Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 347 (9.3.1934)
- Date
- 1934-03-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Seite 5 Es kann nichts Besseres geben... um zu „Pessach" den Festtisch damit zu schmücken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das bette und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt! Ein Versuch wird Sie Uberzeugen! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad - Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt I Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte Schniidr Mazzoth SPEZIAL ■ MARKE 99Ni B/Ä griAs^farvel! Zentrole: N. Brodetzki, 11, Leopoid«ai$e 43 Tel. A-46-1-90 A-00-2-G3 A-48-4-48 In allen besseren Geschäften erhältlich! Was ■'§* mit Tran§jordaiuen? Einwanderungsverbot für Juden unzulässig In unserer letzten Nummer haben wir gemeldet, daß der Ex-Khedive von Aegypten Abbas Hilmi vom Emir Abdullah von Transjordanien den Landstrich Charel-Chabad gepachtet habe, um auf ihm Araber anzusiedeln. Damit ist die Frage über die Zulässigkeit der jüdischen Einwanderung nach Transjordanien wieder aktuell geworden. Man weiß, daß die Palästina-Regierung in der Praxis eine jüdische Einwanderung oder Besiedlung in Transjordanien nicht zuläßt und sich hiebei auf gewisse Bestimmungen beruft. Oft genug schon haben Sachverständige diese Rechtslage als falsch, mit den verschiedenen Verträgen im Widerspruch stehend bewiesen. Dr. Ernst Marcus (Berlin) nimmt nun wieder eine juristische Beurteilung der Sachlage vor: Die englische Note an den Völkerbundrat vom 16. September 1922 enthält ausdrücklich die Bestimmung, daß „Großbritannien die volle Verantwortung für Transjordanien als Mandatarmacht übernehme und es auf sich nehme, daß Bestimmungen, wie sie für die Verwaltung jenes Gebietes in Uebereinstimmung mit Art. 25 des Mandates getroffen werden, nicht unvereinbar sein werden mit jenen Bestimmungen des Mandates, welche in Transjordanien außer Kraft gesetzt sind". Der Völkerbundrat hat diese Note bestätigt. Sie stellt also geltendes Recht dar und verpflichtet Großbritannien, alle Maßnahmen zu verhindern, die dem Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina schädlich sein können. Daß dazu eine Schlechterstellung jüdischer Einwanderer palästinensischer Nationalität gegenüber anderen Einwanderern gehört, bedarf keiner näheren Begründung. Darüber hinaus würden generell alle diejenigen Maßnahmen der Transjordanischen Regierung betroffen sein, welche den Aufbau des Jüdischen Nationalheims politisch oder wirtschaftlich erschweren. Außer Kraft gesetzt sind für Trans Jordanien lediglich die Erleichterungen, welche der Errichtung des jüdischen Nationalheims dienlich sind, aber die transjordanische Regierung hat, weil Transjordanien rechtlich unter dem Palästina-Mandat steht und insoweit mit Palästina eine Einheit bildet, nicht die Freiheit erhalten, den Aufbau des jüdischen Nationalheims direkt oder mittelbar zu erschweren. Dazu ist die Verbindung zwischen Zis- und Transjordanien politisch und wirtschaftlich zu eng. Es gibt noch einen zweiten Faktor zur Beurteilung der juristischen Sachlage — den Anglo-Transjordanischen Die nächsten Palästma*Rei§en Am 19. März ab Wien Uber Rom und Neapel mit der „Vulcania" zu Pe§sadi in Jerusalem _ Am 10. April ab Wien über Triest mit der „Italla" zur LevantesSViesse in TeUAwiw Veranstaltet vom Verein Reisender Kaufleute Oesterreichs Fremdenverkehr»diew»t_ Billige Arrangements / Auskünfte und Prospekte: REISEBÜRO «MARI EN BRÜCKE» (Palästina-Dienst, Leitung Berta Taubes), Wien I, Rotenturmstraße 20, Telephon R-24-2-86 und R-24-2-87 Vertrag vom Jahre 1928. Dieser Vertrag änderte den Zustand nicht, den nur eine entsprechende Aenderung des Palästinamandats beenden könnte. Sowohl vor dem