Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 331 (12.1.1934)
- Date
- 1934-01-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 331 DIE NEUE WELT Seit«! .jmmmmmmmmmmmmmmm* Jüdische Kolporteure melden sich wochentags Wien, IL, Untere Augartenstraße 38, von 9 bis 3 Uhr. Empfehlenswerte Firmen RESTAURANTS, CAFfiS etc. Restaurant BJilet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Caf6-Restaurant Edison (Inh. Fleischmann), VIII., Alserstraße 9, Tel. B-43-0-47, B-43-0-86. Cafe-Restaurant Espresso, I., Rotenturmstraße 1. Internationale kalte und wärme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Cafe" Schottentor, I., Ring des 12. November 10, Tel. U-26-5-90, vis-ä-vis der Universität. Restaurant Max Lasar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, II., Untere Augartenstraße Nr. 19, Tel. A-41-8-12. Caf6 - Konditorei Neumann, II., Gredleratraße 2 (Tel. A-42-3-81), III., Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neugröschl, renommierte jüdische Küche, IL, Lilienbrunngasse 12, Tel. A-48-5-86. Vegetarische und Diätküche R. Schall, IL, Prater- Straße 15. (Polnische Spezialitäten.) „Vegctaria", Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, IL, Obere Donaustraße 89 a; IX., Währingerstraße 21. LEBENSMITTEL, FLEISCH etc. L. Brodbad, Bäckerei, IL, Schiffamtsgasse 17. N. Brodetzky, Soezereiwaren, II., Leopoldsgasse 43, Tel. A-46-1-90. Holpern S., Palästina-Produkte, IL, Förstergasse 6, Tel. A-46-4-12. J. Hirschler, Fleischhauergeschäft, IL, Wolfgangßchmälzl-Gasse 4, Tel. R-41-7-69. I. W. Kurz, Gemischtwaren, IL, Volkert-Platz 5, Tel. R-44-102. JH. Leder, Butter- und Eierhandel, II., Tandelmar ktgasse 11, Tel. A-48-0-43. Sigm. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Hollandstraße 6. G. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, IL, Hollandstraße 11, Tel. A-48-3-58. D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, IL, Zirkusgasse 41, Tel. R-44-0-73. S. Turtil, Gemischtwaren, IL, Engerthstraße 194, Tel. R-48-ß-64. BEKLEIDUNG, WÄSCHE B. David, Weißwaren, IL, Negerlegasse 5. Fein & Landsmann, Lederbekleidung, XX., Gaußplatz 6, Tel. A-42-0-10. M. Fisch, Schneider, IL, Praterstraße 53, Telephon R-44-5-25. Glanzmann, Epstein & Co., Herren- und Damen- Konfektion, IL, Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. I. Greismann, Strumpfhandel, IL, Schüttelstraße 29, Tel. R-43-9-72. J. Karniol, Textilwaren und Wäsche, L, Gonzagagasse 7, Tel. U-22-9-51. ,T. Weintraub, Textil und Wäsche, IL, Krummbaumgasse 2, Tel. A-44-0-45. Warenhaus Weinstock, Mode- und Parfümeriewaren, IL, Untere Augartenstraße 13. SCHUHE S. Abrahamovicz, Schuhhaus, IL, Taborstraße 33, Tel. A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, IL, Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. E. Blaser, Schuhhandlung, IL, Taborstraße 56. PELZE Pelze jeder Art, M. B e r m a n n, Wien, I., Hoher Markt 9, Tel. U-24-1-68. Pelzhaus H. Breitfeld, L, Franz-Josefs-Kai 21, Tel. R-25-406. DIVERSE Advokat & Fantl, Beleuchtung, Glühlampen, Elektrowaren, Gasgeräte, Badeeinrichtungen, Beheizung, IL, Taborstraße 8 b, Tel. R-47-1-51. Buchbinder