Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 375 (22.6.1934)
- Date
- 1934-06-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 375 Palästina- und Mittelmeer- Gesellschaftsreisen mis Rictensthitfcn, Ii. 7. ,,Roma" . . (34.CC0O 28. S. „Vulcania" (24XC0 1) zu äußerst günstigen Bedingungen Einzttlreitcn zu jeder Zeit tu Originalpraiian. NORDISCHES REISEBUREAU I. Seilerg nsse 3, Telephon R - 2 4 - L* - 1 Palästina- Reiseleitunc;: N. M. Racker Pr@isaufgab@n Gemäß unserer vorv/öchigen Ankündigung setzen wir in unserer heutigen Nummer die Serie der Preisrätsel fort, die insgesamt zehn Wochen laufen wird. Fragen, Aufgaben und Kreuzworträtsel werden den Inhalt dieser Serie bilden, wobei auf jüdisches Material besonderes Gewicht gelegt wird. Als Preise wurden für die besten Lösungen folgende Werke ausgesetzt: 1. Preis: E. M. Lilien: „Die Bücher der Bibel". 3 Bde. (Originalpreis 10S Schilling.) 2. Preis: Hans Tietze: „Die Juden Wiens". 3. Preis: Lion Feuchtwanger: „Der jüdische K r 1 eg". * Die in Rede stehenden zehn Kupons mit der Lösung sind aufzubewahren und nach Ablauf insgesamt in einem Kuvert mit dem Vermerk „Preisaufgaben" an die Verwaltung unseres Blattes, Wien, LX., Universitätsstraße 8, einzusenden. 3. COUPON (Horizontal einsetzen!) 1 i CM | 3!! 4 1 1 i 1. Land hebr. 2. Hafen in Apulien 3. Syrische Küstenstadt 4. Stadt in Frankreich Die Spalte 1 und die Spalte 4, von oben nach unten gelesen, ergeben zwei Berge in Palästina. Jüdische Trauer um Pieracki. Aus Warschau: Die Ermordung des luaenniinisters Bronislaw Pieracki hat auch unter der jüdischen Bevölkerung aller Richtungen in Polen Trauer ausgelöst. Der Mord wird allgemein auf die hemmungsi lose Hetze der Radikalnationalen gegen den Minister zurücgeführt. Die Antisemiten sahen in ihm diejenige Persönlichkeit in der Regierung, die die genügende Entschlußkraft hat, um der den Staat unmittelbar bedrohenden antisemitischen Wühlarbeit, die seit Wochen durch eine ununterbrochene Reihe von blutigen antisemitischen Ausschreitungen die Oeffentlichkeit nicht zur Ruhe kommen ließ, Herr zu werden. Die Oefftenlichkeit sieht in Pieracki einen Schicksalsgenossen des rumänischen Ministerpräsidenten Duca, dessen Ermordung ebenfalls von Antisemiten radikaler Richtung bewerkstelligt wurde. Vor ungefähr einem Monat hat Pieracki den bei ihm erschienenen jüdischen Parlamentariern zionistischer und orthodoxer Richtung erklärt, er halte an seiner im Februar im Parlament abgegebenen Erklärung gegen Rassen- und Religionshaß fest und werde ihn rücksichtslos unterdrücken. Freilich waren die jüdischen Repräsentanten der Ansicht, daß, wenn Piaracki weniger zögernd und abwägend vorgegangen wäre, sondern versucht hätte, mit einem Schlag die radikale Wühlarbeit zu unterdrücken, er noch heute am Leben gewesen wäre; denn nichts ermutigt die destruktiven Elemente mehr, als wenn man ihnen gegenüber eine abwägende Taktik anwendet. Die bedrohte Autonomie der Judengemeinden Aus Warschau: Im Hause der Warschauer Jüdischen Gemeinde findet gegenwärtig eine Beratung der Führer der größten jüdischen Gemeinden Polens, wie zum 'Beispiel Warschau, Lodz, Lemberg, Wilna, Krakau, Ben- »*«in, Czenstochau, Kalysz, Lublin, Luck, Pjotrkom, Przemysl, Lomza u. v. a. statt, die der Frage gewidmet ist, wie man der Bedrohung der Autonomie der jüdischen Gemeinden begegnen könne. Advokat J. Grinsztejn referierte über das Regierungsgesetz, betreffend das Budget der jüdischen Gemeinden und kam zu dem Schlüsse, daß am 1. Jänner 1935, da das Gesetz in Kraft tritt, der letzte Rest der Autonomie der jüdischen Gemeinden vernichtet sein wird. Die Gemeinden werden der Möglichkeit beraubt sein, ihre soziale Arbeit zugunsten der armen jüdischen Bevölkerung zu führen. Die Gemeinden müssen der Regierung gegenüber auf der Forderung beharren, daß die Festsetzung des Etats und die Höhe der Besteuerung der Mitglieder der Gerneinden den Gemeindeverwaltungen überlassen bleiben. Nach einer eingehenden Aussprache wurde beschlossen, bei der Regierung vorstellig zu werden und sie zu ersuchen, das Inkrafttreten des Gesetzes mindestens bis 1936 auszusetzen; bis dahin werden die Gemeinden selbst in der Lage sein, der Regierung einen alle Teile befriedigenden Gesetzentwurf vorzulegen. Es wurden wei Kommissionen eingesetzt, von denen die eine mit der Regierung verhandeln, die andere den neuen Gesetzentwurf ausarbeiten soll. Die eingeschüchterten Jude:? Au3 