Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 358 (20.4.1934)
- Date
- 1934-04-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 358 DIE NEUE WELT Seite T argen, wenn er gewisse Gelegenheiten zur Auffüllung seiner Kasse wahrnimmt; aber, daß er B/jx wettkämpfe veranstaltet, um an deren Billetteingängen beteiligt zu sein, wird auch ein wohlwollendes Gemüt nicht sehr geschmackvoll finden. In Verfolg dieser Linie könnte er dann auch bet Stierkämpfen als Veranstalter aufscheinen." Jüdische Kunststelle II., Aspernbrückengasse 2. Tel. R-48-2-91. Büro: 9—6 Uhr. Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für fast alle Wiener Theater zur Verfügung, vornehmlich für die folgenden: Bundestheater, Deutsches Volkstheater, Scala, Kammerspiele, Raimundtheater usw. — Vormerkungen zum Konzert Adolf Busch werden schon jetzt entgegengenommen. Konzert am 16. Mai im Großen Konzerthaussaal. Jüdisdte Kulturstelle (3Ha) Die „Jüdische Kulturstelle" (JKa) hat sich die Aufgabe gestellt, als Zentrale jüdischer Bildungsarbeit durch Zusammenschluß und Förderung aller jüdischen wissenschaftlichen und künstlerischen Organisationen jüdische Kultur in die breiten Massen zu tragen. Es haben sich folgende Organisationen der JKa angeschlossen: Verein zur Förderung jüdischer Musik, Jüdischer Gesangverein, Verein für jüdische Geschichte und Literatur, Jüdische Kunststelle, Jüdisches Volksheim, Volksbibliothek Zion, Theatergruppe des Klubs Erez-Israel. Das Arbeitsgebiet der JKa umfaßt u. a.: Veranstaltung volkstümlicher Abende in den Wiener Bezirken und wissenschaftlicher Vorträge. Musikkurse und Konzerte, Gründung eines jüdischen Volkskonservatoriums, Chorvereinigungen, Ausgabe eines jüdischen Liederbuches, eine eigene Theatengruppe, Sprechchöre, Vorträge. Verbreitung des jüdischen Buches durch Bibliotheken und Gründung einer jüdischen Buchgemeinschaft. Führungen durch Kunststätten und Veranstaltung von Ausstellungen. Jedes Mitglied der JKa erwirbt auch das Recht auf den Bezug von Theater- und Konzerbkarten zu ermäßigtem Preis im Wege der eigenen Kunststelle. — Der Jahresbeitrag beträgt S 2.50. Anmeldungen sind zu richten an die jüdische Kulturstelle (JKa), Wien, II., Aspernbrückengasse 2, Telephon R-48-2-91. HebräisdiaJüdisdies Konzert flavid Tendier (Bariton) und Max Lichtmann (Tenor) veranstalten Mittwoch, den 25. April, halb 8 Uhr, Im Ingenieur- und Architektenverein, Eschenbachgasse 9, einen Konzertabend, an welchem Lieder und Duette von Milner, Engel, Brandmann usw. zum Vortrag gelangen. Karten in der Adm. der „Neuen Welt", II., Untere Augartenstraße 38, und in der Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah". Sanistag, 21. April, 20 Uhr: Erich Mann liest aus den Werken von BUlik, Tunkeier und Scholem Alejchem. Verbandsheim, II., Taborstraße Nr. 1. Kammerspiele: „Wo war ich heute nacht?" Olga Scheinpflugova, die bekannte Salondame des Prager Theaters, zeichnet als Autorin und man muß anerkennen, daß sie mit sicherem Griff alles erfaßt, was bewährt und bühnenwirksam ist. Außerdem stehen den Kammerspielen zwei glänzende Schauspieler wie Hans Thimig als Professor in tausend Verlegenheiten und Gisela W e r De - zirk in der Bombenrolle der