Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 347 (9.3.1934)
- Date
- 1934-03-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 347 WER PROBT - DER LOBT ^^^mmtmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm die seit vielen Jahren mit Recht so beliebten, besonders schmackhaften STQUM-MAZZOTH die von Tausenden allen anderen Marken vorgezogen werden. Der verwöhnte Geschmack schätzt besonders die Welt« ruf genielende, hervorragend delikate Spezialität: ..Runde STRUM-MAZZOTH II Auch das Passachfest 1934 wird fm Ztichen der „Strum-Mazzoth" stehen. „StrUHI-MazZOth" werden nach einem besonderen Verfahren mit speziellen, patentamtlich geschützten Maschinen (Oefen) auf elektrischem Wege unter Bedienung von nur fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern erzeugt. Der gesamte Produktionsprozeß steht unter ständiger Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der israelitischen Kultusgemeinde. Die genaueste Einhaltung der streng orthodoxen Kaechruth-Vorschrlften wird von Sr. Ehrwttrden Herrn Oberrabblrter Babad überwacht. Verlangen Sie daher Überall nur Merken Sie sich: Jedes Paket trägt die Stampiglie „H. Strum". Wir garantieren für frische Ware, Erzeugung 1934111 Besonders gut munden STRUM- MAZZOTH -Grieß und -Farvel H.STRUM,V/IEN II Vom „Strum" die runden! Rotensterngasse 11 / Tel. R-41 -8-71 Masioth- Backerel Weltoffensive gegen die Juden Aus Berlin: Auf einem vom Außenpolitischen Amt der NSDAP, für das Diplomatische Korps und die Berliner Vertreter der ausländischen Presse veranstalteten Vortragsabend sprach Reichsinnenminister Dr. Frick über die Rassengesetzgebung des Dritten Reiches. Unter den Gästen befanden sich der gegenwärtig in Berlin weilende griechische Wirtschaftsminister Pezmazoglou, die Gesandten von Ungarn, Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Irland, Estland, Brasilien, Polen und Persien. Nach einer Eröffnungsansprache des Chefs des Außenpolitischen Amtes der NSDAP. Alfred Rosenberg führte Innenminister Dr. Frick aus: Wer den Sinn der deutschen Revolution von 1933 verstehen will, muß wissen, daß sie das Ziel hat: „Deutschland den Deutschen unter deutscher' Führung!"; Bis zur nationalen Erhebung wurden. die Träger der nationalsozialistischen Bewegung verfolgt, verfemt und linterdrückt von einem System, das im wesentlichen ein gefügiges Werkzeug in der Hand einer artühd volksfremden Rasse war. Die nationale Revölütiön befreite das deutsche Volk von diesem art-: fremden Einfluß, der gleichermaßen die deutsche Politik, Kultur, Wirtschaft, Finanz, Presse, Theater, Film und Rundfunk, die Parteien und das öffentliche Leben in verhängnisvollster Weise beherrschte und lähmte... Es war in Deutschland durch Partei- und Parlamentsherrschaft urfd vor allem durch ihr Geld im November 1918 eine zwar zahlenmäßig geringe, aber politisch und sozial sehr einflußreiche, dem deutschen Volke artfremde Rasse zur Macht gekommen, deren Angehörige zum Teil erst seit wenigen Jahren das Gastrecht des deutschen Volkes genossen: die jüdische Rasse. Der Minister setzte hierauf auseinander, daß wichtige Öffentliche A e m t e r und Berufe durch die J u d e n überfremdet waren und daß diese in den wichtigsten politischen und sozialen Kreisen des Reiches bestimmenden oder überwiegenden Einfluß gehabt hätten. Frick wandte sich der Besprechung der deutschen Gesetzgebung auf der Grundlage des Rassenprinzips zu, wobei er vorausschickte, daß diese Gesetze sich in keiner Weise gegen die Ausübung der jüdischen Religion oder die Freiheit des jüdischen Glaubens richten. Auch habe das Deutsche Reich niemals an eine zwangsweise Aussiedlung der Juden gedacht. Daher sind die Angriffe gegen die deutschen Gesetze und insbesondere gegen die Einführung des sogenannten „Arierparagraphen" völlig unbegründet. Er geht unmittelbar auf nationalsozialistisches Gedankengut zurück. Nach Punkt 6 des Programms der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei soll „jedes öffentliche Amt, gleichgültig welcher Art, gleich, ob im Reich, Land oder Gemeinde, nur durch Staatsbürger bekleidet werden". Staatsbürger kann nach Punkt 4 des Programms nur sein, „wer Volksgenosse ist". Volksgenosse wieder „kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein". Von Anfang an waren es namentlich die Juden selbst und eine Anzahl von vermeintlichen „Menschenfreunden" in der ganzen Welt, die