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Die neue Welt · 1934-02-09 · Heft 339 (9.2.1934) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 339 (9.2.1934)
Date
1934-02-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 339 DIE NKliE WELT Seite 5 Es kann nichts Besseres geben... um zu „Pessach" den Festtisch damit zu schmücken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das beste und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beli ebt! ■in Versuch wird Sie Ubersaugen I Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad - Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt I Verlangen Sie die neue, b«sonders schmackhafte Schmidl- Mazzoth SPEZiAL ■ MARKE hNi B»4i griesszuSarvei.! Zentrole: N. Brodetzki, h, uopoidisawe 43 Tel. A-46-1-90 A-60-2-03 A-48-4-48 In allen besseren Geschäften erhältlich I Die Heilquellen von Tiberias In Palästina bereitet sich ein neues großes jüdisches Werk vor: Der Ausbau des Weltbades Tiberias. Der Artikel, den eine palästinensische Freundin unseres Blattes zur Verfügung stellt, ist daher besonders lesenswert. Die vorzügliche Heilwirkung der heißen Quellen von Ti b e r i a s wird bereits in den Schriften des Josephus Fla- Vius, des Plinius und im Talmud erwähnt. Bine Meile weit von den heißen Quellen erbaute Herod Antiphas eine Stadt, die er zu Ehren des Kaisers Tiberius Tiberias benannte. Er wußte, daß die Nähe der Heilquellen von günstigem Einflüsse auf die Entwicklung der Stadt sein würde. Nach dem Falle Jerusalems wurde Tiberias die vornehmste Stätte der jüdischen Lehre, in ihren Mauern entstanden grundlegende Werfte wie die Mischna und der Jerusalemische T a 1 m u d. Zu ihren heilsamen Quellen pilgerten Juden, Römer, Kreuzfahrer, Araber. In den letzten Jahrhunderten, unter arabischer und türkischer Herrschaft verfielen die Bäderanlagen. Aber trotz arger Verwahrlosung blieben die Bäder immer gut besucht. Auch Menschen höherer Zivilisation nahmen die Primitivität der Badeanlagen in Kauf, um der eminenten Heilkraft der Quellen willen. Kurz vor dem Weltkriege bewarb sich eine Gruppe von Arabern um das Privilegium, d\e Bäder von Tiberias verwalten und ausbauen zu dürfen. Sie erhielt von der türkischen Regierung die Konzession, machte aber von ihr keinen Gebrauch und die alten Zustände blieben "bestehen, sehr zum Schaden der Stadt und des Landes. Als nach dem Weltkriege England das Mandat über Palästina zugesprochen wurde, bestätigte Sir Herbert Samuel, der erste Gouverneur dieses Privilegium, aber es blieb weiter auf dem Papier. Endlich erwarben im Jahre 1928 drei jüdische Finanzmänner: Jakob Gesundheit, J. Suprasky xind Judge Rosenblatt 90 Prozent der Anrechte der arabischen Gruppe um 5000 Pfund. Nach Durchführung dieses Kaufes schlössen sie mit der Palästina-Regierung einen Vertrag, der sie zur Gründung einer Gesellschaft mit einem Grundkapital von nicht weniger als 50.000 Pfund verpflichtete, für die Erschließung der Heilbäder von Tiberias. Es ist bezeichnend, daß die Palästina-Regierung bisher nur drei Konzessionen für die Ausbeutung von Naturschätzen im Lande verliehen hat: Die Konzession für das .Ruthenbergsehe Elektrizitätswerk am Jordanflusse, das Privilegium zur Ausnützung der Mineralschätze des Toten Meeres und die Konzession für die Neuerschließung der heißen Quellen von Tiberias. Diese Quellen, 26 an der Zahl, brechen mit einer Temperatur von 60 Grad aus, sind stark radioaktiv und sehr ergiebig. Sanitätsrat Dr. Lachmann (Bad Landeck, Schlesien) stellte im März 1925 fest, daß eine einzige Quelle täglich 600 