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Die neue Welt · 1934-07-06 · Heft 379 (6.7.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 379 (6.7.1934)
Date
1934-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WEL1 Nr. 379 Wie die Maschine den Dampf so braucht der Körper ständige rationelle Pflege. Aber ständig, denn sonst kann die erwünschte Wirkung nicht erzielt werden. Innerjudfedie Gefahren Um den Kopf Stavskys — Magnes und Bergmann, die Koinmunistenfrounde FRANZBRANNTWEIN mit Menthol ist das geeignetste Mittel zur rationellen Körperpflege, und deshalb soll jeder DIANA- Franzbranntwein ständig benutzen ÜBERALL ERHXLTLICH! indem immer mehr Juden sich zum volksnationalen Judentum bekennen. .., daß das zionis\isehe Bekenntnis keineswegs eine innere Anteilnahme am Schicksal des Heimatstaates dieser Juden ausschließt, da die Juden sich als loyale Glieder des staatlichen Gemeinwesens fühlen, in dem sie leben, um schließlich zu folgender Charakteristik des Zionismus als innerjüdischer Dynamik zu kommen: „Der Zionismus »teilt, historisch gesehen, die VV i e d e r b e s i n n n n g zum Judentum dnr, nicht zu einem früheren Bild des Judentums, das di«' zionistischen Führer aus der Geschieht« genommen hatten, sondern zu einem Judentum, wie die Wirklichkeit der Gegenwart es erfordert, also zu einem Judentum, das die verschiedenen Aspekt« vereint: den religiösen, den volklichen, den kulturellen, den nationalen. Darin lag ja gerade die Genialität eines Theodor Herzl, daß er die Zeichen der Zeit richtig und in die Zukunft weisend deutete." (Schlußartikel in der nächsten Nummer.) Billige Sonderfallrften nach Polen 8. Juli 15. Juli Aufenthalt i bis 8 Wochen £>oin. Verk. „FrancopoS" Paßbegiinstigung für poln. Staatsangehörige Wien iH, Kennweg l, Telephon U-16-4-90 Streit im deuf§dien Sudentuni Aus Berlin: Die Reichsvertretung der deutschen Juden hat folgende Kundgebung erlassen: „In Uebereinstimmung mit der übergroßen Mehrheit der deutschen Juden und unter Zustimmung der Vertreter aller Organisationen hatte die Reichsvertretung der deutschen Juden an die verschiedenen jüdischen Gruppen die dringende Mahnung erlassen, in dieser ernsten Zeit den polemischen Richtungskampf einzustellen. In letzter Zeit ist aber wieder Streit ausgebrochen. Die Reichsvertretung muß deshalb mit allem Nachdruck feststellen: Vaterländische Gesinnung und Zuverlässigkeit und Hingabe an das deutsche Vaterland sind, ebenso wie jüdische Gesinnung und Treue gegen das Judentum, kein Sonderbesitz irgend welcher Gruppe der deutschen Judenheit. Die Anhänger keiner Gruppe des deutschen Judentums haben es an vaterländischer Treue fehlen lassen. Keine Gruppe darf für sich allein beanspruchen, die vaterländischen Gesamtaufgaben des deutschen Judentums zu vertreten." Die Kundgebung der Reichsvertretung bezieht sich auf den seit einiger Zeit mit Erbitterung geführten Kampf zwischen der Zionistischen Vereinigung und dem Reich sbund jüdischer Frontsoldaten, wobei der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten seine vaterländische Gesinnung überbetonte. Es kam so weit, daß die Zionistische Vereinigung verlautbarte, daß eine Zugehörigkeit zum Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eine Mitgliedschaft in der Zionistischen Vereinigung ausschließt. Bad Hall. Wie uns aus Bad Hall mitgeteilt wird, hat die Saison in vollem Umfange bereits eingesetzt. Besonderer Beliebtheit erfreut sich bei den Kurgästen des In- und Auslandes das bestbekannte Restaurant A. Barschak. „GU-GU", der GUte, gebrauchsfertige GUlaschsaft, In allen Kunz-Filialen zu haben. Palestine Kupat - Am Bank (Genossenschaftsbank) Gegründet 1918 Eingezahltes Kapital LP 50.000 Hauptbüro: Tel-A.wiw, 