Eugen, Ingenieur, Baumeister, IL, Taborstraße IIb, Tel. A-46-5-38. L. Drlmmer, Elektro-Installateur, IL, Obere Donau- Btraße 1, Tel. A-41-8-82. G. Eisner, Textilwaren, I., Zeünkagasse 11, Telephon U-29-3-70. Falikraann Heinrich, Juwelenfasser, IL, Taborstraße 1-3/66, Tel. A-48-4-45. Internationale Spedition (Palästina - Transporte) P. Ringelblum, IL, Große Mohrengasse 3a, Telephon R-41-9-75. Jüd. Buchhandlung, Erzeugung aller Gebetartikel, M. Salzmann, IL, Große Schiffgasse 4, Tel. A-49-9-74. Kalb Josef, Juwelengeschäft und Präzisionsuhrtoacher, IL, Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und Apparate, IL, Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. A. Kurz & Co., Optische Anstalt, IL, Gredlerstraße 4, Tel. A-43-2-86. O. Lustig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, IL, Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. B. Posaner, Schreibmaschinen, IL, Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabiner, Spenglermeister, IL, Untere Augartenatraße 31, Tel. A-45-0-29. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, L, Marc- Aurel-Straße 2, Tel. U-24-1-91. Schwedenapotheke (Besser: J. Bauer), L, Schwedenplatz. Straßberg Eugenie, Holz, Kohle, Koks. IL, Praterstraße 50, Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, L, Eßlingg. 7, Tel. U-20-9-58. Brüder Weinreb, Beheizung, Beleuchtung, Haus¬ und Küchengeräte, IL, Taborstraße 62, Tel. R-49-8-16. S. Wildmann, Sprechmaschinenteile, IL, Vorgartenstraße 207, Tel. R-44-6-15. S. Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, IL, Im Werd 1, Tel. A-49-205. ZIMMER- UND DEKORATIONSMALER Samuel Kleiuberg, Zimmer- und Dekorationsmaler, IL, Taborstraße 69, Tel. A-48-6-50. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an die Verwaltung des Blattes, IL, Untere Augartenstr. 38, Tel. A-45-6-34 (10 bis 2 Uhr), zu richten. VonderJudenstaalspartrf Das Organisationsdepartement (Wien, IX., Universitätsstraße 8) teilt mit: Litauen und Lettland: Das Mitglied des Exekutivkomitees Herr Melr Großmann hat in folgenden Städten Vorträge gehalten: Am 6. Jänner in Riga, am 7. Jänner in Kowno, am 8. Jänner in Poniewesz, am 9. Jänner in Schaulen, am 10. Jänner in Kleif eda (Memel), am 13. Jänner in Wilkomir. Am 14. und 15. Jänner nimmt Herr Großmann an der baltischen Konferenz der Judenstaatspartei in Kowno (Litauen) teil. Tagesordnung: Sonntag, 14. Jänner, 10 Uhr vormittags im Jordania-Saal: 1. Eröffnungsrede Dr. H. Rosenblum; 2. Wahl des Präsidiums und der Kommissionen; 3. Bericht der Landesleitung; 4. Die Lage der Judenstaatspartei, Dr. H. Rosenblum; 5. Die nationale Kolonisationsarbeit in Erez Israel, Dr. S. Goldberg; 6. Die Bewegung des „Brith Hakanaim, S. Simson; 7. Bericht über Keren Kajemeth und Keren Hajessod, B. Jatkunski; 8. „Brith Jehuda", J. Serdin. 