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Die neue Welt · 1934-02-13 · Heft 340 (13.2.1934) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 340 (13.2.1934)
Date
1934-02-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 340 Palästina für die deutschen Juden In der „Palcstüie Gazette", dem Jerusalemer Amtsblatt der englischen Regierung, wird eine Liste von weiteren 63 jüdischen Aerzten veröffentlicht, die zur Ausübung der Praxis in Palästina zugelassen wurden. Die neu Zugelassenen, unter denen sich auch sechs Aerztinnen befinden, sind «um größten Teil aus Deutschland eingewandert. Die gleiche Ausgabe des Amtsblattes enthalt eine Liste von 18 Zahnärzten, die in letxter Zelt Praxislizenzen erhalten haben. Auch sie stammen anscheinend durchwegs aus Deutschland. Mit der Ausgabe der neuen Lizenzen haben die für ärztliche Praxis die Zahl 1424, die für zahnärztliche Praxis die Zahl 461 erreicht. Noch im Februar wird eine vollständige Liste der gegenwärtig in Palästina praktizierenden Aerzte, Zahnärzte und Apotheker veröffentlicht werden.* In der nördlichsten jüdischen Kolonie Paliitinas, in Metullah, sollen zunächst 50 jüdische Familien aus Deutschland angesiedelt werden. Es verlautet, daß den neuen Siedlern insgesamt 2500 Dtinam zugewiesen werden sollen. Als wirtschaftliche Grundlage der Siedlung sind Viehzucht, Obstbau, Imkerei und Geflügelzucht in Aussicht genommen. Wie man sieht, ist das j ii d i s c h e Palästina (las einzige Land, das die aus Deutschland auswandernden Juden nicht nur aufnehmen, sondern auch mit produktiver Arbeit zu versorgen vermag. Desto nachdrücklicher muß der Kampf gegen die Einschränkung der Einwanderung geführt werden. Mefa GmBmann über aktuelle Fragen Vor seiner Abreise nach Palästina sprach der Vorsitzende der Juder.staatspartei, Meir Großraann, in großen öffentlichen Versammlungen in Warschau und Czernowitz über aktuelle zionistische Probleme. Die Judenstaatspartei bezeichnete er als Träger der Idee von der nationalen Front, der nationalen Disziplin und der nationalen Solidarität. Doch sei seine Partei bereit, überall da mitzuarbeiten, wo eine gemeinsame Front für das allen gemeinsame Ziel geschaffen wird. Der Platz für einen konstruktiven Zionismus müsse allen offenstehen. Wenn es im Interesse des Zionismus notwendig sein sollte, werde die Judenstaatspartei verschwinden. Von der politischen Arbeit in London behauptete Großman, sie sei in Routine erstarrt, deshalb hätten er und seine Partei den Gedanken gefaßt, zur Durchführung der Aufklärungsarbeit eine Aktionsi§ Zjhii Süalssdaen Weltkongreß Von 10. bis 12. Februar hat in Prag eine Sitzung der mittel- und osteuropäischen Mitglieder der Exekutive des Pariser Comitf de Delegations juives stattgefunden. Der Delegiertentäg der Wiener jüdischen Studentenschaft hat der Prager Tagung eine Resolution zukommen lassen, worin die jüdischen Akademiker die Auf rollung des jüdischen Studenten-Problems seitens des Jüdischen Weltkongresses in Genf erbitten. Einstein-Kolonie in Palästina Aus New York: Im Hause des jüdischen Gemeindezentrums in Jersey City versammelten sich Repräsentanten der jüdischen Institutionen aus allen Teilen des Bundesstaates New Jersey, um über die Errichtung einer Kolonie in Palästina, die den Namen von Professor Albert Einstein tragen soll, zu beraten. Es wurde beschlossen, am 25. März einen Empfang zu Ehren Einsteins in Atlantic City zu geben und in der Convention Hall ein Konzert zu veranstalten, dessen Ertrag, der im voraus auf 100.000 Dollar bestimmt wird, für die Errichtung der Einstein-Kolonie in Palästina verwendet werden soll. Völkerbundligen für die Staatenlosen In Wien wurde soeben eine von der österreichischen Liga für den Völkerbund einberufene Konferenz zur Behandlung von Problemen der Staatenlosen abgehalten, der Delegationen der Völkerbundligen in mehreren Ländern