Hausmeisterin, die alles weiß, sich in alles dreinmischt und alles zu einem Happy end führt, zu Verfügung. Es ist also nicht nur ein Heiterkeitserfolg, sondern vornehmlich ein Erfolg dieser zwei ganz großen Künstler. Scala: „Ritter Blaubarts achte Frau" von Alfred Savoir. Dieses Lustspiel ist bereits seinerzeit oft über die Bretter des Deutschen Volkstheaters gegangen. Man führt es jetzt der neuen Salondame Annemarie Hegener zuliebe wieder auf. Man muß sagen, daß ihr die Zähmung des bärbeißigen modernen Ritter Blaubarts Pension .Austria' Kinderheim Vöslau (OLGA KADI8CH) JlgermayerstraB« 10 - Tolephon Nr. 141 Für Dauerand Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassige Verköstigung. Mütterliche Pflege. Mäßige Preise! «Wirt für gQeglBd! (Es ift für »tele grauen meift nirfjt Ieidjt, mit bem i*)nen 3ur 93erfüßunß ftef)euben ^ausfialtunösbuböet bas Sfuslangeu äu finben. fl&et bas mu& gelernt merben. Denn wenn bie grau metjr ©elb 6raud)t, als tf)r ber 3ttann geöeu famt, entftefien SMffetenaen, bie bas Ijarmonifcfje 3ufammenle6en ftören. Äfoge unb erfahrene grauen miffen fid) au Reifen, fte fparen butä) günftigen (Einfauf. unb ftajern fo ben grteben unb bas ©Iücf ifjrer (£&e. Stile, bie rea> nen muffen, laufen barjer alles aur 83efleibungf ür Mann, grau unb Äiftb fomte alles für bie Sßirtfdjaft in SBiens „SBatenfiaus ber Sparfamen"... bei Scfjiffmattn. 3 e tj t bringt Sdjiffmamt befonbere Dffafionen in neuen grüf)* jahrssStoffeu jeber Slrt aus 2BoUe unb Seibe, elegante mobernc 9KänteI, Äleiber, Sd)U&e unb $>ütc in oerläfjlict) guten Qualitäten 311 ganj frefonbers billigen greifen, gür jeben ©efcfjmatf finb aftuelle Scfjlager auf ßager.- So jum ©eifpiel: Stfjottcn* unb ÄarosStöffe, für Äleiber unb SBlufen.....S SReinaoHsKIeibetftoff, ÄarosDef* fins, 70 cm, per 50leter . . . S Smccb«$anama, reine SBolle, 100. breit...........S Sowie" «lief, reine 2Botte, 100 breit...........S SportsaHantelftoff, flotte $ef; fins, 140 Breit........S Grepe s Sßnnama für elegante grüfjjarjrsfleiber, reine Sßolle, 100 cm........... . S Sljetlanb für SKäntel unb £0ftüme, 140 breit . . 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Racker), I., Seilergasse 3, Telephon Tel. R-25-0-92, ehestens anmelden. Abfahrt österreichischer Chaiuzim Das P a 1 fyst i n a - A;m t W i e n teilt mit: Die Abfahrt österreichischer Chaiuzim nach Erez Israel, die früher für den. 24. April d. J. geplant war, erfolgt Montag, den 23. April, um 21.30 Uhr ab Wien (Südbahnhof') . Die Chaiuzim treffen Dienstag früh in Triest ein, übernachten im dortigen, Emigrantenheim und werden sich Mittwoch, den 25. d. M. auf dem Dampfer „Gerusalemme" eineinschiffen. Touristik- und Skiklub „Hakoah". Ausflugsprogramm für Sonntag, den 22; April: 1. Wienerwald. Anninger. Zusammenkunft: 9 Uhr Mauer. Weiterfahrt nach Mödling. Führer: Ernst Grab. 2. Freie Wanderung. Zusammenkunft: 9 Uhr Endstation der Stadtbahn in Hütteldorf. Führer: Ernst Korber. 3. Kletterkura. Peilstein. Zusammenkunft: Samstag, den 21. April, Vj3 Uhr Mauer. Leiter: Meißner. — Voranzeige: Samstag, den 28. April bis 1. Mai: 1. Skitour Hochschwab. Fahrt mit Sonderautobus. Fahrpreis S 18.—. Führer: Paul Schwarz. 