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Die neue Welt · 1934-02-02 · Heft 337 (2.2.1934) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 337 (2.2.1934)
Date
1934-02-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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i Seite t DIB NEUE WELT Nr. 33T In Beruf und Sport sich frisch und ausdauernd in erhalten, gibt es nichts Besseres als sündige Körperpflege, Ein ideales Mittel dazu finden Sie in dem seit Jahrxehnten bewährten, in tausenden Familien beliebten DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Erhält durch tägliche Massagen (Einreibungen) die Spannkraft, kraftigt Muskeln und Nerven, verleiht Ausdauer. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken. Das anerkannte Hausmittel. In ledern eesitrtiQescblfte trftlltHch, Ator vtrtaatva Sie ausdrücklich .DIANA" and nthmca Sie aar •Dl AN A-. Minderwertige Nacaalnaaaflaefad energisch zurückzuweisen. Demagogen, hat die Vorsehung dazu erwählt, der große Arzt unseres kranken Volkes zu sein. Die Wege der Geschichte sind uns verborgen. Selbstverständlich waren die Absichten Hitlers schlechte. Und doch hat er für den Bestand unseres Volkes viel geleistet. Dies ist kein Paradoxon. In unterer Geschichte wird Hitler auch zu Gutem erwähnt werden, weil er von Gott geschickt wurde, uns vor völligem geistigem Verfall, vor der fürchterlichen Gefahr der Degeneration zu retten. Was wir, die zionistischen Propheten nicht erreichen konnten, das hat Hitler erreicht. Die Juden der ganzen Welt ziehen jetzt die seelische Bilanz, Nicht die Religion ist die Grundlage des Hitlerschen Antisemitismus, das Blut. Hitler sagt, wer als Jude geboren wurde, bleibt Jude. Darin überragt er alle großen antisemitischen Hetzer, welche die Geschichte kennt. Aber er hat recht. Welchen Wert haben alle diese widerlichen Seelen, welche bereit sind, sich materieller Bedürfnisse wegen für das Deutschtum taufen au lassen? Können Sie sich vorstellen, welche Taufbewegung in Deutschland hereingebrochen wäre, wenn Hitler einen Unterschied gemacht hätte zwischen Juden und Getauften? Da gäb's einen Sturm zur Taufe! Haben ja doch so viele große deutsche Juden ihre Religion weggeworfen, ohne Hitler, ohne Gewissensbisse. In Ungarn haben sich während der Verfolgungszeit Tausende von Juden taufen lassen, unter ihnen die Reichsten und Gebildetsten. In Deutschland wäre es zehnmal ärger gewesen. Hitler hat mit einem Federstrich die Taufbewegung in Deutschland unterdrückt und die Westjuden zum Nachdenken gebracht. Wir stehen jetzt im Kampf gegen eine ganze Welt. Aber dieser Kampf ist gut für uns. Wenn wir, Gott behüte, besiegt werden, wirklich zum Untergang verurteilt sind, haben wir wenigstens die Satisfaktion, daß wir erst nach schwerem Kampfe abgetreten sind. Das ist der gute Kampf zwischen dem jüdischen Volk und seinen Feinden, welche es nur seines Judentums wegen, um keiner anderen Ursache willen vernichten wollen. Da ist ein scharfer und klarer Strich gezogen worden, da gibt's kein Verdecken. Und das ist gut für uns. Dieser Haß ist befruchtend. Er bringt uns zur Besinnung, zu seelischer Bilanz, zu Heldentaten, zur Aufopferung, zu geistiger Vertiefung ... ECKSTEIN'S FAMILIEN-PENSION Restauration, Kaffee*aus Täglich 3-Uhr-Tee €£MME Telephon II,Hooh.tMBo4? *CI*IP1E *IH\J neben Motel Panhana Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12. - aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm und Kaltwasser in jedem Zimmer. Auskunft unter Telephon U-27-6-24 Absage an die rote A§§iitiiIation Nationales Bekenntnis der jüdisch-amerikanischen Arbeiterschaft — Sie nimmt am Jüdischen Weltkongreß teil Zu der Mitte Jänner in New York abgehaltenen Konferenz für die Vorbereitung des Jüdischen Welt» kongresses hatte die Organisation der jüdischen Arbeiter Amerikas eine Delegation entsendet. Ihr Führer Dr. Chaim Schitlovsky gab die Erklärung ab, daß sich die organisierte jüdische Arbeiterschaft am Jüdischen Weltkongreß beteiligen werde und zu diesem Zwecke die „Workers League for the World Jewish Congreß" gegründet habe. In seinem Referate, welches die Absage der jüdisch-amerikanischen Arbeiter an den Marxismus und die mit ihm verbundenen jüdisch-assimilatorischen Tendenzen und das Bekenntnis zur jüdischnationalen Einheitsidee zum Hauptgegenstand hatte, führte Dr. Schitlovsky aus: „Karl Marx und seine Anhänger betrachteten den Antisemitismus als ein rein wirtschaftliches Problem. Sie erblickten im Antisemitismus lediglich eine Kampfform des Mittelstandes, welcher zwischen den gewaltigen Mühlsteinen „Kapitalismus" und „Proletariat" zerrieben wird. Im Juden sieht der Mittelstand den Repräsentanten jenes Kapitalismus, der ihn — den Mittelstand — vernichten will. Antisemitismus ist der „Sozialismus des dummen Kerls". Diese Bezeichnung haben ihm die Marx-Anhänger beigelegt. Sie haben daher für die radikale Lösung der Judenfrage zwei Thesen aufgestellt: 1. Auflösung des Mittelstandes. 2. Auflösung der jüdischen Gesellschaft durch radikale Assimilation. Wie man sieht, verfahren die Marxisten nach dem Grundsatze, daß Kopfabschnetden das beste Mittel gegen Kopfschmerzen ist. Das Ist die Idee von der Lösung der Judenfrage, die jetzt noch bei den jüdischen Kommunisten und marxistischen Soziallsten vorherrscht. Beide Ideen, die von der Zertrümmerung des Mittelstandes und die von der jüdischen Assimilation, haben bankrottiert und die Arbeiterschaft hat das erkannt. Der Mittelstand wül nicht verschwinden. Er kämpft um seine Existenz mit immer schärferen Waffen, mit dem Faschismus und immer wachsendem Antisemitismus. Der Aufstieg und die Ausbreitung des Antisemitismus einerseits und der innere kulturelle Zusammenschluß anderseits haben die jüdische Arbeiterschaft von der marxistischen Irrlehre geheilt. Ihr jüdischnationales Bewußtsein ist erstarkt und alle ihre Hoffnungen auf die Assimilation als Lösung der Judenfrage sind geschwunden. Diese Faktoren haben die Arbeiterschaft innig mit dem Jüdischen Problem ver> Die PAQr. den. m. t>»N.» Wien ¥1, aatse 2 (Telephon B*25-3-81), veranstaltet für ihre Mitgll der PAlKfTINA-REIfEN ab Wien: 20. IL, 20 III, 10. IV.,?4. IV. II. Kl. 'ohiff. III Kl. O-Zu«. 15 Tage VtrpfltgaaQ «»> 8 44* detto jedoch Schiff I. KI.S SM. / Besuch aller Mittelmeeriänder! / Sprechstunden täglich von 9 bis 13 Uhr Prospekte gratis _ bunden. Während noch große Teile der jüdischen Bourgeoisie für persönliche Gleichberechtigung und Assimilation — manchmal sogar unter zionistischem Deckmantel — kämpfen, hat die jüdische Arbeiterschaft erkannt, daß dieser Kampf ein verlorener ist. W i r Juden sind ein Volk und unsere Beziehungen zur anderen Welt können nur auf der Basis „Von Volk zu Volk" geregelt werden. Die Regelung „Von Mensch zu Mensch" ist unmöglich. Wir Juden produzieren Gehirn-Arbeiter und