beiwohnten. Die tschechoslowakischjüdische Liga für den Völkerbund war durch Dr. Emil Margulies (Leitmeritz) vertreten. Den Vorsitz in der Konferenz führte der frühere Botschafter D u m b a. An den Beratungen nahmen auch Dr. W i 1 f r a n vom Europäischen Minderheitenkongreß und der Präsident der Prager Völkerbundliga, Prof. B a x a, teil Die Konferenz beschloß einstimmig, den Völkerbund aufzufordern, eine rasche Lösung der Staatenlosenfrage herbeizuführen. An verschiedene Staatsregierungen wurde appelliert, gewisse Kategorien Staatenloser hinsichtlich der Freizügigkeit den Inländern gleichzustellen. Namentlich sollen diejenigen Staatenlosen, die bereits fünf Jahre in einem Land ansässig sind, sowie politische Flüchtlinge, auf die Verlaß ist, in ihrer Freizügigkeit nicht behindert werden. Dr. Emil Margulies (Leitmeritz) beleuchtete das Staatenlosenproblem vom jüdischen Gesichtspunkt aus — bekanntlich ist fast überall die Mehrheit der Staatenlosen Juden —, brachte eine Reihe von Beschwerden vor und stellte Anträge zur Abhilfe. Die jüdischen Flüchtlinge in Holland. Von April bis Dezember 1933 trafen in Holland über 500 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland ein, 4025 von ihnen wurden vom Flüchtlingskomitee registriert. Am 1. Jänner d. J. betrug die Zahl der Flüchtlinge 1379. Die meisten erhalten sich aus eigenen Mitteln. Bis jetzt wurden in Holland 400.000 Gulden für Flüchtlingshilfe ausgegeben; noch heute erfordert das Hilfsbudget in Amsterdam wöchentlich 7000 Gulden. In der letzten Woche machte sich ein neuer FlUchtlingsstrom bemerkbar; über 70 Flüchtlinge trafen in wenigen Tagen in Amsterdam ein. Das Oberkommissariat für die deutschen zentrale in Palästina zu errichten. Dieses Büro soll die Arbeit der Exekutive keineswegs durchkreuzen, sondern ergänzen. Alle Parteien seien zur Mitarbeit eingeladen worden. Nur unter allgemeiner Zustimmung werde das Büro eröffnet werden. Denn ein Appell an England könne nur dann Erfolg haben, wenn er im Namen aller erfolgt. Meir Großmann berichtete weiter, daß die Verhandlungen, betreffend die Festsetzung der Einwanderungsquote für Palästina, einen günstigen Verlauf nehmen. Es bestehe begründete Aussicht, daß für mehrere Jahre eine größere Einwanderungsquote zugesichert werde. Zum Schluß forcierte der Redner unter lebhaftem Beifall zur Zusammenarbeit auf und gab im Namen der Judenstaatspartei die verbindliche Erklärung ab, daß diese jeden Versuch zur Konsolidierung der zionistischen Bewegung unterstützen werde. Flüchtlinge wird sich wohl auch mit den Plänen der Einordnung deutscher Juden in verschiedenen Territorien Holländisch-Indiens befassen Dringend ist die Versorgung der Staatenlosen und Ausgebürgerten mit „Mac-Donald- Pässen" ähnlich den Nansen-Pässen. Von den bis Ende Dezember 1933 in Holland registrierten 4025 jüdischen Flüchtlingen hatten 2569 deutsche Pässe, 382 waren ohne Pässe, 202 polnische Staatsbürger hatten Visa, 541 polnische Juden hatten keine Visa. Ferner kamen 82 Staat enlotse mit Visen, 238 ohne Visen, 41 ohne alle Dokumente. 453 der Registrierten gingen nach Belgien, 293 nach Frankreich, 85 nach Luxemburg, 91 nach Palästina, 76 nach Polen. Nach Deutschland kehrten 688 Personen zurück. Prof. Cohen sprach zum Schluß eingehend über das Programm der Unterbringung, Berufsumschichtung und Seßhaftmachung der Flüchtlinge. Erleichterung der Einwanderung aus Deutschland nach Amerika. Die von der amerikanischen Regierung vor kurzem angekündigte Milderung bei der Handhabung der Einwanderungsbestimmungen in Fällen, wo es sich um Einwanderer aus Deutschland handelt, wurde neuerlich in einer Erklärung hervorgehoben, die der Leiter des Rechtsbüros im Staatsamt für Einwanderung und Arbeit Charles Wyzanski auf der soeben in New York abgehaltenen Konferenz der Hebrew Immigrant Aid Society (HIAS) abgegeben hat. Der Vertreter de3 Staatsamtes