2. Wanderung. Gebiet der E i s.e nerzer Alpen. Abfahrt Samstag, den 28. April. Fahrpreis S .15.60. Führer: Dr. Ernst Mandler. Voranmeldungen bis 24. April im Klubhelm, I., Wieslngerstraße 11, Telephon R-25-0-10. Turnverein Makkabi II. Am 20. März fand die diesjährige Generalversammlung statt. Obmann Otto C a r n i o 1 erstattete einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit im letzten Vereinsjahr. Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Lage und des Abfalles bewährter Mitarbeiter könnte der Betrieb voll aufrechterhalten werden. Infolge der Erwerbung eines eigenen Heimes konnte auch kulturelle Arbelt geleistet werden. Hierauf hielt der Präsident des Makkabi-Kreises in Oesterreich, Herr Ing. Wasservogel, einen Vortrag über die kulturelle Bedeutung des jüdischen Sports. Anschließend erstattete Prof. Reiß den Turnbericht. Der Kassenbericht des Kassiers Braun wurde zur Kenntnis genommen. Dem scheidenden Ausschuß wurde für seine erfolgreiche und aufbauende Tätigkeit der besondere Dank der Mitglieder ausgesprochen und bei der Neuwahl der alte Ausschuß einstimmig wiedergewählt. Dank der Reaktivierung einiger vorzüglicher Turner weist der Verein wieder eine hervorragende erste Riege auf. VereBiisnadii'idftten Sportamt der „Judäa", IX., Alserstraße 26. Wir erlauben uns, unsere Mitglieder und Freunde zu unserer vom 17. bis 22. Mai 1934 stattfindenden Pfingstreise nach Budapes t hoflichst einzuladen. Preis: S 32.—. Inbegriffen sind: Hin- und Rückfahrt (Schiff), Unterkunft und Verpflegung in Budapest (drei reichliche Mahlzeiten täglich), eventuell Führungen. Anmeldungen und Auskünfte: Montag bis Donnerstag. 18 bis 20 Uhr, im Zentralheim der „Judäa", IX., Alserstraße 26, Telephon A-25-2-28. Anmeldeschluß: 25. April. „Theologla", Verein jüdischer Hochschuler. an der isr. theol. Lehranstalt. Am 12. April d. J. hielt die „Theologia" ihre Generalversammlung ab. Den Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Semester erstattete der scheidende Präsident Kollege Ochs. In Würdigung der großen Verdienste des zurücktretenden Präsidenten David Ochs wurde beschlossen, auf seinen Namen einen Baum in Erez Israel zu spenden. .Nachdem dem zurücktretenden Ausschuß das Absolutorium erteilt und ihm für seine Arbelt gedankt worden war, wurde einstimmig der folgende Ausschuß gewählt: Mechel Patron (Präsident), Markus GUnsberg (1. Vizepräsident), Maurycy Levin (2. Vizepräsident); B. Groß (Kassier); I. Berkovits (Sekretär); H. Mermelstein (Kulturr6fct*6iit) Legitimlstlsche Jüdische Frontkämpfer. Die Bezirksgruppe Josefstadt der Legitimistischen Jüdischen Frontkämpfer (im Eisernen Ring) lädt alle gfcichgesinnten Kameraden ihres Bezirkes zu einer Besprechung ein, die kommenden Montag, den 23. April d. J„ pünktlich um 8 Uhr abends im Cafe' Kolonnaden, I., Rathausplatz 4, stattfindet. — Eintritt nur gegen egitimation! Verband der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos", Wien, II., Leopoldsgasse 16, Telephon A-46-0-15. Auf Grund einer jüngst erlassenen Verordnung wird sämtlichen Notstandsunterstützten wöchentlich ein Betrag von S 1.