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Die neue Welt · 1934-05-04 · Heft 362 (4.5.1934) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 362 (4.5.1934)
Date
1934-05-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIB NEUE WELT Nr. 362 HerzIff/tiKsieflung in Wien Keren Kajemeth und Herzl-Archiv veranstalten anläßlich der 30. Wiederkehr do3 Todestages Theodor Herzls eine Herzl-Gedenkausstellung in den Räumen, Rathausplatz 8 (neben dem Cafe" Reichsrat), die Freitag am 4. Mai, um 11 Uhr vormittags eröffnet wird. In dieser Ausstellung gelangen zur Schau verschiedene Gegenstände aus dem Leben und Wirken Herzls, wie zionistische Literatur, allgemeine Literatur Uber Herzi, Sämtliche Werke Herzls aus verschiedenen Zeiten, unbekannte Bilder, Flugschriften, Briefe und Dokumente, die Theodor Herzl im Interesse des Zionismus mit ver- «chiedenen Staatsmännern und Politikern, Schriftstellern Und Journalisten gewechselt hat. In dieser Ausstellung wird erstmalig an Hand dieser aus den Beständen verschiedener Institutionen und Privatpersonen beigestellten Herzl-Erinnerungen der Werdegang Herzls, seine Leistungen in der Judensache und die seiner Freunde und Mitarbeiter dargestellt. Anschließend daran findet in einem zweiten Räume eine Ausstellung des Keren Kajemeth zu Ehren des Begründers und unermüdlichen Arbeiters für diese Institution, Johann Kremenezky, statt. In diesem Räume werden Gegenstände. Bilder und Dokumente, die auf das Wachstum und Werden des Keren Kajemeth Bezug haben, ausgestellt. Zu erwähnen wäre noch der Entwurf eines in Tel-Awiw geplanten Herzl-Instituts, der von zwei Wiener Künstlern stammt, vom Bildhauer Felix Weiß und Architekten Dr. Ing. J. Mond, das einst das schriftliche Pantheon des Zionismus werden soll. Die Ausstellung dauert vom 4. Mai bis zum 10. Mai und ist allgemein zugänglich. Sinkende Kriminalität in Palästina Aus Jerusalem: Der Chef der Palästina-Polizei, Major S p i c e r, tritt in einem offiziellen Kommunique" der in der arabischen Presse aufgestellten tendenziösen Behauptung entgegen, die Kriminalität in Palästina sei mit der Verstärkung der jüdischen Einwanderung gestiegen. An Hand ofiziellen statistischen Materials stellt der Polizeibericht dieser Behauptung gegenüber fest, daß die Zahl der Kriminalfälle in Palästina seit 1929 um über 50 Prozent gesunken ist. Während 1929 27.527 Kriminalfälle registriert wurden, waren es 1933 nur noch 12.602. 1000 deutsch-jüdische Familien in den alten Kolonien Palästinas Aus J erusalem: Wie das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth) der J. T.-A. mitteilt, haben über tausend jüdische Familien aus Deutschland in den alten Kolonien auf Nationalfondsboden Beschäftigung gefunden. Ein Teil von diesen wird sich in den Kolonien dauernd niederlassen, ein anderer Teil wird nach gründlicher landwirtschaftlicher Ausbildung an neuen Siedlungspunkten seßhaft gemacht werden. Prozentnorm für ausländische Aerzte in Palästina Wie au3 Kreisen der Palästina-Regierung mitgeteilt wird, sollen mit Rücksicht auf die lieberfüllung des Aerztestandes in Palästina vom September an neue einschränkende Bestimmungen für die Zulassung zur ärztlichen Praxis in Kraft gesetzt werden. Den neuen Bestimmungen zufolge darf die Zahl neu zuzulassender Aerzte nichtpalästinensischer Staatsangehörigkeit nur 25 Prozent aller neu Zuzulassenden betragen. Diese Bestimmung erstreckt sich auch auf diejenigen Aerzte, die als Kapitalisten mit einem Eigenkapital von mindestens 1000 Pfund einwandern. Da zur Erwerbung der palästinensischen Landesangehörigkeit ein mindestens zweijähriger ununterbrochener Aufenthalt im Lande erforderlich ist, werden somit neu einwandernde Aerzte im allgemeinen zwei Jahre v/arten müssen, bis sie zur Praxis zugelassen werden. Viele der aus Deutschland eingewanderten jüdischen Aerzte geben in letzter Zeit angesichts des Aerzteüberflusses ihren Beruf auf und wenden sich verschiedenen neuen Berufen, darunter auch der Landarbeit In den Kolonien und den Kwuzoth, zu. Wauchope soll versetzt werden Die Zeitungen