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Die neue Welt · 1934-02-16 · Heft 341 (16.2.1934) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 341 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 341 DIE NEUE WELT Seite 3 Lage sein, jedes Jahr — die englische Regierung denkt anders — 10.000 deutsche Juden nach Palästina zu bringen. Er möchte gerne in der Lage sein. Die anderen FlUchtlingsfunktionäre, insbesondere die Herren der privaten Komitees („Joint" etc.) wichen dem Wort Palästina aus. Auch die. Herren der erweiterten Agency suchten ausschließlich außerpal ästinensische Aut'nahmsländer. Der Hochkommissär legte eine Resolution vor, worin von der Aufbringung neuer Mittel die Rede war. Der Rest war Schweigen. Ein beredtes Schweigen. Etwas geht hinter den Kulissen vor. Die jüdische Welt, die die Geldmittel für die Flüchtlingsaktion aufbringt, hat das Recht, Aufklärung zu verlangen und zu bekommen. // Streit um das Wort //Hallelusa Der Direktor einer höheren Lehranstalt in Berlin, der mit seinen Schülern den Gottesdienst besuchte, ersuchte den Geistlichen, das jüdische Wort „Halleluja" aus der Liturgie zu eliminieren, widrigenfalls er mit seinen Schülern die Kirche verlassen v/ürde. Der Geistliche erklärte ihm, daß die Liturgie nicht geändert werden kann, und bat den Schuldirektor, mit seinen Schülern den Platz doch wenigstens am Ausgang zu nehmen, um beim demonstrativen Verlassen der Kirche arge Störungen zu vermeiden. Das offizielle Organ der evangelischen Kirchenmusiker „Die Kirchenmusi k", dessen Schriftleiter Dr. Franz Bachmann ist, beschimpft natürlich aus diesem Anlasse zuerst die Juden und schreibt: „ ... Es ist in jeder Weise und mit Dank zu begrüßen, daß die deutsche Erde von den verunreinigenden chemischen Einwirkungen einer jeunesse j u i v e in Literatur, Kunst, Musik, Theater, Rundfunk, Gesellschaft, Wirtschaftsleben usw. befreit ist und ihrem Weiterwirken eine Dosis deutscher Art entgegengehalten wird. Das Bedürfnis nach Reinlichkeit ist eine notwendige Reaktion, um Leib und Seele, Herz und Geist, Auge, Ohr, Nase zu entlasten von den Miasmen der Sümpfe. Wir teilen damit dasselbe Gefühl, das die Propheten des Alten Testaments, ein J e s a j a s, ein Jeremias in so gewaltiger Sprache ihrem verlogenen Volke seinerzeit zum Ausdruck gebracht haben." Aber dann bedauert das Blatt dennoch, daß Schulleiter gegen das „Halleluja" demonstrieren, das auf die deutsche Runenschrift zurückzuführen ist. Nach Hermann Wirth blickten die altnordischen Völker zu dem Gotte des Jahres je nach der Jahreszeit verschieden auf und riefen ihn unter verschiedenen Namen an: mit AI nach der Wintersonnenwende, mit El Im Frühjahr, im Hochsommer mit II und r.um Winter mit Ul; diese Namen kommen umgekehrt von: La, Le, Li, Lo, Lu. Dies hat bezug auf die Welt der Walhalla. All das müßte eigentlich ein Direktor wissen, bevor er gegen das Wunderwort „Hallelujah" losstürmt. * „Halleluja" ist ein hebräisches Wort und bedeutet „Preiset Gott". Martin Luther hat es in seine Uebertragung der Bibel unübersetzt übernommen (wie das Wort „Amen") und so ist es in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Der Versuch, das Wort „Halleluja" auf die „altgermanische'* Runenschrift zurückzuführen und die Anrufung von Jesajas und Jeremias bei Anpöbelung der Juden, beweisen, wie verlogen die geistigen Vertreter des Dritten Reiches geworden sind. Kein Schwindel ist ihnen zu plump. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstraße 59, Tel. A-42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt. Den russischen Juden geht es gut ♦ ♦ ♦ Die jiddisch geschriebene Presse in Rußland nimmt den Appell der jüdisch-orthodoxen Agudas Jisroel in Polen an den Präsidenten Roosev c 11, er möge sich der in Rußland verfolgten orthodoxen Juden annehmen, zum Anlaß, um sich gegen eine ausländische Einmischung zugunsten der Juden in Rußland zu verwahren und festzustellen, daß es in Rußland eine Judenfrage heute nicht mehr gibt. Es sei nicht einmal notwendig, daß im Ausland Gelder für Hilfe an notleidende Juden in Rußland gesammelt werden, da die jüdische Bevölkerung hier fast