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Die neue Welt · 1934-01-30 · Heft 336 (30.1.1934) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 336 (30.1.1934)
Date
1934-01-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seile 2 DIE NEUE WELT Nr. 336 Ens mm 6ie Dmu..? ScJMffmonn^lngeuOte Mcfer 2Dod)e! Smmer miebct bemüht, bie 3ufriebenfjeit feinet treuen Stammfunben unb bas ^nterefie neuer Äunben burd) befonbere Ceiftungen 311 geroinnen, bringt Sdjiffmann autf» in biejer SBodje in alten Abteilungen Sßorjugss angebote, bie ftd) burä) Qualität unb erftaunltcfj billige greife attsacicfjnen. So ^um 33eifpiel: Sttmens©orbos^uflo»ct, reine 6tf)cifroofIe . . . . S 4.90 fluttftfeit>en»9tefte (©eorgette ufto.) p. 2tt. aufm, o. S —.50 Äleibcr^mecbsSoucIe, 80 cm, griif)jal)rs35ef|in . | m mgl OTobcsSpopclinc, fcfcötie Streifen, 90 cm . . . 1 S | ♦/l| SdjlaftocfsÄtcpp, <pi)antaficmufter.....J 1 Iv 9tciitfcibens(5corgette, 90 cm, alle Sorben . . . . S 1.50 Ä.sS.sföcotgctte^mptlmc, 95 cm, 9Kobcbeffin . . S 2.90 «HeinnJoH'ÄletbctsSoucle, 100 cm......S 3.90 Gitgl. gemuft. 2HoitteIftoffe, 140 cm ... * s . S 4.50 9teinjd)aftöoa*Sirümpfc, 2. 2Bahi ...... S —.98 $cmn«Sd)a|iDou'*So<fen, »erjtärft, 2. 2BaI)l . . S —.98 Samcn»2:rifot»2ei)crftulpen3§anbfö)ul)e . . . . S 1.98 ÄnirfcrbotfersSportfttümpfc, 2. JBaht.....S 1.98 Samen*üct>er«$anl>iajd)en, 3nnenlPtcß.el * . s 2.90 Äinbcr«9?appolel)ecäÄoppen, oerornmt .....S 3.90 Samen'51anett*OTiuijtl)emben u. üpnjamas . . . S 2.90 StoUsStfjnecjäjufic, beige unb grau, 35—38; . . S 1.90 $(l!fQCpaf{t, 2lm 9J?ontö0' ben 5* %*itüat> beginnt bie berühmte mjt greifen für 2Betfc Spatfattte! **** - -- non jc* ^äd \^ aae Das grofoe Verlaufs; Ereignis lommt! SBeifie SBodie (Ermattungen übertreffen werben! ffiiens „SarenNus ber Söarfamen" T f garjrtoergütung ^rooinaoerfanb per 5Jtad)ual)me Äatalog gratis unb franfo kreuzlerischer Hetzer und Konjunktur jage r. Er ist ein katholischer Priester namens Gaston Ritter, Mitarbeiter katholischer und christlichsozialer Zeitschriften. Die Schrift des katholischen Priesters, ein Sammelsurium von Schmähungen und Beschuldigungen, hat aber auch eine günstige Behandlung in konservativen Kreisen gefunden. Die christlichsozialen Blätter haben ihr wohlwollende Besprechungen gewidmet und nicht wenig zu ihrer Verbreitung beigetragen. Das ist aber noch nicht alles. Für den Start der Schmähschrift des katholischen Priesters war der Umstand entscheidend, daß sie das offizielle Imprimatur des Fürsterzbischofs von Graz, Dr. Pawlikowsky, trägt. Imprimatur bedeutet das Einverständnis mit dem Inhalt, bedeutet kurz gesagt: keinerlei Einwendung gegen die Verbreitung der Schrift! Die Oeffentlichkeit, die nichtjüdische und die jüdische, zog den logischen Schluß, daß die katholische Kirche — zumindest in der Grazer Bannmeile — die Judenhetze des Priesters Ritter billige, und bekam auf direkte und Indirekte Anfragen die Antwort, das Imprimatur des FUrsterzbischofs bedeute keineswegs eine Billigung des Broschüreninhalts, sondern bloß die Bestätigung, daß der Text keine Verstöße gegen Glaubenslehren des Katholizismus enthalte. Das fürsterzbischöfliche Ordinariat hat mit dieser Erklärung keine großen Ansprüche an den Intellekt des österreichischen Lesers gestellt. In den Kreisen der „arischen" Presse wird sonst ein derartiges Auskunftsmittel mit einer Geste charakterisiert, die einer Drehung verteufelt ähnlich sieht. Kein sachlicher Betrachter dieses Zustandes wird glauben, daß die Erklärung des fürsterzbischöflichen Ordinariats von Graz in sich selbst seine Bestätigung findet und daß ihr Wahrhaftigkeitsgehalt gewichtiger ist als etwaige Bezweiflungen. Wenn Gottes Mühlen langsam mahlen, so desavouieren sich die Verkünder seines Wortes desto schneller. In Oesterreich hat die katholische Kirche ihre Priester aus der Front der Politik zurückgezogen und sie in den Bezirk gestellt, in den sie legitim gehören: In den Bezirk der Religion, des Kultes, der Seelsorge. So schien der geistliche Hirt den