— abgezogen, wogegen diese Unterstützten einen Gutschein auf ein bestimmtes Quantum Selchfleisch erhalten. Ueber Intervention des „Schomre Schabbos" hat der Leiter der Industriellen Bezirks-, kommlssion angeordnet, daß bei jenen jüdischen Notstandsunterstützten, die eine streng religiöse Lebensführung nachweisen und daher das ihnen zugewiesene Selchfleisch nicht verwenden könnten, dieser Abzug, nicht vorgenommen wird. Bescheinigungen über den streng religiösen Lebenswandel werden vom Sekretariat des Verbandes der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos", Wien, II., Leopoldsgasse 16, ausgestellt. Hlstadruth Iwrith ist ,in ihr neu adaptiertes Heim, II., Kleine Mohrengasse 3 (Bibliotn% Zion), Ubersiedelt. Von nun ab Zuerst: Pa Basti na- Reiseberatung, dann Palästinareisen (veranstaltet für ihre Mitglieder) „PAG", Kreditkassa und Wirtschaftsvereinigung für den Warenaustausch mit Palästina, reg. Gen. m. b. H., Wien, I., Capitlrangaase 2 /bei Marlahilferstraße 31). Spi erstunden : Montag bis Freitag, nur von 9 bis 12 Uhr. Der //ElfenbeinpaIa§t/# des KönHg§ Adiab Unausgesetzt bringen die wissenschaftlichen Grabungen In Palästina erstaunliche neue Zeugnisse für die Kultur vergangener Jahrtausende zutage, die hier in eigentümlichen Schichtungen und verflochtenen Lagerungen im Schoß der Erde ruhen. Die bedeutsamsten Entdeckungen und Funde des letzten Jahres, die erst kürzlich abgeschlossen wurden, sind der Spatenarbeit zu danken, die durch gemeinsame Bemühung der amerikanischen Harvard-Universität und der Universität zu Jerusalem in Sebastije, hoch oben in den Bergen von Samaria, durchgeführt worden ist. Der Ort hat die Archäologen von jeher beschäftigt. Wir befinden uns hier auf dem Boden des alten Schornron, das König Omri von Israel gegen Ende des 10. Jahrhunderts v. Chr. (um 925) als die neue Hauptstadt seines Reiches gründete. Man wußte immer schon von dieser denkwürdigen Stätte: daß Omri seinen Herrschersitz mit starken Befestigungen versehen, daß sein Sohn und Nachfolger A c h a b diese Anlage erweitert, und daß, als das alte Schomron längst in Schutt versunken war, Herodes der Große, nun im 1. Jahrhundert v. Chr., gleichsam über den Trümmern eine •römische Stadt errichtet hat, die er zu Ehren seines mächtigen Protektors in Italien „S e b a s t i a" nannte (denn Sebastos bedeutet griechisch dasselbe wie Augustus lateinisch). Die Säulenstumpfe dieser berodianischen Stadt, die sich bis heute erhielten, gaben seit jeher Kunde davon, daJß hier ein römisches Forum stand. Man begann den Boden aufzureißen, und es gelang, eine ganze Reihe wichtiger Einzelheiten freizulegen. Aber zum Kern der Geheimnisse, die die Bergkuppe in sich schloß, ist man erst jetzt vorgedrungen: zu den Resten jener alten jüdischen Königsstadt des 10. und 9. vorchristlichen Jahrhunderts. Dabei kamen Ergebnisse ans Licht, die alle Erwartungen weit Ubertrafen. Von der Straße, die von Jerusalem nordwärts nach Nazareth führt, zweigt hinter Nablus ein holpriger Seitenweg ab zu dem phantastisch gelegenen Araberdorf „Sebastije", wie es jetzt heißt, das sich wie ein altes Räubernest die kahle Höhe hinaufzieht. Durch Sand und Steingebröckel geht es, dann durch die gewundenen engen Gassen mit ihren weißgetünchten niedrigen Behausungen. Jenseits des Ortes empfängt uns eine Stätte, die seit