ganz in die Arbeit sfront eingereiht worden ist. Die aus dem Ausland hereinkommenden Dollars nützen wohl jenen kleineren Gruppen, die nicht mehr arbeiten können und mit Hilfe der Dollars Lebensmittel und Waren von Torgsin erhalten können, aber die große Masse der Juden steht in Arbeit und ist v e r s o r g t. Es ist heute anders als vor sieben oder acht Jahren, als es noch große Massen deklassierter Juden gab. Seither aber sind mehr als 200.000 Juden landwirtschaftlich angesiedelt worden, 300,000 Juden sind als Arbeiter in den schweren und in den leichten Industrien beschäftigt, über 200.000 jüdische Familien ernähren sich vom Handwerk, Hunderttausende sind angestellt. Fast in jedem Industriezweig, in allen Regierungsdiensten, in der Armee und in der Marine sind Juden entsprechend ihrer Zahl vertreten; die Zahl der Deklassierten hat sich auf ein Minimum reduzeirt; es sind dies Elemente, die hartnäckig am Privathandel oder an geistlichen Berufen festhalten. Aber auch die religiösen Funktionäre, sofern sie Beamte legaler jüdischer Gemeinden sind, werden nicht daran gehindert, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Gewisse Kreise der jüdischen Bevölkerung benötigen wohl mehr kulturelle Kenntnisse und Erfahrungen, aber auch diese haben genug zu essen. Die Presse tritt scharf den Meldungen ausländischer Zeitungen entgegen, daß 1500 polnische Juden, die in der fernöstlichen Kolonie Biro-Bidschan angesiedelt waren, dem Hunger ausgesetzt waren und zurück nach Polen flüchten mußten. Nach der Meinung der Presse entwickele sich das zukünftige jüdische Land Biro-Bidschan gut. * Wer diese Berichte liest und an sie g 1 a u b t, könnte Lust bekommen, seine Sachen zu packen und nach Sowjetrußland auszuwandern. Die Herren von Moskau sind immer große Künstler der Berichterstattung gewesen. Die wenigen jüdischen Flüchtlinge und^. die vielen jüdischen Briefe, welche über die hermetisch verschlossene Grenze Rußlands zu uns dringen, reden eine ganz andere Sprache. Ministerpräsident Doumergue und die? Juden Der nach den inneren französischen Wirren mit der Bildung der Regierung betraute frühere Präsident der Republik, Gaston Doumergue, hat sich zu wiederholten Gelegenheiten unentwegt als Freund der Juden und des Jüdischen Nationalheims in Palästina hervorgetan. 1863 als Sohn eines protestantischen Kleinpächters geboren, begann er seine Laufbahn als Advokat in der südfranzösischen Kleinstadt Nim es, wo er, um seine geringen Einkünfte als junger Anwalt zu verbessern, die Stelle des Sekretärs der dortigen jüdischen Gemeinde annahm. Die Juden von Nimes bewahren noch von jener Zeit her die beste Erinnerung an ihn. Rasiere dich besser! BILLIGE REISE NACH POLEN! Vom 21. Februar bis 7. Mlrz 1934 —I Lemberg r Oi und retour Li 90.- die einzige schwedische Weltmarke Krakau und retour _ Paß und Visa gratis I Anmeldungen: „Franoopol", Wien HI, Rennweg I, Tel. U-16-4-90 „MarienbrUoke". I, Rotenturmstr. 26, Tel. R-24-2-86 Auskünfte: t. Forstel, I, Kätntnernng 12, Telephon U-40-301 HabimaiSfil Aus Palästina wird berichtet, daß der dort wirkende bekannte Theaterarchitekt Prof. Oskar Kaufmann einen Plan für ein Habima- Theater in Tel-Awiw fertiggestellt hat. Die Habima wird also, da die erforderliche Summe von 30.000 Pfund beschaffbar ist, bald ihr eigenes Heim haben. Eine erfreuliche Meldung! Nicht so erfreulich lauten die Meinungen über die Stilrichtung der Habima, die sich scheinbar noch immer nicht von ihrer intellektuellen Vergangenheit Sowjetrußland emanzipiert hat. Die italienische „Drei Diebe"-Komödie zeigte Maskenerstarrung, Hypertrophie in der Bewegung, Anknüpfung an eine mißverstandene Comedia del' arte. Das erste Stück, dessen Ursprungstext das Hebräische ist, J. D. Berkowics Schauspiel „Er und sein Sohn", läßt jedes Verständnis für dramatischen Impuls vermissen. Tschemerinski, der Nachfolger Zemachs als Führer (und Darsteller des Zaddik im „Dybuk") geriet als Regisseur ins Epische. Was nützen Schauspieler wie Meskin, Bertonow, Klatschkin, wenn die Leitung der Habima zu einer klaren Erkenntnis ihres Darstellungsbereiches, des literarischen und theatralischen, noch