Bäder liefert, und fand sechs Quellen mit dieser erstaunlich großen Ergiebigkeit im Quellengebiete des von der Gesellschaft „Hamei Tiberias" erworbenen Grundkomplexes. Das wesentlichste Heilmoment wird in Tiberias Immer das Mineralbad bilden, das durch den Gehalt an Salzen und Schwefel bei Rheuma, Ischias, Gelenksentzündungen und ähnlichen Erkrankungen hervorragend Wirkt. Aber auch Trinkkuren gehören zu den Kurbehelfen, und die Errichtung einer modern eingerichteten Station für die Behandlung der Atmungsorgane ist vorgesehen. Der Gebrauch der Bäder ist ferner indiziert bei Frauenkrankheiten, Erkrankungen der Nieren, allgemeinen Hautkrankheiten, Folgeerscheinungen der Venenentzündungen, nervösen Erscheinungen und nicht zuletzt bei abnormaler Fettleibigkeit. Für die Spezialbehandlurig aller dieser Krankheiten werden spezielle Heilbehelfe, Inhalationsräume, Installationen für Elektro-Therapie usw. vorbereitet werden. Ferner Hallen für Trinkkuren, ein Schwimmbassin und alle zum Betriebe eines modernen Bades gehörigen Baulichkeiten. Es ist ein genügend großer Grund vorhanden, um Sanatorien und ein großes Kurhotel mit eingeleitetem warmen Quellwasser zu erbauen. Es gibt in Tiberias mannigfaltiges Betätigkeitsgebiet für Spezialärzte. Wenn die Erschließung der Bäder in dem Ausmaße erfolgt, wie dies die „Hamei Tiberias"-Gesellachaft plant, können gering gerechnet zwanzig Aerzte dort ihre Praxis ausUben. Es wäre angezeigt, wenn eine Gruppe von Aerzten auf kooperativer Basis ein Sanatorium großen Stils erbauen würde. Die Gesellschaft würde den Aerzten, soferne sie am Ausbau der Badeanstalten als Aktionäre beteiligt sind, weltgehende Konzessionen bei der Zuweisung von Bau- und Gartenparzellen und der Zuleitung von Queüwassor machen. Da Tiberias ein ganz ausgezeichnetes Klima hat und von Malaria, Schwarzwasserfieber und sonstigen Tropenkrankheiten frei ist, eignet es sich insbesondere in den Jahreszeiten, da Kuren in anderen Bädern undurchführbar sind, zur Ausübung der verschiedensten Heilmethoden. Den Vergleich mit Kairo und Helouan hält Tiberias stand. Ja, es besitzt gegenüber diesen weltbekannten Winterkurorten den unschätzbaren Vorteil, daß es von den gefürchteten Sandwinden Aegyptens völlig verschont ist. Die Stadt liegt 210 Meter unter dem Meeresspiegel, und doch beträgt die Durchschnittstemperatur im Jänner nicht weniger als 56 Grad, im August nicht mehr als 87 Grad Fahrenheil. Die jährliche Regenmenge verteilt sich auf etwa 55 Tage und es gibt kaum einen Tag im Jahre ohne Sonnenschein. Ostwinde wehen hier nicht so scharf, wie in anderen Gegenden Palästinas, und setzen meist um Mitternacht ein, so daß bei Sonnenaufgang ihre Wirkung schon sehr abgeschwächt ist. Während und nach d6n Regenfällen ist die Luft vom Dufte des im Umkreise wild wachsenden Oleanders und den zahllosen, wild auf den Feldern wachsenden Narzissen und Zyklamen erfüllt. Die Atmosphäre ist trocken. Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind in den Wintermonaten kaum wahrnehmbar, nur im Monate April stärker merkbar. Der Uebergang* der Jahreszeiten vollzieht sich fast unmerklich. Die3 bedingt das sehr rasche Wachstum der Pflanezn. Nach einem abendlichen Regen prangt das Gelände in herrlichen Farben. Der Stadtpark von Tiberias — eine Sehenswürdigkeit — brauchte dank des befruchtenden Sonnenscheines und der günstigen Wasserverhältnisse nur drei Jahre zu seiner völligen Entwicklung. In Untergaliläa lag der Sage nach das Paradies. Es kann und wird dort wieder erstehen, durch den Fleiß und die Tatkraft des in seine Heimat