das harte Schicksal beklagen; das die Juden in Deutschland betroffen habe. Gerade in dieser . Beziehung ist aber wohl im Laufe der Zeit eine ruhigere Beurteilung des Problems eingetreten. Auch anderwärts findet Deutschland allmählich Verständnis dafür, daß die Deutschen sich nicht dauernd der Macht einer fremden Rasse beugen wollen, die über die ganze Weijt zerstreut und schon darum international eingestellt ist, aber gleichwohl in allen Ländern der Erde zusammenhält und ihre eigenen Interessen auf Kosten aller Völker der Welt mit äußerster Zähigkeit, mit allen Mitteln und mit größter Rücksichtslosigkeit verfolgt» In anderen Ländern hat man oft das gleiche Ergebnis wie in Deutschland auf a,nderem Wege angestrebt und auch erreicht, und in der Praxis, ohne den Gesetzgeber zu bemühen, die Juden oder andere Volks- und Rassenangehörige aus Staatsstellungen entfernt oder sie dazu überhaupt nicht oder doch nicht in dem Maße zugelassen, wie es in Deutschland seit dem November 1918 geschehen ist. In dem Rechtsstaat Deutschland war nur der gesetzliche Weg möglich. Die deutsche Rassengesetzgebung will kein Urteil fällen über die Güte und den Wert anderer. Völker und anderer Rassen. Aber wir Deutschen möchten meinen, daß auch andere stolze Völker auf dem gleichen Standpunkt stehen und grundsätzlich ebenso Wert darauf legen, ihre rassische Zusammensetzung möglichst unverfälscht und unvermischt zu erhalten. Vom Standpunkt des Volkes, der Nation aus gesehen, muß das, was dem einzelnen zugemutet wird, zurücktreten gegenüber den Notwendigkeiten Jder Gesunderhaltung des Stammes, der Rasse und des Volkes... Mag der einzelne leiden, ja selbst vergehen — wir können und wollen ihm unsere menschliche Teilnahme, unser Mitgefühl nicht versagen! Sein Opfer aber ist notwendig, damit der Quell klar bleibe, aus dem Tausende, Millionen, ja ein ganzes Volk Gesundheit, Leben und Zukunft trinken. Osterreise nach Polen y, Czernowltz 28. März bis 15. April Krakau S 57.-/Lemberg S 90.-/CzernowitzS108.- Auskünfte, Piosp.: Reisedieost ..Czernowltzer Allq. Zeitung", I., Schulerstr. 1, Stadtbüio . Der Tag", i el. R-21-6-78 RaUebureau I. B. U. T., I., Karlap'atz 1 - Tel. U-44-5-79 Gegen die Verhetzung? Das Organ des niederösterreichischen .Bauernbundes „Der Bauernbündler" bringt in seiner letzten Nummer unter der Aufschrift „Recht hat er" die nachstehende Zuschrift: „Es wird über den drückenden jüdischen Kapitalismus allgemein Klage geführt. Wo liegt die Ursache? Wer hat die Schuld? Die christlichen Bauern selbst. Trotzdem die auf reeller, christlicher Basis aufgebauten Lagerhäuser errichtet sind, führen sie ihre Fechsungen zum Juden. Das Sprichwort heißt: ,Die Schweißtropfen des Bauern werden goldene Perlen.' Richtig wäre es ja, aber den Bauern bleiben nur die Schweißtropfen, die goldenen Perlen hat der Jude. Auch die mit Mühe und Plage erworbenen Groschen wandern in den jüdischen Geldsack, um dann mit demselben die ganze Welt zu beherrschen. Fast sämtliche Konfessionen helfen bei den Feldarbeiten mit, nur ein Jude nicht. Die Folgen haben sich schon bewiesen; denn die Juden fahren mit dem Auto und der Bauer kann mit seinen schwieligen Händen und abgerackertern Körper mit dem Schiebkarren fahren. Wenn sie nicht selbst zur Einsicht kommen, geschieht ihnen recht." ' Die österreichische Regierung bezeichnet es als eine ihrer Hauptaufgaben, der Verhetzung der Bevölkerungsgruppen gegeneinander ein Ende zu bereiten. Während die gesamte Bevölkerung, welche sich nach innerem Brieden sehnt, die Bemühungen der Regierung um Beruhigung des Landes freudig begrüßt, scheint dies bei einzelnen, mit der Aufsicht über die Presse betrauten amtlichen Stellen nicht der Fall zu sein, denn sonst wäre es nicht möglich, daß solche, jeder sachlichen Begründung entbehrende Schmähartikel anstandslos erscheinen dürfen, Von der Jüdischen Volkspartei Oesterreichs Zur Volkszählung März 1934 Die Leitung der Volkspartei ersucht um Veröffentlichung folgender Mitteilung: In nächster Zeit wird in Oesterreich die allgemeine Vo 1 k s z ä h 1 u n g mit dem 22. März als Stichtag durchgeführt werden. Die Fragebogen, welche von den Parteien auszufüllen sind, enthalten lediglich die Frage nach der sprachlichen Zugehörigkeit, nicht aber nach der Volkszugehörigkeit. Die Leitung der Jüdischen Volkspartei stellt mit Bedauern fest, daß hiedurch jenen Juden, die sich der