11, Rothschild- Boulevard, P. O. B. 352, Tel. 456 Filialen: Jerusalem, Jaffa Road, P. O. B. 388, Tel. 316 Haifa, Commercial Centre, P. O. B. 116, Tel. 771 Telegramm-Adresse: KUPAM Code used: BENTLBYS Sämtliche Bankgeschäfte werden zu den günstigsten Bedingungen durchgeführt. Korrespondenten in allen Handelszentren der Welt. Die Bank zahlte während der letzten Jahre eine jährliche Dividende von Q% an ihre Aktionäre Aufträge betreffs Käufe von Aktien sind direkt an das Hauptbüro oder die Filialen zu richten Wir haben ständig auf die Gefahren hingewiesen, die sich aus der Hegemonie der Linken ■ n der zionistischen Leitung und Arbeit ergeben. Im nachstehenden veröffentlichen wir die Zuschrift eines palästinensischen Misrachisten, der unsere Befürchtungen auf Grund der jüngsten Erfahrungen bestätigt. Nur Böswilligkeit und politischer Haß können sich mit dem Urteil im Arlosoroff-Mordprozeß" befreunden, zumal jetzt, wo bekanntgeworden ist, daß der britische Gerichtsvorsitzende den arabischen Beisitzer eine Stunde, lang bearbeitete, damit dieser für die Schuld Stawskys stimme. Aber wenn auch die Gefahren (Drosselung der Einwanderung und des Bodenkaufs, der Palästina-Anleihe und des in Vorbereitung befindlichen Parlaments mit arabischer Majorität) sichtbar wurden, so sind unsere Linken mit einer Kompensation: dem Kopf des Klassenkampf-Feindes Stawsky zufrieden. Alle rechtlich denkenden Menschen erkennen die Situation. Aber die Arbeiterpartei setzt ihre Hetze und ihren Terror fort. Trotz des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs ist hier das Leben zur Hölle geworden. D i e Kluft zwischen den bürgerlichen Elementen und der Linken verbreitert sich. Die Arbeiterpartei und ihre Führer haben es dahin gebracht, daß in den jüdischen Kolonien, die bisher ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigt haben, nunmehr auch Araber eingesetzt werden. Gar nicht zu reden von den täglichen Attacken, gegen Menschen, welche Uberfallen werden, wenn sie mit dem Vorgehen der Histadruth im unglücklichen Prozeß nicht einverstanden sind. Mit den englisch-arabischen Behörden ist nicht viel auszurichten. Seit dem Arlosoroff- Prozeß ist insbesondere die Polizei mit der Histadruth innig verbandelt, scheinbar aus Dank dafür, daß sie, die Histadruth, ihr das Fahnden nach den wirklichen Mördern erlassen hat. Ist jemand verdächtig, mit den Revisionisten oder Juden- 3taatsparteilern zu sympathisieren, dann hat er sein Spiel bei den behördlichen Faktoren verloren. * Denunziation und Hetzerei sind an der Tagesordnung, aber die Regierung steht auf Seite der Denunzianten und Hetzer. Die jüdisch-patriotische Presse wird eingestellt oder „verwarnt". Man traut sich nicht, gegen den offensichtlichen Justizirrtum aufzutreten, da man Gefahr läuft, wegen Anstiftung zum Aufruhr angeklagt zu werden. Indessen ist die vor einem Jahr eingesetzte. Spionage-Abteilung der Histadruth unter Führung von Dow H o o s und G o- 1 o m b eifrig an der Arbeit, wohlwollend von der Regierung angesehen, ja gefördert. Das unter dem Einfluß der Linken stehende, einzige in englischer Sprache erscheinende Blatt „Palestine Post" (Jerusalem), das vom Keren Hajessod ausgiebig subventioniert wird. Für die Leser der „ Neuen Welt" nur: Die guten billigen Neudegger Fahrschulen Wien, VIII. Neudegßergasae 18., (Tel. B-46-5-72) u. Inzersdorf (Nled.