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Die neue Welt · 1934-05-31 · Heft 369 (31.5.1934) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 369 (31.5.1934)
Date
1934-05-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 369 DIE NEUE VV£L1 Seite 5 Die an(BZ!om'§ti§die PaIä§f£na*AnIeihe Die Zionistische Exekutive (London) Ubermittelt uns den Vorabdruck eines demnächst in ihrem offiziellen Organ erscheinenden Artikels, welchem wir folgendes entnehmen: Palästina-Anleihe Obwohl angesichts des bei der Palästina-Regierung angesammelten Ueberschusses von fast 2,500.000 Pfund die Zweckmäßigkeit der Aufnahme einer Anleihe im gegenwärtigen Zeitpunkt Uberhaupt sehr zweifelhaft erscheinen muß, soll im nachstehenden nicht dieses Problem besprochen werden, sondern nur die Frage der Zwecke, für welche die Anleihe laut Ankündigung der Regierung verwendet werden soll. Bekanntlich werden der Mandatarregierung im Mandat Verpflichtungen in bezug auf die E r> riehtung der jüdischen nationalen Heimstätte, daneben auch solche hinsichtlich der Wahrung der Rechte der arabischen Bevölkerung Palästinas auferlegt. Nach Studium der Bestimmungen, denen die Anleihfimittel zugeführt werden sollen, muß jedoch festgestellt werden, daß, während eine große Anzahl von Maßnahmen geplant werden, welche den Arabern direkt oder indirekt zugute kommen, sollen bei der Verteilung vielfach die positiven Verpflichtungen außer acht gelassen werden, die der Mandatarregierung in bezug auf die Förderung der jüdischen nationalen Heimstätte obliegen. Der j ü di s c h e Beitrag zu den Einnahmen des Landes beträgt auf jeden Fall nicht weniger als 50 Prozent. In Anbetracht der Höhe dieses Beitrages ist der jüdische Teil der Bevölkerung berechtigt, seinen vollen A n t e i!• an dem Nutzen der Anleihe zu fordern, zu deren Rückzahlung er mindestens so viel wie die übrige Bevölkerung beizutragen haben wird. Aus dem Anleiheplan ist jedoch ersichtlich, daß die vorgesehene Verteilung keinesfalls befriedigend ist. Im allgemeinen sind die Vorteile, die der jüdischen Bevölkerung aus der Anleihe erwachsen können, nur unbedeutender und ganz zufälliger Natur. Der erste Zweck, dem die Anleihe dienen soll, Ist die Wiederansiedlung von „dislozierten Araber n", für die der Betrag von 250.000 Pfund bestimmt ist. Diese ganze Frage der Verdrängung von Arabern durch jüdische Siedlungstätigkeit war, wie eingehende Untersuchung erwiesen hat, in den Berichten von Shaw und French Uber jede Proportion hinaus aufgebauscht. Laut Angabe des Vertreters der Palästina- Regierung in der Ständigen Mandatskommission, die auf neuesten statistischen Erhebungen beruht, betrug die Anzahl der betroffenen arabischen Familien kaum 600. Es steht nunmehr fest, daß das Problem der „dislozierten Araber" eine Fiktion ist, während wahrscheinlich keine andere Regierung der Welt so viel Sorge für die Wiederansiedlung von ehemaligen Pächtern an den Tag gelegt hat, deren Land auf normale Weise gekauft und bezahlt wurde, und von denen viele noch darüber hinaus Geldentschädigung erhielten. Der Posten „öffentliche Gebäude" enthält einen Betrag von 106.000 Pfund für Schulgebäude für arabische Kinder; für jüdische Schulen ist keine Summe ausgesetzt. In diesem Zusammenhang soll auf die Unzulänglichkeit des Regierungsbeitrages für jüdische Schulzwecke hingewiesen werden. Der Beitrag der Regierung für jüdische Schulen betrug im laufenden Jahre 25.254 Pfund gegenüber einem Gesamtbudget für Erziehung von 173.000 Pfund. Diese Tatsache liefert einen weiteren Beweis für die Tendenz der Regierung, den Bedürfnissen der