jüdischen Nation zugehörig fUhlen, die Möglichkeit genommen ist, sich aus Anlaß der Volkszählung zu ihrer Nation zu bekennen. Anderseits muß die Leitung der Jüdischen Volkspartei davor warnen, durch unzutreffende Ausfüllung Irgend einer Rubrik — etwa Oer Rubrik „sprachliche Zugehörigkeit" oder durch im Fragebogen nicht vorgesehene Zusätze — die nationale Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen zu wollen. Das sind untaugliche Mittel. Falsche Angaben sind strafbar und zusätzliche, im Fragebogen nicht vorgesehene Angaben bleiben unberücksichtigt. Es ist unumgängliche Pflicht, die von der Behörde gestellten Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. ,Idi kann nfdif schweigen!' Zum Mordprozeß Arlosoroff Gleich nach der Ermordung Dr. Chaim Arlosoroff s hat eine ungeheure Hetze der palästinensischen Führer der sozialistischen Arbeiterorganisation „Histad r u t h" gegen alle jene eingesetzt, welche die These, daß die verdächtigen Revisionisten Stawsky und Rosenblatt die Täter seien, nicht annehmen wollten. Die ersten Wochen der Untersuchung hatten nichts gegen die Beschuldigten ergeben, im Gegenteil: die von der Behörde vorgelegten Beweise erwiesen sich im Licht sachlicher Kritik als unstichhältig. Damals schon trat der bekannte Publizist Benzion Katz (Tel-Awiw) in einer Reihe von Artikeln unter dem Sammelnamen „I c h kann nicht schweigen" für die Beschuldigten ein und begann damit einen verdienstvollen Kampf auch gegen die unterirdischen Mächte, die verhinderten, anderen Spuren in diesem Kriminalprozeß nachzugehen. Wiederum sind Monate vergangen. Die Suche nach den wirklichen Mördern Arlosoroffs ist in ein neues Stadium getreten. Und wiederum erhebt Benzion Katz seine Stimme. Man erfährt aus seinen jüngsten Ausführungen neue Dinge über die Art, wie die Histädrüth- Führer, bzw. die Helfer der Frau Arlosoroff ,die jüdischen Beschuldigten in die dunklen Kammern dieses Prozesses getrieben haben. Benzion Katz erklärt in seiner „Die neue Dreyfus-Affäre" betitelten Artikelserie: „Nachdem Abraham Stawsky, einer der des Mordes an Arlosoroff Beschuldigten, verhaftet worden war, hat die Exekutive der erweiterten Jewish Agency (d. h. die Zionistische Exekutive) von ihrer Kassa, die ja die Kassa des ganzen jüdischen Volkes ist, einen bestimmten Betrag zur Führung des Zivilprozesses der Frau Arlosoroff gegen die vermeintlichen Mörder bewilligt. Die beiden Advokaten Joseph und H o r w i t z bekommen also Honorar von der jüdischen Volkskassa dafür, daß sie eine Beschuldigungsaktion gegen diejenigen führen, welche auf die Anklagebank gesetzt wurden." „Das V\ vor sieben Monaten geschehen und niemand ist dagegen aufgetreten, obwohl zu jener Zeit in der Zionistischen Exekutive auch der thoratreue „Misrachi" vertreten war, der doch hier schon auf Grund religiöser Gesetze und Vorschriften (zur Anschuldigung gehören mindestens zwei Tatzeugen) hätte vorgehen sollen. Diese sonderbare Tatsache läßt sich nur dadurch erklären, daß damals knapp nach dem Mord eine besonders aufgeregte, chaotische Stimmung herrschte. Das jüdische Palästina ohne Ausnahme stand unter dem Einfluß der maßlosen Histadruth-Agitation, welche die Revisionisten als die Täter bezeichnete. Diese Agitation verwirrte auch das Misrachi-Exekutive-Mitglied, so daß es unterließ, sich an das Oberrabblnat in Jerusalem mit der Frage zu wenden, ob man nach jüdischem Recht seine Zustimmung dazu geben darf, daß von der Kassa der Jewish Agency Advokaten bezahlt werden, welche J14 d e n des Mordes beschuldigen können, ohne klare Beweise, auf bloße Verdachtsmomente hin. Die Zionistische Exekutive hat gemäß ihrer eigenen Logik zu Recht erkannt, daß man Volksgelder für Advokaten ausgeben darf, welche die Beschuldigung gegen Stawsky und seine Freunde zu bekräftigen entschlossen waren, weil Frau Arlosoroff sie als die Mörder bezeichnet hat und weil die arabischen „Sandspur-Sachverständigen" diese Zeugenschaft bestätigt haben. So würde man also die beiden jüdischen Jungen dem Henker übergeben können und sagen, daß sie die Strafe verdient haben!" Nach dieser prinzipiellen Einleitung wendet sich Benzion Katz wieder dem Beschuldigungsmaterial zu und setzt jene Widerlegung aller Indizien fort, die er in seiner seinerzeitigen, von tiefem Eindruck begleiteten Artikelserle „Ich kann nicht schweigen!" begonnen hat. LESET UND VERBREITET „DIE NEUE WELT"!