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Die neue Welt · 1934-01-12 · Heft 331 (12.1.1934) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 331 (12.1.1934)
Date
1934-01-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 331 Ihren Schuh nur von SMfinnnn Erklärung der „Staatszionistischen Organisation" in Deutschland Aus Berlin: Die Staatszionistische (früher revisionistische ) Organisation, die in den letzten Wochen eine lebhafte Tätigkeit in ganz Deutschland, besonders in Berlin, entfaltet, gibt durch ihre Pressestelle folgende grundsätzliche Erklärung bekannt: Die Staatszionistische Organisation steht mit der revisionistischen Weltbewegung in keinerlei Verbindung. Wenn sie auch mit ihr in zionistischen Hauptfragen konform geht, so hat sie seit der im Juli 1933 erfolgten Gründung es abgelehnt, mit der revisionistischen Weltbewegung, sei es in organisatorischer oder sonstiger Form, in Konnex zu treten. Gleichzeitig macht die Staatszionistische Organisation darauf aufmerksam, daß sie keinen Einfluß auf die Redaktion des in Wien erscheinenden Organs „D e r Judenstaat" hat. Die Erklärung des „Judenstaates" in Nr. 31, daß der Vorsitzende der Staatszionistischen Organisation, Herr Adolf Hirschfeld, sein Vertrauensmann für Deutschland sei, wurde ohne Einwilligung und Genehmigung der Staatszionistischen Organisation oder ihres Vorsitzenden abgegeben. Die Staatszionistische Organisation besteht nur in Deutschland. Kommunisten dürfen der Zionistischen Organisation nicht angehören Aus Amsterdam: Auf der soeben abgehaltenen 34. Jahreskonferenz der holländischen Zionisten wurde über Antrag des Vorsitzenden F. Bernstein-Rotterdam beschlossen, daß Mitglieder der Zionistischen Organisation Hollands der kommunistischen Partei nicht angehören dürfen, da die Dritte Internationale das Jüdische Nationalheim in Palästina in gehässiger Weise bekämpft. Am zweiten Verhandlungstage wurde ein Mitglied der Organisation, das sich der kommunistischen Partei angeschlossen hatte, mit großer Mehrheit aus dem Verband ausgeschlossen. Ein Kavalier Au3 Paris: Im „Pariser Tageblatt" veröffentlicht Prinz Max Carl zu Hohenlohe Erinnerungen an „Gespräche mit Stabschef Röhm", dem Schöpfer der SA. und jetzigen Reichsminister. Darin heißt es u. a.: „...Unvermittelt, sagte Rohm: ,Ich bin sehr bestechlich... Aber den Juden, der mir am meisten geboten hat, den werde ich als ersten a n d i e •Wand stellen...'. Im weiteren Gesprächsverlauf kündigte Röhm den Untergang des Christentums und die Alleinherrschaft des Kommunismus am Ende des Jahrhunderts an. Warum er den Kommunismus so heftig bekämpfe? Darauf erklärte Röhm: „Wir sind hier in Deutschland noch nicht auf den Kommunismus vorbereitet und auch er ist noch nicht für uns reif... Später wird er in vielem auch für uns annehmbar sein ..." Der Pariser USA.-Botschafter Jesse Straus tritt zurück Aus Paris: Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich Jesse Isidor Straus, Sohn des bei der Titanic-Katastrophe umgekommenen amerikanischjüdischen Führers und Philanthropen Isidor Straus nnd Neffe des einstigen USA.-Ministers und amerikanischen Botschafters in der Türkei Oscar S. Straus sowie des berühmten Philanthropen Nathan Straus, hat dem Präsidenten Roosevelt mitgeteilt, daß er von seinem Posten zurücktritt, weil er mit Roosevelts Wirtschaftspolitik nicht übereinstimme. Jesse Isidor Straus ist Inhaber zahlreicher Geschäftshäuser in den Vereinigten Staaten, so unter anderem der berühmten New-Yorker Macey-Warenhäuser, und war früher Präsident der New- Yorker Handelskammer. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, IL, Taborstraße 59 (Tel. A 42-3-16). Jüdische Arbeitnehmer suchen Beschäftigung als: Anstreicher, Bürokräfte aller Art, Elektrotechniker, Diener, Hausgehilfinnen, Hilfsarbeiter, Handwerker, Lageristen, Manipulanten, Schneider, Verkäufer, Wirtschafterinnen usw. — Jüdische Arbeitgeber, fordert euren Bedarf an Arbeitnehmern bei obigem Verein an! Goldene Hochzeit. Sonntag, den 14. d. M., feiern H-ls Moses und Frau Golde Kohl das Fest der Goldenen Hochzeit. Die Judenstaatspartei gratuliert ihrem Mitglied und alten Vorkämpfer für die nationale Sache und seiner Frau herzlichst. Jüdische Eltern! Das Wirtschaftsamt des jüdischen Hochschulausechusses, Wien, IX., Alserstraße 26, Tel. A-25-2-28, gibt bekannt: Alle Arten vonNachhilfeunterrieht (Hofmeisterpoaten, Einzelstunden, Maturavorbereitung, Musikunterricht, Nachhilfeunterricht auch für Hochschulen werden kostenlos und schnellstens durch das Wirtschaftsamt der Judäa vermittelt. Telephonischer Anruf genügt. Unterstützet den jüdischen Studenten in seinem schweren Kampf! LACK' BINDE- SPANGEN MIT FESTEM ABSATZ. ALLE GRÖSSEN. LACK¬ LEDER. MIT EIDECHSE- IM IT. KOMB IN, ALLE GRÖSSEN. DAMEN' _ 'WIENERWALD- STIEFEL,BRAUN mit LEDERFUTTER v.BEUJELZUNOE ALLE GRÖSSEN. FÜR HERZEN S 1^*1 Abschiedskonzert „Hanigun" Die 30 jüdischen Sänger aus Deutschland „Hanigun" verabschieden sich vor ihrer großen Palästina-Amerika- Tournee mit einem großen Konzert, das am Sonntag, den 14. Jänner, abends 8 Uhr, im Pazmaniten- Tempel, II. Bezirk, stattfindet. Durch die Mitwirkung von Herrn Oberkantor L. Müller wird dieses Konzert zu einem geradezu sensationellen Ereignis im jüdischen Kunstleben werden. Gesamtleitung: Ch. Winawer. Touristik- und Skiklub „Hakoah". Wienerwald: Skikurse für Anfänger und Vorgeschrittene unter Leitung erstklassiger Lehrer. Vorbesprechung Freitag im Klubheim. Sonntag, den 14. Jänner: Schneeberg: Abfahrt am 13. ds. um 16.30 Uhr vom Aspangbahnhof. Führer: Ernst Klamper. Voranmeldung am Freitag notwendig. Am 4. Februar veranstalten wir ein Skirennen in TUrnitz. Abfahrts- und Slalomlauf. Rennbewerbe: Abfahrtslauf für Herren, Junioren, Senioren, A-Klasse; Abfahrtslauf für Damen, Slalomlauf für Damen, Slalomlauf für A-Klasse. Startberechtigt sind alle Mitglieder der Makkabivereine und Mitglieder der „Hakoah". Nennungsschluß am 26. Jänner. Startgebühr 1 Schilling. Quartierbesorgung durch uns. Preisverteilung am 16. Februar. Anmeldungen und Auskünfte im Klubhelm, I., Wiesingerstraße 11. Telephon R-25-0-10. Werdet Mitglieder der „Hakoah". Unsere Mitglieder genießen auf den österreichischen und tschechoslowakischen Bahnen Fahrtfoegünstigungen. FÜR DIE JUGEND Im Zeichen Bar Kochbas Ein Appell Von Jakob Kahn (Warschau) Achtzehnhundert Jahre sind seit dem Aufstand Bar Kochbas vergangen. Achtzehnhundert Jahre, seitdem die Besten und Auserwählten des Volkes sich aufgerafft hatten, den letzten Verzweiflungskampf für die Befreiung von Volk und Vaterland zu kämpfen. Das sind die letzten Freiheitshelden gewesen, die letzten K a n a i m. Ihr Geist ist nicht gestorben. Tief tief hat sich das Feuer ihres patriotisch vorwärtsstürmenden Gefühls zusammengepreßt in die stummen Herzen derer, die in der Galuth sind. Dort ist es meist durch die Flamme des religiösen Eifers verschlungen worden, die den Weg des Volkes in der Finsternis der Galuth erleuchtet hat. Ein Geschlecht neuer Kanaim aufzustellen, ein körperlich und geistig gesundes Geschlecht, das seiner großen und historischen Aufgaben würdig sein wird; die im Volke zerstreuten Funken des vorwärtsstürmenden Patriotismus zu sammeln und zu vereinigen und zu mächtiger Flamme zu entfachen; eine Reserve erprobter und sicherer Kräfte bereitzustellen, die sich in den Dienst für das Volk stellen, in den Tagen des Friedens und in den Tagen der großen Versuchung — das ist das Ziel des Brith Hakanaim. Eine Arbeit, die nicht ihresgleichen in unserer Geschichte hat, liegt auf uns und auf den nächsten kommenden Generationen: Sammlung der Zerstreuten und Eroberung des Landes, Sammlung der Zerstreuten aus der Uberwiegenden Mehrheit