Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 379 (6.7.1934)
- Date
- 1934-07-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 DIE NEUE WELT Nr. 379 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, l. Bez., Seiienstettengasse 2, Telephon V-28-1-28 XL. Zentrnhri^-dhof. neb. d. 1. Tor, 7elenhon U-18-0-8S Au§ Amerika Amerikanische Christen für deutsche Juden Aus New York: In New York wurde soeben ein Äomitee repräsentativer Persönlichkeiten der protestantischen und der katholischen Konfessionen Amerikas gebildet, das sich die Aufbringung von Geldern unter Christen zugunsten der deutschen jüdischen Flüchtlinge zum Ziele gesetzt hat. Der Vorsitzende Rev. Dr. S. Parkes Cadman führte in einem Schreiben an den „United Jewish Appeal" aus, das christliche Komitee sei auf Anregung des Oberkommissärs des Völkerbundes MacDonald gebildet worden, der wiederholt auf das Versagen der christlichen Welt gegenüber der Not der deutschen Flüchtlinge hingewiesen hat. Cadman schreibt: ,,Wir kennen unsere Verantwortung, wir respektieren den vornehmen Geist unserer jüdischen Freunde, die ihre Hilfe allen Flüchtlingen ohne Unterschied der Rasse oder der Partei zuteil werden lassen. Wir wollen nun der christlichen Bevölkerung Gelegenheit geben, ihr Teil zur Linderung der Not der Opfer Hitlers beizutragen.." Hakenkreuze an jüdischen Geschäften in New York Aus New York: Im Stadtteil Yorkville haben Nationalsozialisten in den letzten Tagen in die Fenster fast aller jüdischen Geschäfte und mehrerer christlicher Geschäfte, die sich nicht dem DAWA (Deutsch- Amerikanischer Wirtschafts-Ausschuß) angeschlossen haben, Hakenkreuze eingeritzt, wodurch den Geschäftsleuten viel Schaden entstand. Inzwischen breitet sich die Bewegung für Boykott deutscher Waren immer weiter aus. In den letzten Wochen sind weitere sieben große New Yorker Warenhäuser der Boykott-Bewegung angeschlossen worden, sie haben sich verpflichtet, keine deutschen Waren mehr zu führen. Legende vom jüdischen Einfluß in Amerika Aus New York: „American Hebrew" versucht nachzuweisen, daß die Meinung vom großen jüdischen Einfluß in den Vereinigten Staaten eine Legende sei. Im Roosevelt-Kabinett sitzt ein einziger Jude: der Finanzministcr Morgenthau. Von Einfluß in Regierungskreisen ist auch Prof. Frankfurte r\*Tm Obersten Gericht der Vereinigten Staaten sitzen zwei Juden: Brandeis und Cordoza. Im Senat sitzt kein einziger Jude, im Repräsentantenhaus sind unter 435 Deputierten nur 10 Juden. Unter den 59 amerikanischen diplomatischen Vertretern im Ausland sind drei Juden, unter ihnen der Botschafter Jesse Straus in Paris. Der Einfluß des Finanzberaters Bernard Baruchs im Weißen Hause ist nach Meinung des „American Hebrew" gesunken. Ein Preisausschreiben Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr wendet sich an die jüdischen Schriftsteller — vor allem der jungen Generation — und ersucht um Einsendungen von Dramen aus allen Lebensgebieten, besonders aber mit jüdischem Gehalt. Da das Theater des Kölner Kulturbundes als Wanderbühne in seinen technischen und äußeren Mitteln beschränkt ist, müssen die Stücke mit höchstens S bis 12 Darstellern spielbar sein und dekorative Einfachheit zur Voraussetzung haben. Als ersten Preis setzt der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr die Aufführungsgarantie für das beste eingesandte bühnenfreie Werk zu den Normaltantiemen aus, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Die Aufführung findet innerhalb" der Winterspielzait 1934/35 statt. Für das nächstbeste bühnenreife Stück wird ein Geldpreis von 100 RM. ausgesetzt. Die Entscheidung des Preisrichterkollegiums ist unanfechtbar; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Als letztei' Einsendungstermin ist der 15. August 1934 angesetzt. Die Einsendung der Manuskripte wird unter Kennwort ohne Namensnennung erbeten: An den Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr (Preisausschreiben), Köln, Dischhaus, Zimmer 433. Die Adresse des Autors ist unter Nennung des Kennwortes bei Rechtsanwalt Dr. Kurt -Alexander (Betr. Preisausschreiben), Krefeld, Königstraße 140, zu hinterlegen. in „Rabbi Silber" von Schalom Asch. Nach kurzer Unterbrechung setzt Alex Stein sein Gastspiel im Theater Stephanie (Taborstraßo 12) als Rabbi Silber fort. Die Erstaufführung in der Vorwoche v/ar ein ausgesprochen künstlerischer Erfolg, an dem die ausgezeichnete Darstellerin der weiblichen Hauptrolle Magda K a r m e n und der junge Wilnaer J. Kamay partizipierten. Lea Weintraub-Graf war eine lebensechte Mutter Silber. In interessanten Episoden sah man H. Tunis und B. S i g a 1. Die nächsten drei Vorstellungen finden Freitag, den 6., Samstag, den 7., und Sonntag, den 8. Juli, abends 9 Uhr, statt. Kartenbestellungen (S 1.— bis 3.50) bei der Jüdischen Kunststellc, II., Aspernbrückengasse 2, Tel. R-48-2-91, und im Hotel Stephanie. Die Canaille Ein Sensationsfilm der Cipor-Filra Paris Viele Kinobesucher werden sich zweifellos an den David-Golder-Film erinnern, der überall in der Welt einen außerordentlichen Erfolg errang, und an den Darsteller der Titelrolle, Harry B au r. Dieser Schauspieler gilt als der französische Sonnenthal und die Nachwirkung seines seinerzeitigen Erfolges bringt es mit sich, daß man ihm in der „Canaille" so viel Interesse entgegenbringt. Die Canaille ist hier keine Canaille, sondern im Gegenteil ein gütiger, vornehmer Mensch, ein Pariser Arzt, ein Psychotherapeuth, ein Seelenforscher, der beim Versuch, aus einem primitiven Mädel eine Dame zu machen, Feuer fängt und schließlich auf die große Liebe verzichten muß, resigniert. Ergreifend die Tragik dieser wundervollen Gestalt, großartig die Art, wie Harry Baur mit einem Minimum von Wort und Geste Stimmungen schafft und Szenen formt! Die Regie des russischen Juden Anatol Litwak läßt keinen Wunsch offen. Ein Film von Bedeutung. —r. Bücherelnlauf. Martha Hof mann. Die blaue Zeit. Gedichte. Saturnverlag Wien 1934. — Dr. I. Z o 11 s c h a n. Die Bedeutung des Rassenfaktors für die Grundfragen der Kulturmorphologie Reinhold - Verlag Wien-Leipzig. — Fischer-Watzl-Beran. Der Pflanzenarzt, Tagblatt-Bibliothek Nr. 1036/1041. Steyrermühl-Verlag. — Handbuch 1934 der Industrie-, Handels- und Gewerbeunternehmungen in Palästina. Verlag Ludwig Nath, Wien, III., Rennweg 94. — Z. F. Finkelstcin. Schicksalsstundcn eines Führers. Sieben Bildnisse um Theodor Herzl. Sawitra-Verlag, Wien- Amsterdam. Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, Wien, I. , Spiegelgasse 2, Telephon R-26-5-43. Samstag, den 7. Juli 1934, findet um 8 Uhr abends im Cafe-Restaurant „Hohe Warte" (ehem. Colini), XIX., Hohe Warte 7, ein Großes Gartenfest statt. Mitwirkend das Bundesorchester von TO Mann unter der bewährten Leitung von Dr. Kurt Pallien, anschließend Kabarett und Tanz. Karten zu S 1.50 (für drei Personen S 3.50) bei sämtlichen Bezirksgruppen, in der Bundeskanzlei, I., Spiegelgasse 2, sowie an der Abendkassa. „Haganah". Die Ucbungsabende der „Haganah" finden auch während der Sommermonate Montag und Donnerstag von 20 bis 22 Uhr in der Zentrale, IX., Nußdorf erstraße 16, statt. — Jüdischer Samariterbund. Der Samariterkurs für Damen findet jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr im Heime des jüdischen Samariterbundes, II., Krummbaumgassc 10, statt. Der „Wiener jüdische Turnverein Makftabt IX" hat sich mit großem Erfolg am Schauturnen des Makkabi-N lkolsburg (CL S. R.) beteiligt. — Sonntag, den 8, Juli, wird der Makkabi IX beim Schauturnen der, Makkabi-B ratlslava mitwirken. — Der Makkabi IX hält während des Sommers seinen Turnbetrieb im Saale und am Platze der L K. G. im Augarten aufrecht. In allen Abteilungen werden Mitglieder aufgenommen (mäßige Beiträge!). — Der Makkabi XV trainiert jeden Montag von halb ß bis