niohtjüdischen Bevölkerung den Vorzug zu geben und der jüdischen Bevölkerung einen unverhältnismäßig großen Teil der Budgetlast ihrer eigenen Schulen zu Überlassen. Was andere öffentliche Arbeiten anbetrifft, so sollen 933.000 Pfund für Wasserversorgung und Röhrenleitungen für Jerusalem und Haifa, Wasserversorgung für Hebron und verschiedene Dörfer sowie eine Untersuchung der Wasserreserven des Landes verwendet werden. Diese Pläne sind selbstverständlich zu begrüßen. In Jerusalem und Haifa (in Hebron wohnen bekanntlich fast gar keine Juden) werden Juden in. gleichem Maße wie Araber die Vorteile der neuen Einrichtungen genießen. Es ist jedoch zu bedauern, daß die jüdische Stadt T e I- A w i w in diese Pläne nicht mit einbezogen worden ist. Eine weitere Tatsache, an der Kritik geübt werden muß ist, daß, während 156.000 Pfund für den Bau eines neuen Postamtes mit Telephonzentrale in Jerusalem vorgesehen sind, der Plan keinen Betrag für die Errichtung eines neuen Postamtes in Tel- Awiw bestimmt. Es ist allgemein bekannt, daß die absolute Unzulänglichkeit des bestehenden Postgebäudes in Tel-Awiw viel materiellen Schaden, Zeitverlust und Verwirrung verursacht. Diese Tatsache hätte in dem vorliegenden Plan öffentlicher Arbeiten berücksichtigt werden sollen. Daß dieses Bedürfnis Tel-Awiws der Regierung nicht unbekannt sein kann, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß die Wahl des Platzes für ein neues Postgebäude bereits getroffen ist. Um so größer ist die Enttäuschung darüber, daß die Bauarbeiten offenbar noch nicht in Angriff genommen werden sollen. PORTSCHACH ein Sonnengarten am Wörthersee 60 Prozent Fahrtpreisermäßigung. Auskünfte Kurkommission Zersplitterung der palästinen? §fedien Industrie? Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Da Palästina nicht in den Kreis der Staaten gehört, die auf Grund des Ottawa-Abkommens Vorzugszölle innerhalb des britischen Weltreichs genießen, unterliegen palästinensische Industrie- und Bodenprodukte höheren Zöllen in jenen Staaten, Dominions und Kolonien. Wenn nun eine palästinensische Firma in irgend einem Punkt des britischen Reiches eine Filialproduktion errichtet, so kann diese unter gewissen Voraussetzungen als britische Produktion angesehen werden und die Zollbegünstigungen genießen, die nur für Ottawa-Staaten vorgesehen sind. Zypern ist britische Kronkolonie, Und darum ist es naheliegend, daß — zur Erlangung der obenerwähnten Vorteile — palästinensische Gruppen Boden im nahen Zypern erwerben und ihr) für den Anbau von Zitrusfrüchten verwenden. Es ist also möglich, daß in Zypern der palästinensischen Zitrusfrucht eine Konkurrenz heranwächst. Rein kaufmännisch könnte man sagen, daß die Errichtung von Filialen den Aktionsradius der jüdischpalästinensischen Firma erweitert und indirekt der palästinensischen Wirtschaft zugute kommt. Aber es gibt Gründe, die gegen eine solche Betrachtungsweise sprechen : 1. Die Zollmisere. Die Versuche, mit der palästinensischen Produktion nach Zypern zu „übersiedeln", beweisen daß die Ausfuhrseite unserer zollpolitischen Situation an grundlegenden, für die Entwicklung der jüdischen Wirtschaft maßgebenden Mängeln krankt. Die staatsrechtliche Stellung Palästinas als Mandatsgebiet verursacht in zollpolitischer Hinsicht einen Zwitterzustand, der große Gefahren in sich schließt. Es ist bisher nicht gelungen, ihn wenigstens in bezug auf das britische Weltreich eindeutiger zu machen, aber wir konnten darauf hinweisen, daß unter diesen Verhältnissen die industrielle Entwicklung Palästinas leide. Dieses Arguments berauben wir uns aber, wenn