zurückkehrenden Volkes Israel. Alle Vorbedingungen zu gedeihlichem Aufwärtsstreben sind in diesem gesegneten Landstrich gegeben. Minna Freund-Barsi (Tel-Awiw). "^■■BB POLEN! Vom 21. Februar bis 7. Mfirz 1934 Krakau | ct I Hemberg i ön i und retour is 9i »"| und retour I s Wi | Anmeldungen t „Francopol", Wien Iii, Rennweg 1, Tel. U-16-4-90 .Marienbrücke", 1, RotenturmstraBe 26. Tel. R-24-2-86 AuskUnftet E. Ferstel, I, Kärntnerring 12, Telephon U-40-301 Eine arabische Stimme für den Zionismus Unter dem Titel „Ein moderner Kreuzzug" haben wir in der letzten Nummer einen Bericht des palästinensischen Korrespondenten der christlichsozialen „Reichspost" besprochen, worin dieser von den Vorbereitungen zu einer „christlich-arabischen Konferenz gegen den Zionismus" in Palästina schreibt. Nunmehr liegt ein Artikel der im Libanongebiet erscheinenden christlicharabischen Zeitung „AI Sachafi al Taja" vor, in welchem es heißt: „Es scheint, daß die christlichen Mitglieder des arabischen Aktionskomitees in Palästina ihre mohammedanischen Kollegen beneiden, weil diese im Dienste gegen den Zionismus auf Rechnung der Mohammedaner großartige Reisen gemacht haben. Dasselbe wollen jetzt christlich-arabische Macher auf Rechnung der arabischen Christen tun. Dies ist die wahre Ursache des Vorschlages, in Palästina eine christlich-arabische Konferenz gegen den Zionismus einzuberufen. Die Konferenz soll die Gefahren behandeln, welche den Christen und den ihnen heiligen Orten in Palästina drohen. Das sind Dummheiten! Worin besteht die Gefahr für die heiligen Orte, welche von selten der Juden drohen? Gäbe es solche, hätten dann die Patriarchen und Erzbischöfe und alle, denen diese Orte heilig sind, geschwiegen? Die Bevölkerung weiß, daß in Palästina keinem Heiligtum eine Gefahr droht. Es herrscht Ruhe und Ordnung, Große Werke werden in Palästina geschaffen, in welche Juden viel Kapital investieren und von denen auch die arabischen Christen in großem Maße profitieren. Möglich, daß es den Machern gelingen kann, die palästinensischen, christlichen Araber zu täuschen, wie man die mohammedanischen getäuscht hat. Aber in der großen christlichen Welt werden die Herren ihr Glück nicht finden." Die Baubewegung in TeKAwm Die „Jedioth Math Tel-Awiw" (Die Mitteilungen der Gemeinde Tel-Awiw) berichten, daß im Dezember .1933 Bewilligungen für den Bau von 1261 Zimmern und 31 Geschäftslokalen mit einer Baufläche von 38.649 Quadratmeter erteilt worden sind. Im Laufe des ganzen Jahres 1933 sind 2290 Bewilligungen zum Bau von 10.714 Zimmern und 320 Geschäftslokalen auf einer Baufläche von 353.323 Quadratmeter erteilt worden, gegen 3550 Zimmer und 175 Geschäftslokale auf einer Fläche von 128.079 Quadratmeter im Jahre 1932. Die Summe des im Laufe des Jahres 1933 in Tel-Awiw verbauten Kapitals beträgt 1,766.600 Pfund gegen 640.395 Pfund im Jahre 1932. Französischer Handel mit Palästina Aus Marseille: In einer Tagung der Außenhandelsräte in der Marseiller Handelskammer hielt Ministerialdirektor M o s n i e r vom Handelsministerium, der gleichzeitig das ständige Komitee für die ausländischen Messen leitet, einen Vortrag über die französische Beteiligung an der palästinensischen Messe in Tel-Awiw, die vom 26. April bis zum. 26. Mai d. J. stattfinden wird. Mosnier betonte besonders, daß an dieser Levante-Messe im vergangenen Jahre 73 Nationen sich beteiligt hätten und daß Palästina dem Exporthandel Frankreichs einen großen Markt eröffne. Während die meisten Länder ihre Einfuhr einschränken, erhöhe Palästina im Gegenteil fortgesetzt die