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Die neue Welt · 1934-03-16 · Heft 349 (16.3.1934) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 349 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 340 DIE NEUE WELT Seite 5 >re schönste Fahrt nach PALÄSTINA mit unserer Gesellschahsreise! 1. Zu Ostern am 19. März mit dem grandiosen Luxusmotorschiff „Vulcania" (24.000 Tonnen), zurück entweder mit der „Roma" (33.000 Tonnen), „Vulcania", „Gerusalemme" (Jerusalem) (12.000 Tonnen) oder „Tel Aviv". 2. Zur Levantemcsse, Pfingsten und das entzückende Erstlingsfest in Haifa am 30. April mit der „Vulcania" und zurück entweder mit der , Roma", „Vulcania" „Gerusalemme" oder „Tel Aviv". Preise je nach der Kombination ab: ö. S 494.— ö. S 760.— ö. S 1235.— III. Klasse II. Klasse I. Klas3e Für Einzelreisende Schiff- und Bahnkarten. Anmeldungen und Auskünfte: NORDISCHES REISEBÜRO (Palästina-Abteilung: Reiseleitung) N. M. Racker Wien, I., Seilergasse 3 (Ecke Graben- Stephansplatz), Telephon R-25-0-92. Prospekte und Offerte zur gefälligen Verfügung. Jederzeit genaue Informationen. 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Länger als ein Jahr hat ein großer Teil der zionistischen Presse darauf verzichtet, sich mit diesem, von Palästina abgetrennten und so den Juden geraubten Landstrich zu beschäftigen. Nun zwingen vor allem innerpolitische Veränderungen in Transjordanien, dieses Problem wieder aufzurollen. Vor kurzem hatte Transjordanien einen Regierungswechsel zu verzeichnen. Die hauptsächlich aus extrem nationalistischen Elementen bestehende Regierung („IstaklaT'-Partei) ist vom Emir Abdullah beseitigt und durch Mitglieder der gemäßigten transjordanischen „Volkspartei" rekonstruiert worden. Bald darauf hat der Emir auch das Parlament aufgelöst, in welchem die frühere Regierung über «ine Mehrheit verfügte, und Neuwahlen ausgeschrieben. Der Hauptgrund dieser beiden Verfügungen liegt darin, daß die Mehrheit des früheren Parlaments das Gesetz betreffs Verbotes transjordanischen B o d e n v e r k auf s an fremde Staatsbürger, vor allem an Juden, gestützt hat. Der Emir Abdullah erklärte offen, daß er ein Gesetz nicht annehmen könne, das geeignet sei, sein Land von der großen Welt zu isolieren. Die unerhörte Not in Transjordanien zwinge dazu, das Hereinkommen der Juden ins Land zu beschleunigen. Es handle sich nur darum, politisch daa Heft in der Hand zu behalten. Die neue Regierung Transjordaniens ist ein gefügiges Werkzeug in den Händen des Emir. Alle neuernannten Minister mußten dem Emir den Treuschwur leisten, daß sie sich in den Staatsangelegenheiten seinem Willen fügen. Der Emir ging zunächst daran, die „IstaklaV'-Partei, deren Mitglieder zum großen Teil keine ständigen Bewohner Transjordaniens, sondern nomadisierende Syrier sind, niederzuhalten. Nur auf Grund der Intervention des palästinensischen Oberkommissärs Sir Arthur Wauchope, der gleichzeitig Oberkommissär über Transjordanien ist und dessen Protektion die radikal-extremistischen Istaklal-Anhänger in Anspruch nahmen, unterließ Emir Abdullah eine strengere Behandlung dieser arabischen Hetzer. Die Mehrheit der gegenwärtigen Regierung ist ein warmer Anhänger der jüdischen Kolonisation Transjordaniens, weil sie überzeugt ist, daß ohne Juden das Land sich aus dem Elend und der Not nicht aufraffen werde. Eine große Rolle im antizionistischen Sinn spielen hier die palästinensischen arabischen Nationalisten, die andauernd von einer jüdischen Gefahr für das arabische Transjordanien sprechen. Allerdings machen sich Anzeichen dafür bemerkbar, daß die Angst der transjordanischen Einwohner vor dem Terror der arabischen chauvinistischen Führer in Palästina und deren Anhänger in Transjordanien desto schwächer wird, je fühlbarer sich der Hunger und