Kämpfen des politischen und sozialen Alltags entrückt. Die Schrift des Priesters Gaston Ritter stellt den Ernst der kirchlichen Deklaration: Fernhaltung von jeder Politik! — in Frage. Oder will der priesterliche Autor in literarischer Verkleidung eine politische Hetzkampagne inszenieren, die ihm von der Kanzel herab untersagt wurde, pochend auf die Sympathie jener Gesellschaft, welche zu allen Stunden des Tages vorgibt, um nichts anders als um die Ruhe Oesterreichs und die vaterländischen Pflichten besorgt zu sein? In der Maske literarisch-wissenschaftlicher Sachlichkeit gegen die jüdischen Staatsbürger hetzen — das wird Gaston Ritter und Genossen nicht gelingen. Wir werden ihre Ausbrüche, die das ehrende Wort „vaterländisch" mißbrauchen, mit Aufmerksamkeit verfolgen. o. r. Vor einem schweren Konflikt im Zionismus Die ersten in Frankreich ausgebildeten deutsdh'jüdisdien Chaluzfm nach Palästina abgereist Aus Paris: Am 18. Jänner nachts 3ind Uic ersten 70 in Frankreich ausgebildeten jüdischen Chaluzim aus Deutschland nach Palästina abgereist, wo sie sich in die Arbeitsfront einreihen werden, um dann später zum größeren Teil auch als Kolonisten seßhaft zu werden. In den nächsten Wochen werden weitere Kolonistengruppen folgen, bis das von der britischen Mandatsregierung für diese Chaluzim- Gruppe bewilligte Kontingent von 400 erschöpft sein wird. Bei den Kolonisten handelt es sich hauptsächlich um jüdische Intellektuelle aus Deutschland, welche Landwirtschaft betreiben wollen. Diese Emigranten haben seit April des Vorjahres in Frankreich landwirtschaftliche Kurse absolviert. Wie man jjüdisdie Angestellte 3os war*? Aus Karlsruhe: Max Hirschenberg- und Moritz Schrissheimer, zwei jüdische Beamte einer Handelsfirma in Karlsruhe, wurden durch die politische Polizei verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht, weil arische Mädchen, die bei der gleichen Firma angestellt sind, erklärt haben, sie können sich die „Belästigungen seitens der Juden nicht länger gefallen lassen". Hirschenberg wird außerdem vorgeworfen, er hätte die Deutschen mit dem Worte „Gojim" bezeichnet. Man weiß, daß die beiden jüdischen Angestellten, völlig unschuldig aus ihren Posten entfernt und ins Konzentrationslager gebracht worden sind. Nachdem durch Erlässe des Reichswirtschaftsmiuisteriums und durch Urteile des Reichsgerichtes jüdische Angestellte nicht mehr fristlos entlassen werden dürfen, wählen die nichtjüdischen Angestellten die Form der „Beschwerden4* seitens arischer Mädchen, um jüdische Arbeitskollegen auf eine ebenso leichte wie radikale Weise loszuwerden. Sett>ett»sp0peHne*83!üfet!, Dirnbl=5aüon . . . . S 1.98 gfanefl»StfjIaftäcfe, li<f)te Streifenmufter . , , . S 1.98 |>aiisflctber, aus gutem 93elour*gIaneU . . . . S 3.50 Ä.s£tepe*&c*Ghincs2an3Hefoer, alle garoeit . . S 7.90 2Bottftoff*Äleit>er mit Ätagcn*©atnitut . . . . S 9.80 CfcpcsSWongoI'Älctiict mit langen Vermein . . S 12.50 Uettttgattß9«$amen«9Räniel, engt, gemuftett . . S 14.90 5Jetnn»ott«anäntel, pc^artig oerbr., gefütt. u. matt S 27.— Äunftfetben*2l&enbfdjulje, SDBiener Jrjanbarbett, in Samara unb SBeifc ........... S 7.90 elegante 3)itmen»SdjuI)c (SDTufterpaare), in 2ad, Sojcalf, Sämi{d), nur ©r. 37VS . . . . . . S 7.90 $erten*Stra&en*2ltt3iige, £.=Seibe gefüttert . . . S 39.— $etten*2odid)ufic, gute anarlenmare.....S 14.50 Uniet3telj*$öe<hert, m.i SJeinaitjatj, alle ©röfeen S —79 Srartige Sattft^aajtficm&en, reidj gepufct . . . S 2.45 $ett$tt*Snobe*$em&en mit 2 Ätagcn . * . . . S 3.90 Aas London teilt man uns mit: Das hiesige ZentralbUro der Zionistischen Exekutive hat die in der Vorwoche angekündigte Erklärung gegen die Union der Zionistett- Revisionisten nunmehr den jüdischen und nichtjüdischen Zeitungen übergeben. Sie bezieht sich auf die vom revisionistischen Führer Jabotinsky ausgegebene Parole für eine, von den Juden der ganzen Welt zu fertigende, an die Regierungen und den Völkerbund gerichtete Massenpetit i o ii, in welcher gegen die antizionistische Politik der englischen