9 Uhr abends im Saale „Atlitnlnkes". Massenversammlung über Die Lage im Zionismus in der Galuth und Erez Israel, Referent Meir Großmann. Montag, den 15. Jänner, 10 Uhr vorm. im Jordania-Saal: 1. Generaldebatte; 2. Bericht der Kommissionen; 3. Wahlen und Resolutionen; 4. Schlußansprachen. Anläßlich der Tagung findet eine Pressekonferenz statt, bei der Herr Meir Großmann einen Bericht erstatten wird. Ebenso wird Herr Großmann in einer Sitzung des Komitees der „Volkssiedlungsbank" ein Referat erstatten. Polen: In ihrem Zirkular Nr. 17 wendet sich die polnische Landesleitung an die Oeffentlichkeit und ruft angesichts der politischen Lage in Erez Israel zum nationalen Zusammenschluß auf. Die Judenstaatspartei Polens ergreift mit diesem Aufruf die Initiative zu einer großen politischen Offensive und kündigt eine Reihe bedeutsamer Aktionen an. Herr Meir Großmann, der auf der Durchreise nach Litauen, in Warschau weilte, benützte die Gelegenheit, um mit der polnischen Landesleitung eine Reihe wichtiger Arbeitsfragen zu beraten. Einer, in aller Eile angesetzten Versammlung wohnten über 500 Menschen bei. Die deutsche Broschüre: „Was will die Judenstaat s p a r t e i" ist erschienen und zum Preise von 40 Groschen per Exemplar vom Organisations-Departement zu beziehen. Bei Abnahme von mindestens 50 Stück ermäßigt sich der Preis auf 20 Groschen per Exemplar. Die deutsche Broschüre: „Der Weg des Barkai" erscheint in acht Tagen. Zionistisches Jugendrseenenar Veranstaltet von der Judenstaatsjugend Dienstag, den 16. Jänner 1934, hält Herr David Nebenzahl seinen zweiten Vortrag über „Jüdische Politik" im Heina, H., Untere Augartenstraße 88. Beginn 8 Uhr abends. Judenstaatsjugend, II., Untere Augartenatraße 38. Donnerstag: 8 Uhr Hebräischkurs für Vorgeschrittene (Leiter Dr. Taub). Samstag: 6 Uhr Sichah der Kwuzah Druks; 7 Uhr Sichah der Kwuzah F. Kolb. Sonntag: Wanderung, Treffpunkt halb 9 Uhr Schottentor; 7 Uhr abends Heimabend. Montag: 8 Uhr Hebräisch für Anfänger (Leiter Dr. Taub). Dienstag: 8 Uhr Seminar; es spricht Herr David Nebenzahl über „Jüdische Politik". Mittwoch: 7 Uhr Führersichah (Leiter Ch. F. Kolb); 8 Uhr Sichah der Mädchenkwuzah; halb 9 Uhr Vortrag in der Partei. Brith Hakannaira, Wien, II., Untere Augartenstraße 38 Sekretariatsstunden: Montag, Donnerstag, Samstag von 7 bis 8 Uhr abends, Mittwoch von 6 bis 7 Uhr abends, Dienstag von 8 bis 9 Uhr abends. Die Broschüre über den Brith Hakannaim (übersetzt von Dr. I. Kanner) wird in ca. 14 Tagen erscheinen. Festakaiemie des Hedialux Haleumi Am Samstag, den 6. Jänner 19S4, fand im Festsaale des Heimes der Judenstaatspartei eine glänzend gelungene Festakademie des „Hechaluz Haleumi" statt. Die Veranstaltung fand den ungeteilten Beifall des zahlreich erschienenen Publikums und hat Hechaluz Mittel zugeführt. Der Obmann des Hechaluz Haleumi, Herr Theodor Grubner, führte nach einer kurzen Begrüßung aus: „Vor einem halben Jahr gründeten einige Zionlsten den .Hechaluz Haleumi'. Der Hechaluz Haleumi ist Jene Institution, die es sich zur Aufgabe gemacht hat. die n a t i o n a 1 fühlende jüdische Jugend für die Arbelt in Palästina im Geiste desHerzlschenZionismus geistig und körperlich zu erziehen. Viele Jahre kämpfte die jüdische Jugend im .Hechaluz', um denselben auf den Weg des judenstaatlichen Zionismus zu bringen, mußte aber erkennen, daß die Führer den .Hechaluz' unter Vorspiegelung von Unparteilichkeit im Geiste des Klassenkampfes und marxistischer Unduldsamkeit führen. Nachdem die nationale Jugend es nicht länger