei Richtungen: 1. Wohnhäuser, 2. Geschäftshäuser, 3. Industriebauten. Bei den Wohnhäusern sind die Miethäuser und die Einzelhäuser (Villen) zu unterscheiden. Im jüdischen Stadtkern, Hadar-Hakarmel, findet sich fast ausschließlich das Mietshaus, das eine Kapitalverzinsung von 11 bis 14 Prozent ergibt und eine beliebte und häufige Anlage darstellt. Die Annahme, daß Wohnungen leerstehen oder die Mietpreise sinken, ist für die nächste Zeit durch die dauernde Neueinwanderung und den Zuzug aus der Altstadt unbegründet. Eine weitere Kapitalinvestierung besteht in der Hergabe von Hypotheken auf drei bis sechs Jahre mit einer Verzinsung von 6 bis 9 Prozent, Schließlich findet sich hier eine in Europa nicht übliche Form der Investierung von Geldern in Grundstücksbesitz, indem man die Wohnungen verkauft. Die Bezahlung erfolgt in monatlichen Raten auf die Dauer von etwa zehn Jahren. Die künftigen Hausbesitzer; müssen den Bauplatz erworben haben. Der Geldgeber errichtet das Gebäude und. sichert sich hypothekarisch für die Miet- und Tilgungszahlungen, die ihm außerdem durch die Einwohner gegenseitig garantiert werden. Er hat hiebei etwa eine 8- bis lOprozentige Kapitalsverzinsung, ohne die Mühen und Risiken des eigenen Hausbesitzes. Es soll erwähnt werden, daß im Haifaer Geschäftszentrum Büroräume kaum zu haben sind und Läden weder in der Stadt noch auf dem Hadar-Hakarmel leerstehen. Meist werden sie schon vor Fertigstellung zu hohen Preisen vermietet. Durch die Vergrößerung des Geschäftsviertels nach Inbetriebnahme des Hafens sind hier noch große Bau- und Finanzierungsmöglichkeiten gegeben, wie überhaupt die Entwicklung Haifas sowohl auf dem Wohnungswie Industriemarkt aus den eingangs erwähnten Gründen erst im Werden ist. Palästina- und Mittelmeer« Gesellschaftsreisen mit Risienschiffen, 15./7. ..Roma" . . f3-i.000t) 28.8. „Vulcania" (24.000 1) 3./9. „Roma" . . (34.0i0t) zu äußerst günstigen Bedingungen Einxclrelian zu ]«d«r Z«it zu Orlginalpr«is«n. NORDISCHES REISEBUREAU L Seilergasse 3, Telephon R-24-2-31 Palastina-Reiseleitung: N. M. Racker