Regierung und der Palästlna- Verwaltung scharfer Einspruch erhoben wird. In der Erklärung des Zentralbüros heißt es u. a.: „Die Zionistische Exekutive und die Jewish Agency erklären, daß sie diese Aktion mißbilligen und sowohl für die zionlstisehe Bewegung wie für den Aufbau des Jüdischen nationalen Heims für scaädlloh betrachten." Ferner: „Die Jewish Agency allein ist berufen, die jüdische Politik gegenüber der Mandatarmacht zu führen, und keine andere Körperschaft kann im Namen des jüdischen Volkes auf diesem Gebiete p oll tisch handeln." „Diese Sonderaktion stellt sich als eine Herausforderung der Beschlüsse des letzten Zionistenkongresses dar und steht deshalb im Widerspruch zu der Verfassung der Zionistischen Organisation." * Es wird sich Gelegenheit ergeben, auf die Erklärung der zionistischen Leitung des näheren zurückzukommen. Jetzt sei bemerkt, daß sie weder in zionistischen noch in sonstigen jüdischen Kreisen, sondern nur bei der antizionistischen Palästina-Regierung Befriedigung hervorrrtifen kann. Die Spaltung der jüdischen Front wird letzterer gewiß nicht unwillkommen sein. Judenstaatspartei Der Vortrag am Mittwoch, den 31. Jänner» entfällt. Aus der jüdi'sdien Well Eine Hochschule für Leibesübung in Palästina Dr. Lelewer, der Präsident des Makkabi-Welt- Verbandes, unternahm während seines Aufenthaltes in Palästina in Verbindung mit Dr. Ernst Simon (Jerusalem) die ersten Schritte zur Schaffung einer Hochschule für Leibesübung. Die Schule wird Instruktoren heranbilden, welche die gesamte Turn-, Sport- und Kulturarbeit zu leiten imstande sind. Das Programm der Schule wird in folgenden Departements durchgefühlt werden: Turnen und Sport, Gesundheitslehre, Kultur-• erziehung und Pädagogik, Archiv. Das Turn- und Sport-Departement umfaßt: Turnen, Athletik, Spiele, Schwimmen, Ringen, Boxen, Jiu-Jitsu, Fechten, rhythmische Uebungen. Gesundheitslehre unifaßt: allgemeine und besondere Physiologie, Hygiene, Anthropometrie und Studium der menschlichen Konstitution, korrektive Gymnastik, Erste Hilfe und Sportmassage. Die Kulturerziehung und Pädagogik wird umfassen: Psychologie und pädagogische Uebungen, jüdische Kultur, Makkabi-Erziehung, Geschichte der Körpererziehung und Geschichte der Leibesübungen hei der. Juden. flm Grabe keine Ruhe Aus Paris: Wie das „Pariser Tageblatt" aus Breslau erfährt, sind dort die Gräber des im Mai vorigen Jahres im Konzentrationslager vom Fememörder und jetzigen Polizeipräsidenten Heines zur Strecke gebrachten Rechtsanwaltes Dr. Eckstein, des Führer» der sozialistischen Arbeiterpartei, und seiner schon vor einigen Jahren verstorbenen Frau, der sozialdemokratischen Stadtverordneten Clara Ziels-Eckstein, in geradezu vandalischcr Weise von den Nationalsozialisten verwüstet worden. Die Ermordung Dr. Ecksteins war die grauenvollste in der Geschichte des nationalsozialistischen Terrors. Mitgefangene erzählten, daß Dr. Eckstein die Rippen einzeln gebrochen wurden und daß er unter unsagbaren Qualen sein Leben aushauchte. Leipziger Messeamt wirbt um Juden Aus Berlin: Das Messeamt der Leipziger Frühjahrsmesse, die am 4. März eröffnet werden soll, versandte an die Auslandspresse eine Erklärung, in der es wiederum Juden und Ausländer zur Beschickung der Messe und zur persönlichen Teilnahme au derselben einlädt und hinzufügt, die jüdischen und aus* ländischen Gäste dürfen sicher sein, daß ihnen In Leipzig nichts Böses widerfährt. Das Messeamt gibt offen zu, daß das Los des gesamten deutschen Exporthandels im Jahre 1934 in einem großen Maße von dem Erfolg oder Mißerfolg der Leipziger Messe abhängig ist. Zum Schluß heißt es: „Der internationale Charakter der Leipziger Messe wird auch in Zukunft durch die neuft deutsche Regierung streng gewahrt werden." Schon auf der letzten Leipziger Messe warwi würdelose Juden zu finden. Aber nicht viele. Si? werden jetzt höchstwahrscheinlich wieder da sein. Aber die deutsche Exportindustrie wird auch jetzt an ihnen nicht; fett werden,

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