mitansehen konnte, daß unter dem Druck dieses sich .allgemein' nennenden Hechaluz die nach Palästina wandernden jüdischen Massen gezwungen werden, in die klassenkämpferische, daher den Palästina-Aufbau schädigende .Histadruth' einzutreten, verließen sie den allgemeinen .Hechaluz' und entschlossen sich zur Gründung des judenstaatlerlschen Hechaluz, des ,.Hechaluz Haleumi'. Diese Jugend wendet sich nun an alle jungen jüdischen Menschen, für die der Zionismus die Errichtung des Judenstaates in Palästina bedeutet und die Bich in diesem Geiste für die Ueberwanderung vorbereiten wollen und fordert sie zum Eintritt in den Hechaluz Haleumi auf." Die folgende Festakademie stand künstlerisch auf hohem Niveau, wobei besonders hervorzuheben sind, die Darbietungen des Pianisten Walter Pirk. Drei Lieder, die Mosche Lichtmann sang, fanden begeisterte Aufnahme, ebenso Fritz B e r g e r mit seinen Tanzdarbietungen nach hebräischen und russischen Volksliedern. Das Trio Nadel-Fincsus-Lindenheim führte unter lebhaftem Beifall humoreske Akrobatik vor. Samuel Schwager ist bereits für das jüdische Auditorium ein Begriff geworden. Die Mädchengruppe tat sich mit einem sehr gut arrangierten Büffet hervor. H. K. Außerordentlich billige Palästina-Reisen werden vom 16. Jänner bis 5. Februar und vom 20. Februar bis 15. März von der R. G. V., „Reisebüro", Wien, I., Rotenturmstraße 20 (Ecke Fleischmarkt 1) arrangiert. Purim Karneval in Tel-Awiw. Diese Reisen bieten den Teilnehmern die seltene Gelegenheit, die schönsten und bedeutendsten Städte Italiens zu sehen, eine herrliche Erholungsreise zur See mitzumachen und das aufblühende Palästina dank der Führung verläßlicher Kenner von Land und Leuten gründlich zu besichtigen. Informationen und Anmeldungen im „Reisebüro", Wien, I., Rotenturmstr. 20 (Fleischmarkt 1), Tel. R-24-5-25, Palästina-Abteilung. IflNOPROGRAMME 1% DIESER WOCHE I, Wollzefle 17 Tel. R-24-2-16 KREUZ-KINO Vom 12. bis 19. Jänner 1934: „GANGSTERTERROR IN TEXAS" mit Richard Arlait und Hary Brian Sonn- und wochentags t 4, 5.45, 7.30, 9.15 Uhr SCHWEDEN - KINO «ÄJ Vom 12. bis 19. Jänner 1934: „Der Fremdenführer von Paris11 mit Maurica Chovallar!/,5, 7, V.10 Uhr. Sonntags ab 3 Uhr Beginn wochentags: AUS DEUTSCHLAND Aus dem Lande der Dichter und Denker* Insbesondere die Auslandsvertreter des Dritten Reiches bemühen sich, die Anschauung zu verbreiten, daß „Uebergriffe gegen die Juden" in Hitler-Deutschland nicht mehr vorkommen und daß man dort zu einer „ruhigen" Judenpolitik übergegangen ist. Wie diese „ruhige" Judenpolitik beschaffen ist, laßt die nachstehende Auslese aus einer Nummer des Nürnberger „Stürmer" erkennen. Bemerkt sei, daß der „Stürmer** kein von irgend einem anonymen Journalisten herausgegebenes Blättchen ist, sondern in einer Riesenauflage erscheint und vom Kommandanten des Fränkischen Gaues der NSDAP., Julius Streicher, geleitet wird. Allerdings muß festgestellt werden, daß über Wunsch der deutschen Gesandtschaften die Ausfuhr des Blatte« nach dem Auslande verboten ist! Das heißt, man läßt den „Stürmer" in Deutschland frei wüten, aber das Ausland soll nichts davon wissen! Der „Stürmer" schreibt: „Die im letzten .Stürmer' an den Pranger gestellte Else Manger erzählte einem Schriftleiter de« .Stürmer' unter Tränen, daß es nicht ihre Schuld sei, wenn sie mit dem Juden Arnstein gesehen wurde. Der Jude verfolge sie auf Schritt und Tritt. Sie wolle mit dem geilen Juden nichts zu tun haben. Wir gaben dem Mädel den Rat, sie solle, wenn der krumme Jude sie wieder belästigt, den nächsten SA.