wir in Zypern Filialproduktionen palästinensischer Unternehmungen entwickeln, die alle Vorteile des Ottawa- Abkommens genießen, während die palästinensischen Stammbetriebe ausgeschlossen sind. 2. Das Prinzip jüdischer Arbeit. Die britische Verwaltung Palästinas wird zweifellos nichts dagegen haben, daß sich in jüdischem Besitz befindliche Betriebe auf der wirtschaftlich trostlosen Insel Zypern betätigen. Anders steht es aber mit der Frage, ob die jüdischen Unternehmer auch bedingungslos jüdische Arbeiter werden beschäftigen dürfen. Nach den palästinensischen Erfahrungen ist. die Frage eher zu verneinen. Es besteht also die Gefahr, daß jüdisches Kapital, das in Palästina jüdischen Arbeitern Beschäftigungsmöglichkeiten bieten könnte, nach Zypern auswandert, ohne dort in dieser Hinsicht ein Aequivalent zu schaffen. Auf diese Umstände muß mit allem Nachdruck hingewiesen werden. ülrzte» und Advokafensperre in Palästina Aus London: Wie die „Times" meldet, empfing der Chefsekretär von Palästina eine Deputation jüdischer A e r z t e und Zahnärzte, die gegen die beabsichtigte Einschränkung der Zulassung ausländischer jüdischer Aerzte protestierte. Der Chefsekretär antwortete der Delegation, sie müsse bedenken, daß die Schweiz einen Arzt auf 3000 Seelen, England einen Arzt auf 1300 Seelen hat, dagegen das jüdische Palästina einen Arzt für 226 Seelen besitzt. Aus Jerusalem: Von gut unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß in allernächster Zeit eine Regierungsverordnung erscheinen wird, welche die Sperre des Aerzte- und Advokatenstandes ausspricht. Ab 1. September 1934 sollen nur mehr 50 Aerzte pro Jahr zugelassen werden. Bezüglich der Rechtsanwälte wird noch rigoroser vorgegangen werden. Ab 1. Jänner 1935 sollen nur fünf neue Rechtsanwälte pro Jahr in die Liste der Rechtsanwälte eingetragen werden. Ein großes Preisausschreiben In der ersten Juniwoche werden wir mit der Veröffentlichung einer Rätselserie beginnen, die nicht nur Anregung und Zerstreuung bieten, sondern zugleich auch das jüdische Wissen jedes Einzelnen bereichern wird. Als Preise sind wertvolle Werke des jüdischen Schrifttums auf dem Gebiet der Bibel, der jüdischen Historie, der Vergangenheit und Gegenwart sowie des künstlerischen Romans vorgesehen. Die näheren Bedingungen dieses Preisausschreibens werden in der Freitagnummer unseres Blattes bekanntgegeben. Der PaläsfinavJahresheridit an dem Völkerbund Aus Genf: Der Jahresbericht der Mandatarmacht über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1933 ist den Mitgliedern der Ständigen Mandatskommission, die am 30. Mai zu ihrer Frühjahrstagung zusammentritt, bereits zugestellt worden. Dieser Bericht, der ein umfangreiches Buch von etwa 300 Druckseiten darstellen wird, soll, wie wir erfahren, von der britischen Regierung am 14. Juni in London veröffentlicht werden. Es bestätigt sich, daß Sir Arthur Wauchope dieser Tagung der Mandatskommission nicht beiwohnen wird. Die Mandatarmacht wird durch den Generalsekretär der palästinensischen Regierung, Hall, vertreten sein. Außer dem Jahresbericht der Mandatarmacht und dem Jahresbericht der Zionistischen Exekutive liegen der Kommission zahlreiche, sich auf Palästina beziehende P et i t i o n e n vor. Jüdischerseits handelt es sich um seit bereits anderthalb Jahren vorgelegte Petitionen der A g u« dath Israel, des Waad Leumi und des Waad Aschkenasim in Sachen der palästinensischen Gemeindeordnung. Ferner erscheinen auf der Tagesordnung etwa sechs oder sieben arabische, meistens von arabischen Körperschaften außerhalb Palästinas stammende, Petitionen