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Die neue Welt · 1934-01-26 · Heft 335 (26.1.1934) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 335 (26.1.1934)
Date
1934-01-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit* 2 DIE NEUE WELT Nr. 336 Gelehrte, Beamter Arbeiter, Künstler aind sieh einig darüber, daß erfolgreiche Arbeit nur b«i bestem Kräftetuatand, mit ruhigen Werten und In guter Stimmung sustande kommen kann. Zur Kräftigung und Erfrischung des Körpers, lur Oesunderhaltung der Organe, sur Bekämpfung von Mattigkeits* gefühlen g-ibt es ein zuverlässiges Mittel: DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Anwendung: AenBerllen zu Einreibungen, tJnwcnlägen, Abwaschungen; innerlich als Mund- und Ourgelwasser sowie zu verschiedene« anderen Zwecken. — Seft Jahrsehnten bekannt nnd aaerkanat als g^snndkeftsMrderndes Bansmittel. Diart -Franzbranntwein •oll In keinem Heuchelt fohlen! Verlangen Sie ausdrücklich DIANA und nehmen Sie nur DIANA. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. In Jedem besseren "Geschalt erhältlichl Das Baumfest Von Dr. Israel Zwl Kann er (Wien) Chamischa Assar B'schwat ist das einzige Fest, an dem der Jude sein inneres Verhältnis zur Natur bezeugt. Alle Feste nehmen sein religiöses und nationales Gefühl in Anspruch; am Baumfest wendet sich Israel •einem Lande zu. Während unzählige Länder von winterlichem Schnee bedeckt sind, ist in Palästina der Frühling eingezogen. — Sehnsucht ergreift uns nach dem Land, das durch zwei Ernten im Jahr gesegnet ist. Und so erweckt das Blühen und Sprießen die Hoffnung in uns, daß dem blühenden Land bald auch ein blühendes Volk gegeben wird. In der Art der Verehrung unterscheidet sich vielfach der Jude von den anderen Völkern. In den Anfängen der Religion findet man Uberall Spuren des Fetischismus. Aber die Auswahl der heiligen Gegenstände drückt jeder Nation den besonderen Stempel auf. Steine, Gewässer, Pflanzen, Bäume, Blitze, Gestirne treten als Dämone oder gar als Götter auf. Von all diesen Elementen hat der Jude sich nur das Pflanzenreich als Gegenstand der Verehrung ausgesucht. Auch wie er sie verehrt, darin unterscheidet sich der Jude vom Heiden. Er entkleidet die Pflanze nicht der ihr von Gott beschiedenen Gestalt, benützt sie nicht als Bild für Götzenfiguren oder Amulette. Er verehrt sie als Ausdruck der Macht, die beispielsweise dem Baum die Fähigkeit gegeben hat, gleich einem lebenden Wesen zu blühen und sich zu entwickeln. Für den Juden ist der Baum ein Symbol für die Majestät Gottes. Wie intensiv das Jüdische Volk den Baum-Kultus betrieben hat, wie nahe der Baum «einem inneren Empfinden stand, dafür zeugen zahlreiche Bibelstellen. Man denke daran, daß selbst Moses Gott einen Bewohner des Dornbusches nennt und daß sogar die Theophanie Elohim mit der Bezeichnung der Eiche Ela dieselbe Wurzel El haben. Man könnte nun annehmen, daß ein Baum, sei es die Eiche oder der Dornbusch,. Gott geweiht sei oder zumindest eine bestimmte Verehrung genießt, zumal die Bibel von „Bäumen Gottes" spricht, Nichts von alldem. Die Bibel personifiziert die Natur in der ihr eigenen Weise. Der Acker wehklagt, wenn der Idindmann seine Pflicht nicht tut (Hiob 31/38). Der Talmud läßt die Bäume im Schmerz am Tode des frommen Mannes teilnehmen. Beim Tode des R. Assi lagen viele Bäume entwurzelt umher. Im Zusammenhang mit dem Heimgang eines gewissen R. Mesch&rschie wird gesagt, daß zum Zeichen der Trauer die Palmen des Sterbeortes Dornen bekamen. Wir haben Chamischa Asaar noch in den Tagen gefeiert, da die Hoffnung auf die Wiedererlangung unseres Landes fern war. Nun hat der Baum und Frucht Trieb vergangener Tage Glück und Segen ins neue Land gebracht. Der Glaube, daß das jüdische Land zu beiden Seiten des Jordans unser Volk wieder aufnehmen wird, ist der einzige der in den Früchten der Bäume seine Bestätigung gefunden hat. Mächtig und zahlreich stehen unsere Wälder von flammenden Cherubim bewacht, die jede fremde Hand von ihnen fernhalten. MIT DER MARIEN BRÜCKE AUF DEM CONTE DI IAVOIA NACH PALÄSTINA 21. Februar bis 14. März 1984. Zehn Tage Palästina, zweieinhalb Tage Aegypten, Rom und Neapel. Kuckreise mit der „Roma'4 oder Uber Aegypten