Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 337 (2.2.1934)
- Date
- 1934-02-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 337 DIE NEUE WELT Seite 5 Sie müssen schon letzt daran denken daß es für den Kenner und Feinschmecker zuPessach fllcttU Besseret gibt als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das beste und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt! ■In Versuch wird Sie Uberseugen! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad - Die Maroth werden ■us dem feinsten Mehl erzeugt! Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte Schmidl- Mazzoth SPEZIALaMARKE ftN. B/'g"A*u*f°rvel! Zentrale: N. Brodetzki. H, Leopoidsgane 43 Tel. A-46-1-90 A-60-2-63 A-48-4-48 In allen besse en Geschäften e hSItllch Palä§tina£rW»fsdtaft gegen jüdische Intere§§en lieble Manöver mit der Valuta - Jerusalem, Ende Jänner. Kürzlich konnten wir uns mit der würdigen Antwort beschäftigen, die Ingenieur Ruthenberg der palästinensischen Regierung wegen ihrer antijüdischen Praxis erteilt hat. Bekanntlich hat die Palästina-Regierung beschlossen, für die Jerusalemer Wasserleitungsanlage Benzinmotoren anzuschaffen und so die elektrische Kraft des von jüdischer Arbeit und jüdischem Kapital geschaffenen Ruthenbergschen Werks zu ignorieren. Daraufhin bestellte Ruthenberg für sein Werk die erforderlichen Maschinen außerhalb Englands. Diese Affäre ist nur eines der vielen Zeichen für die brüske Art, mit der die englische Verwaltung die jüdischen und damit auch die Interessen ganz Palästinas ignoriert. Der Fall der Benzinmotoren ist kein vereinzelter. Bekanntlich hat die Palästina-Regierung im Jahre 1927 eine eigene Palästina-Währung eingeführt, eine Maßnahme, die vom jüdischen Palästina schon seit Jahren gefordert worden war. Die ganze Angelegenheit übergab die Regierung dem Konsortium der „Kronagenten" in London, und die Bevölkerung Palästinas selbst hatte keinerlei Einfluß darauf. Man hatte geglaubt, daß die Lösung des Währungs- und Valutaproblems, das viel Verantwortungsgefühl und Sachkenntnis verlangt, von der Regierung oder deren Vertrauenspersonen durchgeführt werde. Aber es hat sich herausgestellt, daß es ein Geschäft war wie jedes andere Privatgeschäft in Palästina. Gewiß sind die Kronagenten einwandfreie und ihrer Verantwortung bewußte Menschen, aber sie sind Engländer und ihre Tätigkeit ist an Interessen Englands gebunden. Ohne zu wollen, haben sie dem Land Schaden gebracht. Als Basis für die Palästina-Valuta dienten die 2 Millionen ägyptische Pfunde, die sich seinerzeit in den Händen der palästinensischen Bevölkerung befanden. Diese ägyptischen Pfunde wurden in palästinensische Pfunde umgetauscht. Während jedoch die ägyptischen Pfunde eine Golddeckung in der ägyptischen Bank hatten, wurde die Goldgarantie für das Vermögen der palästinensischen Bevölkerung von den Kronagenten in London genommen und gegen verschiedene Wertpapiere eingetauscht. Oiese Wertpapiere werden zwar vom englischen Parlament garantiert und man kann sie als Gold beträchten, aber darum sind sie noch kein Gold, das gewichtweise verkauft werden kann und dessen Preis keinen großen Schwankungen unterworfen ist. Der vielgepriesene Hafen von Haifa Im Jahre 1930, als England die Goldparität des englischen Pfundes aufgab und das Pfund ein Drittel seines Wertes (gegenüber dem französischen und dem Schweizer Franken und auch gegenüber dem damaligen Dollar) verlor, fielen auch alle Wertpapiere auf ein Drittel ihres Wertes, d. s. jene Papiere, welche als Garantie für die palästinensische Währung dienen. So erlitt Palästina durch die Maßnahme der Kronagenten, die sich bei aller ihrer Vertrauenswürdigkeit nicht als Genic3 erwiesen, einen großen Schaden. Der Nutzen aus der Valuta, der sich in den letzten zwei Jahren durch den erhöhten Aufschwung Palästinas und durch die Vermehrung