des Volkes und Eroberung des Landes und dessen Wiedererrichtung in den biblischen Grenzen, die Wiedererrichtung des selbständigen jüdischen Staates. Nur ein Geschlecht von Kanaim, ausdauernd und tapfer, ist imstande, diese Arbeit zu leisten. Hebräer sollen die neuen Kanaim sein, Hebräer in Sprache und Geist. Die Mühen des Lebens und ihr Zusammentreffen mit der menschlichen Blindheit und Böswilligkeit werden sie nicht abhalten, in sich den echt jüdischen Adel mit all den guten und edlen Eigenschaften, die ihm entsprießen, zu pflegen. Die Selbstvervollkommnung im ursprünglichen hebräischen Geist gelutert vom Abfall der Diaspora und befreit von blinder Nachahmung fremder Einflüsse, ist die zentrale Erziehungsgrundlage für den Brith Hakanaim. Die Verbundenheit mit der großen Vergangenheit wird die Quellen für Selbsterkenntnis und nationalen Stolz liefern, das Gefühl der Solidarität mit allen Generationen und mit allen Teilen des Volkes in der Gegenwart entwickeln, wie auch das Verantwortlichkeitsgefühl der Zukunft gegenüber vertiefen. Jene Verbundenheit ist schon in hervorragendem Maße in der Parole ausgedrückt, die den Kanaim gegeben wurde: „Echad" (das „Echad" aus dem „Schma Israel"). Dies war wirklich und ist auch bis zum heutigen Tage die Losung des jüdischen Volkes, der Ausdruck seines Eifers für seinen Gott, seiner Sonderstellung unter den Völkern und seiner ganzen ethischen Weltanschauung. Mit dem Aufschrei: „Echad" fühlt sich der Kanai mit all jenen Generationen solidarisch, die ihre Treue zu jeder Zeit und an jedem Orte bewahrt haben. Wer von der jüdischen Jugend ein mutiges Herz hat, wer in seinem Blut einen lebendigen Funken,, der uralten Kanaim fühlt — soll kommen und sich oder seine Kinder- und Schüler an den Brith Hakanaim anschließen! Im Zeichen Bar Kochbas! Provi§ori§<he Statuten de§ Brith Hakanaim 1. Die Organisation heißt: „Histadruth Hanoar Brith Hakannaim" (Brak). 2. Das Ziel des Brak ist die Erziehung der Jugend in scoutisch-chaluzisch-kannaischem Geiste. 3. Der Brak strebt nach der dreifachen nationalen Renaissance: des Volkes, des Landes und der Sprache. 4. Der Brak ist ein untrennbarer Teil der Judenstaatspartei, die auf folgenden Grundsätzen aufgebaut ist: a) Die Schaffung eines jüdischen Staates in den historischen Grenzen Palästinas, b) Die Anerkennung des Primats vom „Aufbau des Landes" gegenüber den Interessen einer Einzelperson oder einer Klasse, c) Schutzlegionismus. 5. Der Brak anerkennt die Zionistische Organisation als die allgemeine und höchste nationale Körperschaft des jüdischen Volkes auf seinem Wege zum jüdischen Staat. Brak ist mit der zionistischen Organisation durch die Judenstaatspartei verbunden. 6. Der Brak schafft unter Mitwirkung der Judcnstaatspartei alle nötigen Institutionen für seine kulturelle, chaluzische und Verteidigungs-(Haganah) Hachscharah. 7. Brak beteiligt sich an allen zionistischen Aktionen, folgend den Anweisungen der leitenden Instanzen der Judenstaatspartei. 8. Die Erziehung des Brak erfolgt auf der Grundlage der absoluten Disziplin, aber es ist unstatthaft, die Kraft der Disziplin in Interessen auszunützen, die zum freien menschlichen Willen gehören, als auch in Fragen von Abstimmungen und Wahlen, soweit sie nicht zu den ausdrücklichen Grundsätzen des Brith Hakannaim in Widerspruch stehen. 9. Der Brith Hakannaim setzt sich aus zwei Formationen zusammen: 1. Die drei Dargoth, dem Alter entsprechend; 2. Die Bnei Brak, zu denen jene Barkaim gehören, die ihre Ausbildung in den Dargoth beendet haben, und ältere Chawerim, die die Grundsätze des Brak annehmen. Die Mitglieder der drei Dargoth sind uniformiert, während die Bnei Brak bloß ein einheitliches Abzeichen tragen. 10. Die Fahne (Degel Habrith) des Brith Hakaflinaim ist die blau-weiße zionistische Fahn*,

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