Rat wie vor der permanenten Mandatskommission haben aber die englischen Vertreter wiederholt und hartnäckig das Vorliegen einer Mandatsänderung nach Abschluß des Vertrages von 1928 bestritten. Der Rat schloß sich diesem englischen Standpunkt an. Das bedeutet in der Praxis die Aufrechterhaltung des Palästinamandates und der Bestimmungen des britischen Memorandums von 1922 für das durch den Vertrag von 1928 selbständig gewordene Transjordanien. Bleiben diese Bestimmungen in Kraft, dann ist ein Ein Wanderung sverbot für Juden nach Transjordanien rechtlich unzulässig. In der 13. Session der Mandatskommission mußte angesichts der Haltung der Mandatskommission zu dem Anglo-Transjordanischen Vertrag von 1928 vom englischen Vertreter erklärt werden, daß für die Juden lediglich dieselben Bin w a nderungsbestimmung e n gelten sollen wie für andere Ausländer. Faßt man dieses Material zusammen, so kommt man zu dem Schluß, daß die Juden dasselbe Recht haben, in Transjordanien Boden zu kaufen und ihn zu besiedeln wie der Ausländer Abbas Hilmi. Alt werden und jung bleiben möchte jeder. So schwierig es scheint, es is* dennoch leicht erreichbar durch ständige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorra endes Mittel dazu ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Massagen (Einreibungen) mit Diana-Franzbranntwein ei füllen mit verjüngender Kraft. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege» Und dabei sehr billig. Nehmen Sie nur Diana und weisen cie werllose Nachahmungen energisch zurück. Ueberall erhältlichl H Reue über das Transfer» Abkommen Palästina und Hitler-Deutschland Auf Grund statistischer Daten aus deutschen Quellen kommt der bekannte nationalökonomische Publizist Dr. Fritz Markus (Haifa) in der palästinensischen Zeitung „Haaretz" zu folgenden Ausführungen: Einzelne Artikel des deutschen Exports nach Palästina im Jahre 1932 haben 6,364.000 M. betragen, dagegen im Jahre 1933 die Summe von 10,027.000 M. Das bedeutet, daß gerade im Boykott-Jahr der deutsche Export nach Palästina um 3,663.000 oder 75 Prozent gestiegen ist. Aber die Ziffern drücken noch nicht den ganzen deutschen Export nach Palästina für jene zwei Jahre aus, weil sie sich nur auf jenes Warengebiet bezieht, das eine bestimmte Rolle im allgemeinen Export spielt. In Wirklichkeit ist der deutsche Export nach Palästina noch größer. Man hätte sagen können, daß sich der Export nach Palästina vergrößern müßte, da ja die deutschen Einwanderer ihr Vermögen in Form von Waren einführen. Aber laut Ansicht des Dr. Markus würde sich dadurch der deutsche Import bloß um 40 Prozent vermehrt haben. Dabei muß man wissen, daß der deutsche Export im allgemeinen im Jahre 1933 sich von 5,74 Milliarden auf 1,87 Milliarden reduziert hat, nicht allein wegen de« Boykotts, sondern infolge allgemeiner ökonomischer Ursachen. Palästina war also das einzige Land, das just in jenem Jahr mehr deutsche Waren gekauft hat als früher. Andererseits hat Deutschland im Jahre 1933 aua Palästina mehr Waren eingeführt, und zwar für 5,48 Millionen gegenüber 5,245 Millionen im Jahre 1932; aber das berechtigt noch nicht die gewaltige Vergrößerung des deutschen Exports. Diese Ausführungen eines hervorragenden Fachmannes verdienen besondere Aufmerksamkeit. Im übrigen läßt sich nach Mitteilungen der verantwortlichen palästinensischen Presse schließen, daß der jüdische Jischuw Reue über das Transfer-Abkommen mit Hitler-Deutschland empfindet, welches den antideutschen Boykott in Palästina geschwächt und dem Land selbst nichts geboten hat. Ueber 100*000 Pfund Schaden beim Brand in Jaffa Aus Jaffa: Wie sich jetzt herausstellt, war der durch den letzten großen Brand in Jaffa, bei dem ein jüdischer Holzlagerplatz in Brammen aufging, verursachte Schaden