des Geldumlaufes um fast drei Millionen Pfund ergab, geht nicht zugunsten des Landes, sondern zugunsten der Börse der Kronagenten. Auch sind volkswirtschaftliche Erwägungen für eine niedrige Valuta in bezug auf Palästina nicht stich- PaIä§tina?Rei§en Am 21. Februar ab Wien über Rom und Neapel mit dem „Conte dl Sevola" zu Puffim nach TehAwiw_ Am 19. Mttrs ab Wien Uber Rom und Neapel mit der „Vufcanla" zu Pessadi in Jerusalem_ Am 10. April ab Wien Uber Trieat mit der „IIaIIa" zur LevanteiMesse in Tei*Amw Billige Arrangement« / Auskünfte und Piospekte: REISEBÜRO «MAR I EN BROCKE» (Palästina-Dienst, Leitung Berta Taubes), Wien I, Rotenturmstraße 26, Telephon R-24-2-86 und R-24-2-87 SedhsWeltstars in einem Film! Greta Garbo loaw» Crawford >' John Barrymore Wallace Beery Lionel Barrymore Lewis Stone in Menschen im Hotel Ein Mttro-Golclwyn-Mayer'Film in deutscher Sprache R«gfa: Edmund Gouiding ^—~ Buro-Klno I. Elite-Kino I. Schottenring-Kino f. Lustepieltheater ll. lS0Wtt*l'J Sascha-Palast III. Flotten-Kino VII. hältig. Palästina besitzt eine viel größere Einfuhr als Ausfuhr und ist darum an einer niedrigen Valute nicht interessiert. Ein ähnlicher Fall der Ignorierung palästinensischer Interessen spielte sich heim Bau des Haifaer Hafens ab. Abgesehen von den gewaltigen Summen, die den englischen Ingenieuren und Beamten der Palästina- Regierung zugeflossen sind, während wir mit Mühe und Not ein paar jüdische Arbeiter unterbringen konnten, hat sich die Art der Bauanlage als Fehlgriff erwiesen. Schon zwei Monate nach der Eröffnung des Hafens stellte es sich heraus, daß er zu klein sei zur Aufnahme von Schiffen, die in der Haifaer Gegend verkehren. Bloß vier Schiffe können gleichzeitig im Molo von Haifa anlegen. Bs kommt daher oft vor, daß Schiffe mehrere Tage vor dem Hafen warten müssen, was für die Schiffsbesitzer mit großen Spesen verbunden ist, die dann auf die eingeführten Waren aufgesehlagen werden. Man sieht nun schon aus diesem Beispiel, wie schwer die Wirtschaft Palästinas unter der vom Oberkommissär so hoch gepriesenen Hafenanlage leidet. Je größere Dimensionen der palästinensische Wirtschaftsverkehr annimmt, desto schwerer wird der Haifaer Hafen seine Funktion erfüllen können. So sieht die Wirtschaft der Mandatarmacht aus, die es übernommen hat, für die Interessen des ihr anvertrauten Landes zu sorgen. 011D BACKKORSE II1EL-IIII für eigenen Haushalt oder Berufszwecke, Wiener Küche, auf Grund langjähriger Erfahrungen, sowie alle Zweige der Hauswirtschaft. Auf Wunsch Eil-Abendkurse. Internat im Hause. PENSION EDITH LACHMANN Nachlath Benjamin 2, Eingang Karmelstr. Anmeldung 12—1, 6—7. Ein Bankdirekfor gegen die palästinensische ■tegierungspolitik Aus Tel-Awiw: Auf der Jahresversammlung der Handelskammer von Tel-Awiw erstattete der Direktor der Anglo-Palestine Bank, Herr Hofien, einen umfassenden Bericht über die ökonomische Lage. Er hob das merkwürdige Verhältnis hervor, welches zwischen der Wirtschaft im Lande und der Mandatsregierung besteht. Damit deutete er darauf hin, daß die Regierung trotz Arbeitermangels im Lande eine auf Sperre hinauslaufende Immigrantenpolitik betreibt. Er unterstrich, daß es der jüdische Jischuw verstanden habe, die palästinensische Industrie und Wirtschaft zu entwickeln, zu befestigen und damit einen Segen Uber alle Inwohner des Landes zu bringen. Obwohl diese Entwicklung der Regierung erwünscht sein sollte, untergräbt sie mit ihren Handlungen das Vertrauen in die Zukunft. Bei jedem größeren und kleineren Anlaß kommt es zum Zusammenstoß zwischen der Industrie und Landwirtschaft einerseits und der Regierungsbürokratie andererseits, welche alles in jene Richtung lenken will, die ihr politisch genehm und gegen die Entwicklung des Jüdischen Nationalheimes ist. * Die Tageszeitung „Haarez" bemerkt hiezu: Herr Hoflen ist nicht der erste