nicht gelangt ist! Eine innere Wandlung tut not. Schluß mit dem Schweben im luftleeren Raum. Das eigene Haus verpflichtet zur Abkehr von Experimenten, die nicht Wagemut bedeuten, sondern Unorientiertheit. Juden und die kommunistischen Demonstrationen in Paris. Aus Paris: Bei den blutig verlaufenen kommunistischen Massendemonstrationen in Paris wurden in dem von Juden bewohnten Stadtviertel unter anderem auch mehrere jüdische Geschäfte zerstört. Unter den Verwundeten und Verhafteten befinden sich mehrere Juden. Soweit es sich bei diesen um Ausländer handelt, sollen sie ausgewiesen werden. Minister a» D» Wedgwood über die Parteien in England Aus Jerusalem: Ueber Einladung der Freunde der Universität Jerusalem hat der hier weilende Zionistenfreund Minister a. D. Wedgewood unter Vorsitz von Bialik einen Vortrag über die englischen Parteien gehalten. Er führte aus: „Die.englischen Parteien sind mit den Parteien in anderen Ländern nicht zu vergleichen. Wie englische Regierungen, so haben auch die englischen Parteien ein genau bestimmtes Programm. Und so seltsam es klingt: die Parteien hassen einander nicht. Die Mitglieder verkehren untereinander in freundschaftlichster Weise. Anderseits ist der Zustand nicht mit jenem in Amerika zu vergleichen, wo kein Außenstehender zwischen Republikanern und Demokraten unterscheiden kann und nur weiß, daß die einen bei Abraham Lincoln, die ar"^—^ bei Jefferson schwören. In der englischen Labour Party befinden sich die verschiedensten Elemente: Religiöse Christen, wie Landsbury, die das Königreich Gottes auf die Erde bringen wollen, die Fabier, welche die Welt besser organisieren wollten, und schließlich die Revolutionäre, welche das Kapital enteignen wollen. Das System der Liberalen ist kaum von dem der Labour Party zu unterscheiden.. Praktisch ist auch die Politik der Konservativen nicht viel anders als die der anderen Par- Kriegen zur Weltmacht aufgestiegene Rom an einer Einschränkung der Seleukiden-Herrschaft in Syrien interessiert war. Damals konnte wieder — nachdem es mehr als 400 Jahre hindurch, von 586 bis 141 v. Chr., keinen selbständigen Staat in Judäa gegeben hatte (die winzige jüdische Bevölkerung in Jerusalem und Umgebung, in der hauptsächlich Steuerpächtcr im Solde der ägyptischen Könige ein wenig würdiges Regiment führten, während Samaria, Galiläa und das Küstenland fast ganz heidnisch waren, kam als Gemeinwesen wenig in Betracht) — ein unabhängiges Reich entstehen, wobei die Makkabäer als positiver Faktor die gegebene Lage zu benützen wußten. Bis dahin ist nichts Unvergleichbares in den historischen Begebenheiten. Für Arnos (9, 7) ist das Schicksal Israels analog dem vieler Völker und Ezechiel spricht (20, 12 bis 14) von einer Verwüstung Aegyptens, einer Zerstreuung seiner Bewohner unter den Völkern und einer dereinstigen W i e de rherstellung („nach vierzig Jahren"; Jeremias hatte bei den Juden von 70 Jahren gesprochen — beides runde Zahlen und als Erwartungen aufzufassen, die nicht in Erfüllung kamen) genau mit denrelben Wo r t e n, die in den Weissagungen — d. h. heißen Wünschen — der Propheten für Israel gebraucht wurden. Ebenso Jeremias 48, 47 von Moab; 49, 36 bis 39, von Elam. Nichts Typisches, sondern etwas in der Geschichte nie Dagewesenes und durch nichts Erklärbares wäre die Erscheinung, daß die Juden allein den Monotheismus zum Ziel und Inhalt ihres Lebens gemacht und ihr Schicksal für ewige Zeiten daran geknüpft haben. Aber dies wäre nur dann ein Rätsel, wenn es ein ganzes Volk getan hätte. Das geschah jedoch nicht. Neun Zehntel des jüdischen Volkes haben wie alle Völker gelebt und sind auch gleich ihnen untergegangen. Das Zehntel (oder, wie Jesaja 6, 13 meint, noch weniger), aus dem die Ahnen des späteren Judentums hervorgegangen sind, war die Elite derer, die durch eine besonders erhabene Weltauffassung die Kraft Und die Freude fanden, in der Welt — in der ganzen Welt, In allen Ländern der bewohnten Erde aebon seit dem, achten vorchristlichen Jahrhundert und insbesondere seit dem Aufkommen des Begriffes der „Oikumene" im 3. Jahrhundert v. Chr., ihren Stamm selbst in Not und Leiden zu