-OesM. - Elektr. Lehrch*ssls! „beweist" täglich, daß Juden politischen Mordes fähig sind und daß man alle diejenigen, welche ihre Stimme zugunsten Stawskys erheben, als Arbeiterfeinde bezeichnen müsse. Daher ist schon heute, zwei Wochen vor der Appellationsverhandlung, klar, daß die höhere Instanz das erste Urteil bestätigen wird. Man kann bloß annehmen, daß die Todesstrafe in eine längere Kerkerstrafe umgewandelt werden wird. Das ist auch aus der Schreibweise der linken Presse zu schließen. Die Linken wissen nämlich, was sie schreiben, da sie zu den englischen antizionistischen und antisemitischen Behörden, Gericht und Polizei, die besten Beziehungen haben. , Es ist bekannt, daß unter der Führung des ehrenwerten Oberrabbiners K o o k eine Aktion zugunsten Stawskys unternommen wurde. Das Arbeiterorgan „Hapoel Hazair" schrieb nun in bezug auf die bekannte Erklärung der 22 amtierenden Rabbiner, daß diese entweder vollständig verrückt geworden oder für ihre Aeußerungen nicht verantwortlich oder von den Revisionisten mit klingender Münze bestochen seien. So schreiben jene Leute, denen alle nationalen Gelder und Fonds unbeschränkt und ohne jede Kontrolle zur Verfügung stehen, die Menschen, welche ihrer Ueberzeugung von Stawskys Unschuld Ausdruck geben, überfallen, ohne daß die angerufene Polizei auch nur in einem einzigen Fall einschreitet. * Zwei eigenartige Fälle beschäftigen derzeit die hiesige Öffentlichkeit. Hier erscheint eine ausgesprochen bolschewistische Zeitschrift unter den Namen „Haor". Dieses Blatt hetzt in unerhörter Weise gegen den Zionismus und gegen die jüdische Arbeit und ergreift offen Partei für die Araber. Als das Treiben dieses Hetzorgans endlich auch den Behörden zu bunt wurde, nahm die Polizei eine Hausdurchsuchung in der Zeitungsadministration vor und dabei kam zutage, daß der Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem, Dr. M a g n e s, diesem kommunistischen Blatt zweimal je50Pfundal»Cnterstützang hatte zukommen lassen. Es ergab sich ferner, daß I>r. Hugo Borgmann, der Direktor der Universitätsbibliothek, für den verhafteten Redakteur der Zeitschrift (der schließlich zu einer Kerkerstrafc von sechs Monaten verurteilt wurde) persönlich eine Kaution in der Höhe von 100 Pfund leistete. Der zweite Fall: Die Palästina-Regierung hat für eine zu errichtende arabische Technische Hochschule in Haifa 40.000 Pfund, für sämtliche derartige jüdische Schulen, das Technikum in Haifa inbegriffen, 20.000 Pfund jährlich aus unseren Steuergeldern ausgeworfen. Daraufhin hat der politische Leiter der Exekutive Mosche Shertokin Gegenwart des Oberkommissärs eine von kriecherischer Unterwürfigkeit triefende Rede gehalten, worin er der hohen Regierung den untertänigsten1 Dank des jüdischen Volkes aussprach. Wir stehen vor der Installierung der gesetzgeberischen Körperschaft, des Parlaments. Die zionistische Exekutive hat keine Zeit, Vorkehrungen gegen diese Gefahr zu treffen — sie ist mit der Agitation für die Bestätigung des Stawsky-Urteils beschäftigt . . . 0$ierr«sPalä§t« Handelskammer Der seit einiger Zeit erfolgreich arbeitende OesterreiphischpaliLstinensische Wirtschaftsverband hat sich jüngst mit einer anderen Interessentengruppe vereinigt, um seine Tätigkeit nunmehr unter der neugegründeten „Oesterreichisch-palästinensischen Wirtschaft s- und Handelskamme r". Wien, IX., Aiserplatz 3, Telephon B-45-2-11, fortzusetzen. Oesterreichs Export nach Palästina hat Im Zusammenhang mit der Beschickung der VI. Levante-Messe in Tcl-Awiw In den ersten vier Monaten dieses Jahres eine enorme Steigerung erfahren, so daß die Gründung einer eigenen österreichisch-palästinensischen Handelskammer zur Notwendigkeit wurde. Dem Präsidium der Oesterreichisch-palästinensischen Wirtschafts- und Handelskammer gehören an: Als Präsident: Herr Direktor Josef Kremenezky, als Vizepräsidenten: Herr K.-R. und Konsul a. D. Oswald S c h ö n, Herr K.