mit der „Ksperla". Auskünfte und Prospekte durch Reisebüro „Marlenbrucke" (Palästina-Dienst), Leitung Berta Taubes, I., Rotenturmt-trafie 26, Telephone R-24-2-86 und R-24-2-87. Juden bedrohen die jüdische Arbeit Zu den Arbeitekämpfen In Palästina Wir haben Uber den in skandalösen Formen geführten Kampf der sozialdemokratischen „Histadruth" gegen die nicht bei ihr organisierten Arbeiter wiederholt berichtet. Auch über den letzten Zusammenstoß in Haifa. Die Leitung der Zionisten-Revisionisten gibt nun ihrerseits durch die J. T. A. eine Darstellung des Vorfalles, in welcher es heißt: „Bei der Haifaer Baufirma, bei der der Konflikt seinen Ausgang nahm, waren 67 Revisionisten und 3 Mitglieder der Histadruth beschäftigt. Die Revisionisten gehören der nationalen Gewerkschaft „Irgun" an. Sie arbeiteten zu den auf dem Arbeitsmarkt in Haifa gültigen und auch von der Histadruth akzeptierten Löhnen. Nach Proklamierung des Streiks durch die Histadruth fand im Haifaer Gemeindehause eine Versammlung statt, wo der Versuch gemacht wurde, den Konflikt beizulegen. Hier erklärte der Histadruth-Vertreter S c h a p i r o, daß der Streik keine Wirtschaft» liehen Gründe habe und einen rein parteimäßigen Charakter trage. Im weiteren Verlauf des Konflikts haben Mitglieder der Histadruth Revisionisten überfallen und mißhandelt, stürmten Hochglücks Restaurant in Hadar Ha-Carmel, wo Mitglieder des Brith Trumpeldor zu essen pflegen, und demolierten alle Fenster, das Mobiliar und die Anrichtetische. Mitglieder der Histadruth erschienen auch auf dem Berge Carmel und zerstörten wichtige Teile von Bauten, die von der bestreikten revisionistischen Unternehmerfirma für die Firma Segal und Finkelstein aufgeführt werden." Es ist weniger interessant, die Rollen der Streit teile im körperlichen Kampfe, die Zahl der Hiebe hüben und drüben festzustellen. Wesentlich ist, was aus den Darstellungen von beiden Seiten einwandfrei hervorgeht: 1. Die Arbeiter des „Irgun" haben nicht dit Löhne gedrückt, sie haben sich auch nicht erbötig gemacht, unter schlechteren Bedingungen zt» arbeiten, als die Leute der Histadruth. 2. Die Histadruth hat die Streikunruhen begonnen und ist gewaltsam vorgegangen, um die Aufnahme bei ihr organisierter Arbeiter und die Entfernung bei ihr nicht organisierter Arbeiter zu erzwingen, wie sie das übrigens bereits unzählige Male getan hat. Damit ist die Histadruth ins Unrecht gesetzt, Palästina ist für alle Juden da, und es ist vermessener Uebermut, zu fordern, daß nur solche jüdische Menschen in Palästina arbeiten, also leben dürfen, welche sich einer bestimmten politischen Gruppe, in diesem Falle der auf Marxismus und Klassenkampf eingestellten „Histadruth" unterwerfen. Es ist ein Unglück für Palästina und bedroht den Aaufbau des Jüdischen Nationalheimes, daß die Histadruth ein auf die Ausschaltung aller ihr nicht gefügigen jüdischen Arbeiter und Angestellten, auf die Boykottierung ihr nicht gefügiger Unternehmer gerichtetes Gewaltregime etablieren konnte. Von den vielen üblen Erscheinungen, welche dieser Umstand gezeitigt hat, seien nur einige hervorgehoben. Heuchelei macht sich breit. Um nicht ausgestoßen zu werden, organisieren sich Leute, besonders junge Leute, in der Histradruth, trotzdem sie ihre Tendenzen nicht teilen, oft verabscheuen. Kinder werden in den Schulen seelisch vergewaltigt, weil die Lehrer unter dem Drucke der Histadruth stehen. Um „Ruhe zu haben"t verlangen palästinensische Unternehmer von ihren Arbeitern und Angestellten, der Histadruth ihren Tribut zu entrichten, sich dort zu organisieren. Wie „Gezeichnete" irren die „Nichtorganisierten" im Lande umher. Das beste Feld für volksfeindliche Propaganda bereitet aber die Gewaltherrschaft der Histadruth jenen jüdischen Unternehmern, welche Feinde der jüdischen Arbeit und Freunde der billigeren arabi* sehen Arbeit sind. Unter Hinweis auf den unerträglichen Terror der Histadruth gelingt es ihnen auch, solch© Unternehmer, die im Grunde national gesinnt und für die jüdische Arbeit sind, in ihr Lager herüber zu ziehen, Die zionistische Gesellschaft hat die Pflicht, den TJebergriffen der Histadruth Grenzen zu setzen, weil sonst die Entwicklung des jüdischen Palästina