bedeutend größer, als ursprünglich angenommen wurde. Nicht nur der Holzlagerplatz und die auf ihm aufgestapelten ungeheuren Vorräte, darunter eine Million Kisten für Orangenverpackung, ein Fünftel des Bedarfes für die ganze Saison, sondern auch einige an den Lagerplatz angrenzende Häuser wurden eingeäschert, bis es den vereinigten Anstrengungen der freiwilligen Feuerwenr aus Tel-Awiw, der Jaffaer Polizei und der englischen Garnison gelang, den Brand zu lokalisieren. Der Schaden wird auf über 100.000 Pfund geschätzt. lieber Tausend jüdische Arbeiter bei der LevanteaMesse beschäftigt Aus Tel-Awiw: Bei denn Vorbereitungsarbeiten für die Levante-Messe in Tel-Awiw, die im nächsten Monat eröffnet wird, sind über tausend jüdische Arbeiter beschäftigt. Die Hälfte von ihnen arbeitet auf dem Mesae- Gelände selbst am Bau des-Pavillons und der sonstigen Messegebäude. Keine jüdischen Arbeiter beim Bau des Hauptpostamtes in Jerusalem Aus Jerusalem: Auf einer in der Hauptverkehrsstraße in Jerusalem, der Jaffastraße, zentral gelegenen Baustelle wurde mit den Vorarbeiten zum Bau des neuen Hauptpostamtes begonnen. Die Durchführung der Erdaushebung wurde einem christlich-arabischen Unternehmer übertragen. 50 Arbeiter, unter ihnen kein einziger Jude, wurden aufgenommen. Bankengarantie für Einwanderer der Kapitalistenklasse Aus Jerusalem: Nach langwierigen Verhandlungen ist es der zionistischen Exekutive gelungen, bei der Regierung eine Vermehrung der Zahl der Banken, die berechtigt sind, Bürgschaftserklärungen für Einwanderung der Kapitalistenklasse auszustellen, durchzusetzen. Im November 1933 hat die Regierung angeordnet, daß nur fünf Banken, nämlich die Anglo Palestine Bank, die Barclays Bank, die Ottomanische Bank, die Banco di Roma und die Arabische Bank das Recht haben sollten, Garantien für die Bewerber um Niederlassung in Palästina zu leisten. Die Exekutive hatte diese Einschränkung, die für viele gesunde Bankinstitute prestigeschädigend wirkte, von Anfang an bekämpft. Es waren auch umständliche Kapitalsübertragungen notwendig, wenn Bewerber um Einwanderung, die Kapital in einer anderen Bank eingelegt hatten, sich um einen Bürgschaftsausweis bemühten. Nunmehr hat der High Commissioner verfügt, daß sämtliche Bankinstitute, die seit mindestens zehn Jahren in Palästina bestehen und ein eingezahltes Kapital von mindestens 10.000 Pfund besitzen sowie sämtliche Banken, die ein eingezahltes Kapital von über 25.000 Pfund besitzen, ohne Rücksicht auf die Dauer ihres Bestehens das Recht erhalten, Bürgschaftsbescheinigungen für Einwanderer auszustellen. 45 jüdische Rechtsanwälte zur Ausländerzulassungsprüfung in Palästina Aus Jerusalem: Zu der als Vorbedingung für die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs in Palästina vorgesehenen überaus schweren Zulassungsprüfung für ausländische Rechtsanwälte haben sich für den nächsten Termin 45 jüdische und 5 arabische Anwälte angemeldet. Die jüdischen Kandidaten sind zu einem großen Teil Einwanderer aus Deutschland. Der größere Teil der eingewanderten Juristen hat sich infolge der schweren Bedingungen für die Zulassung zum Rechtsanwaltsberuf veranlaßt gesehen, zu neuen Berufen überzugehen. Die schönste Fahrt nach Palästina Zu besonders festlicher Gelegenheit bringt Sie in den nächsten Wochen die Sonderfahrt der „Vulcania" nach Palästina. Zur Levantemesse in Tel-Awiw, zur Pfingstfeier, zum Erstlingsfest (Chag Habikurim) in Haifa. Die Rückfahrt erfolgt je nach Wunsch mit dem Riesenmotorschiff „Vulcania" der Cosulich Line, dem Ozeandampfer „R o m a", der .,11 a 1 i a" oder aber mit dem neu eingestellten Dampfer des „Lloyd Triestino", „G e r u s a 1 e m m e". Die Reiseleitung liegt in den Händen des Herrn N. Racker, Nordisches Reisebüro, Wien, L, Seiler« gas«« 3,