exportieren sie in einem ganz abnormalen Prozentsatz zu den anderen Völkern. Wenn eine Industrie mehr Exportware hervorbringt, als der Markt aufnehmen kann, dann wird, so ist die heutige Tendenz gerichtet, der Ueberfluß vernichtet. Gerade so wie in Brasilien der Ueberschuß an Kaffee verbrannt wird. Dieselbe Methode wendet die heutige Gesellschaft gegenüber den vielen jüdischen Gehirn-Arbeitern an. „Der Jude muß verbrannt werden!" Oder zumindest vom Markt entfernt werden. Das jüdische Volk, zum großen Teil ein Volk von Händlern und Intelligenzlern, muß in ein normal arbeitendes Volk umgewandelt werden. Diese große Aufgabe kann nicht allein durch jüdische Kraft bewältigt werden. Die ganze, an der Lösung der Judenfrage interessierte Welt muß mitwirken. Die Organisation der Kräfte der Welt ist da — der VöIberbund. Die Judenschaft geht jetzt daran, die Organisation ihrer Kräfte zu schaffen — den Jüdischen Weltkongreß. Die jüdische Arbeiterschaft muß sich daher mit dem jüdischen Weltkongreß verbinden, zur Lösung der großen Aufgabe. Die „Arbeiter-Liga für den Jüdischen Weltkongreß" hat ein Programm aufgestellt, mit welchem sie zu den Wahlen und auf den Kongreß geht. Es lautet: 1. Der Kongreß fordert vom Völkerbund die Bildung eines Ausschusses aus semer Mitte für die Lösung des jüdischen Problems in allen Ländern. Der Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina bleibt der Kompetenz der Zionistischen Organisationen Uberlassen. 2. Dieser Völkerbund-Ausschuß hat zusammen mit Vertretern des jüdischen Volkes an der Lösung folgender drei Hauptprobleme zu arbeiten: a) Wanderung, b) wirtschaftliche Umschichtung, c) gesetzlich garantierte Sicherheit. 3. In Hinblick auf das Wanderproblem soll ins Auge gefaßt werden: a) Die unbesledelten oder schwach besiedelten Territorien in der Nachbarschaft Palästinas sollen den Juden, welche zur Auswanderung gezwungen sind, freigegeben werden. b) Das Recht, konzentrierte und sich selbst verwaltende Siedlungen zu bilden. c) Zwecks Vorbereitung dieser Territorien soU eine Armee freiwilliger jüdischer Arbeiter gebildet werden. Die Mitglieder dieser Armee sollen bei der definitiven Ansiedlung bevorzugt werden. d) Der Völkerbund-Ausschuß soll für Aufbringung der für die Aufstellung der Arbeitsarmee und die Bodenergreifung nötigen Mittel eine internationale Anleihe auflegen. Die Rücksahlung hat im Wege der Besteuerung der Angesiedelten au erfolgen. Wie aus diesen Ausführungen zu ersehen ist, hat die jüdisch-amerikanische Arbeiterschaft die Sache des Weltkongresses voll und ganz aur ihren gemacht. Dieser Umstand verleiht der Kongreßidee einen neuen, mächtigen Impuls. Es ist zu hoffen, daß das Beispiel dieser großen Organisation auf jene jüdischen Gruppen, die noch schwanken oder sich abseits gestellt haben, anfeuernd wirken wird. Vor allem aber auf die zionistische Arbeiterorganisation, welche auf dem letzten Zionistenkongreß eine dem Weltkongreß feindliohe Haltung an den Tag gelegt hat und noch heute abseits steht. Durch den Sehritt der amerikanischen Arbeiterschaft wird die Haltung der Poale Zion noch unbegreiflicher. Es scheint jetzt ausgeschlossen, daß sie bei ihrer Weigerung verharrt. Zum Mordprozeß Arlosoroff Wir haben in unserer letzten Nummer berichtet^ daß der Verteidiger der angeklagten Revisionisten Slavsky und Rosenblatt, Rechtsanwalt Samuel, dem Untersuchungsrichter die Mitteilung machte, daß zwei