erklärte, daß Masseneinwanderung in die Vereinigten Staaten mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zwar nicht möglich sei, daß aber die Einwanderungsgesetze in humanerer Weise als bisher gehandhabt werden sollen. Was die Neueinwanderer betreffe, so sei es zweckmäßig, in höherem Maße ihre Niederlassung im Innern des Landes als in großen Städten zu ermutigen. Senator William King, der ebenfalls auf der Konferenz eine Ansprache hielt, forderte, daß sich die Regierung der Vereinigten Staaten notleidender Juden in Mittel- und Osteuropa annehme und sich an der Hilfsaktion zugunsten dieser jüdischen Bevölkerungsschichten beteilige. Ansicdlung deutsch-jüdischer Kinder in Palästina Eine von 1500 Delegierten besuchte Konferenz des! Zentralrates der jüdischen Organisationen New Yorks j hat eine Resolution angenommen, in der sie sich für die j Unterstützung des Campagne zur Ansiedlung deutscher ( Juden in Palästina ausspricht. Gleichzeitig wurde be- . schlössen, eine besondere Sammelaktion einzuleiten, die; zum Ziele hat, 40.000 Dollar für die Ansiedlung von fünf- '. hundert jüdischen Kindern aus Deutschland i in Palästina aufzubringen. j Antisemitische Unruhen in Saloniki. Nach einer von der antisemitischen Organisation „E. E. E." im Zusammenhang mit den bevorstehenden Stadtrats wählen abgehaltenen Versammlung, auf der blutdürstige antisemitische Losungen ausgegeben wurden, zogen die Versammlungsteilnehmer unter den Rufen: „Schlagt die Juden!", „Schneidet ihnen die Hälse ab!", „Verbrennt die schmutzigen Juden!" gegen das jüdische Wohnviertel, das von starken Polizeiposten geschützt wurde. Zwischen den Demonstranten und der Polizei kam es zu harten Kämpfen, wobei es auf beiden Seiten mehrere Verwundete gab. Nachher besetzte die Polizei das Haus des E. E. E.-Organs „Drassis", verhaftete fünf antisemitische Führer, verbot aber die Zeitung selbst nicht, so daß diese in ihrer antisemitischen Hetze ungehindert fortfährt. Die jüdische Presse weist darauf hin, daß in Saloniki viel deutsches Propagandageld rollt, und fordert die Behörden zu scharfem Einschreiten gegen diese antijüdische wie antistaatliche Aktion auf. Wiederum Hebräisch-Unterricht in den Salonikier Staatsschulen. Auf Ersuchen der Jüdischen Gemeinde hat die Regierung die Verordnung über Inhibierung der hebräischen Sprache an den Salonikier Staatsschulen zurückgezogen. i'e Juden sind schuld Von Alex F. (Antwerpen). Nunmehr ist erwiesen, daß die Juden an allem XJn* glück schuld sind, das Deutschland während der letzten 20 Jahre betroffen hat. Das ist aus folgendem einwandfrei zu ersehen. Am 28. Juni 1914 ermordete der Jude Abraham Princip den österreichischen Thronfolger in Sarajevo. Um Serbien zu züchtigen, beschloß Graf Israel Berchtold, an Serbien ein unannehmbares Ultimatum zu richten. Kaiser Wilhelm gab ihm Blankovollmacht, mit den Serben „aufzuräumen". Wilhelm II. war kein Jude, hatte aber leider einen jüdischen Berater. Daß man nie eine gebogene Nase in der Nähe des Kaisers bemerkte, erklärt sich dadurch, daß der listige Hebräer, der dem mächtigen Herrscher tückische Ratschläge zuflüsterte, eine Tarnkappe trug, also unsichtbar war. Endlich brach der Krieg über die ahnungslosen Junker und harmlosen Generale herein. Um Frankreich schnell zu überrumpeln und dann mit der ganzen Heeresmacht Rußland anzugreifen, beschloß der deutsche Generalstab, in Belgien einzufallen und Paris vom Norden her anzugreifen. Der Plan des Grafen Schlieffen schien genial. Aber nachdem er mißlungen, hat man erfahren, j daß Graf Schlieffens Großvater Jude war. Am 2. August j hat Bethmann-Hollweg wie ein Schuljunge ausgeplaudert, J daß Verträge für Deutschland Papierfetzen seien. Diese j Worte waren für Deutschland furchtbar kompromittierend. I Man hat aber seither erfahren, daß nicht der Kanzler j diese Worte gesagt hatte, sondern hinter einem Vorhang ■ ein nichtarischer Bauchredner versteckt war. Man behauptete, daß es dem Bauchredner gelungen sei, durch den Schornstein in die Nähe des unglücklichen Reichskanzlers zu gelangen. Bis zum 9. September 1914 ging es in Frankreich glänzend. Die deutschen Armeen drangen mit Wucht vor und die Franzosen und Engländer zogen sich in Unordnung zurück. Plötzlich halt! An der Marne wurde der Sieg zur Niederlage und dann erfolgte der Rückzug. Allgemeine Bestürzung! Was war geschehen? Cherchez le juif! Da steckt bestimmt ein Jude dahinter. Wir haben ihn! Ein Jude kam als Stabsoffizier verkleidet zum kranken Feldmarschall Moltke und riet ihm dringend, sofort zwei Armeekorps von der französischen Front abzuziehen, um sie in Ostpreußen den vordringenden Russen entgegenzuwerfen. Die Franzosen nützten die dadurch entstandene Lücke mit den bekannten Folgen aus. Bevor jedoch die Verstärkungen aus Frankreich in Ostpreußen ankamen, hatte Hindenburg die Russen siegreich geschlagen und 90.000 Gefangene gemacht. Auch dieser Sieg wäre nie zustande gekommen, hätte nicht am Tage vorher der jüdische Berater Hindenburgs eine heftige Grippe bekommen und ins Lazarett müssen. So blieb an diesem Tage der verheerende jüdische Einfluß aus und das russische Heer ward geschlagen. Und so ging es weiter, den ganzen Krieg hindurch, jedesmal, wenn den braven Ariern der Sieg zulächelte, kam irgend ein verräterischer Hebräer und vereitelte alles. Auch die 100.000 Juden an der Front verhielten sich ganz merkwürdig. Sie kämpften zwar gut, denn sonst hätten doch nicht so viele von ihnen Ehrenzeichen für Tapferkeit erhalten, aber sie richteten jedesmal, wenn sie auf den Feind trafen, ihre Gewehre nach oben und schössen in die Luft. Auch die Versenkung der „Lusitania" war eine jüdische Provokation. Es ist unnötig, Beweise dafür zu erbringen, denn Ehrenmänner haben uns dessen versichert, und das ist wohl genügend. Als der Krieg zu Ende war, versuchten die semitischen Wüstensöhne den letzten Rest deutscher Ehre auszutilgen. Nachdem sie den Kaiser dahin gebracht hatten, das Heer schmählich im Stich zu lassen und wie ein Hase nach Holland zu laufen, brachten sie die Senegalneger an den Rhein. Dann kamen Ruhrgeschichte und Inflation. Chaim Jankel Stinnes, der Eisen- und Kohlenmagnat, beschwindelte das arme Reich um schwere Milliarden. Moses Thyssen und Baruch Hugenberg machten mit der deutschen Volksnot ihre unkoscheren Geschäfte. Dann kamen die übelriechenden Finanzskandale von Nachum Dumke, Faiwel und Salomon Lahusen und vieler anderer Hebräer, welche Deutschlands Prestige in der Welt vollends vernichteten. Schließlich der Osthilfe-Skandal, der soviel Gestank verbreitete, aber von den inzwischen zur Herrschaft gelangten Ehrenmännern des Dritten Reiches ehrlich vertuscht wurde. In diesen Skandal waren wieder nur preußische Barone, Junker und Gutsbesitzer, also lauter Juden, verwickelt. Endlich! Als das deutsche Ansehen in der Welt fast unrettbar verloren schien, betraten rasseechte Arier, Hitler und Goebbels, mit blondem Haar und blauem Auge die Szene. Gott sei Dank! Die deutsche Ehre ist gerettet! Die ganze Welt blickt nunmehr voll Achtung, Liebe und Bewunderung auf das von Juden freie, neue Dritte Reich. Alles freut sich seiner. Protokoll des 18. Zionistenkongresses. Wie das Zionistische Zentralbüro in London berichtet, erscheint demnächst das offizielle Protokoll des 18. Zionistenkongresses. Das Buch wird über 600 Seiten stark sein und den wörtlichen Bericht über die im Kongreß gehaltenen Referate und Reden sowie reicliches statistisches Material enthalten. Billige Reise nach Polen! Ohne Paß und Visa. Vom 21. Februar bis 7. März. Billig, bequem. Anmeldung raschest: „Francopol", III., Rennweg 1, „Marienbrücke", I., Rotenturmstr. 26. Auskünfte: E. Ferstel, I., Kärntner» ring 12. M

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