-Mann zu Hilfe rufen, der wird dafür sorgen, daß dem Juden die Lust, deutsche blonde Mädchen anzugeilen, für immer vergeht. Es hat den Anschein, als ob der Jude Arnstein aus Zirndorf Sehnsucht hat, Dachau kennenzulernen." „Ein ganz artvergessenes Frauenzimmer ist die 27jährige ledige Näherin Grete K u c h, Nürnberg, Ostendstraße. Sie unterhält seit Jahren mit dem Juden P*ritz Regensteiner ein intimes Verhältnis. Diese Judenschickse will ihre Tätigkeit nach Zittau i. S. verlegen. Sie wird sich dort nicht lange halten können. In Zittau sind Judendirnen genau so verhaßt wie in Nürnberg." „Die Friseuse Bertha Loos, Nürnberg, Schopperhofstraße 41, geht seit sechs Jahren mit dem Futterstoffreisenden und Juden Stumpf von der Judenfirma Diebach in der Horst-Wessel-Straße. Hoffentlich lassen sich deutsche Frauen von einem Weibsbild, das mit Juden herumzigeunert, nicht länger bedienen." „Der Treffpunkt der frechsten Judenbuben von Nürnberg ist das Caf6 Sperber am Zeltisplatz. Es ist Zeit, daß die Judenherberge verschwindet." „Die Flurpolizisten Oehme und Großhauser ertappten die Kontoristin Betty Habermann, Nürnberg, Denisstraße 12, mit dem Juden Abraham Rubenstein, Eberhardstraße 12. Rubenstein flüchtete, die Dirne Habermann wurde zur Wache gebracht. Er gehört sofort nach Dachau, sie nach dem Frauenlager Aichach." Dann werden Fälle erzählt, daß angeprangerte arische Mädchen ihre Verlobung mit Juden gelöst haben. In vielen Zuschriften aus Leserkreisen werden mit Angaben der näheren Adresse arische Einzelpersonen und Familien genannt, die Beziehungen zu Juden pflegen. Diese Arier werden als Volksverräter gebrandmarkt, vor Verkehr mit ihnen wird gewarnt. Namen und Adressen mehrerer Brautpaare, von denen ein Teil nichtarisch ist, werden genannt, wobei der arische Teil unter Beschimpfungen zur Lösung der Verlobung aufgefordert wird. Auch Namen von Kindern, von denen ein Elternteil nichtarisch ist, werden genannt und mit dem Schimpfwort .,Judenbastard" belegt. Alles in einer Nummer des „Stürmer"! Das nennt man „ruhige" Judenpolitik. Sondergerichtsurteile in Deutschland Aus Köln: Der „Westdeutsche Beobachter" bringt Berichte Uber Sondergerichtsverhandlungen gegen einen Juden und eine Jüdin. Es ist der Fall des fünzigjährigen Reisenden Leo Kahn, der zu sechs Monaten Gefängnis vom Kölner Sondergericht verurteilt wurde, weil er über die schlechte geschäftliche Lage sprach. Man erfährt aus dem Bericht des offiziellen nationalsozialistischen Organs, daß die Strafe nur darum so „mild e" ausgefallen war, weil Kahn unbescholten war und als Soldat im Felde seine Pflicht getan hat und das Eiserne Kreuz und die hessische Tapfer* keitsmedaille erworben hatte. Kahn bestritt die ihm in den Mund gelegten Aeußemn$en und wies darauf hia*