Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 362 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 362 DIE NEUE WELT Seite 5 Falle in Kauf genommen werden, da seinen Interessen hier die der Allgemeinheit gegenüberstehen. Hätte das Gericht durch Stattgeben des Antrages dem Kindesvater die Heirat ermöglicht, so wäre eine neue Mischehe geschlossen und der Jude instamlgenetzt worden, ungehindert und mit besonderer Genehmigung eine Reihe von weiteren Bastarden in die Welt zu set2cn. Der Staat, hier verkörpert durch das Gericht, muß es auf das entschiedenste ablehnen, hierzu seine Hand zu bieten." Die deulsdie Regierung gegen Chaluiim Aus Frankfurt a. M.: Wie die „Frankfurter Zeitung" mitteilt, wird in einer Bekanntmachung der Landesbauernschaft Oldenburg darauf hingewiesen, daß die Zionistische Vereinigung in letzter Zeit versucht habe, junge Juden in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben unterzubringen, mit der Angabe, sie durch einjährige praktische Tätigkeit in solchen Betrieben für die Auswanderung und Ansiedlung in Palästina vorzubereiten. Das oldenburgische Staatsministerium habe es abgelehnt, sein Einverständnis zu der Unterbringung von jungen Juden in landwirtschaftlichen Betrieben zu erteilen. Es werde daher die Erwartung ausgesprochen, daß sich keine Gartenbaubetriebe bereitfänden, Juden einzustellen. * Verlogenheit auf der ganzen Linie! In der Judenfrage hat der Nationalsozialismus damit begonnen, daß er n u r gegen die jüdischen Wucherer und Ausbeuter losgezogen ist und dem „arbeitenden" Juden, besonders in Palästina, Respekt vorgeheuchelt hat. Jetzt verwehrt man in zynischer Weise jungen jüdischen Menschen die härteste Arbeit, auch wenn sie nach Palästina wollen. Um die Keuschheit der Hakenkreuz» WesbBidbkeiS Aus Berlin: Gegen die Entscheidung der Prüfßtelle, die dem Film „Männer um eine Frau" wegen der Mitwirkung des amerikanischen Boxers Max Baer, des jüdischen Bezwingers des deutschen Weltmeisters Bchmeling, die Zulassung versagte, hatte die Metro- Goldwyn-Filmgesellschaft Beschwerde eingebracht. Die Oberprüf3 teile hat in der heutigen Sitzung diese Beschwerde zurückgewiesen und das Verbot aufrechterhalten. Die Oberprüfstelle hält daran fest, daß die Zensur nicht einfach an der Tatsache vorbeigehen konnte, daß das deutsche Volk die Vorführung von Filmen mit jüdischen Hauptdarstellern als eine Provokation empfindet. An diese Art Film müsse deshalb ein besonders strenger Maßstab gelegt werden. Vorwiegend sei es das Verhältnis des jüdischen Darstellers, der nach Ansicht der Prüf stelle obendrein ein durchaus „negroider Typ" sei, zu den im Film auftretenden nichtjüdischen Frauen, das eine Verletzung des nationalsozialistischen Empfindens enthalte. Die deutschen Machthaber scheinen ihren Frauen keine allzu große Widerstandsfähigkeit gegenüber Juden von „negroidem Typ" zuzutrauen. Sonst konnten sie ja den Film ruhig als abschreckendes Beispiel laufen lassen. So fürchten sie aber, er könnte als verlockendes Beispiel dienen, und verbieten ihn als „Provokation". Goebbels in Verlegenheit Aus London: (J. T.-A.) Die große konservative Londoner Tageszeitung „Mornitig Post" veröffentlicht eine Artikelserie des bekannten englisch-amerikanischen Publizisten James E. Abbe unter der Ueberschrift „Deutschlands drei Musketiere"; der erste Artikel zeichnet die Persönlichkeit Hitlers, der zweite die des Dr. Goebbels, der dritte die Görings. In dem Goebbels gewidmeten Aufsatz gibt Abbe den nachstehenden Teil eines Gesprächs wieder, das er vor kurzem mit dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels geführt hat. Ich brachte, schreibt Abbe, das Gespräch auf S ra o 1 a r, den Berliner Korrespondenten der amerikanischen Jewish Telegraphic Agency; einen Juden, der, der Nazi-Zensur trotzend, es wagte, ungünstige Berichte ins Ausland zu senden; der erbittert gegen die Unterdrückung seiner Depeschen seitens der Zensur protestiert hatte; dabei einen solchen Spektakel machte, daß sein Büro für sieben Tage behördlich geschlossen wurde — und der dann eine noch heftigere Gegenaktion ins Werk setzte, die zu der Wiedereröffnung des Büros führte. ..Was halten Sie von meinem Freund Smolar?" fragte ich unter Betonung des Wortes „Freund". Goebbels lächelte und begleitete seine Worte mit einer entsprechenden Handhewegung. „Nun, Sie