in Bagdad brachten Mitteilungen, wonach der High Commiasioner für Palästina General Sir Arthur Wauchope nach dem Irak versetzt werden und seine Stelle in Jerusalem Herr Humphrys einnehmen soll. Das Londoner Kolonialamt bestreitet die Richtigkeit dieser Mitteilung. Wie aus Bagdad telegraphiert wird, besteht die Presse des Irak unbeschadet des Londoner Dementis auf der Richtigkeit ihrer Information und erklärt, es bestehe in London die Absicht, das palästinensische Verwaltungssystem im Hinblick auf bevorstehende politische Aenderungen — Proklamierung des Emirs Abdullah zum König von Palästina und T r a n s J o r d a n i e n — umzugestalten. Expreß-Güterverkehr nach der Levante der I. D. D. S. G., der Ende April neu aufgenommen wurde. Reisedauer ab Wien nur: Nach Istanbul zirka 7 Tage; nach Piräus, Saloniki, Alexandrien zirka 9 Tage; nach Beirut, Haifa zirka 10 Tage. Stadtsammelstelle für diesen Expreß- Levante verkehr: Ullmann, Rink & Co., Wien, I., Kurrentgasse 12, Tel. U-22-2-54. Dortselbst auch alle einschlägigen Auskünfte. _Hotel Smetana Bad Luhacovice Mähren Gegründet 1872 Haus mit 50 gut eingerichteten Zimtnern, fließendem Wasser, in zentraler Lage, Cafe* und Restaurant im Hause, streng rituelle Verpflegung. Preise für die Vorsaison: Zimmer mit kompletter Verpflegung von Ki1 Kl aufwäit-: Ein Zionist Leiter des Telegraph- und Telephon- Departements des Britischen Reiches Aus London: In Verfolg der Neuordnung im Postverwaltungswesen des Britischen Reiches wurde Leon Simon, der bekannte Zionist u^d Hebräist, zum Leiter des Departements für Telegraph- und Telephonwesen ernannt. Leon Simon ist seit vielen Jahren im britischen Postwesen führend tätig. Holländisch-Indlen will keine deutschen Juden Aus Amsterdam: In der ersten Kammer des holländischen Parlaments kam in einigen Anfragen das Problem der etwaigen Ansiedlung aus Deutschland ausgewanderter Juden in Holländisch-Indien zur Sprache. In Beantwortung dieser Anfragen erklärte Ministerpräsident H. Colyn, daß die Regierung den Plänen zur Ansiedlung ausgewanderter Juden in Holländisch-Indien und im besonderen in Surinam ablehnend gegenübersteht. Eine judaistische Lehrkanzel in Estland Aus Dorpat: In Anwesenheit des Rektors und des gesamten Professorenkollegiums fand die feierliche Inauguration der neugeschaffenen Lehrkanzel für judaistische Wissenschaften an der Universität Dorpat statt. Der Inhaber der Lehrkanzel, Prof. Gulkowitsch, der früher an der Universität Leipzig tätig war, hielt seine Antrittsvorlesung über das Thema „Die Entwicklung des Wortes .Chassid' im T'nach". Ring der AltemHerrens Verbände Vor 25 Jahren wurde in Wien der Ring der Zionistischen A.-H.-Verbände gegründet. Nicht nur um dem Bedürfnisse nach Zusammenschluß der absolvierten zionistischen Akademiker Rechnung zu tragen, sondern auch um es allen Berufsgruppen der A. H. zu ermöglichen, ihre eigensten Standeafragen und -Sorgen im Freundeskreise zu beraten und zu besprechen. Vor allem aber, um die zionistischen Absolventen der Hochschulen dem zionistischen Leben zu erhalten. Denn es hatte sich gezeigt, daß die zionistischen Studenten knapp nach Beendigung ihrer Studien gar keinen Kontakt mehr mit den zionistischen Organisationen hielten und dem zionistischen Leben mit einer unbegreiflichen Gleichgültigkeit gegenüberstanden. Der Weltkrieg hat das erfolgreiche Wirken des Ringes unterbunden. Erst einige Jahre nach seinem Ende nahmen einige A. H. die Weiterführung der Arbelten mutig auf. Sie standen vollkommen geänderten Verhältnissen gegenüber. Die Balfour- Doklaratlon erlassen, der Zionismus zur Realität geworden, aber die Mitglieder des RlngeB zum größten Teile In alle Teile der alten Monarchie zerstoben, die Frage des Nachwuchses der zionistischen Akademikerschaft ernstlich bedroht. Mit der fortschreitenden Entwicklung In Palästina begann eine zunehmende Zersplitterung der Organisation In Partelen, aber um so notwendiger wurde der Ring als neutrales zionistisches Forum. Nach wenigen gutbesuchten Versammlungen und glänzenden Vorträgen flaute aber das