Araber den Mord an Dr. Arlosoroff eingestanden hätten. Er verlangte die Vorführung der Araber. Der Richter verwies ihn auf die Hauptverhandlung und ließ; nur die Vorladung der beteiligten Polizisten zu. Nunmehr j wird aus Jaffa gemeldet: Der vorgeladene Polizeihauptmann Rice nahm zu 1 den Ausführungen des Verteidigers Samuel Stellung. Er erklärte, die Aussage des Arabers Abdul Majis sei voll von Widersprüchen und anscheinend falsch; doch werde die Untersuchung über seine Angaben am i Montag beginnen. Der zweite Araber, Issa Darwisch | aus Jaffa, der angeblich auf Dr. Arlosoroff geschossen haben soll, sei im Juli verhaftet, später freigelassen, aber auf Grund von Angaben Abdul Majis' In diesem Monat wieder in Haft genommen worden. Ursprünglich sei der Araber im Zusammenhang mit einem Blutrache« Mord an einem anderen Araber verhaftet worden. Mitgefangenen habe Abdul Majis gesagt, er hätte Arlosoroff getötet. Vor dem vernehmenden Polizeibeamten erklärte er später, daß er und Issa Dar wisch auf dem Strande ein jüdisches Mädchen überfallen wollten, doch sei ein Jude dazwischengetreten, deshalb hätten sie auf ihn geschossen. Rechtsanwalt Samuel erklärte, er glaube sich zu erinnern, daß Hauptmann Rice selbst ihm gesagt habe, die Kugeln aus dem Revolver Abdul Majis' seien von gleichem Kaliber wie die Kugel, durch die Dr. Arlosoroff fiel. Am darauffolgenden Verhandlungstag erklärte Richter Bodilly, er werde Abdul Majis als einen von der Staatsanwaltschaft geführten Zeugen hier vor Gericht verhören, sobald die Vernehmung der jetzt von der Ver* teidigung geführten Zeugen abgeschlossen sein wird. Die Verteidigung erhob Einwand dagegen, daß nach Beendigung der Vernehmung der Verteidigungszeugen wieder auf Anklagezeugen zurückgegriffen wird« und machte den Vorschlag, daß eine schriftliche Erklärung von Abdul Majis vor Gericht verlesen wird» Richter Bodilly verfügte entgegen diesem Wunsch der Verteidigung die Vorführung Abdul Majis' vor Gericht« Polizeihauptmann Rice erklärte vor Gericht, die Polizei sei völlig davon Uberzeugt, daß die von Abdul Majis vorgebrachte Geschichte erdacht sei; die Polizei legt Wert darauf, daß die Angelegenheit durch Vernehmung von Majls vor Gericht, geklärt werde, damit sie nicht nachteilig auf die Aufklärung des Mordfalles einwirke. ■ * Die palästinensische revisionistische Zeitung „Chaait Haam" greift in einem Artikel die Polizei heftig an und fragt, wohin der Revolver gekommen sei, der bei den verhafteten Arabern konfisziert wurde. Das Kaliber des Revolvers entspricht dem jenes Revolvers, mit welchem Dr. Arlosoroff erschossen wurde. Die Hochsaison in TelvAwiw ' Die Zeit zu Purim und Pessach ist die Hochsaison! für Touristik in Tel-Awiw, sowie auch allgemein in Palästina. Es ist daher unsere Pflicht als offizielles Propagandabüro der Stadtgemeinde Tel- Awiw, alle Interessenten darauf aufmerksam zu machen, daß sie ihre beabsichtigten Reisen in dieser Saison rechtzeitig anmelden, da sonst die Gefahr besteht, keine . Zimmer in den Hotels in Palästina zu bekommen. Auskünfte und Anmeldungen im Weltreisebüro Compass Tours, Wien, DC., Spitalgasse 3, Tel. B-42-5-38. PENSION EDITH LACHMANN TEL.AWIW NACHLATH BENJAMIN S Schöne, große Zimmer in zentraler Lage mit Balkons u. malerischer Meeresaussicht Wiener Küche, mäßige Preise, be andere Arrangements für Familien mit K ndtrn

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