Wirtschaftsführer, welcher die Regierung auf das Gefährliche ihrer Handlungsweise aufmerksam macht. Vorher hat es bereits der Schöpfer und Direktor der chemischen Industrie am Toten Meer, Herr Nowomiensky, getan und kurz nachher kam der energische Protest des Herrn Ruthenberg von den Wasserkraftwerken. Wenn die Leiter der zwei größten und wichtigsten Werke des Landes gegen die Politik der Regierung ihre Stimme erheben und wenn sich ihnen der Leiter einer der größten Banken im Lande, in welcher die Hälfte aller Einlagen des Landes angehäuft ist, anschließt, kann man dann nicht mit Entschiedenheit behaupten, daß die Regierung das Wohl des Landes und der Einwohner ihrer zerstörenden Politik opfert? Es gab eine Zeit, da die Regierung an die Möglichkeit der Entwicklung einer Industrie im Lande nicht glaubte. Diese Anschauung wurde durch jüdische Energie ad absurdum geführt. Wenn jetzt die Regierung sowohl der Industrie wie auch der modernen Landwirtschaft im Lande Hindernisse bereitet, so kann man nicht mehr behaupten, daß sie es aus einem Irrtum heraus tut. Jetzt hat man das Recht, ihre Absichten und Taten als zerstörend zu bezeichnen. Sie hätte einen Vertreter zu der Versammlung der größten Handelskammer des Landes schicken sollen, damit er höre, wie Kaufleute, nicht Politiker, Proteststreiks gegen die Regierung proponieren. Die Kaufmannschaft glaubt nicht mehr daran, daß die Regierung durch Reden zu überzeugen ist. Sie weiß jetzt, daß sie nur der Gewalt des öffentlichen Unwillens weichen wird. Die Paläsfina-Regi'eriiiiq schädig! die jüdischen Banken Aus Jerusalem: Die Regierung hat eine Liste jener Banken veröffentlicht, welche allein das Recht haben, jene Vermögen von Einwanderern, die einen Geldnachweis erbringen müssen, in Depot zu nehmen. Von jüdischen Banken befindet sich in diesem Verzeichnis nur die Anglo-Palestine Bank, alle anderen jüdischen Banken fehlen. Es gibt jüdische Banken, die viel größeres Kapital besitzen und viel länger bestehen als alle arabische Banken, die in diesem Verzeichnis enthalten sind. Es ist klar, daß auch hier politisch gegen die Juden gehandelt wird. Es ist jetzt eine Aktion im Zuge, die durch diese Veröffentlichung geschädigten jüdischen Banken zu veranlassen, die Regierung gerichtlich zu belangen. Ungenügende Subventionierung der rabbinischer. Gerichte Aus Jerusalem: Der Waad Leumi, die offizielle Vertretung der palästinensischen Judenheit, hat dem britischen Kolonialamt eine Denkschrift übersandt, in der dagegen Protest erhoben wird, daß die rabbinischen Gerichte in Palästina von der Regierung im Vergleich mit den den analogen mohammedanischen Einrichtungen gewährten Beihilfen finanziell ungenügend unterstützt werden. Ein „Ussischkin-Buch" Aus Jerusalem: In Jerusalem ist soeben ein von R. Benjamin herausgegebenes und mit einem Vorwort versehenes „Usstschkin-Buch" in hebräischer Sprache erschienen. Es enthält eine Sammlung von Aufsätzen, Ansprachen und Anmerkungen des Vorsitzenden des Jüdischen Nationalfonds, Ing. Menachem Mendel Ussischkin, aus verschiedenen Perioden seiner zionistischen Tätigkeit. Das Buch ist mit zahlreichen Reproduktionen von Photographien, Gemälden und Zeichnungen der Künstler Hermann Struck, Pasternak und Litwinowsky ausgestattet. Zoll auf ausländische Seife Aus Jerusalem: Die palästinensischen Zeitungen berichten, daß eine Reglerungskommission zur Ausforschung der Lage der Seifenfabrikation beschlossen hat, bei der Regierung zu beantragen, auf ausländische Seife einen Zoll einzuführen und die Landesproduktion, von der die Existenz tausender Leute abhängt, zu schützen. [ Der High Commisslonor genehmigt Waad-Leuml- Anleihe Aus Jerusalem: Der High Commissioner genehmigte die Aufnahme einer Anleihe von 25.000 Pfund durch den Waad Leumi zur Auszahlung der rückständigen Gehälter an die hebräische Lehrer* Schaft.