schwere Störungen erfahren muß." f/Auf der Fluch! erschossen" Aus Prag: Nach einem Telegramm aus Hannover ist der frühere Redakteur der sozialdemokratischen „Volksstimme" in Schmalkalden, Ludwig Pappenheim, in dem Konzentrationslager Boergermoor bei Papenburg durch die Lagerwache erschossen worden. Es wird mitgeteilt, daß die Erschießung „auf der Flucht" geschah. Ludwig Pappenheim war seit Monaten im Konzentrationslager untergebracht und hatte dort als „J u d e" Unsägliches auszustehen. Wie der gleichfalls „auf der Flucht erschossene" Felix Fechenbach war Pappenheim früher in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands organisatorisch und literarisch an führender Stelle tätig und genoss in der Partei großes Ansehen. Sein und Fechenbachs Schicksal in den Konzentrationslagern ist symptomatisch für die Leiden, die besonders jüdische Sozialdemokraten in den Konzentrationslagern auszustehen haben. Diejenigen Parteigenossen, die Pappenheim kannten, halten einen Fluchtversuch ebensowenig wie bei Fechenbach für wahrscheinlich. Es ist vollbracht! Aus Berlin: Reichsminister und preußischer Ministerpräsident Goering verkündet in dem soeben erschienenen Organ des Justizministeriums „Deutsche Justiz", daß die Entfernung der Juden aus den Staatsämtern in Preußen vollendet ist. Er beglückwünscht die preußischen Beamten zu ihrer Befreiung aus dem „schweren moralischen Joch", in das sie das frühere Regime gezwängt hätte, und betont, die Entfernung der Fremdraasigen aus dem Beamtenkörper stelle den Geist des alten Preußen wieder her. Abwanderung deutscher Juden aus Frankreich nach Palästina Aus Paris: In diesen Tagen begeben sich zweihundert deutsch-jüdische Emigranten aus Paris nach Palästina. Auf dem aus diesem Anlaß arrangierten Abschiedsabend wird Baron Rothschild den Vorsitz führen. Gleichfalls unter dem Vorsitz Baron Rothschilds wird eine Konferenz der jüdischen Organisationen stattfinden, wo die Art der Fortführung des E m 1grantenhilfswerks besprochen werden soll. Die französische Regierung hat dem jüdischen Komitee für Hilfe an Emigranten aus Deutschland bekanntgegeben, daß die zur Unterbringung von Auswanderern zeitweilig zur Verfügung gestellten staatlichen Baracken in nächster Zeit geräumt werden müssen. Obwohl der Zustrom von Auswanderern aus Deutschland nach Frankreich fast völlig aufgehört hat und die Emigranten in ihrer Mehrzahl nicht mehr unterstützungsbedürftig sind, weil sie Erwerb gefunden haben oder in anderen Ländern untergebracht werden konnten, sind doch noch hunderte notleidende Familien auf Unterstützung angewiesen. Dem Pariser Palästina-Amt, das dauernd von Auswanderern aus Deutschland belagert wird, liegen über 500 Gesuche um Palästina-Visa vor. Es ist zweifelhaft, ob es möglich seih wird, der Mehrzahl der Gesuchsteller in nächster Zeit zur Einreise nach Palästina zu verhelfen. Vom Mordprozeß Arlosoroff Aus Jaffa wird gemeldet: Der englische Richter Bodilly erklärte, daß er beabsichtige, die Voruntersuchung gegen die im Mordprozeß Arlosoroff Beschuldigten, Stawsky, Rosenblatt und Achl Meir, Ende des Monats Jänner abzuschließen. (Die Voruntersuchung hat aoa 20. Juni 1083 begonnen, dauert also bereits 7 Monate. Anm. d. Red.) Polen-Sonderfahrt! Umsonst erhalten Sie bei der am 15. Februar stattfindenden Polenfahrt das Visum. Melden Sie sich raschest bei „Marienbrücke", I., Rotenturmstraße 26. Tel. R-24-2-86/87. Die Hochsaison in Tel*Awiw Die Zeit zu Purim und Pessach ist die Hochsaison für Touristik in Tel-Awiw, sowie auch allgemein in Palästina. Es ist daher unsere Pflicht als offizielles Prppagandabüro der Stadtgemeinde Tel- Awiw, alle Interessenten darauf aufmerksam zu machen, daß sie ihre beabsichtigten Reisen in dieser Saison rechtzeitig anmelden, da sonst die Gefahr besteht, keine Zimmer in den Hotels in Palästina zu bekommen. Auskünfte und Anmeldungen im Weltreisebüro C o m p a s s Tours, Wien, IX., Spitalgasse 3, Tel. B-42-5-38. HIHI WNWnnilrll am 21 Februar bis 10. März 1934 £11111 aUriltVUl - „Conte di Savoia« - „Roma" a,"ä: Compasf-Tour« Offizielle! Propagandabdro der Stadtgemeinde Tel-Awiw (X, Spitalgasse Hr. i Telephon B-42-5-38

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