die teils zu Anfang, teils zu Ende 1933 eingelaufen sind. Die arabischen Petitionen haben durchwegs die Frage der jüdischen Immigration und Vorfälle im Oktober 1933 zum Gegenstand. Seit Dezember v. J. ist der Mandatskommission bisher keine neue arabische Petition überreicht worden. Seebad Grado Villa Sezession Pension Grünglas mit Kinderheim unter ärztlicher Leitung, direkt am Strand, mit großer Terrasse und herrlichem Ausblick aufs Meer. Zeitgemäß reduzierte Preise. Prospekte und Auskünfte daselbst sowie Konditorei Todesco, Wien, I., Rabensteig 2-4. Die Zentrale in Tel-Awiw teilt mit: Erez Israel In den letzten Wochen sind 52 -der Judenstaatspartei angehörige Chaluzim in Palästina eingetroffen. Der Merkaz der Mifleget Hamdina Haivrith veranstaltete zu Ehren der neuen Olim eine feierliche Zusammenkunft, welcher 300 Personen wie auch die Mitglieder der Weltexekutive und der Landeszentrale beiwohnten. Reden haben Meir Großman, J. Rosoff, Baruch Weinstein, Dr. Donner und Dr. Samonski gehalten. Die Ortsgruppe in Tel-Awiw entwickelt sich vorzüglich. Ueberall ist energische und opferwillige Arbeit zu merken. Der Klub wird jeden Abend von vielen Gesinnungsgenossen besucht. Die hebräischen Kurse unter der Leitung der Herrn Borenstein werden regelmäßig besucht und sind sehr erfolgreich. Die Chaverim haben eine gut eingerichtete und reiche Lesehalle zu ihrer Verfügung. Es ist auch reiches Material an in- und ausländischen Zeitungen vorhanden. Auf der letzten Sitzung der Leitung der Ortsgruppe wurde beschlossen, Vorträge und Sichoth einzuordnen, wie auch Ausflüge in die Kolonien und Städte zu unternehmen. Der Merkaz unter der Leitung des Herrn Schneidermann ist sehr aktiv. Chaver Jardin hat Ramat Can und Herr Rod Petach Tokvah besucht und Gruppen organisiert. Eine Gruppe Chaverim. wurde nach Nanthania entsandt, zwecks Organisierung einer Plugat-Avodah. Ende Mai findet in Tel-Awiw ein Kinus der Judenstaatsarbeiterschaft statt, der über die Fragen der Organisierung der arbeitenden Mitglieder der Judenstaatspartei beschließen wird. England. In London fand die Generalversammlung der britischen Sektion der Judenstaatspartei unter dem Vorsitz des Dr. J. Machover, Mitglied des Exekutivkomitees, statt. Er berichtet über die Lage in Palästina, wo er längere Zeit verbracht hatte. In der Diskussion wurden organisatorische und politische Fragen behandelt. Brasilien. In Porto Allegrc fand die erste Generalversammlung der Chaverim statt, auf der beschlossen wurde, eine Judenstaatspartei in Brasilie.fr zu gründen. Das gewählte Komitee hat die Werbungsaktion begonnen. Jeder Tag bringt neue Beitrittserklärungen. Das Komitee arbeitet auch auf allen zionistischen Gebieten. Es ist an die Organisierung der Keren-Kajemeth-Kommission getreten und an die Arbeit für diesen Fonds, der zufolge des Boykotts seitens der Revisionisten vollständig vernachlässigt worden ist. Auch eine Abteilung des „Barak" wird organisiert. Legitimistische jüdische Frontkämpfer Erzherzog Eugen empfing am 29. Mai eine Abordnung der Legitimistischen jüdischen Frontkämpfer, bestehend aus dem Führer Generalmajor Emil Sommer, weiters aus den Herren Major Franz Reicher, Hauptmann i. d. E. kaiserlichen Rat Hugo L o e w i n und Schriftsteller Dr. Fritz Löhner-Beda.! Me. Söabehtftigeu befudjen üor ber $a()rt in if)r beooi* jitgte« ©tranbbab bic Äbteifung für mobente öabe»2lrtifel bei tödjiffmann unb faufeu alle» für @tabt unb 2anb, für Sab unb n Stranb — bejonber« gut unb preiswert. 83abeluftige, fommet ju IL, «QOOffultpC 48 momt

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