halb 0 Uhr abends im herrlichen Schönbrunncr Vorpark. (Sämtliche Mitglieder der Wiener jüdischen Turnvereine als Gäste herzlichst willkommen:) Juclipche Turner und Turnerinnen aHer Altersstufen melden sich sofort bei den Wiener Makkahi-Vercinen im II. , IX., X., XV. und XVH. Bezirk als Mitglieder an! O. F. Ausbildung von BCi-anBsenpSSc gerinnen Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat beschlossen, eine Anzahl von jüdischen, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzenden Mädchen zu diplomierten Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen. Die Ausbildung wird an einer staatlichen Krunkenpflegeschule erfolgen. Der Lehrgang beträgt drei Jahre, lieber die endgültige Aufnahme entscheidet ausschließlich eine kurz vor Schulbeginn tagende staatliche Aufnahmskommi.ssion. Die Schülerinnen aller drei Jahrgänge erhalten im Schülerinneninternat der Krankenpflegeschule die unentgeltliche Verköstigung, die Beistellung der Berufskleidung und kostenlose Reinigung derselben. Die Bewerberinnen haben sich schriftlich zu verpflichten, nach Vollendung ihrer Ausbildung über Verlangen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde für die Dauer von drei Jahren in den Dienst des Spitals oder der Versorgungsanstalt der Israelitischen Kultusgemeinde zu treten. Ein Anspruch auf eine solche Anstellung wird jedoch durch Absolvierung der Krankenpflegeschulc nicht erworben. Die mit einem Stempel im Werte eines Schillings versehenen eigenhändig geschriebenen Aitfnahmsgcsuche sind bis spätestens 1. August 1931 bei clor Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Scitenstettcngasse 4, III. Stock, einzubringen. Die Gesuche sind zu belegen mit: a) Geburtsschein, b) Heirnatsschein. c) behördlichem Zeugnis über unbescholtenen Lebenswandel, d) bei außerhalb Wiens wohnenden Bewerberinnen vom Amtsarzte der zuständigen Bezirkshauptmannschaft ausgestelltem Zeugnis über die volle physische Eignung für den Krankenpflegeberuf, e) Bestätigung über die Impfung innerhalb der letzten zwei Jahre, f) letztem Schulzeugnisse, g) Zeugnissen über allfällige bisherige berufliche Tätigkeit, h) selbstverfaßter und eigenhändig geschriebener Schilderung des Lebenslaufes.____ Floramalt. Die Edelkraftnahrung für Alle! Floromalt ist ein auf moderner, wissenschaftlicher Grundlage aus edelsten Naturprodukten zusammengesetztes, wohlschmeckendes Frühstücks- und Jausengetränk. Floromalt für Gesunde zur Hebung der Leistungsfähigkeit und Erhaltung der geistigen und körperlichen Elastizität. Floromalt bei Ermüdungserscheinungen zur Erfrischung der Nerven. 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Die Leitung, in den bewährten Händen erstklassiger Fachleute, hat sich die Aufgabe gestellt, hier einen neuen Treffpunkt Wiens zu schaffen. Denn jeder Gast soll an dem, was ihm geboten wird, restlos befriedigt sein und immer wiederkehren: zum Erninger! E Inge Kanena tanzt m Woen Wir kennen den berühmten, vor einigen Monaten erst entdeckten dänischen Tanzstar nur aus Zeitungsartikeln und den französischen Illustrierten. Eine wunderschöne, schlanke Blondine, momentan die prominenteste Tänzerin des Kontinents. Unerhörte Tanzkunst, nie gesehene Grazie und wundervollster Rhythmus der Bewegungen; ein neuer Stern am Himmel Europas. Und wieder ist es die „O.-Höhle", die keine Mittel scheut, neue Attraktionen und Sehenswürdigkeiten nach Wien zu bringen. Die schöne junge Tänzerin ist übrigens von den Wienern genau so begeistert wie das Publikum von ihr. Kein Wunder, daß sich das Publikum in dem prominenten Lokal drängt und staut und mit Mühe ein bequemer Platz zu erhalten ist. 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Eigeatümer, y.erleger, Herausgeber; vbA SfiraatwoEtlicbei: Redakteur.: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druokerje^ und tYeriagS'As-G, Jguaa Steinmanji, beide. Wie* IX., Univeraitätsatraße «,