seine. Relativ niedrige Zolltarife erleichtern die Einfuhr in Palästina, und für die französische Wirtschaft gäbe es einen wichtigen Platz im Heiligen Lande zu erobern. Der Redner ermahnte zum Schlüsse die französischen Kaufleute und Industriellen, die gegenwärtige Lage dazu auszunützen, ihre Erzeugnisse in Palästina heimisch zu machen. Von der Judensf aatspartei Meir Großmann nach Palästina abgereist Nach einer mehrwöchigen Vortragstournee durch Lettland, Litauen, Polen und Rumänien, hat sich Herr Meir Großmann, Mitglied des Exekutivkomitees, am 7. Februar in Konstantza auf dem Dampfer „Polonia" nach Palästina eingeschifft. Vor seiner Abreise hielt sich .Herr Meir Großmann einige Tage in Warschau auf, wo. er mit dem Sekretär des Organisationsdepartements, Herrn Fritz Richter, eine Reihe wichtiger Aktionen einleitete. Herr Großmann benutzte seinen Aufenthalt in Warschau, mit dem polnischen Zentralkomitee eingehende Beratungen über die kommende Arbeit der Judenstaatspartei in Polen zu pflegen. Meir Groß mann, der längere Zeit in Palästina verbleibt, wird sich dort in erster Linie der Organisationsarbeit für die Judenstaatspartei widmen. Zi'omstisdies Jugendsemmar Veranstaltet von der Judenstaatsjugend Dienstag, den 13. Februar, um 8 Uhr abends spricht im Heim, II., Augartenstraße 38, Herr David Nebenzahl über „Jüdische Politik in Oesterreich" — Stellungnahme zur Schrift Dr. C z e r m a k- D r. Kar bach. Gäste willkommen! Die Zionislen Bulgariens für Einheilst Organisation Aus Sofia: In Sofia wurde soeben eine Konferenz der zionistischen Landesorganisation Bulgariens abgehalten. Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Frage der Wiedererrichtung einer einheitlichen zionistischen Landesorganisation. (Die Revisionisten verließen vor etwa zwei Jahren, die Poale-Zionisten vor etwa einem Jahre die Landesorganisation.) Die Konferenz nahm einstimmig eine die Vereinheitlichung gutheißende Resolution an und setzte eine Kommission zur Führung der Verhandlungen mit den Sonderverbänden zwecks Wiedererrichtung der einheitlichen Organisation auf Grund der individuellen Mitgliedschaft ein. In einer Entschließung fordern die Zionisten Bulgariens die Weltexekutive der Zionistischen Organisation auf, alle Anstrengungen zu ergreifen, damit in der bevorstehenden Aktionskomiteesession der Weg zu einer einheitlichen zionistischen Weltorganisation gebahnt wird. Die Konferenz faßte einstimmig eine Protestresolution gegen die den Aufbau des jüdischen nationalen Heims hemmende Politik der Mandatarmacht, die in einem tragischen Moment der Geschichte der jüdischen Volkes die Einwanderung nach der jüdischen Heimat einschränkt. Brief aus der Tschechoslowakei Vor den Wahlen in die Judengemeindc Eine wichtige Frage steht in nächster Zeit für die Brünner Zionisten zur Entscheidung: Die Wahlen in die Judengemeinde, in welcher bisher die deutschen Aasimilanten eine ganz knappe Majorität hatten, den Präsidenten stellten, änsonst aber die wirklichen Arbeiten den zionistischen Mandataren überließen. Eine unerträgliche politische Belastung bildete hiebei die Tatsache, daß der Kultuspräsident „deutscher" Stadtrat von Brünn ist, was in der tschechischen Presse unzählige Male allen Juden angelastet wurde. Es ist begreiflich, daß in der Zeit materieller Sorgen und jüdischer Seelennot der Wunsch geäußert wurde, im Wege eines Kompromisses den Wahl kämpf zu vermeiden. Man wird staunen, zu erfahren, warum diese Frieda Perlberger Alexander schmeiKes Wieliczka Wien Verlobte i

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