Interesse der A. H. wieder ab, Der Verband vegetierte, utn erst wieder nach den THrcisnissen im März 1983 ungeahnten Zuzug zu erhalten. Die gemeinsamen Sorgen veraolajttea hunderte Mitglieder, an den Versammlungen dieser Zeit teilzunehmen. Aber die rasch aufgeflackerte Anteilnahme an den Geschicken des Ringes erlahmte. Wieder haben sich einige beherzte Männer gefunden, die den Weiterbestand des Ringes garantieren wollen, weil jetzt, m3hr denn je, der zionistische Akademiker Rückhalt, Vertretung seiner bedrohten Interessen braucht. Für Montag, den 14. Mai, ist die ordontliche Generalversammlung ins Caf4 „Altes Rathaus" einberufen. Jedes Mitglied, das der Ueberzeugung ist, daß ein starker Verband der beste Vertreter seiner Interessen ist, wird erscheinen. Exweltmeister Dr. Emanuol Lasker spricht am 3. Mal um halb 9 Uhr abends im Klubheim des Sportklubs „Hakoah", Wien, I., Wiesingerstraße 11, über Psychologie des Spiels. Zion. Bezirks-Sektion I — Sportklub Hakoah, Wien. Der „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" veranstaltet im September, wie im Vorjahre, eine große Helden* gedenkfeier Im Rahmen dieser Feier werden vom „Bund, jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" Gräber auf dem Heldenfriedhof mit Grabsteinen geschmückt, da der „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" es als seine heilige Pflicht ansieht, auf diese Welse seine Dankesschuld an die toten Helden abzustatten. Das Protektorat dieser Aktion hat das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde von Wien übernommen. Jüdische Kunststelle (Kulturstelle). II., Aspernbrückengasse 2, B-48-2-91 Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für folgend« Theater zur Verfügung: Bundestheater, Deutsches Volkstheater, Stadttheater, Scala, Kammerspiele, Raimund-Theater, Theater an der Wien. Konzert Adolf Busch am 16. Mai. Neue Mitglieder für die Saison 1934/35 sind noch für den Rest dieser Saison bezugsberechtigt. Ausstellung Wilhelm Wachtel in Brünn. Zum ersten Male hatte das Brünner Publikum Gelegenheit, eine Auslese von Werken Wilhelm Wachtels kennenzulernen. Diese Ausstellung bietet in ihrer Gesamtheit ein o rh obendos Bild des aufstrebenden jungen Palästina. Sonne, Licht und Farbe durchfluten die Landschaft, freudige Arbeit und frohe Zuversicht pulsieren in den Gestalten und im Ausdruck der dargestellten jungen Arbeiter. Wilhejm Wachtel ist der begeisterte Schllderer unserer „Neuen Menschen". Als Ausgangspunkt zu dieser neuen Welt wirkt in erschütternder Tragik und leider in immerwährender Aktualität das bekannte Bild „Christus in der P o g r o m g a s s e", das monumentale Werk Wilhelm Wachtels. Die Ausstellung Ist in den Räumen des Kunstgewerbemuseums In der Husova ul. untergebracht und wird bis einschließlich 10. Mal dem Püblikum zugänglich sein. Konzertsänrcer J. Segal-Itosonbach als Kundfunktenor. Der hebräische Liedersänger J. Segal-Rosenbach, derzeit auf einer Konzerttournee in der Tschechoslowakei, welcher In. Brünn am 24. Februar d. J. Im Radio sang, wird am 17. d. M. wieder Im BrUnner Rundfunk im Rahmen des Konzertes „Reise durch Orient" hebräische palästinensische Lieder bringen. (Dieses Konzert wurde von sämtlichen tschechoslowakischen Sendern Ubertragon.) Ueberdles verpflichtete der BrUnner Rundfunk Herrn J. Segal-Rosenbach für ein Konzert italienischer Opernarien und italienischer Lieder für den 15. Mai d. J. von 21.15 Uhr bis 21.3 5. Auch der MKhr.- Ostrauer Sender hat Herrn ,T. Segal-Rosenbach für Anfang Juni dieses Jahres eingeladen. Wir freuen uns, daß der Erfolg dieses jüdischen Künstlers viel zur Popularisierung des hebräischen palästinensischen Liedes beiträgt. Temesvaror Jüdischer Gesangverein „Hazamlr" in Jugoslawien. Der Gesangverein „H a z a m 1 r" und der Temesvarer Serbische Gesangverein veranstalteten in Belgrad ein gemeinsames Knnzort unter dein Protektorate der Königin Mari» von Jugoslawien. Die beiden Vereine wurden UerzllchÄ empfangen. Auf die Begrüßunxaa antwortete» in. Hamen 4Ü

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