langen Jahrhunderten Verehrung genießt. Dunkle Ueberlieferungen umschweben sie. Die Römer neigten sich hier vor einem Heiligtum der Persephone. In frühchristlicher Zeit glaubte man, daß an dieser Stelle das Haupt Johannes des Täufers begraben sei. Die Kreuzfahrer bauten darum auf den Trümmern eines älteren Gotteshauses eine Johanneskirche. Die Araber machten daraus eine Moschee. Die antike Säule im Hof, die gotischen Spitzbogenportale, der mohammedanlscne Betraum — das verträgt sich ohne weiteres miteinander. Nun steigen wir weiter aufwärts, über ein breites Bergplateau, das den Dorfbewohnern heute als Dreschtenne dient, zu dem in mehreren Terrassen aufgeschichteten Hügel der Akropolis. Das Mauerwerk der riesigen Feste, die Omri-Achab bauen ließ, ist an mehreren Stellen freigelegt. Es gehört zu den eindrucksvollsten Architekturwerken so früher Zeit. Gewaltige Quadern, von schmalen, geglätteten Rändern umzogen, sind mit äußerster Präzision ohne Bindemittel Ubereinandergetürmt. Uneinnehmbare Wandungen steigen senkrecht aus den Vertiefungen der herum gezogenen Gräben. Man staunt Uber die Erfahrung und meisterhafte Geschicklichkeit der Bauhandwerker, die so vollkommene Arbeit lieferten. Wie derartige Mauern überdies technisch bewerkstelligt wurden, bleibt ein Rätsel. Dos Verblüffendste ist ein runder, türm artiger Ausbau, bei dem die Korrektheit in der Aneinanderfügung der nach innen schmaler werdenden Steinblöcke in mehreren Lagen höchste Bewunderung erregt. Der Bau ist von großartiger Schönheit. Wie die Rundung abgezirkelt ist, wie die absolute Zweckgerechtigkeit ganz von selbst die ausgeglichenste Harmonie der Formgebung mit sich bringt, das ergibt ein unvergleichliches Bild. Doch mit der Aufdeckung dieses zyklopischen Gemäuers erschöpft sich das Gelingen der letzten Grabungen nicht. Man stieß in die Eingeweide des Burghügels vor, und den Schatzgräbern fiel reiche Beute anheim. König A c h a b gehörte zu denen, denen die rein geistig erfaßte Gottheit Jehovas nicht genügte, er wollte sinnlich greifbarere Symbole des Glaubens und förderte unbedenklich, von den Propheten gehaßt und verwünscht, den von Syrien her übernommenen Kult des Baal und der Ast arte. Davon erzählen Funde, die man gemacht hat. Aber sie brachten noch mehr ans Tageslicht. Die Ueberlieferung berichtet, daß der König sich einen „E1 f e n b e i n p a 1 a s t" gebaut habe. Und nun fand man mannigfache Reate kunstvoller Möbelbeschläge aus diesem schimmernden Material, das dem Altertum an Wert dem Gold gleichzukommen schien. Es sind durchbrochene Elfenbeinplatten und -längsstreifen, aus denen in zierlichster Arbeit figürliches und dekoratives Schmuckwerk herausgesägt wurde — durchaus den ähnlichen Stücken entsprechend, die man früher schon In Aegypten, auf Kreta und in Mesopotamien gefunden hat. Der Charakter des Elfenbeindekors von Schomron deutet nach Aegypten, Sphinxgestalten spielen dabei eine Rolle. Im provisorischen Ausgrabungsmuseum der englischen Mandatsregierung zu Jerusalem — ein pompöser Neubau am Ostrande der Altstadt, soeben fertiggestellt, harrt der Inneneinrichtung — shid diese interessanten Zeugnisse altisraelitischen Königsluxus jetzt im Hauptsaal ausgestellt.