sehen ja selbst — er ist immer noch hier!" „Und was halten Sie von den Juden im allgemeinen?" Goebbels zog die Stirne kraus, antwortete nicht. Ich brach wiederum eine Lanze für meine jüdischen freunde: „Können Sie leugnen, daß der Jude intelligent ist, oft mehr als der Nichtjude?" „Vielleicht hat Verfolgung seinen Verstand geschärft", stieß Goebbels hervor. Die Mordhetze des „Stürmer" Aus Paris: „Pariser Tageblatt" druckt Im Faksimile das Titelblatt des von Julius Streicher herausgegebenen „Stürmer", das sich „Deutsches Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit" nennt, ab. Es enthält die folgende Inhaltsangabe in der Form von Titelüberschriften: „Enthülltes Geheimnis: Jüdischer Mordplan gegen die nichtjüdische Menschheit aufgedeckt. Der Verdacht des Ritualmordes. — Der Kampf des Stürmer. — Jüdische Massenmorde und Massenblut' bäder. — Das jüdische Geheimgesetz. — Der Nichtjude ist nicht Mensch, sondern Tier. —• Das Menschenschächtgesetz. — Der Ritualmord am Purraifest. — Der Ritualmord am Passahfest. — Wohin kommt das nichtjüdische Blut. — Jüdischer Mordplan gegen den Zar Nikolaus. Jüdischer Mordplan gegen Adolf Hitler. — Nichtjuden «QfaUeßt Euch zurooneni" Wie da3 „Berliner Tageblatt" mitteilt, ist auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 der Bund der jüdischen Arbeitnehmer mit seinen Unter- und Nebenorganisationen für den Bereich drs Landes Baden aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt worden. Das Arbeitsgericht Gelsenkirchen hat folgendes Urteil gefällt (AC. 2189/33): Gewalttätigkeiten einzelner Konkurrenten r^pgen d?n Gewerbebetrieb oin°s jüdischen Großhändlers geben diesem kein Recht zur fristlosen Entlassung seiner Angestellten zum Zwecke der Betriebsstillegung. „Bayrische Volkszeitung" in Nürnberg zitiert aus der Denkschrift des Preußischen Justizministers über nationalsozialistisches Strafrecht einen Abschnitt, in dem es heißt, daß die künftige Schließung von rassischen Mischehen durch Reichsgesetz zu verhindern sei. * Wie das „Frankfurter Volksblatt" meldet, hat in Birstein der erste judenfreie Markt im Kreis Gelnhausen stattgefunden. „Es ging", so schreibt das Blatt, „jedenfalls auch ohne Juden, und der Anfang ist gemacht." Greta OARBO in dem neuen Großfilm Wie du mich wünschst Imperial - Opern - Maua- Theresien - Heimat - ParkXIH ■■■■......■■ iiiimi i ^fMffild^1-1«»" Zins/ Geld und Kapital in Palästina Von Bankier Hermann E11 e r n (Tel-Awiw) Wir entnehmen diesen Artikel den neugegründeten „Palästina-Nachrichten". Für diese ganz ausgez°ichnete Zeitschrift, deren Lektüre wir allen Palästina-Interessenten empfehlen, zeichnet der Verlag Köstenbaum, in Berlin-Zehlendorf, Onkel-Tom- Straße 123, als Herausgeber und Dr. Fritz E. Ascher als Schriftleiter. Palästina gehört zum englischen Währungsgebiet. Die Zinssätze, die von den Banken gezahlt werden, gehören zu den niedrigsten innerhalb dieses Gebietes. Die Sätze für langfristige Kapitalsanlagen dagegen sind die höchsten. Der Geldmarkt Palästinas ist überfüttert, und auf dem Kapitalmarkt herrschen Zinssätze, die mit der ganzen Weltgeldlage, insbesondere nicht mit der Situation auf dem englischen Kapitalmarkt, in Einklang zu bringen sind. Während bei den Banken Millionen Pfund Sterling nutzlos herumlagen, wurde im Sommer das Standardpapier des Landes, der 7prozentige Pfandbrief der General Mortgage Bank Ltd. (Hypothekenbank), mit ungefähr 90 Prozent bewertet. Dabei handelt es sich hier zweifellos um ein Papier von unbedingter Sicherheit und erstklassiger ein SoitRengarten am Wörthersee 60 Prozent Fahrtpreisermäßigung. Auskünfte Kurkommission Qualität. Wie ist es erklärlich, daß man hier im Lande noch eine Verzinsung von fast 8 Prozent erzielen konnte, während in London die 31/2- Prozent -Konversionsanleihe über 100 notierte? Seit Juli v. J. haben sich die Verhältnisse etwas gebessert. Der Kurs der Pfandbriefe hat jetzt die Parigrenze erreicht, aber auch damit ist das Zinsniveau weit davon entfernt, ein richtiges Spiegelbild der Wirtschaft des Landes zu geben. Die starke Uebersättigung des Geldmarktes ist durch die große Einwanderung entstanden. Demgegenüber besteht eine Scheu vor langfristiger Kapitalsanlage, die bei genauer'Prüfung durchaus unbegründet erscheint. Der Einwanderer ist zunächst überhaupt skeptisch gegenüber den wirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas. Jeder unbefangene Beobachter jedoch wird recht bald von der Lebensenergie dieses Landes gepackt und gewinnt Vertrauen zu der zukünftigen Entwicklung. Vielfach wollen die ganz Vorsichtigen ihr Geld flüssig halten, um in der Zeit einer Krise billig kaufen zu können. Es ist aber auch eine alte Erfahrung, daß in einer Krise Gelder nicht gesucht, sondern angeboten werden. Die hohen Zinssätze sind überhaupt nur tragbar und werden auch jetzt gezahlt, weil die Geschäfte gut gehen. In Krisenzeiten ermäßigt sich erfahrungsgemäß der Zinssatz. Kapitalien für Neuanlage von Unternehmungen, Bautätigkeit und Handelsgeschäfte werden kaum benötigt, da es ja das Kennzeichen einer Krise ist, daß das Vertrauen zu neuen Unternehmungen fehlt. Es ist also durchaus normal, daß in Krisenzeiten erstklassige Wertpapiere mit fester Verzinsung gesucht werden und im Kurs steigen. Selbst der kritischeste Sachkenner kann jedoch Alt werden und jung bleiben möchte jeder. So schwierig es scheint, es ist dennoch leicht erreichbar durch ständige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorratendes Mittel dazu ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Massagen (Einreibungen) mit Diana-Franzbranntwein erfüllen mit verjüngender Kraft. Ebenso werlvoll sur Mund» und Haarpflege« Und dabei sehr billig. Nehmen Sie nur Diana und weisen Sie wertlose Nachahmungen energisch zurück. Ueberau erhältlich! . keine realen Momente finden, die die Annahme rechtfertigen, daß eine Krise bevorsteht. Es ist erstaunlich, daß selbst in zionistischen Zeitungen von der „bevorstehenden Krise" als etwas Selbstverständlichem gesprochen wird. Gewiß wachsen auch hier die Bäume nicht in den Himmel und auf die Zeit der guten Konjunktur wird es auch Rückschläge geben und eine Zeit der ruhigeren Entwicklungsfolgen. Aber daß der Weg ä la longue bergaufgeht, das fühlt wohl jeder, der an der Entwicklung des Landes teilnimmt. Das schlechte Urteil über Anlagemöglichkeiten in Palästina ist auch dem Umstand zuzuschreiben, daß das Land sich wohl geändert und entwickelt hat, die Methoden der Kapitalwerbung aber n o c h n i c h t. Es ist kein Geheimnis im Ausland, daß die Banken des Landes riesige Vermögen verwalten, die nach Anlage suchen. Man kann daher nieftfc verstehen, daß diese Investierungen in Palästina auch gut sind, wenn das brachliegende Geld davon keinen Gebrauch macht. Wichtig ist es, die Vertrauensbasis zu schaffen und an dem Funktionieren der Kanäle zwischen Geld- und Kapitalmarkt zu arbeiten. So entsteht die Anomalie, daß erste und beste Gesellschaften, wie Palestine Electric Corporation, Jerusalem Electric Power, Pottash Syndcate nach dem Ausland gehen müssen und die Erträgnisse dieser Gesellschaften nach dem Auslande fließen, während Millionen Depositen der Banken fast nutzlos im Lande brachliegen. So soll auch die Stadt Tel-Awiw mit London verhandeln wegen einer Anleihe zu dem relativ hohen Zinsfuß von 5 Prozent, während andererseits im Inlande vielleicht genügend Kapitalisten vorhanden sind, eine solche Anleihe abzunehmen. Ein Versuch müßte wenigstens unternommen werden, die Anleihe hier zu verkaufen, bevor man sich an das Ausland wendet. Es schadet dem Lande, wenn eine offizielle jüdische Behörde sich zu langjährigen Zahlungen nach dem Auslande verpflichtet, solange die Geldsituation derartig ist. Es dürfte heute durchaus die Möglichkeit' zur Schaffung eines tragfähigen Kapitalmarktes gegeben sein. Die Ansätze hierfür sind vorhanden. Dann werden auch ausländische Kapitalisten bald erkennen, daß man in Palästina sein Geld gut verzinslich und relativ sicher anlegen kann. Ebenso wie man französische Wertpapiere in Paris, englische in London kauft, wird man dann dazu kommen, palästinensische Wertpapiere in Palästina durch die bereits in ausreichender Zahl vorhandenen Stellen, die sich damit befassen, wie Banken, Makler und Trustgesellschaften, zu erwerben. Ein gut funktionierender Kapitalmarkt wird der Entwicklung des Landes neue Impulse geben und wichtige industrielle Pläne können dann ausgeführt werden. Auch die überhöhten Preise auf dem Wohnungsmarkt werden dadurch die unbedingt erforderliche Korrektur erfahren. Die schönsten I zu billigsten Pauschalpreisen mit und ohne Landarrangement allmonatlich. 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