Warschau: Die .Tudcnschaft lebt dort in einer unerträglichen Atmosphäre von Terror. Das zu Pogromen hetzende Organ „Sztaf e ta" wird in Massen verteilt und übt die gewollte Wirkung aus. Die Inhaber der Theater, Kinos, Restaurationen und Kaffeehäuser klagen, daß ihre Säle und Lokale in den Abendstunden leer sind, da die jüdische Bevölkerung aus Furcht vor Ueberfällen eg nicht wagt, abends die Wohnungen zu verlassen. Jüdische Jugend sieht man fast nicht mehr in den Straßen, da die Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt sind; um so mehr, als unter den jüdischen Verletzten der letzten Wochen sehr viele im Schulalter Stehende zu zählen sind. Massenkündigungen jüdischer Wohnungen Aus Warschau: Eine neue Wendung bilden Massenkündigungen jüdischer Wohnungsinhaber seitens katholischer Hausbesitzer, die unter dem Druck der antisemitischen Hetzer erfolgt sind. Die katholischen Hausbesitzer in der Vorstadt Targuwek haben die Kündigungen durch die Drohung unterstrichen, daß, wenn die Wohnungen bis Ende Juni nicht geräumt werden, die Hausbesitzer für das, was dann mit den Mietern geschehen wird, die Verantwortung ablehnen. Da in Targuwek alle Häuser in christlichen Händen sind, so bedeutet dies, daß dieser Warschauer Stadtteil judenrein gemacht werden soll. Jüdischer Selbstschutz verboten Aus Warschau: Im Zusammenhang mit der Revision im Lokal der Warschauer Zionisten-Revisionisten begab sich, wie schon mitgeteilt, eine Delegation der Revisionisten zum Warschauer Regierungskommissär. Der Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit, Runge, der die Delegation empfing, erklärte, die Haussuchung sei im Zusammenhang mit Gerüchten erfolgt, daß die Revisionisten einen Selbstschutz organisiert hätten. Auch die bei dem sozialistischen „B u n d" durchgeführte Haussuchung sollte feststellen, ob der „Bund" einen Selbstschutz zu organisieren beabsichtigt. Hauptmann Runge erklärte, die Behörde werde einen Selbstschutz nicht gestatten. Der Mörder von Mendel Lubinski gefaßt Aus Bialystok: Die Polizei verhaftete den Schuster Bronislaw Koziol, Mitglied der Radikalnationalen, unter der Beschuldigung, den Führer dea „Bundes früherer jüdischer Frontsoldaten", Mendel Lubinski, im Verlauf der antisemitischen Exzesse ermordet zu haben. Koziol hat bereits den Mord eingestanden. Wieder ein Todesopfer Aus Wilna: Der jüdische Unteroffizier Bernstein, der am Tag vorher in Wilna durch Huligans in den Rücken gestochen wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Er ist in wenigen Tagen das dritte jüdische Todesopfer der Exzesse. Gegen die getauften Juden Aus Warschau: Die Führer der radikalnationalen Partei erklärten einem Vertreter des „Kurjer Poranni", die Judenfrage sei ein Hauptpunkt der jungen Partei, die sich von den alten National-Demokraten nur darum losgelöst hat, weil jene „verjudet", d. h. von getauften Juden und Judenstämmlingen beeinflußt werde. Die Radikal-Nationalen seien Anhänger des Arierparagraphen, wie er in Deutschland gehandhabt wird. Nichtreinrassige Polen müssen aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Mit Bezug auf die Judenfrage müsse ein Fanatismus platzgreifen, der vor gewissen Opfern und persönlichen Tragödien nicht zurückschreckt. Die Radikal-Nationalen hätten bereits viele fähige Persönlichkeiten, die der Partei vielleicht Nutzen gebracht hätten, wegen semitischer Belastung ausgeschlossen. Das Programm der jungen Partei lautet: Kampf gegen die Juden. Unter „Juden" sind Getaufte und Judenstämmlinge Inbegriffen. Jüdische Kun$f§telle II., Aspernbrückengasse 2, Tel, R-48-2-91, Büro 9 bis 6. Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für folgende Theater zur Verfügung: Bundestheater; Scala: „Die Wildente" (Albert Bassermann, Ernst Deutsch); Deutsches Volkstheater: „Das kleine Caf<5"; Theater an der Wien: „Die gelbe Lilie"; Raimund-Theater: „Straßenmusik", „Der liebe Augustin". fTffman^v] 93ilik|)ift Mj ' mahS| in d)iffmilh/ iV ^foffen ftül ^^^TrWaw Stofffl \ in 6ToTW^biUig St ,ig Scfoj (n^iffnj i^5tofteil ift 6d)if d)iffmann u\j In. ötytfjmann in ,611 ift billig ii ffcn^cbiffc Stoftni n Sdftffmi majjm ift bj ig-in in Stoffe] fed)iffmann| billig ift Sd)iffmann in /Vjiffmann m Stofj billig ift 6d)iffmai#!7 Stoffen, billig ift §>ffen <öilüg in Stoffen xtpe^n icinn ift billig i Sd)| t&l vofl Waschstoffe: Etamine-Faconne in dunklen Farbentönen, per Meter . 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