erhalten. Eine ähnliche Selektion hat sich durch die folgenden Generationen fortgesetzt. Bis auf den heutigen Tag muß man, wenn man vom Schicksal unseres Volkes spricht, unterscheiden zwischen dem von einem kleinen Bruchteil aus idealen Gründen freudig und stolz getragenen und dem mit Unmut von der großen Masse derer erduldeten, die ihr Erbe geringschätzen, es unwillig tragen und als Menschen wie alle anderen notwendigerweise unter den Völkern versickern, wenn sie können, oder unglücklich sind, wenn sie es nicht können. In einer vor vielen Jahren (1911 im „Haschiloach") dargelegten Theorie des physischen Bestandes des Judentums wies ich darauf hin, daß die damals 12 (jetzt 16) Millionen Juden der Welt von den nach meiner Berechnung (im Maximum) etwa 600.000 Juden stammen, die um das Jahr 1500 zusammen in allen Weltteilen existierten, und zwar nicht von allen jenen Vorfahren, da auch von ihnen noch viele als Abtrünnige und Indifferente untergegangen sind, sondern vom kleineren Teil derselben, von denjenigen Familien, die das Judentum als etwas grenzenlos Heiliges höher als das Leben setzten. Schalten wir dabei den irreführenden engen Begriff „Religion" aus, der als etwas Nebelhaftes und Magisches, mit Dogmen Verbundenes aufgefaßt wird. Aber die Triebkraft jener freudigen Bejaher des Lebens und Ueberwinder aller Leiden war im Kern allerdings das (in der Genesis und in den Psalmen gelehrte) Vertrauen auf die Güte und Herrlichkeit dieser von einem einzigen gnadenvollen Gotte ggeleiteten Welt (was Schopenhauer unseren verruchten Optimismus nennt) und auf die von den Propheten gelehrt Bildsamkeit und edle Veranlagung aller Menschen, die zur Erwartung eines künftigen Glückes für alle Menschen berechtigt — eine Weltauffassung, die durch keine noch so traurigen Erfahrungen widerlegt werden kann. Wie kamen die alten Hebräer zu diesen Vorstellungen?, Prof, Brestead meint, daß sie alle aus Aegypten stammen. Aber wenn es auch wahr wäre, so hat doch weder Amenophis IV. noch irgend einer der großen Weisen von Mizraim — ebensowenig wie später irgend einer der großen Denker Griechenlands — es vermocht, eine auch nur kleine Schar von Menschen dafür zu begeistern, daß sie eine noch so edle Lehre für sich und ihre Kindeskinder zum ewigen höheren Motiv ihrer Selbstbehauptung machen. Wenn nun allerdings dies etwas ganz Außerordentliches und Unvergleichbares im Judentum ist, so ist es im Wesen doch etwas ganz Typisches. Ich schalte das Unfaßbare im Judentum eben deshalb aus. weil ich es im Menschlichen, in der Offenbarung des Geistes und Willens reichlich finde. Im Anfang ist der leuchtende und kraftspendende Gedanke. Wo er ist, kann über irgend ein Fatum nicht geklagt werden. Im Dienste an dem zu schaffenden edlen Werke nimmt er auch das Maryrium als etwas Selbstverständliches hin. Wo er nicht ist, ist gleichgültige Materie, deren Wechseln und Vergehen wiederum nur typisch ist, nach einem bekannten Schema abrollt. Auf unseren Fall angewendet, müssen wir sagen: In der Zerstreuung war das numerische Wachsen der Judenheit in den verflossenen Jahrhunderten durch die Ausbreitung der Lebensmöglichkeiten herbeigeführt; die starke Einschränkung derselben wird voraussichtlich eine Schrumpfung zur Folge haben. Unabhängig davon wird der am Lichte der alten Traditionen entzündete neue nationale Lebenswille ein starkes Aufblühen der jüdischen Bevölkerung, wie bestimmt erwartet werden kann, zu beiden Seiten des Jordans stattfinden. Es ist wohl begreiflich, daß die materielle Not in den Massen und die teilweise erschütterte Grundlage der Existenz der Juden der Diaspora die größten Sorgen bereiten. Von höherer Warte jedoch erscheint als das wichtigste Problem das klare Verständnis für die Ziele der Gesamtheit, um beim Wirken für dieselben nicht auf mystische Begriffe, nicht auf Wunder angewiesen zu sein, d. h. untätig bleiben zu müssen. „Wem ein Wunder geschieht, dessen persönliche Verdienste sind um so geringer." Wenn nachträglich das planmäßig Geschaffene eine Glückempfindung auslöst, ist es Zeit zu sagen: Großes hat Gott an uns getan,

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