die Not machen. Vor kurzem hat der Scheich eine der größten Stämme Transjordaniens den Großmufti von Jerusalem besucht und von ihm Hilfe gefordert. Der Großmufti mußte ihm erklären, daß er das wenige Geld, das er auf seiner panarabischen Tournee gesammelt habe, für die dringendsten Bedürfnisse seiner palästinensischen Landsleute benötige. Diese Antwort beginnt scheinbar die transjordanischen Araber zur Besinnung zu bringen. Die wirtschaftliche Lage TransJordaniens ist tatsächlich eine verzweifelte. Schon seit drei Jahren gibt es dort Mißernten. Es gibt weite Landstrecken, die mangels Saat nicht bebaut werden konnten. In großen Gebieten herrscht Hunger und unbeschreibliche Armut. Mittellungen aus Amman £Haoptatadt Transjordaniena) zufolge bat daa Haupt des Stammes Bney Sakkr gedroht, sein Gebiet an die Juden zu verkaufen, wenn ihm nicht von arabischer Seite Hilfe zuteil werden sollte. Auch Angehörige der reichsten und mächtigsten Stämme sind nicht in der Lage, sich des Hungers zu erwehren. In manchen Gegenden herrschen Seuchen, ja sogar Hungerpest. Die Menschen sterben auf der Straße. Die Hilfskomitees, denen u. a. der Emir Abdul iah, der Oberkommissär Sir Arthur Wauchope und englische Truppenkommandanten angehören, vermögen nicht die Lage radikal zu bessern. Der Vorsitzende des Moslemitischen Rates soll auf einen Hilferuf geantwortet haben, daß die proarabische Propaganda in Indien nur geringe Erfolge aufzuweisen hatte, daher kein Geld verfügbar sei. Unter diesen Umständen ist die Frage einer jüdischen Kolonisation in Transjordanien weiterhin aktuell. Dies begreift man nun auch in fast allen Bevölkerungskreisen des Landes. L Zu Pessach billig nach ▲ P O L E N Ä Auskünfte: E. FERSTEL (Dr. S.Tocker), I, Kärntnerring 12. Tel. U-40-301 NORDISCHES REISEBUREAU, I. Sellergasse 3 Todesurteil an einem Mörder lacobis vollstreckt Aus Jerusalem: In der Zitadelle von Acco wurde das Todesurteil an dem Araber Mustafa El-Ali, einem der beiden Mörder des jüdischen Kolonisten Joseph Jacobi und seines neunjährigen Sohnes David, vollstreckt. Der zweite Mörder wurde bekanntlich zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. David Yellin 70 Jahre alt Aus Jerusalem: Die Hebräische Universität in Jerusalem hat ihren Lektor Dr. David Yellin aus Anlaß seines 7 0. Geburtstages zum Ehrenpröfessor ernannt. Unter dem Vorsitz von M. M. Usischkin fand zu Ehren Yellins ein Banket statt, an dem 140 Persönlichkeiten des Jischuw teilnahmen. — David Yellin wurde 1864 in Jerusalem geboren und 1882 Lehrer an der Alliance-Schule. Er veröffentlichte zahlreiche Lehr- und Lesebücher in hebräischer Sprache, die ersten für Hebräisch als lebende Sprache. Jahrzehntelang lehrte er an der Lämmel-Schule und am Lehrerseminar des Hilfsvereins der deutschen Juden, späterhin wurde er Leiter des von der Zionistischen Organisation gegründeten hebräischen Lehrerseminars. An der Universität wirkt er als Dozent für hebräische Poesie. 1920 wurde er von der Regierung zum Vizebürgermeister von Jerusalem ernannt. 1920 bis 1928 war er Präsident des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas). Wetterharte Menschen fürchten keinen Regen, keinen Sturm, keine Anstrengung, denn sie verwenden ständig zur Pflege und zur Stählung ihres Körpers den vielfach bewährten DIANA- FRANZBRANNTWEIN mit Menthol Kräftigt durch tägliche Einreibungen (Massagen) Muskeln und Sehnen, erhöht Elastizität und Ausdauer, erfüllt mit verjüngender Frische. Ebenso wertvoll zur Mund* und Haarpllag« In Jedem besseren Geschäfte erhältlich verlangen Sie ausdrücklich ,,0 I A N A" und nehmen Sie nur „DIANA"! Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen! Anklage gegen Benzion Katz Aus Jerusalem wird gemeldet: Nach einer Meldung des „Haarez" hat der Gerichtsrat von Palästina beim Höchsten Gericht eine Anklage gegen den hebräischen Schriftsteller Benzion Katz erhoben, der in der einmalig erschienenen Zeitung „Hasman" (25. Februar) eine Reihe von Artikeln über den Mordprozeß Ar« losoroff veröffentlicht hat. Laut Meinung des Gerichts enthalten Benzion Katz' Artikel Material, das den Gang der Untersuchung im genannten Prozeß hat beeinflussen können und in welchem eine Herabsetzung dea Gerichts erblickt werden kann. Erste PalästinasTigarren auf dem Markte Aus Jerusalem: Die von der jüdischen Firma „Brüder de Haas" aus Hamburg in Haifa begründete Zigarren- und Zigarettenfabrik hat ihre ersten Produkte — die ersten dieser Art in Palästina überhaupt — auf den Markt gebracht. Zionistische Funktionäre aus dem Irak ausgewiesen Aus Jerusalem: Die Vertreter der zionistischen Fonds in Basra, Irak, wurden von den Behörden aufgefordert, sofort das Land zu verlassen. Die Ausweisung erfolgte, weil die Funktionäre Aufrufe verteilten, in denen zur Unterstützung des jüdischen Aufbauwerks in Palästina aufgefordert wurde. Eine zionistische Organisation besteht in Irak nicht. Die zionistische Arbeit wird in diesem Lande inoffiziell geführt. Ultimatum der Revisionistischen Union an den Waad Leumi Die J. T. A. meldet: Die Exekutive der Weltunion der Zionisten-Revisionisten hat dem Merkas der Revisionisten Palästinas telegraphisch den Auftrag erteilt, dem Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) folgende Forderung vorzulegen: „Das Fortdauern der vom linken Flügel gegen unsere um Gleichberechtigung kämpfenden Arbeiter verübten Gewalttaten zwingt uns, vom Waad Leumi zu verlangen, daß er die Anwendung von Gewalt seitens linksstehender Kreise öffentlich verurteile und die Gleichberechtigung von Histadruth (Allgemeiner Arbeiterverband Palästinas) und Irgun (Arbeiterorganisation der Revisionisten und Betarim) sowie der Arbeitsvermittlungsstellen beider Organisationen anerkenne." Gleichzeitig wurde der Palästina-Merkas der Revisionisten beauftragt, telegraphisch Bericht darüber zu erstatten, ob der Waad Leumi diese Forderung angenommen habe. Sollte die Exekutive der Weltunion bis zum 15. März nicht im Besitze einer positiven Antwort sein, so werde sich die Union „zu dem Schlüsse genötigt sehen, daß im organisierten Jischuw kein Sinn für Fairness vorhanden ist, und gezwungen sein, alle Revisionisten zum Austritt aus der Knesseth Israel, der öffentlich anerkannten Korporation der palästinensischen Judenheit, aufzufordern". Zur Hintanhaltung von Arbeitskonflikten Aus Jerusalem: Eine vom Waad Leumi (Jüdischen Nationalrat) eingesetzte, aus Samuel Shuchowizki, David Remez und Supraski bestehende Kommission hat einen Plan zur Hintanhaltung von Arbeitskonflikten ausgearbeitet, der die nächste Session der Nationalversammlung (Assefath Haniwcharim) beschäftigen wird. Ein ständiges Schiedsgericht zur Behebung der Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird geschaffen, welches nach bestimmten Richtlinien hinsichtlich Lohnhöhe, Arbeitsbedingungen, Kündigungsfristen, Krankenversicherung usw. urteilen soll. In jedem Arbeitszentrum wird ein Arbeitsbüro errichtet, dessen Mitglieder von Arbeitgebern und Arbeitnehmern proportionell bestimmt werden. Die Vorsitzenden ernennt das Zentralbüro beim Waad Leumi. Hauptprinzip soll sein: Recht auf Arbeit für jeden jüdischen Arbeitsmenschen ohne Rücksicht auf seine parteiische Zugehörigkeit und politischen Anschuungen; Arbeitszuteilung erfolgt ausschließlich durch Vermittlung eines organisierten autoritativen Arbeitsamtes. Das zentrale Arbeitsbüro setzt Sich aus neun Personen zusammen, von denen drei durch die Arbeitgeber, drei durch die Arbeitnehmer und drei durch beide Parteien gewählt werden. t

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