-R. Artur A 1 b e r s und Herr Fabrikant Adolf Böhm. — Als Geschäftsführer: Herr Rechtsanwalt Dr. Hugo Groß. In den Kammerrat wurden weiters gewühlt die Herren: Arnold Edelstein, Oskar Preminger, Robert Gl Ucksmann, Dr. Kurt Offenb e r g e r, Direktor Hans Wallis, Bruno Rabinowitz, Robert Dickstein, Ludwig Planer, Sandor Wolf. Oberbaurat Ing. Fedor Ackermann, Gustav Wilder, Leo Friedländer. Zu Konsulenten wurden gewählt die Herren: Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. Oskar G r ü n b a u m, Dr. Katf Ettlnger und Akim L e w i t. Ring der AltsHerrens Verbände der zionistischen Verbindungen Gesellige Zusammenkünfte: Es wurde beschlossen, an jedem zweiten Montag im Monat, erstmalig am 10. September 1934. gesellige Zusammenkünfte sämtlicher A. H. aller Verbindungen zu veranstalten. Näheres wird noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. A. -H. - Tagung und Makkabäer -Feier.- - Es wurde beschlossen, im Dezember des heurigen Jahres eine Makkabäer-Feier als große, repräsentative Veranstaltung des Ringes, verbunden mit einer A.-H.-Tagung, durchzuführen. Näheres wird noch verlautbart. Organisationsreferat: Dieses Referat hat Bb. Dr. Otto Lifczis (Kadimah) übernommen. Sportreferat: Der Referent Bb. Dr. M. Harnlk (Robur) ersucht alle Bb., die sich für einen der Sportzweige: Leichtathletik (Gymnastik), Schwimmen, Fechten, Ringen unÄ Boxen Interessieren, ihre genauen Anmeldungen (auch von den Angehörigen) dem Sekretariat des Ringes bekanntzugeben. Der Sportklub Hakoah hat sich bereit erklärt, uns die Trainingsmöglichkeiten zu geben. Bb. Dr. Max K i e w e (Unitas) wurda eine hohe rumänische, staatliche Auszeichnung verliehen. Das Präsidium hat ihm hiezu die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Palästina-Referat: Bb. Charmatz (Makkabäa), erteilt allen Interessenten jeden Dienstag während der Sekreta« riatsstunde von 16 bis 17 Uhr in unserem Sekretariat, I., Biber« Straße 17 (F. C. Hakoah), bereitwilligst Auskünfte. In memoriam Oskar Blüh Die Wiener Judengemeinde, sofern sie an jüdischer Musik interessiert ist. ü*t einen schweren Verlust erlitten. Oskar Blüh, der langjährig Lolter des Wiener jüdischen Gesangverein e a, ist gestört««. Man kann ev f»*\ ulcht glauben, daß dieser lebensfrohe, gütige Mensch von mi» tfOM-.ngen ist. Die Wiener jüdischen Sänger haben einen warmhvMtfV« und «tets hilfsbereiten Freund verloren. Im Dienst <1o» WVner jüdischen Gesangvereines vergaß er oft an Familie und eigene Vorteile. Sein Glück und seine Freude war das Wohlergehen des Vereines. Obwohl selbst ein Westler, liebte er ganz besonders unsere jüdischen Volkslieder. Seiner Energie und seinem Mute ist es zu danken, daß bei uns in Wien, das lüdische Volkslied bekannt und verbreitet wurde. Mitten in rastloser Tätigkeit, überquellend von neuen Gedanken, hat ihn eine tückische Krankheit aus unserem Kreis gerissen. Aber sein Wirken wird nicht spurlos vorbeigehen. Kr Imt eine Schar von Idealiston erzogen, die sein L»bp>r-;wr>-k fortnetzen und jüdische Kunst und jüdischen Gesang in uVr- Krn'.w des Judentums hineintragen werden. Ehre "Pinem Andenken! Stellenmarkf t Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, I., Kohlmessergasse 4, Tel. U-27-0-65, sucht dringend: a) Stellen für Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Manipulanten, Inkassanten, Lageristen, b) Arbeit für gewerbliche Fachkräfte aller Art (darunter auch Bäcker, Bauingenieure, Anstreicher) sowie ungelernte Arbeiter, c) handwerkliche Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Die schönsten Palästinareisen zu billigsten Pauschalpreisen mit und ohne Landarrangement allmonatlich. Nächste Reise mit dem Riesenozeandampfer „ROMA" . . . (34.000 t) Abfahrt ab Wien: 15. Juli Auskünfte und Prospekte: RIISEBÜRO „MARIINBRÜCKC" (Palästinadienst, Leitung: BERTA TAUBES) WIEN, I„ ROTENTURMSTRASSE 26 Tel. R-24-2-86, R-24-2-87

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